Kleinkind

  • 18.03.17 - 09:19

    Autonomiephase oder doch "mehr"? Hilfe bei Einschätzung des Verhaltens

    Hallo ihr Lieben. (Achtung, sehr lang!)

    Mich würde einfach mal eure Einschätzung zum Verhalten meines Sohnes interessieren.... da ich es schon als sehr extrem empfinde.

    Kann mir vorstellen, dass es sowohl die ganz normale Autonomiephase ist, als auch doch etwas anderes (nur was?).

    Moritz wird nächste Woche 2 Jahre alt und ist eigentlich super entwickelt- der KiA war zufrieden bei der U7.

    Er ist sehr aktiv und nimmt oft und viel Kontakt auf (manchmal sogar mit Fremden), und kann sehr charmant sein und sogar schäkern. Er spricht auch schon, wenn auch undeutlich, aber manches auch für Fremde zu verstehen.

    Die Probleme/Auffälligkeiten, wo ich nicht weiß, ob das einfach alterstypisch bzw persönlichkeitsbedingt ist sind folgende:

    - Extreme Wutanfälle (aus oft klein wirkenden Anlässen, wenn etwas nicht so läuft, wie er will, zb wenn ich das Brot schneide obwohl er es am Stück haben will, was ich vorher natürlich nicht wusste). Dabei wird er mit dem ganzen Körper wütend ????... also als Baby hat er sich dann komplett versteift. Jetzt wirft er sich zb auf den Boden oder wenn er auf dem Arm ist nach Hinten, sodass er sich oft verletzt, wenn man nicht aufpasst.

    - Wutanfälle vor allem, wenn er angezogen werden soll. Versuche oft auf ihn einzugehen, aber es ist echt schwer. Genauso beim Wickeln. Ging teilweise nur zu zweit mit Gewalt (nicht als Baby, sondern so ab 15 Monaten) oder jetzt manchmal mit Ablenkung bzw Bestechung (Milch, Musik auf dem Handy, Buch).

    - Draußen, wenn wir laufen, läuft er dorthin, wo er hinwill. Es klappt manchmal entweder mit viel Überredungskunst, ihn irgendwo hinzulocken, oder mit Gewalt (hasse ich) ????. Ich hab oft das Gefühl, es ist ihm egal, ob ich weggehe (dagegen spricht, dass er sehr anhänglich sein kann).

    - Als Baby hatte er exteme Schreiphasen, in denen er sich nur durch Tragen beruhigen ließ.

    - Er ist (wie ich) ein extremes Gewohnheitstier. Wenn er sich an etwas gewohnt hat (Schuhe etc), akzeptiert er keine Abweichungen. Konnte ihm den ganzen Winter nur eine Mütze aufsetzen, wir müssen immer exakt dergleichen Weg nehmen (auch sowas wie "links vom Baugerüst). Heute morgen war es z.B. wieder eine extreme Krise, weil er wollte,dass (wie sonst unter der Woche) nur ich aufstehe und mich um ihn kümmer, und mein Freund liegenbleibt. Es reicht dann nicht,dass ich aufstehe, mein Freund sollte sich wieder hinlegen ????...
    - Manchmal wirft er sich einfach aus dem Wagen raus ????????. ..

    - Generell ist er kaum zu beruhigen, wenn er wütend/traurig etc ist. Ich komme dann nicht an ihn ran, weder verbal noch non-verbal. Habe das Gefühl, er ist so "absolut" in seinen negativen Gefühlen (kenne ich von mir selbst).

    Das waren erstmal die Punkte, die mir besonders auffallen. Ich weiß, dasa das alles völlig unauffällig und typisch sein kann für das Alter. Es ist eher die Intensität, die mir dabei sehr auffällt im Vergleich zu anderen.

    Moritz kann z.b. super So-tun-als-ob - er füttert seine Stofftiere, deckt sie zu, ebenso auch Autos etc, und andersrum wird alles zum Auto und fährt durch die Gegend. Er spielt sehr kreativ.

    Mich würde einfach eurer Feedback interessieren.

    1000000 Dank fürs Lesen ?!

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    • Hallo,
      klingt für mich sehr vertraut und auch völlig normal.
      Wir hatten gerade auch in der KiTa ein Infogespräch zur Autonomiephase, das mich weitestgehend beruhigt hat, weil unsere Große auch gerne mal wie die Axt im Walde reagiert, ich sag nur "der Becher hat die falsche Farbe..."

      Euer Zwerg entdeckt gerade dass er einen eigenen Willen hat, testet aus wie weit er mit dem was er macht gehen kann und bei wem wann welche Reaktion erfolgt.
      Was du schilderst klingt für mich nach "normalem" Trotzverhalten.

      Dein Kleiner versteht vermutlich in einem richtigen Trotzanfall die Welt selbst nicht mehr, weiß auch nicht mehr was er will in dem Moment usw.
      Die Sache mit der Routine gibt ihm vermutlich die Sicherheit die er braucht. Unsere bekommt z.b. die Krise wenn sie sich zuerst anziehen soll und dann frühstücken anstatt umgedreht.

