Familienleben

  • 21.04.17 - 07:27
    juma2010 (1)

    Sohn 11, provoziert/Respektloses Verhalten, Vater brüllt

    Hallo,

    unser Sohn war schon immer etwas schwieriger und generell sehr willensstark. Eigentlich nicht schlimm. Er lies sich aber immer schwer was sagen, alles wird diskutiert usw.

    Nun steckt er in der Pubertät. Er hat teilweise ein sehr respektloses Verhalten. Ich ignoriere das bzw spreche mit ihm anschließend in Ruhe darüber, warum es so nicht geht. Erkläre auch, dass wir alle nett miteinander umgehen, da wir eine Familie sind. Streit gibt es überall, aber abfällige Wörter etc wird nicht geduldet.

    Mein Mann ist in sehr schwierigen Verhältnissen aufgewachsen. Eine richtige Familie hatte er nicht, er musste funktionieren. Wenn nicht, gab es Schläge usw. Er ist aber wirklich ein super Vater. Er kümmert sich sehr um unsere beiden, macht viel mit ihnen. Wird unser Sohn allerdings mal provozierend oder respektlos ihn ggü flippt er aus. Er schreit dann extrem laut und reagiert total über.

    Klar, das Verhalten unsres Sohnes ist nicht ok. Papa tut und macht und muss nicht so mit sich reden lassen. Ich denke nur, warum schreien? Was bringt das. Ich hab in Ruhe mit ihm darüber gesprochen, mehrfach. Er meint halt, dass ihm das extrem wütend macht und das in dem Moment berechtigt ist, das er brüllt. Er brüllt nicht bei Kleinigkeiten sondern es kommt so alle paar Wochen mal vor.

    Leider bringen Gespräche nicht wirklich was. Gestern haben wir zu dritt zusammen gesessen. Danach haben sie sich vertragen und es war okay. Aber ich denke halt, dass das schreien eben wegbleiben sollte. Mein Mann kann auch schwer gefühlt zeigen. Er zeigt dann seine Zuneigung unserem Sohn gegenüber auch oft durch materielle Dinge. Leider kann ich ihm das nicht so begreiflich machen. Da er dann sich schnell angegriffen fühlt.

    Was meint ihr? Reagiere ich über?

    Ich habe meinem Sohn das auf in Ruhe nochmal erklärt, dass er auch an seinem Verhalten arbeiten muss. Manchmal einfach nicht das letzte Wort haben muss.

    Ich sitze da so zwischen und mich beschäftigt das.

    LG Juma

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    • 21.04.17 - 07:57

      Hallo!

      "unser Sohn war schon immer etwas schwieriger und generell sehr willensstark."

      Diese Sicht aufs Kind empfinde ich schon als schwierig. Dein Sohn ist wie er ist. Mal ist er vielleicht etwas schwieriger, aber meist ist er es sicher nicht. Was heißt denn überhaupt "schwierig"? Niemand erwartet doch hoffentlich, dass die Begleitung eines Kindes ins Erwachsenwerden völlig gemütlich und reibungslos ablaufen kann.

      Ich habe hier einen 13jährigen und einen 11jährigen. Gerade der Jüngere kann ordentliche Wutanfälle hinlegen. Dennoch würde ich ihn niemals als respektlos bezeichnen. Er ist eben manchmal wütend und muss noch lernen, wie er die in Bahnen lenken kann. Dabei ist es völlig unerheblich, ob ich den Grund seiner Wut verstehe oder eben nicht. Sein Verhalten ist dann nervig und mich macht es dann auch wütend, aber respektlos ist er nicht. Dein Sohn auch nicht. Wenn der Zorn verraucht ist, entschuldigt mein Sohn sich meist von sich aus bzw. ist er sofort dankbar, wenn von uns ein Friedensangebot kommt und der anfall ist vorüber. Er ist dann wirklich vorüber und wir wärmen das nie wieder auf.

      Jetzt ein Geständnis: Hier bin ich diejenige, die dann auch mal rumbrüllt. Das hat weniger mit meinem familiären Hintergrund zu tun, sondern mit meinem Charakter. Und der ist dem vom kleinen Sohn ziemlich ähnlich. Ich brülle also zurück und bin dabei nicht nur nett und sachlich. Hinterher muss ich mich dann eben auch entschuldigen.
      Dafür ist mein Mann derjenige, der ruhig bleiben kann. Beide Söhne haben ihre Strategien dafür entwickelt, wie sie mit wem vom uns umgehen müssen und zu wem sie in bestimmten Situationen gehen. Mein Mann deeskaliert manche Situationen auch ganz gut. Das ist dann vielleicht eher deine Aufgabe.

