Erziehung

  • 16.03.17 - 16:45
    sheriffa (1)

    Ratlos - Sohn, 13, uneinsichtig und versucht ständig in Opferrolle zu schlüpfen

    Wir haben mit unserem 13-Jährigen pubertierenden Jungen große Probleme.
    Er lügt, er zündelt, er stiehlt (Geld, Kreditkarte und Bankkarte), er widerspricht pausenlos, er ist nicht bereit für die Familie kleine Aufgaben zu übernehmen. Er provoziert uns, sobald er Konsequenzen für ein Fehlverhalten erfährt. Er reflektiert nie sein Verhalten. Er behauptet immer wir wollen ihn nur bestrafen und er hätte sich Nichts zu schulden kommen lassen.

    Im Alltag verlangen wir - in meinen Augen viel zu wenig! - dass er seine Jacke aufhängt, seine Schuhe ordentlich und nicht quer vor die Tür stellt. Hat bis jetzt nicht einmal von selbst ohne Aufforderung geklappt!

    Abends soll er den Tisch decken. 3 Teller, 3x Besteck, 3 Gläser, Servietten. Das klappt nur, wenn er selbst Hunger hat!

    Nach dem Essen soll er den Tisch abräumen - vorher kurz alles unter fließendem Wasser abspülen und in die Geschirrspülmaschine.

    Die Teller werden lieblos kurz abgespritzt und obwohl schon 1.000 Mal erklärt, dass wir das wegen der Essensreste verlangen, prinzipiell wird das immer nur so lala gemacht.

    Meistens kommt sogar hinzu, dass die Teller regelrecht reingeschmissen werden. Obwohl bereits oft ein Teller zu Bruch ging, keine Einsicht, dass es so nicht funktioniert.
    Gerne wird auch rumdiskutiert, dass er das später macht und dann ist er müde oder hat Schmerzen.

    Zähne putzen, geschieht nur unter Aufsicht wirklich. Auch die Körperhygiene wird immer schlechter und muss mittlerweile auch kontrolliert werden. Er zieht seine Socken 7 Tage lang immer wieder an, obwohl er genug zum Wechseln hat. Auch T-Shirts muss man ihn zwingen zu wechseln.

    In den letzten Wochen kam nun hinzu, dass er zündelte und von seinem Vater auch eine Standpauke erhielt, er versprach es nie wieder zu machen. Gut, ist ein Kind und nie wieder soll man nicht sagen. Aber nach 2 Tagen kommen die Nachbarn und erzählen ihn gerade bei frischer Tat ertappt zu haben. Er zündete Papierflieger an und warf sie aus dem Fenster (2 Stock). Bei der erneuten Standpauke wollte er dann so tun als hätte er ja bereits dafür eine Standpauke dafür bekommen und wir wollen nur schimpfen! Es ist eindeutig nicht der selbe Vorfall gewesen und trotzallem null Einsicht! Im Gegenteil: "Ihr wollt mich nur bestrafen!" kommt als Antwort.

    Dann fand ich meine Kredit- und meine Bankkarte nicht mehr. Habe tagelang die Wohnung auf den Kopf gestellt. Plötzlich kam eine Email meiner Kreditkartenfirma, sie hätten meine Karte wegen versuchten Missbrauch gesperrt. Es wurden die falschen Kennnummern eingegeben und man wollte ein Abo abschließen. Da wir weder andere Personen im Haus haben, die meine Karten nehmen können und wohl kaum ein Dieb Abos mit der Kreditkarte abschließt, war der Tatverdächtige gefunden. Leider kann die Kreditkartenfirma nicht mehr Infos geben, da es ein Missbrauchsversuch war und kein Schaden entstanden ist.
    Darauf angesprochen hat er sich als total unschuldig dargestellt.

    Eine Woche später kommt er verzweifelt zu uns, meint er habe da ein Spiele-App-Abo, dass sein Pre-paid-Guthaben frisst (jede Woche 4,99 EURO) und er kann nicht mehr kündigen. Sehr verdächtig!!! Das Vertrauen ist so zerstört, dass wir Schlafzimmer und Wohnzimmer absperren und ich ihn in den Ferien nicht mehr auch nur kurz allein lassen will, wegen der Zündelei.

