Kleinkind

  • 18.03.17 - 23:35

    Kleinkindererziehungsfrage

    Hallo erstmal ;)

    Ich bin Mama eines nun 17 Monate alten Jungen. Nun langsam unterscheiden sich unser beider Wünsche, Babyzeit endgültig ade ;)

    Zurzeit überlege ich öfter mal über Erziehungsfragen und ob ich adäquat agiere. Bestimmt mache ich mir da zu viel einen Kopf. Der Erziehungsstil meiner Eltern war doch recht anders (konservativ-streng) als das, was ich mir vorstelle. Meine Schwester, Mutter von 3 Buben, und meine Mutter belächeln das oft und tun es als "naive Erstlingsmama" ab. Das lässt mich manchmal wanken und es kommen dann leichte Unsicherheiten an unserer Erziehung auf.

    Sohnemann ist sehr aufgeweckt und neugierig, was ich sehr schön finde. Kehrseite ist, dass er zu Hause an alle Schränke geht und alles, was nur irgendwie in Reichweite sein könnte versucht zu bekommen. Alle Schränke in der Küche bis auf seinen persönlichen Schrank, Wohnzimmerschränke mit Zerbrechlichem, Schuhschränke, Kinderzimmerkleiderschrank sind also nun verriegelt oder verklebt. Küche ist mir zu gefährlich, im Wohnzimmer gibt es genügend andere Schränke und Ecken für ihn, und seine Wäsche und Schuhe würden sonst innerhalb von Millisekunden in der kompletten Wohnung verteilt sein. Wenn er etwas sieht, an das er nicht ran kommt und ihn interessiert (also alles) und ich daneben stehe, zeigt er aufgeregt darauf und erklärt, "DADADADADAAAAAADADAAAA!!!!!!!", dass er das haben will. Manche Dinge bekommt er dann (Ungefährliches, welches ich dann irgendwann wieder in irgendwelchen Zimmern aufsammle) manchmal lässt er sich (ab)lenken, manchmal auch nicht und es gibt eben Tränchen.

    Er weiß genau, dass er nicht auf die Eckbank darf, da er von dort entweder die Gläser runterkullern lassen will oder gleich selbst auf den Tisch klettert. Sobald er seine Chance wittert, ist er auf der Bank. Konsequenz ist immer die Gleiche: "Ich will nicht, dass du da raufkletterst, geh runter! *Kindrunterhebe*. Beim 2. Mal, kurz später, gleiches Procedere mit Zusatz "wenn du nochmal raufkletterst, können wir nicht mehr im Wohnzimmer bleiben. Beim 3. mal dann gehen wir raus, die Türe wird zugemacht und wir müssen eine Zeit lang uns eben mit Küche/Kinderzimmer/Flur begnügen. Gleiches bei gefährlichen Klettereien in anderen Räumen.

    Langsam beginnt er, Dinge zu werfen. Seine MagicCup, Spielsachen, Dinge. Wenn etwas kaputt zu gehen droht oder es mir zuviel wird, nehme ich es ihm weg, nachdem ich es ihm paar mal gesagt habe. Keine Ahnung, ob er weiß, dass ich die Handlung des Werfens meine. Er bekommt es nach angemessener Zeit wieder.

    So weit so normal. Oder doch nicht? Weichspülmutti? Naive Erstlingsmutti? Was sagt ihr dazu?

    Antworten  0
    • Hallo,

      Ich verstehe deine Frage bzw dein Anliegen nicht ganz?

      Was willst du hören oder wissen?#kratz

      • Meine Frage ist, ob mein Handeln in den Beispielen wirklich "weichgespült" ist, ob das eine naive Erziehung ist, ob es unnormal ist, in der dargestellten Art aufs Kind einzugehen.

        Manchmal denke ich mir schon, wenn ich mein Nudelsieb in der Kinderbücherbox finde, und der Boden in Flur und Wohnzimmer mit Kram überzogen ist, dass ich bei zu wenig Sachen ihn bremse. No-Go gibt es wenige. Bankklettern, Küchentischklettern, Steckdosenpopeln, Gegens-Fenster-Schlagen, ohne Hand draußen laufen. Das sind alles Neins. Alles andere wird ihm passiv versperrt, durch Versperren der Schränke, da geht dann eben einfach die Tür nicht auf.

        • Guten Morgen,

          Naja, stört es dich wenn das nudelsieb in der Bücherbox liegt dann Stopp es, wenn nicht dann eben nicht. Für mich macht genau das "Erziehung" aus.

          Deiner Mutter oder deiner Schwester waren und sind solche Dinge vieleicht extrem wichtig, deswegen war und ist ihre Methode sicherlich auch für ihre Situation passend.