      Grundsätzlich beschimpfen wir uns hier auch nicht und in der Regel sind wir nett zu einander, aber manchmal rappelt es im Karton. Ist ja auch kein Ponyhof hier.

      "Papa tut und macht und muss nicht so mit sich reden lassen."

      Ernsthaft? Ihr erwartet gutes Benehmen, weil der Knabe gefälligst dankbar sein soll für das, was ihr so tut. Ihr seid die Eltern. Es ist eure Aufgabe zu machen und zu tun. Es ist auch eure Aufgabe, ihm Wege zu zeigen, wie er sich evtl. besser verhalten könnte. Er lernt noch und ihr seid die beste Testplattform, weil er bei euch sicher ist. Bei Außenstehenden ist er das nicht.

      Deshalb denke ich, dass dein Mann ruhig auch mal schreien darf. Wenn er sich auch wieder einkriegt und nicht nur vom Sohn erwartet, dass der sich reflektiert. Dein Mann muss das dann auch tun. Vielleicht lernt er dabei auch, dass man nicht immer nur brüllen muss.

      Außerdem solltet ihr beide damit aufhören, das Kind als schwierig anzusehen und irgendwas aus seiner Richtung persönlich zu nehmen. Das Kind wird erwachsen und muss auf Konfrontation gehen. Der kann nicht anders. Ihr schon.

      LG

      Hallo.

      >>> unser Sohn war schon immer etwas schwieriger und generell sehr willensstark. Eigentlich nicht schlimm. Er lies sich aber immer schwer was sagen, alles wird diskutiert usw. <<<

      Vielleicht hättest Du mal lieber Deinen Sohn erzogen, anstatt jetzt an Deinem Mann herum zu erziehen und herum zu kritteln!

      >>> Ich ignoriere das bzw spreche mit ihm anschließend in Ruhe darüber, warum es so nicht geht. <<<

      Wie wäre es mal, sofort zu reagieren ... dann würde Dein Mann auch nicht ständig hilflos im Regen stehen.

      >>> Er meint halt, dass ihm das extrem wütend macht und das in dem Moment berechtigt ist, das er brüllt. Er brüllt nicht bei Kleinigkeiten sondern es kommt so alle paar Wochen mal vor. <<<

      Ich denke nicht, dass er wirklich meint, dass Brüllen berechtigt ist, sondern dass es in dem Moment einfach aus ihm herausbricht ... das kann schon mal passieren und ist nur menschlich. Und wenn er nicht bei Kleinigkeiten brüllt, scheint er ja auch nicht der klassische Choleriker zu sein, sondern nur ein Vater, dem es irgendwann mal reicht und der dann die Nerven verliert ... kenne ich von mir auch. Ist nicht schön, ich mag mich dann auch nicht sonderlich, aber es passiert.

      >>> Mein Mann kann auch schwer gefühlt zeigen. Er zeigt dann seine Zuneigung unserem Sohn gegenüber auch oft durch materielle Dinge. Leider kann ich ihm das nicht so begreiflich machen. Da er dann sich schnell angegriffen fühlt. <<<

      Da würde ich mich auch angegriffen fühlen ... Dein Mann hatte eine schwierige Kindheit, ihm ist offensichtlich keine harmonische und liebevolle Eltern-Kind-Beziehung vorgelebt worden. Mit Gefühlen tut er sich schwer ... hat aber einen Weg für sich gefunden, seinem Sohn Zuneigung zu zeigen ...
      ... und das passt Dir dann so auch nicht.
      Wo ist eigentlich die Empathie für Deinen Mann ... wo Deine Loyalität ... Dein ihm liebesvolles Zugetan sein ...

      >>> Was meint ihr? Reagiere ich über? <<<

      Ja!

      LG


      • Da kann ich Fräulein West zustimmen.

        So sehr ich Leute verurteile, die ihre Babys "erziehen" wollen, so sehr finde ich Eltern suspekt, die ihre Kinder und Jugendlichen NICHT erziehen.

        Der Junge ist 11 und testet seine Grenzen aus. Der Papa bietet ein prima Opfer, da er eben aus der Ruhe zu bringen ist.

        Und wenn er dann alle paar Wochen schreit, hat Sohnemann den Bogen überspannt.