    Ich bin nicht die leibliche Mutter, jedoch lebt er mit mir und seinem Vater seit 9 Jahren - ohne Kontakt zur leiblichen Mutter - zusammen. Es gab immer Schwierigkeiten, jedoch spüre ich, dass seinem Vater wie auch mir das Verhalten so gegen den Strich geht, dass er aufgrund seines ständigen Fehlverhaltens und der Aufsässigkeit, auch emotional zu kurz kommt. Das bedeutet wir versuchen kaum noch mit ihm zu sprechen oder etwas zu erfragen, da Interesse zeigen ausschließlich zu patzigen Antworten oder Forderungen wie

    "Ihr müsst mir das Kindergeld als Taschengeld geben."

    "Ich muss hier Garnichts für andere machen, schmeiß mich halt raus."
    "Ich muss mit niemanden sprechen"
    "Ich habe viel mehr Rechte als ihr mir gebt" - gerne gesagt, wenns Handyverbot gibt!
    "Ich muss mich nicht für meine Geburtstagsgeschenke bedanken, weil ich mir was anderes gewünscht habe." - so passiert, weil er ein Fahrrad bekam und kein PC mit einem Musikprogramm für 1.000 EURO.

    Wir arbeiten bereits mit einer Ambulanten Erziehungshilfe, die jedoch auch regelmäßig mit aufgerissenen Augen, offenen Mund und ebenso hilflos auf unsere Problematik reagiert.
    Es wird immer erzählt wir müssen den Schlüssel finden um wieder Zugang zu ihm zu bekommen. Ja, toll der Schlüssel scheint jedoch ausschließlich "Tanz nach meiner Pfeife!" zu sein.

    Jeder Versuch von uns, ihn sozial verträglicher zu machen, unterwandert er.

    Fußballverein, wir kaufen extra die Fußballschuhe die er sich aussucht und tolle Tasche Winter und Sommertrainingsanzug, dann nach einmal Training "Ich will kein Fußball spielen!". Egal dass wir zwei Wochenenden durch alle Schuhläden rennen. Auch wenn man hinterfragt, ob es nicht an etwas anderem liegt (Trainer, anderer Verein, Mitspieler). Nein er will jetzt Tischtennis im Verein spielen. Dazu braucht er Tischtennisschuhe??? Was fürn Kaspertheater!

    Selbst Volksfeste, Schwimmen gehen, Kino etc. - alles wird boykottiert. Besuche bei Verwandten solle man bitteschön stündlich und wochenlang vorher anmelden, sonst zwingen wir ihn immer.

    Er tut auch gern auf geheimnisvoll. "Ich weiß nicht wie meine Freunde heißen, ob sie bei mir auf die Schule gehen oder woher ich sie kenne."

    Seine Freundschaften sind alle sehr oberflächlich. Er hat noch nie bei einem Freund übernachtet und wird auch nicht zu Geburtstagen eingeladen. Die Ambulante Erziehungshilfe sieht ein starkes Kommunikationsproblem bei ihm, auch im Hinblick auf Gleichaltrige.

    Es ist leider in meinen Augen auch viel schlechter Charakter vorhanden. Manipulativ, habgierig, emotionslos - dies alles war bereits als Kleinkind irgendwie schon da.

    Wie sollen wir vorgehen?

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    • Naja, 13 ist ein gefährliches Alter, wo man ein Kind nicht mehr leicht in die richtige Schiene bringt, vorallem wenn sein Freundeskreis auch so tickt. Pubertät hin oder her. Leidet die Schule auch darunter?
      So blöd , wie es klingt. Laßt Euch , erstmal ohne Sohn, mal vom Jugendamt beraten, dafür sind sie ja da.

      • Er kann extrem ehrgeizig sein. Deshalb ist weder das Verhalten noch die Noten aktuell ein Problem. Er will unbedingt später eine gute Arbeit und ihm ist bewusst, dass er hierfür Gas geben muss. Aber auch hier spielt ein hohes Maß an Egozentrik mit.

        Ich habe schon Angebote wahrgenommen, die die Erziehungshilfe für Eltern anbietet. Ich sehe hier jedoch, dass der Fokus eher auf alleinerziehende Mamas und deren fehlenden Ausgleich eingegangen wird.

        Sobald jedoch die Anforderungen an das Personal im JA ansteigen, sprich wahrscheinliche psychische Verhaltensstörung, sind diese auch nicht adäquat qualifiziert.