      Vll ein paar Ansatzpunkte (da gibt es endlos viel, vll hat jemand auch einen guten Buchtipp oder so):
      -Versuchen gelassen zu bleiben
      -Dinge die logisch für Erwachsene sind müssen absolut nicht logisch für die Kleinen sein
      -Überlegen was dir besonders wichtig ist im Alltag und dazu eine passende Reaktion suchen und die jedesmal einsetzen (unsere versucht zum beispiel ab und an beim einschlafen den Papa aus dem Bett zu schubsen- gibt es nicht. Will sie bei uns einschlafen dann bleibt der Papa dabei)
      -usw

      Aber wie gesagt, von dem was du schreibst klingt es wenigstens für mich normal und ich ja mir sagen lassen dass es irgendwann auch besser wird :-D

      Liebe Grüße

      Moin,

      Ist auf die Ferne immer schwer zu sagen, es klingt aber so als ob er recht weit wäre und Du ihn zu sehr noch als Baby behandelst. Wie sehr hilft er denn mit? Du ziehst ihn an? Mit 2 wollen Kinder vieles selber machen und selber versuchen. Baut eine Treppe an den Wickeltisch damit er selber hochklettern kann, lass ihn seine Hose selber runterziehen, die Windel bereitlegen, den Waschlappen rausholen und ihn nass machen (Hocker vor dem Waschbecken). Lütte nimmt auf Kommando "Popo hoch" den Po so hoch dass ich die Windel drunter wegnehmen und wieder hinlegen kann. Er wäscht sich mit dem Waschlappen selber den Windelbereich, ich säubere natürlich nach, er cremt sich abends beim ins Bett bringen selber ein etc. Er deckt Tisch, schneidet mit einem Buttermesser weiche Zutaten beim Kochen ... In der Beziehung ist er bei uns ein "vollwertiges" Mitglied und es tut ihm sehr gut und er hat seitdem viel weniger Schreiattacken.

      Warum schneidest Du sein Brot wenn er es am Stück haben will? Sowas verstehe ich immer nicht, es gehört doch dazu dass sie lernen was sie wollen und was sie können. Was passiert wenn Du es nicht schneidest? Er saut rum? Gehört dazu! Auch wenn es nicht gut klappen sollte, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Er WEISS ja dass er das üben muss und Du hinderst ihn daran, Kinder haben einen enormen Drang sich zu entwickeln und wenn man sie hemmt ist das schrecklich für sie. Das ist wider ihre Natur, deswegen flippen sie so aus. Trau ihm mehr zu. Du kannst mal bei Montessori-Seiten (Eltern vom Mars z.B.) spicken was die Kleine da so alles kann und welches Material sie ihr geben um "wie eine Große" sein zu können.

      Das mit dem in die eigene Richtung laufen und so ist einfach so in dem Alter, das wird bald besser.

      Falsches T-Shirt und so kann bei uns auch schlimm sein, neue Schuhe sind auch immer Gewöhnungssache. Das sind einfach so Phasen die sie haben. Farblich passt es bei uns nicht immer aber er ist glücklich wenn er z.B. sein geliebtes Krokoshirt tragen darf :-)

      Wenn Du der Meinung bist dass er sich schwer beruhigen kann und Du schon schreibst er war ein Schreibaby oder sowas in die Richtung könnte eine tiergestütze Therapie später helfen wobei er jetzt noch zu klein ist um über sowas zu reden oder nachzudenken und es passt ja eigentlich altersmäßig zur ersten Automoniephase unda uch die beschriebenen Verhalten sind absolut altersentsprechend. Ich schreibe das nur damit Du weiß dass es falls es "nicht besser wird" Auswege und Möglichkeiten gibt. Eine Freundin macht solche Therapien mit Hund und Pferd für Kinder und das funktioniert toll und die Kids haben einen Heidenspaß dabei und können es kaum erwarten wieder zu kommen. Wobei ich wie gesagt darauf tippe dass ihr ihm zu wenig selber machen lasst und er deswegen unausgeglichener ist als andere.

      Das mit dem in die eigene Richtung laufen und so ist einfach so in dem Alter, das wird bald besser.

      LGPikku

      Kommt mir irgendwie bekannt vor ;)
      Mein Kleiner ist nur etwas älter, aber macht ähnliches.

      Was hier hilft: verbalisieren was er fühlt (du bist wütend/traurig...) mit Begründung (...du selber das Licht anmachen wolltest...) und ggf. Kompromiss oder Alternative anbieten (mach das Licht im Flur doch an, hilf mir beim kochen...).
      Draußen entscheidet er auch gern wo es lang gehen soll. Es gibt Tage, da richte ich mich (fast) ganz nach ihm, da stehen keine Termine oder so an. Dann gibt es Tage da wählt er ob es rechts oder links lang gehen soll, das Ziel liegt aber fest,d.h. An einigen ecken bestimme ich. Dann ist er an den Tagen wo es schnell gehen muss deutlich eher bereit zu machen was ich will.
      Und er hilft sehr gern mit undmacht gern selber. Ich frage also immer ob er helfen oder selber machen will bevor ich ihm das Brot schmiere o.ä. Klappt nicht immer (heute war alles falsch), aber in Summe ist es ganz gut. Wenige Machtkämpfe.


