Geburt & Wochenbett

  • 08.03.17 - 13:51

    Kaiserschnitt aus med. Gründen - wann? wie? Viele Fragen

    Hallo ihr Lieben,

    Ich bin zur Zeit in der 21. SSW und mache mir Gedanken über die Geburt.

    Durch meine Ausbildungen (Heilerziehungspflegerin und Ergo) weis ich, wie gut eine spontane Geburt wäre.
    Leider habe ich eine sehr seltene Rückenmarkserkrankung, es gibt kaum Erfahrungen und einige Ärzte können mir bislang nicht weiterhelfen.

    Es wird schon davon ausgegangen das es ein Kaiserschnitt werden muss.

    Wehen sollten vermieden werden, aufgrund des ansteigenden Drucks im Blutkreislauf und im Liqourraum Kopf und Rückenmark.

    Welcher Kaiserschnitt ist dann möglich?
    Meist unter Vollnarkose?
    Welcher Zeitraum vor dem ET wird der gemacht?

    Liebe Grüße

    Antworten  0
    • Ich kenne es so, dass ein Kaiserschnitt frühestens 10 Tage vor ET gemacht wird. Zumindest, wenn mit dem Baby alles in Ordnung ist. Das wird im Gespräch zur Geburtsplanung besprochen.

      Als Narkose wird die Spinalanästhesie genommen. Die geht nicht ins Rückenmark und sollte auch trotz deiner Erkrankung möglich sein. Vielleicht fragst du da deine Ärzte nochmal? Die kennen deinen gesundheitlichen Zustand und können das mit Sicherheit am Besten einschätzen.
      Eine Vollnarkose ist bei einem geplanten Kaiserschnitt meist nicht nötig.

      • Vielen lieben Dank für deine Antwort!

        Meine Frauenärztin und mein Neurologe konnte mir leider nix sagen dazu. Werde im Juni erst das Gespräch im Krankenhaus haben.

        Hab das Glück, das meine Hebamme die Leitung der Hebammen in meiner Wunschklinik ist und sich auch darum kümmern möchte.

        • Das klingt doch gut. Eine Wunschklinik und eine erfahrene Hebamme sind schonmal gute Voraussetzungen. Bis dahin hast du jetzt ganz viel Zeit, die Schwangerschaft zu genießen. Alles Gute für dich!


      Du solltest dich so gut es geht informieren. Die meisten Geburten beginnen schleichend, d.h. die Wehen werden über Tage immer etwas mehr und stärker. Bereits während der SS wirst du merken, dass du Wehen hast, diese sind jedoch nicht muttermundwirksam. Die Aussage "Wehen sollten vermieden werden" ist insofern zu ungenau, denn das lässt sich in der SS nicht vermeiden. Irgendwann werden die Wehen dann häufiger. Schmerzhafte Wehen, die du veratmen musst, die sehr viel Kraft entwickeln und daher für dich problematisch sein könnten, können zwar auch von jetzt auf gleich einsetzen, wirklich problematisch sind aber wahrscheinlich erst die Austreibungswehen, d.h. die Wehen ganz am Ende der Geburt. Davor hat eine Erstgebährende, so man der Geburt ihren Lauf lässt, im Schnitt über 25 Stunden lang muttermundwirksame Wehen, die später auch veratmet werden müssen, aber von den Frauen in der Regel gut ausgehalten werden können. Einen kritischen Druckanstieg im Liquorraum würde ich bei diesen Wehen eher hinterfragen. Wahrscheinlich wirst du also ausreichend Zeit haben, wenn die Wehen stärker werden, dich ins KH zu begeben, wehenhemmende Mittel zu bekommen und dann operativ entbunden zu werden. Dann kann sich dein Baby selber auf den Weg machen, wenn es fertig ist und der "Schock" ist nicht ganz so groß. Auch dein Körper hat dann schon auf "Geburt" umgestellt. Der ET ist nur eine Näherung, viele Kinder kommen später und wenn man dann auch noch deutlich vorher einen KS macht, ist das Kind noch nicht "fertig".

      DU entscheidest, wann der KS gemacht wird, nicht der Arzt!!! Und ob überhaupt einer gemacht wird.

      Kommt es überhaupt unter der Geburt zu einem Druckanstieg im Liquorraum? Oder im Blutkreislauf? Hinterfrag das! Vor allem einen Druckanstieg im Liquorraum würde ich eher anzweifeln. Könnte es nicht sogar sein, dass das Narkoserisiko viel höher einzuschätzen ist, als das Risiko durch eine Geburt auf natürlichem Weg? Alle rückenmarksnahen Eingriffe sind bei dir sicher kontraindiziert. Auch viele sonstige Medikamente, die zentral wirken und die bei OPs eingesetzt werden. Frag deine Ärzte, wieso sie das OP-Risiko bei einer Rückenmarkserkrankung geringer einschätzen als das Risiko durch eine Geburt. Gibt es schon so viel mehr Erfahrungen bei deiner Erkrankung mit OPs als mit Geburten???

      Ich würde eher denken, dass du eine möglichst interventionsarme Umgebung unter der Geburt brauchst. Vor allem einfach Zeit, bis die Geburtswege ausreichend geweitet sind. Bloß keine Rückenlage sondern physiologisch aufrecht mit nach vorne geneigtem Oberkörper oder Vierfüßler. Such dir für die Vorsorgen eine Hebamme, die auch Hausgeburten betreut, die kann dir wahrscheinlich viel über entspannte Geburten erzählen.