        Eine Verhaltenstherapie lehnt er strikt ab und auch in der Vergangenheit haben die diversen Therapeuten nicht wirkliche Verbesserungen erzielt.

        Wir sind eigentlich sehr gesprächsbereite, tolerante Eltern, jedoch hat er uns umerzogen. Der Vater wird mittlerweile schnell laut (war er vorher überhaupt nicht!), wenn wieder einmal Zirkus gemacht wird. Ich selbst bin auch deutlich strenger geworden und nicht mehr spendabel. Hatte früher kein Problem ihm hin und wieder mal extra Taschengeld für Fastfood, Zeitschriften etc. zu geben oder mal die gewollten Klamotten zu kaufen, den neuen Haarschnitt u.s.w. Aber nachdem er meine Karten genommen hat und auch noch so undankbar verhält, will ich nicht mal mehr Geburtstagsfeier organisieren oder andere Aufgaben wahrnehmen.

        Ich muss auch ehrlich sagen, keine Ahnung ob ich besser damit umgehen könnte wenn es mein leibliches Kind wäre. Kann mir auch vorstellen, dass er spürt wie sehr ich ihm mittlerweile misstraue und wie stark wir von der assozialen Ader entnervt sind und damit nicht umgehen kann. Aber wir sind auch nur Menschen. Es ist auch nicht so, dass wir nachtragend sind. Er bekommt immer gesagt und auch spürbar klargemacht, dass er nach einem Fehlverhalten je nachdem wie schlimm und wie bekannt seine Konsequenz erhält, jedoch dann auch wieder vergeben wird.

        Bei der Kartengeschichte hat er aber nun mal vehement behauptet, er hätte es nicht getan.

      16.03.17 - 18:35

      Hallo,

      Für mich hört sich dein Beitrag nach einem Kind mit einem erheblichem Mangel an. Ein Mangel an Liebe, Zuwendung und Geborgenheit. Anstatt ihn jetzt zu meiden solltet ihr vollgas in der Beziehung geben. Verbringt intensiv Zeit mit ihm. Wenn ihr das nicht tut wird er euch weiter entgleiten. Beziehung ist der Schlüssel zu allem! Und ihr seid hauptverantwortlich für die Beziehung, denn ihr seid die Erwachsenen. Ich wünsche euch alles Gute.

      Lg Marci


      • Das klingt so schön, stimmt aber nicht immer. Und nach dem, was die TE schreibt, stimmt es vor allem hier nicht. Es wird doch Beziehungsarbeit von den Eltern geleistet: Mitverantwortung fürs Familienleben in Form von Aufgaben übertragen, gemeinsame Unternehmungen angeboten, Gespräche geführt. Und für mich ist offensichtlich, dass die TE trotz aller Renitenz des Jungen bereit ist, ihn zu lieben.

        Man muss leider akzeptieren, dass nicht aus jedem Kind ein sozial angepasster, empathischer, freundlicher etc. Erwachsener wird. Und das ist nicht immer Folge einer "schlechten Kindheit", sondern oft schlicht und ergreifend Charaktersache. Glaub mir, es gibt nichts Schmerzhafteres als zusehen zu müssen, wie Dein Kind in so jungen Jahren schon sein Leben vor die Wand fährt. Wenn das Kind keine Einsicht und keinen Änderungswunsch hat und darum jede professionelle Hilfe scheitert, sind Eltern absolut machtlos. Das Kind hat keinen Leidensdruck, den haben nur die Eltern. Und das gibt dem Kind Macht. Aus diesem Kreis kommen Eltern, die ihr Kind lieben, nicht heraus. Da hilft dann höchstens noch, das Kind außerhalb der Familie unterzubringen, denn dadurch verliert das Kind die Macht - und Eltern verlieren zunächst ihr Kind.

        Der Sohn der TE scheint ähnlich zu sein wie mein ältester Sohn, der eine Reihe von Pädagogen, Psychologen (allerdings nach Straftaten gerichtlich angeordnet und damit fast zwangsläufig zum Scheitern verurteilt) und Psychiatern verschlissen hat und jetzt, mit Mitte zwanzig, auf dem Scherbenhaufen sitzt, den er sich angehäuft hat. Und ich kann erziehen; meine drei anderen Kinder gehen ihren Weg gut.