        Man kann das ganze auch umdrehen: wir sind sehr herzlich und liebevoll , aber auch streng erzogen worden und keiner meiner 3 Geschwister (inkl meiner zwei Brüder) oder ich, hätten es gewagt meine Mutter oder gar unseren Vater zu provozieren. Das ist tatsächlich Erziehungssache.

      21.04.17 - 08:21

      >>...unser Sohn war schon immer etwas schwieriger und generell sehr willensstark. Eigentlich nicht schlimm. Er lies sich aber immer schwer was sagen, alles wird diskutiert usw.<<
      Das ist in meinen Augen eindeutig eine Erziehungsfrage, wie oft liest man ganau diesen, ersten Satz hier #schwitz
      >>Klar, das Verhalten unsres Sohnes ist nicht ok. Papa tut und macht und muss nicht so mit sich reden lassen. <<
      Genau so ist es, und lässt Du so mit Dir reden?
      Weißt Du, in Ruhe mit den Kindern zu reden, in diesem Alter, bringt in meinen Augen rein gar nichts, schon gar nicht, wenn es noch nie funktioniert hat.
      Ja, Eltern brüllen mal, Kinder aber auch. Vielleicht solltest Du mit Deinem Mann besprechen, wie ihr künftig mit Eurem Sohn verfahren wollt. Vielleicht lasst Ihr ihm einfach seine Macken und leitet Konsequenzen in die Wege, bspw. macht und tut Papa dann eben mal eine Woche nichts für das Pubertier.

      LG

      • 24.04.17 - 10:09

        Hallo,

        ">>...unser Sohn war schon immer etwas schwieriger und generell sehr willensstark. Eigentlich nicht schlimm. Er lies sich aber immer schwer was sagen, alles wird diskutiert usw.<<
        Das ist in meinen Augen eindeutig eine Erziehungsfrage, wie oft liest man ganau diesen, ersten Satz hier #schwitz"

        Leider ist das nicht so einfach. Wir haben zwei Kinder (7 und 9) und waren immer konsequent mit ihnen. Wir werden sogar des öfteren schon schief angeguckt, weil Leute meinen, wir wären zu streng. Anders geht es aber bei den beiden nicht.

        Außer Haus benehmen sich beide meistens sehr gut (die Große) oder zumindest akzeptabel (der Kleine). Bei dem Kleinen findet die Lehrerin, dass er noch einer der Jungs ist, die am besten zu handhaben sind, sagt aber trotzdem, er habe "Charakter". Bei Freunden ist er bisher wohl brav. Die Große ist, laut Lehrerin, sehr selbstbewußt, durchsetzungsfähig und willenstark. Alle Jubeljahre bekommt das ihre Lehrerin auch mal am eigenen Leib zu spüren... #schwitz
        Zu Hause testen beide gerne.

        Die Große war übrigens schon als Baby schwierig, weil sie sich nie ablenken ließ, im Gegensatz zu ihrem Bruder und anderen Babies, und da war noch nicht wirklich was mit Erziehung. ;-)

        Auf der anderen Seite kennen wir Kinder näher, gerade Mädchen, bei denen man nur ein wenig nachdrücklichere Worte wählen muss und schon sind sie brav. Das eine Mädchen hat schon als Baby nur ein bißchen herum gefiept, wenn es gerade nichts zu essen gab und dann geschlafen. Das, was bei ihr die höchsten Töne waren, war das, wo unsere Kinder angefangen haben... #schwitz

        Falls Du solche Kinder, wie dieses Mädchen hast, herzlichen Glückwunsch. Das macht die Erziehung deutlich einfacher. ;-)

        LG

        Heike

        • 24.04.17 - 10:18

          Nein, habe ich nicht, meine Tochter war schon immer schwierig, laut, aufgeweckt, selbstbewußt und willensstark ;-)

          Aber damit habe ich nie irgend etwas entschuldigt.

          Es gibt Kinder, die muss man sicher nicht erziehen, meines gehörte definitiv nicht dazu.
          Du, auch wir wurden oft schief angeschaut, wir haben eben nicht alles durch gehen lassen und gerade weil unser Kind so willensstark ist, mussten wir immer konsequent erziehen.