      • Vielen lieben Dank für die sehr aufschlussreiche Nachricht. Habe mir viel notiert und werde das dann alles abfragen.
        Das mit dem Informieren speziell bei der Krankheit (Syringomyelie) ist nicht so einfach.

        Neurologen und Gynäkologen haben da nocht die nötigen Infos. Die Gefahr das die Symptome der Krankheit, sich nach der Geburt verschlimmern, wollen einige von vornerein nicht eingehen. Ein Chefarzt sagte dies so und meinte dazu.... die Schulmedizin sagt leider sich kaum etwas dazu.

        Eine natürliche Geburt geht für mich immer vor einen Kaiserschnitt. Jedoch würde ich dieses Risiko nicht eingehen, wenn ich wüsste das die Symptome nach der Entbindung schlimmer werden.

        • Ja, ich stimme dir unter der Prämisse zu, dass das Risiko für eine Verschlechterung bei einem KS deutlich niedriger ist. Ein "niemand weiß es" würde mir als Argument und Risikoabschätzung gegen eine natürliche Geburt nicht ausreichen. Da müsste der Arzt schon eine plausible Erklärung parat haben, wie das pathophysiologisch zusammenhängen könnte. Wie gesagt, einen Anstieg des Drucks im Liquorraum durch eine Geburt würde ich eher nicht erwarten. Aber vielleicht kann dir der Arzt ja entsprechende Literaturstellen nennen. Wenn das so ist, ist ein Risiko sicher gegeben.
          Ein Risiko der Narkose halte ich für naheliegend. Die Spinalanästhesie ist bei dir wahrscheinlich kontraindiziert, weil Anästhetikum in den Liquorraum eingebracht wird, was dort zu einer Volumenänderung und so zu einer Veränderung der Druckverhältnisse führt. Auch die PDA ist rückenmarksnah und mit Risiken verbunden. Informiere dich vor allem über die Zusammenhänge bei der OP, welche Techniken und welche Medikamente werden angewendet und welche Auswirkungen könnten sie auf deinen Krankheitsverlauf haben. Und erst, wenn du wirklich überzeugt bist, dass das Risiko durch die Anästhesie und die (große Bauch-) OP geringer ist als es bei einer natürlichen Geburt wäre, stimme der operativen Entbindung zu!

          Denke auch an mögliche Folgekomplikationen der OP. Wäre eine zweite Narkose innerhalb weniger Tage ein Problem, z.B. wenn die Naht Probleme macht (so wie es bei mir der Fall war)? Wie ist der Blutgerinnungsstatus bei dir (erhöhte Blutungsneigung? Stichwort "Aspirin") Sind die stärkere Bewegungseinschränkung nach dem KS und der beeinträchtigte Kreislauf vielleicht problematisch? Führt deine aktuelle Medikation zu einem erhöhten OP-Risiko? Stichwort "vagale Reflexe", die durch eine Narkose hervorgerufen werden, könnten diese in der Folge ebenfalls Verschlimmerungen der Symptomatik bewirken, ebenso die Narbe? Ich hoffe, ich verunsichere dich jetzt nicht noch mehr, aber ich habe den Eindruck, dass in der Ärzteschaft die Risiken der Schnittentbindung eher kleingeredet werden, weshalb ich an deiner Stelle das gut hinterfragen würde. Aber egal, wie du entscheidest: stehe im Nachhinein dazu.

          • Ersteinmal vielen lieben Dank für deine ausführliche Nachricht.

            Habe mir mal wieder etliches notiert.

            Ich habe mir eine Klinik in Berlin ausgesucht, die eher darauf achtet keine KS durchzunehmen und deren Quote auch sehr gering ist. Natürlich wollen sie diese auch halten.
            Eine örtliche rückenmarksnahe Narkose kommt nicht in Frage, da das Risiko einer Lähmung zu hoch ist( Ich leide jetzt bereits an Sensibilitätsstörungen und teilweise zeitlich auftretende Lähmungen).

            Gerade in meinem Beruf habe ich gelernt, wie wichtig für Mutter und Kind eine normale Geburt ist.
            Ich hoffe das ich im Krankenhausvorgespräch dann mehr Infos bekommen werde. Meine Hebamme wollte bereits vorab mit den Medizinern sprechen.

            Ich hoffe ich kann mich dann noch einmal bei dir melden?

            Liebe sonnige Grüße Antonia

            • Ich kann dir nur Anregungen geben, du kannst dich aber natürlich gerne melden, wenn du diese brauchst. Ich wünsche dir alles Gute und dass du die richtigen Ärzte und Hebammen triffst, in der Hoffnung dass deine Entscheidung die geringst möglichen negativen Auswirkungen auf euch beide hat.

      16.03.17 - 16:35

      Hi,
      mein erste KS war ein geplanter KS wegen BEL. Ich hätte bis 5 Tage vor ET warten können. Den geplanten KS hatte ich mit Spinale und den 2. KS bei den Presswehen war eine aufgespritzte PDA. Ich war bei beiden KS voll da. Das es verschiede KS-Arten gibt wusste ichnicht

Top Diskussionen anzeigen