          Und man darf man sich von Zeit zu Zeit auch reflektieren und anpassen.

          #winke


      Hallo
      Nehm es mir nicht böse, ich musste bei deinem Beitrag tatsächlich etwas schmunzeln. In dem Alter geht es meiner Meinung nach erstmal um Grundlagen, natürlich wird da auch erstmal viel ausgetestet und geschaut wie die Eltern reagieren und was passiert (wenn zB. ein Becher runterfällt). Einen wirkliche Erziehungsstil kann man in dem Alter einfach noch nicht ganz bringen, das denke zumindest ich mir einfach bedingt daran wie ein Kind in dem Alter ist. Ok, man kann natürlich Laissez-faire sagen und nur minimalste Vorgaben geben, aber für mich braucht es einfach gewisse Grundlagen und einen gewissen Entwicklungsstand bei dem Kind um da wirklich von einem Erziehungsstil sprechen zu können. Das nur mal weil du es angesprochen hast und du dich mit deinen Eltern verglichen hast.
      Bis Kinder sowas drauf haben ist es einfach ein längerer Prozess. Ich lasse meine Tochter (17 Monate) durchaus in die unterste Küchenschublade schauen, ist ja auch interessant was da alles drin ist. Genau so lasse ich sie, wenn sie etwas raushalt, wieder aufräumen mit mir zusammen,
      Auch sie findet die Sitzbank am Esstisch total toll. Für mich spricht auch überhaupt nichts dagegen sie dort sitzen zu lassen, das vermittle ich ihr auch. Klappt das aber nicht kann sie eben nicht auf die Bank.
      Die "wirklichen" Erziehungsfragen kommen für mich persönlich erst später.

      LG

        • Wie gesagt, das ist nur meine Meinung. Zumindest ICH sehe einen deutlichen Unterschied darin wie ich ein Kind das fast noch ein Baby ist und gerade einmal gesellschaftliche Grundlagen erlernt erziehe im Gegensatz zu einem älteren Kind das sich vollständig äußern kann, nachvollziehen kann was passiert wenn dies und jenes ist, begründet Entscheidung treffen kann,...

      Dein Kind ist 15 Monate, wenn du nicht möchtest das er irgendwas macht sag einfach "nein" und hol ihn aus der Situation raus. Klar das wirst du bei manchen Dingen oft machen müssen, aber irgendwann hat es dein Kind dann verinnerlicht. Nur halt ihm keine langen Vorträge über wieso, weshalb oder warum, das kommt in dem alter sowieso nicht an.

      • Ich labere ihn nicht ellenlang voll und drücke mich immer gleich und einfach aus, in Ich-Form.
        Nein, ich will das nicht. - Wenn du das nicht lässt, dann kannst du eben nicht ins Wohnzimmer.

        Nein, nicht werfen. - Wenn du das nicht lässt, dann kommt es weg.

        Wenn es dann soweit gekommen ist und er weint, erkläre ich es ihm in Augenhöhe nochmal. Dass er die Erklärung voll versteht, glaube ich nicht. Aber irgendwann versteht er immer mehr, auch, dass es sich jedes mal gleich ereignet.

      Guten Morgen!

      Ich finde, du machst das richtig so. Warum weichgespült? Wenn man Situationen verhindern kann, warum nicht? Man muss es ja nicht drauf ankommen lassen, also alle Schränke offen lassen und 1000 mal am Tag "nein" sagen müssen. Klar testet er aus und du musst es immer wieder sagen.

      Und wie du schon sagst, bevor alle Klamotten etc. in der ganzen Wohnung verteilt sind und du nur mit aufsammeln beschäftigt und dann nur noch genervt bist, kann man die Situation ja verhindern. Er lernt auch so, dass er nicht alles haben darf, nicht mit Sachen werfen darf etc.

      Lass dich nicht verunsichern.

      Alles Liebe jenito

      Also bezüglich des Werfens habe ich folgende Erfahrung gemacht: nicht 5 mal zuschauen wie er wirft und schimpfen, sondern nach dem ersten werfen "schimpfen" daneben bleiben und das weitere werfen verhindern in dem man das Kind davon abhält. Also Handfesthalten. Meine Tochter hat es zum Teil 5-10 mal hintereinander versucht, ich habe es aber nicht zugelassen. Dann hatte sie es schnell verstanden, dass sie nicht werfen soll. Natürlich hat sie dabei auch geweint, das gehört dazu. Wenn sie etwas wirklich mit Absicht (sie warf oft aus Wut) runter geworfen hat, musste sie es auch wieder aufheben. Ich habe sie nicht aus der Situation entlassen, bis sie es geholt hatte. Das Werfen hatte sich dann innerhalb kürzester Zeit erledigt.