          ABER mein Mann und ich waren uns immer einig und ich glaube, das ist sehr wichtig. Wir haben immer viel unternommen, sie ausgepowert, uns auch #schwitz
          Heute ist sie 13 Jahre alt, willensstark noch immer, aber das geht sehr ins Positive, ein tolles Kind mit ganz normalen, vorpubertären Macken, aber toll und das wäre ohne Erziehung und Konsequenzen nicht so verlaufen, glaube ich. Das soll jetzt aber auch nicht nach Vorstadt-Vorzeige-Kind klingen, ich hoffe, Du verstehst es nicht falsch ;-)

      21.04.17 - 08:26

      Mit schwierig meine ich, dass er von klein auf immer auf Konfrontation ging. Er lässt sich schwer was sagen. Er ist natürlich nicht immer so, aber es war im Gegenteil zu seiner Schwester sehr oft sehr schwierig mit ihm. Er lässt dann nicht mit sich reden und flippt schnell aus. Wenn ich auch noch brüllen würde, wäre der Ofen ganz aus. Ich versuche dann eher Ruhe reinzubringen.

      Genau das meinte ich ja. Wir sind die Eltern und sollten uns auch selber reflektieren und auch mal sagen, ok, war nicht so gemeint. Mein Mann ist dann aber so, dass er ihm ständig aufzeigt was er alles tut und macht und er gefälligst dankbar sein soll und sich zu benehmen hat. Er nimmt es persönlich, wenn mein Sohn sich daneben benimmt.

      Warum ich jetzt hier angegriffen werde, ist mir nicht ganz klar. Ich stehe nämlich zwischen den Stühlen. Es ist nicht so, dasaß ich meinen Sohn permanent in Schutz nehme und meinen Mann verurteile. Leider sieht mein Mann das Problem aber nicht.

      21.04.17 - 08:56

      Hallo,

      Mensch, dass ist ja eine blöde Situation.... du versuchst deinem Sohn respektvolles Verhalten beizubringen und dein Mann lebt ihm das Gegenteil vor?

      Ich empfinde angeschrien werden immer als Respektlosigkeit, unerheblich, ob ich den Grund nachvollziehen kann oder nicht. Auch dein Mann sollte daran arbeiten mit seiner Wut umzugehen. Wenn man wütend wird kann man den Raum verlassen und sagen: "Das klären wir später in Ruhe" man kann innerlich bis 10 zählen, bevor man reagiert, man kann tiiiiiieeeeffff durchatmen, das beruhigt und man hat Zeit für die Reaktion. Und man kann sich danach verbal entschuldigen, wenn man doch einmal ausgetickt ist.

      ... euer Kind lernt am Vorbild. Ich denke, ich würde deinem Mann klar machen, dass da ein Kreislauf ist, der immer wieder neu beginnt... vom Vater auf den Sohn und zurück, einer muß es unterbrechen. Vielleicht könnten die beiden zusammen einen Kurs/Workshop machen zum Thema "Wie gehe ich mit meiner Wut konstruktiv um?"

      Übrigens empfinde ich "ignoriert werden" zum Teil auch ziemlich respektlos.

      • #zitter

        Und weißt du, was ich als respektlos empfinde und darauf richtig richtig ausflippen kann? Wenn ich sauer bin so richtig! Und mein Gegenüber kommt mir dann mit "Ruhe" und "tief Luft holen" und "später reden"... uuuuaaaaahhhh #schwitz

        • Ist auch reine Erziehungssache.

          Willst du gesehen werden in deiner Wut. Willst du, dass alle merken, wie SAUER du JETZT bist?

          Oder was ist dir wichtig, wenn du dich entscheidest: Jetzt brülle ich !

          • Wollen wir nicht alle "gesehen werden" im Sinne von erst genommen werden mit unseren Gefühlen?

            Sauer und wütend sein hat für mich nicht primär was mit rumbrüllen zu tun. Aber ja, wenn ich sauer und wütend bin, darf und soll das mein Gegenüber auch mitbekommen - und mich um Gottes Willen nicht zusülzen.

            Das ist auch Temperamentsache, ich denke ja nicht einfach so "oh, ich bin wütend, ich könnte ja mal rumbrüllen"...

      21.04.17 - 10:00

      Hi,
      Nur ein kleiner Einwurf aus meiner Sicht:
      Bei mir hat Brüllen nix mit Respektlosigkeit zu tun,sondern kommt ganz selten vor,wenn das Fass mal ECHT übergelaufen ist und ichs Oberkante Unterlippe hab.
      Man kann sich doch nicht immer im Griff haben oder!?
      Ich find manchmal muss es raus.

      Gehört das nicht auch zum Gefühle zeigen dazu!?

      Ahja und gewisse Sachen diskutiere ich nicht. Ich stelle fest!;-)
      Grüsse
      Marina

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