        Es tut sauweh, in der Situation der TE zu hören, dass immer das Kind das Opfer ist. Das stimmt einfach nicht; es gibt Eltern, die von ihren Kindern gebrochen werden, und die die Vorwürfe Außenstehender kaum noch ertragen können.

        LG, basta.pasta

        Wenn jemand für dieses Post Steine auf mich werfen will, kann ich das nicht verhindern. Aber versucht Euch vorher vorzustellen, wie schwer Eltern das Herz ist, die so etwas erlebt haben.

        • Liebe/r basta Pasta,

          danke für die moralische Unterstützung. Als "Stiefmutter" habe ich schon viel Schlimmere Dinge gehört und erlebt. Ich bin soweit gereift, dass ich ziemlich genau weiß, welche Fehler ich habe, welche charakterlichen Schwächen und diese sind in meinen Augen auch oft Stärken. Es beschäftigt mich als Ersatzmama oft, ob ich mit einem leiblichen Kind so anders empfinden und handeln würde. Es wäre für mich aufschlussreich, wenn jemand mit ähnlicher Vita und eigenem Kind ehrlich darauf eingehen würde. Wir haben in den ersten Jahren Unmögliches geschafft und darauf sind wir auch stolz. Als er zu uns kam (3,5 Jahre), war er stark traumatisiert, sprach kein Wort, hatte jede Nacht Albträume und schrie, biss, kratze und schlug wild um sich wenn er frustriert war. Da die Inobhutnahme von einem Tag auf den anderen entschieden wurde, kamen auch viele existenzielle Probleme ins Spiel und wir erkannten schnell, dass Hilfe von außen pure Glückssache ist. Die Erwartungen von außerhalb die benötigte Hilfe zu erhalten ist mit jedem Jahr mehr geschrumpft. Im Gegenteil sehr oft wurde uns ein Bein gestellt, gerade weil es kein 0815-Kind war und natürlich draußen auch auffiel. Jedoch wissen wir, dass zumindest sein Gesicht nach außen, nicht die kleine "Monsterfratze" ist, die wir zu spüren bekommen. Wir haben schnell erkannt, für jeden noch so kleinen Fortschritt dankbar zu sein. Es gibt nur Tage an denen man gerne mal seine eigenen Probleme lösen würde.

          • Ja, und das Schlimmste ist, dass die Profis vom Jugendamt einfach aufgeben können, wenn sie scheitern.

            Puh, er kam mit 3 1/2 zu Euch, da war die Prägung durch. Schwierig!

            Immerhin hat er Ehrgeiz in der Schule, das macht Hoffnung. Wenn Schule ihm wichtig ist, hat er vielleicht einen guten Draht zu einem seiner Lehrer? Könntet Ihr da mal ein Gespräch versuchen?

            Oder habt Ihr mit Eurem Sohn über die Geschehnisse seiner frühen Kindheit gesprochen und ihm angeboten, sein Trauma professionell aufzuarbeiten? Die Zeit ist ihm ja nicht bewusst, und vielleicht entschärft sich so die Problematik, weil auch er von evtl. Schuldgefühlen abrücken kann?

            Und lasst Euch um Himmels Willen nicht einreden, sein Verhalten sei Euer Versagen; das sagen Außenstehende zwar immer, aber es stimmt nicht immer!

            Viel Glück für Euch alle!

          Nein keine Steine. Ich versteh Dich sehr sehr gut und war genauso verzweifelt oft. Und es gibt leider auch genügend Kinder aus vollkommen normalen Familien ohne Beziehungschaos usw. die ebenfalls vollkommen aus der Spur laufen und an denen sich sogar Profis die Zähne ausbeissen. Das kann Dir jeder Erziehungsberater bestätigen. Viele Kinder sind 10 oder mehr Jahre vollkommen unauffällig und von einem Tag auf den anderen hat man ein vollkommen anderes Kind, an dem man verzweifelt.
          Geht ganz sicher nicht nur Dir so. LG Moni

          21.03.17 - 13:37

          Super Text, den kann ich absolut unterschreiben!