      Generell bin ich kein Fan von Ablenkung. Ich hab die Situationen lieber ausgesessen. Also beim Bank raufklettern zur Not auch 10 mal hintereinander wieder runter heben oder gleich das rausgehen verhindern. Sobald die Kinder merken, dass man nicht nachgibt, dann geben sie nach und haben dann auch verstanden. Beim nächsten mal sind es dann nur noch 5 mal, dann 3 mal und dann gar nicht mehr.....

      Das hat sich dann auf viele Situationen übertragen. Meine Tochter wusste, dass wenn ich nein sage, auch nein meine (und es auch aktiv durchsetze) und oft reichte dann ein oder zwei nein. Sie ging mir dadurch auch nie an Schubladen oder Schränke.

      • Ja wenn ich den Kerl nur beim Bankklettern erwischen würde! #augen Er ist da sehr clever. Wenn ich im Raum bin, macht er es natürlich nicht. Sobald ich aus der Türe bin und mir in der Küche Wasser hole/den Lappen zum Tisch abwischen/Teller rüberstelle, also 10 Sekunden draußen bin, schon sitzt er auf der Bank oder auf dem Tisch. Wenn ich ihm auflauere, dann kann ich ihn beim Besteigen ertappen, und das hat dann schon sehr den Charakter eines Spieles, und das soll ja nun nicht sein.

        Das Werfen beginnt gerade in sehr zarten Zügen, aber man merkt ja, was als Nächstes der Renner wird ;) Meistens wirft er nur ein Ding einmal, da gibts dann nix zum festhalten.

        Aber ein paar Situationen gibt es, in denen er Unerwünschtes ständig wiederholt. Da werde ich dann mal das Dauernein versuchen.

      Moin,

      der einzige "Fehler" ist eigentlich dass angeblich Kleinkinder in dem alter negative und lange Formulierungen schlechter annehmen als positive, also lieber nur "geh runter" Ob es das jetzt aber ausmacht, keine Ahnung :-) Mein Favorite ist "Finger weg". Kennt inzwischen jeder hier :-)

      Nein, eigentlich ist es richtig, unter 3 verstehen Kinder vor allem das einfache "Runter da, Finger Weg" Sagen - dann wird der Schrank eben zugemacht ... dann geht es eben von der Bank runter"
      Blos keine Erklärungen! Und keine großartigen Konsequenzen!

      Beschäftige Dich mal was Kinder kognitiv und sprachlich in welchem Alter können, daraus ergibt sich fast zwangsläufig wie man erzieht. Mit 2 sollten sie 200 Begriffe kennen! Ich glaub mit eins 50. Was willste da groß erklären? Konsequenzen wie keine Gutenachtgeschichte kapiert er auch lange nicht.

      Wir haben es auch sehr "einfach" gestaltet und auch viele Dinge einfach vermieden (Türen verschlossen, Kindersicherungen. Wenn ein Thema erledigt war und er z.B. den Schrank nicht mehr ausgeräumt hab wurde das Bad aufgeschlossen und "trainiert" dass an das Wasser nicht immer an und aus macht. Auch immer aufstehen, "Kommando", wegnehmen. Bis es ihm zu blöd wurde und er kapierte dass er das nicht machen sollte / darf.

      Tipp: Bei uns war es so dass umso schlechter gehört wurde je müder er wurde, und in "Schubwochen" auch schlechter, ich hab solche Phasen auch gerne draußen mit dem Bobby Car und so verbracht. oder den Spaziergang im Buggy genau in die "schlimmste Stunde" gelegt. Dachte auch mal ich weiche damit nur der nötigen Erziehung aus, heute weiß ich ich bin nur unnötigem Stress ausgewichen, denn gebracht hätte alles bei einem müden Kind eh nix. Erziehung sollte vor allem dann stattfinden wenn sie auch eine Chance hat durchzukommen, sonst eher die Situation vermeiden. Denn Kinder stumpfen auch schnell ab.

      LG
      Pikku

      • Was du im letzten Absatz geschrieben hast, finde ich super und trifft meine Meinung genau, konnte es nur nicht so gut erklären. Man kann Situationen auch mal vermeiden und damit dem Stress aus dem Weg gehen, ohne Angst haben zu müssen, damit Erziehung zu verpassen.

        Meines Erachtens versteht er schon viel. Ich bin manchmal überrascht, was er kann und versteht. Und auch, wenn er aus meinen 3 Sätzen nur ein Drittel versteht, irgendwann versteht er mehr.

        Dein letzter Absatz ist genau das, was ich auch so sehe!
        Das Verhindern von Konfliktsituationen ist ein wichtiger Teil bei uns, den meine Familie für überzogen hält. Deswegen mache ich mir da manchmal Gedanken, ob wir da zu sehr aufs Kind eingehen.

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