    • Klingt für mich jetzt auch nicht ungewöhnlich.

      ich hab unserem Zwerg, 2 Jahre alt, letztens morgens den Kakao gemacht. Leider ist die Tasse ziemlich heiß geworden und ich habe es gewagt, den Kakao von der Tasse in einen Becher umzufüllen. #rofl Da hatte er auch wieder einen 5 minütigen Wutanfall, inklusive theatralischem auf den Boden werfen und heulen.
      Nach 5 Minuten konnte ich ihn dann in den Arm nehmen und er hat sich dann wieder beruhigt und den Kakao aus der Tasse getrunken.
      Ich habe auch schon Pfannkuchen oder Kartoffeln falsch geschnitten, auch ein rießen Drama. Aber mit Geduld und Trösten geht das alles dann wieder.
      Er bekommt alles am Stück inzwischen und wenn er meine Hilfe will, sagt er das dann und ich zeige ihm dann erst Mal an, wie ich es schneiden würde und frage ob das so ok ist. Meistens kommt dann ein ja und es ist gut.
      Dauert so zwar etwas länger, aber es gibt kein Geschrei und wir sind alle zufrieden.

      Wickeln ist auch so ein Thema, aktuell geht es jetzt wieder, aber zwischendurch will er dann auch mal wieder nicht gewickelt werden, trotz voller Windel. Das hat ihn leider noch nie gestört. Oft hilft es, wenn ich ihm dann ein Spielzeug gebe und im Notfall mein Handy. Sonst kriege er wieder nen knallroten Po.
      Er hilft inzwischen auch mit und macht den Po alleine hoch, damit ich die Windel wegziehen kann.
      Ich denke man muss aufhören, sie noch so als klein und hilfsbedürftig zu sehen, sie sind doch schon ziemlich groß und wollen jetzt auch viel selbst machen.
      Er zieht z.b. seine Jacke selbst aus und die Schuhe, die räumt er auch gleich weg. Das funktioniert super inzwischen, ohne Theater.
      Auch das Anschnallen im Auto, da lasse ich ihn mithelfen und es geht viel besser inzwischen.

      Ich gehe viel auf seine Bedürfnisse ein, aber irgendwann ist halt auch mal Schluss. Also wenn er so ein Theater machen würde, dass nur einer aufstehen darf, das gibt's dann halt auch nicht. Da muss er dann einfach durch, dass beide aufstehen. Wenn er sich aus dem Wagen werfen würde, wird eben angeschnallt.
      Wenn wir weggehen, dann sage ich meistens wohin, den Weg kennt er dann eh schon und darf an den ruhigeren Straßen auch etwas vorlaufen (Nur so 2-3 Kleinkinderschritte :-) )

      Hallo,

      klingt für mich völlig normal. Kinder um den 2. Geburtstag rum wollen einfach ihren Willen durch setzten, die einen stehen mehr dahinter andere lassen sich leichter ablenken. Ich würde es einfach durchziehen, setzt ihm grenzen und ziehe diese durch, Kompromisse eingehen würde ich immer wieder aber ich würde mir nicht auf der Nase rum tanzen lassen.

      Wenn er nicht da lag geht, wo du lang möchtest, muss er an die Hand, macht er Theater und schmeißt sich hin oder so setzt ihn in den Wagen und so wird er irgendwann lernen, wenn ich bei Mama bleibe kann ich laufen, wenn nicht dann nicht. Will er sich aus dem Wagen schmeißen, schimpfe mit ihm. Erkläre ihm das er laufen kann wenn er bei dir an der Seite bleibt, er versteht das sehr gut!! Und setzt das dann auch um und so ist es auch mit allem anderen, Wickeln und vor allem mit seinen "Gewohnheiten" wenn etwas anders ist und es ihm nicht passt, erkläre ihm kurz und knapp warum und zieh es durch. Ewig lange Diskussionen oder permanent das Kind an sprechen und betütteln macht alles nur schlimmer.

      Wenn dein Freund da ist und er aufstehen will, soll er das tun ob dem kleinen Mann das nun gerade gefällt oder nicht. Setzt euch durch und lasse ihn sich ausbocken, er muss auch lernen mir negativen Gefühlen um zu gehen und keine Angst er wird keinen "schaden" davon tragen wenn er mal weint, und sich ohne dich ausbockt. Lass ihn in Ruhe und er wird allein ankommen, dann nimm ihn in den Arm und erkläre kurz ... Die andere Mütze ist dreckig und musste gewaschen werden, deswegen gibt es jetzt die. Oder Die Windel ist voll, also müssen wir sie wechseln, damit du kein Aua am Popo bekommst oder XY will schon Frühstück machen deswegen steht er mit uns auf u.s.w. Viel Spass bei der Erzieheung. ;-)

      LG #winke

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