          Gruss
          agostea

        17.03.17 - 10:22

        Liebe/r Marci,

        danke für die Antwort. Bewussten Liebesentzug wird er nie durch uns erfahren. Wir reden viel mit ihm und suchen immer aufs Neue Wege um zu ihm durchzudringen. Mir geht es mehr um den Vertrauensverlust, der bei mir einen schlechten Beigeschmack hat. Er ist in einem sehr komplizierten Alter, jedoch ist meine eigene Jugend noch nicht ganz sooo lange her, dass ich bestimmte Verhaltensweisen einfach nicht nachvollziehen kann. Wenn man mal Bockmist baut, sollte man die Größe haben, sich zumindest ab und an der Tatsache zu stellen, dass es in einer Familie notwendig ist, auch Fehler einzugestehen. Unsere Strafen bei Fehlverhalten sind immer ziemlich human und an das Problem angelehnt. Jedoch bin ich es leid, dass er oft als Reaktion darauf, droht sein Verhalten würde noch schlimmer werden und er würde jetzt erst recht nix daraus lernen. Meist artet es dann auch aus, sodass er anfängt sein Zimmer zu demolieren.

        Wir geben ihn nicht auf, jedoch zerbricht ab und an die Hoffnung auf ein harmonischeres Zusammensein.

      16.03.17 - 18:58

      Jugendamt wird hier nicht weiterhelfen können. Viel Arbeit, wenig Ahnung, recht speziell - das Thema.

      Würde vorschlagen mal in Jugendpsychiatrischen Kliniken anzurufen und dort nachzufragen.
      Einfach erst mal nur informieren!
      bei Fachleuten

      Erziehungshilfe, schön gut
      super, dass ihr das angenommen habt! Finde ich wirklich super :-D
      aber auch sie ist offensichtlich überfordert. Schade und verständlich zu gleich.

      Informiere dich bei Fachleuten.
      Selbst Beratungsstellen werden u.U. überfordert sein, weil es bei euch doch recht in die Tiefe/Heftigkeit geht. :-(

      Fachkliniken können auch evtl. was dazu sagen, ob Kinder-Reha oder was anderes in Frage kommt, was ihr dafür tun müsst usw.
      oder ob es auch ambulante Anlaufstellen gibt.

      Jugendamt wird höchstens Klinikadressen rausrücken und dann sagen - macht mal selber...

      dort könnt ihr Anlauf nehmen, wenn ihr konkrete Anlaufstellen habt und das Jugendamt Zuschüsse geben kann.

      16.03.17 - 19:10

      Ich sehe nicht, dass du einen Teil des Problems bei dir/euch siehst. ABer mit Sicherheit ist es so, Kinder reagieren auf ihr Umfeld... "schlechter Charakter" ist m. E. Eine AUssage, die für mich so klingt, als ob du ihn nicht besonders magst, sorry, wenn ich das so direkt sage. Als Kleinkind hatte er vermutlich Verhaltensprobleme, weil seine Eltern sich getrennt haben, aber nicht, weil er einen "sczhlechten Charakter" hat.

      Ich denke, dass man auch mit einem 13jährigen bestimmte Kompromisse machen kann.
      Er soll im Haushalt mithelfen, wenn er Tischdecken nicht mag, soll er sich etwas anderes raussuchen. Vielleicht reicht ja für den ANfang shcon, dass er seine WÄsche in die Schmutzwäsche legt. Vielleicht muss er nur 1x pro Woche irgendetwas erledigen... AUf jeden Fall würde ich ihn fragen, was er machen möchte. Aber eine Sache muss er machen.

      Ihr sollt ihn nicht sozial verträgliche rmachen, ihr sollt ihm Eltern sein! Lasst euch nicht provozieren, lasst ihm ein bisschen Ruhe, zwingt ihn nicht zu Dingen, die nicht wirklich nötig sind. Meine Güte, wenn er alte Socken anhat, ist es sein Problem, nicht deins. Es wird ihm schon jemand sagen, dass er müffelt... Wenn mit 13 meine Mutter mein Zähneputzen beaufsichtigt hätte, wäre ich definitiv ausgerastet!

      Es ist völlig normal, dass 13jährige uneinsichtig sind. Und in dem Alter wollen Kinder bzw Jugendliche nicht andauernd zurechtgewiesen und kontrolliert werden. Das ist ien Teufelskreis. Ihr kann verstheen, dass ihr ein Vertrauensproblem habt, nach der Sache mit der KReditkarte, aber trotzdem müsst ihr an der Stelle etwas tun!

      LG, Felisha

      • 17.03.17 - 11:00

        Liebe Felisha,

        danke für deine Antwort.

        Das mit dem Charakter ist für mich schon wichtig. Ich sehe auch bei meiner Nichte, die erst 7 Jahre alt ist, Charakterzüge die mir nicht gefallen. Auch ich war mit 12 Jahren bereits ein Mensch mit Ecken und Kanten, die ich selbst im Übrigen wohl eher durch den Freundeskreis beeinflusst bekommen hatte. Meine Eltern hatten nicht viel Zeit und waren auch während meiner Pubertät sehr zurückhaltend.

        Natürlich formt eine Familie auch den Charakter, es ist nur doch anders wenn es Blutsverwandte sind. Ich sehe bei ihm das Problem des fehlenden Urvertrauens und somit deutlich schwerere Voraussetzungen für eine erzieherische Formung.

        Vielleicht mag es ja auch zum Vorteil sein, wenn der kleine Mann narzisstisch bleibt, weil unsere Gesellschaft dazu neigt, jeden der kein Einzelkämpfer ist, weniger Möglichkeiten offen zu halten. Wir jedoch leben mit einem Narzisst ohne Empathie und dass erfüllt einen nicht gerade mit Freude!

        Wir kontrollieren auch nicht jeden Schritt, jedoch sind wir strenger geworden, da zu viel Freiheit bei unserem Sohn schnell zu größenwahnartigen Ausflüchten führt. Bei uns gibt es auch nicht pausenloses Zurechtweisen. Es sind immer Apelle an sein Verantwortungsbewusstsein. Wir wollen auch dass ihm klar ist, dass er eigenverantwortlich handelt und bei Problemen mit uns immer reden kann.

        Kompromisslos wird auch niemand erwarten, dass er nur Aufgaben übernimmt, die er schrecklich empfindet, jedoch haben wir oft versucht eine andere Aufgabe im Haushalt zuzuteilen - ohne Erfolg. Er sieht das alles als Schikane an - oder zumindest rechtfertigt er somit, dass er nicht bereit ist irgendwie zu helfen.

        Bei der Hygiene bin ich mittlerweile auch empfindlicher geworden. Es ist wirklich unerträglich, wenn er kurz neben dir sitzt und du den Gestank der Füße auch nach einer Stunde noch riechst. Hier sehe ich keinen für mich möglichen Kompromiss. Gerade hier zum Beispiel sieht man das Vorleben nicht maßgeblich sein muss. Sein Vater und ich waschen uns immer morgens, mittags und abends Hände und Gesicht und Hals. Tägliches Duschen und immer Kleidung wechseln, sind alles Dinge die er bis er 11 Jahre war auch ohne Probleme gemacht hatte. Jetzt wird gelogen, dass er gerade geduscht oder etc. bereits alles gemacht hat. Hier endet mein Verständnis.

        • 17.03.17 - 16:35

          Du schreibst ja weiter oben, dass er mit 3,5 stark traumatisiert war. Man muss wohl kein Experte sein um zu vermuten, dass sein damaliger und heutiger "Charakter" eine Ursache in dieser Zeit hat. Wenn ich nur schlechte Gefühle erlebe, werde ich schnell versuchen, meine Gefühle abzustellen.

          Ich habe einen in der frühen Kindheit schwer traumatisierten Adoptivbruder (Kinderheim in einem Land, in dem man besser nicht im Kinderheim ist), der aus diesem Grund im Leben nie richtig Fuß fassen konnte. Auch er hat als Jugendlicher gestohlen, gelogen und gezündelt. Jegliche Bemühungen meiner Eltern verliefen letztendlich im Nichts. Zwei abgebrochene Lehren, weil er die Vorstellung hatte, er wäre zu Besserem berufen. Heute depressiv und Alkoholiker. :-(

          Wenn ich alles im Nachhinein betrachte, weiß ich nicht, was man hätte anders oder besser machen können. Manchmal ist es, wie es ist. Man hat nur begrenzt Einfluss auf andere Menschen, und man kann nur begrenzt Menschen helfen, die in ihrer Kindheit wirklich Schlimmes erlebt haben. :-(

          ICh denke, da hat euer Sohn deutlich bessere VOraussetzungen, und du schreibst ja auch, er ist gut in der SCHule. ICh denke, die Pubertät ist generell die Pest und ihr müsst irgendwie versuchen, den SChaden zu begrenzen, bis diese Zeit um ist.

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