Kleinkind

  • 18.04.17 - 14:56
    bettylie (1)

    Kiss-Behandlung und Motorik ...Erfahrungen (und Mut-Macher) gesucht

    Ihr Lieben,

    vielleicht hat ja jemand einen Rat für mich, bzw. mag mir Erfahrungen schildern.

    Meine Tochter (14 Monate) ist entwicklungsverzögert. Sie kann sich nur drehen und robben. In der Feinmotorik und Sprache ist sie altersgerecht.

    Wir waren im Laufe der Zeit bei mittlerweile vier verschiedenen Osteopathen und in der Neuropädiatrie. Alles (zum Glück) ohne Befund. Unsere Kinderärztin hat Physiotherapie nach Bobath verordnet, aber auch da gab es bisher keine Fortschritte.

    Dann hat sie uns ans Herz gelegt, kontrollieren zu lassen, ob ein heimliches Kiss-Syndrom vorliegt. "Heimlich" deswegen, weil unsere Tochter kein "typisches Kiss-Kind" (wenn man das so sagen kann) ist. Sie ist kein Schreikind, schläft gut, mochte schon immer die Bauchlage und Asymmetrien hat sie auch keine. Aber trotzdem meinte unsere Kinderärztin, dass ein Wirbel verschoben sein könnte (auch wenn es keiner der Osteopathen festgestellt hat).

    Wir hatten vorletzte Woche einen Termin in der Praxis Biedermann in Köln. Nach Röntgen wurde tatsächlich ein verschobener Halswirbel festgestellt. Sie wurde "eingerenkt" und seitdem passierte...nichts. Rein gar nichts, weder zum positiven noch (zum Glück) zum negativen.

    Ich weiß, sie ist noch in der Reaktionszeit und unsere Tochter ist ja nun schon etwas "älter", da sagt man ja, dass es dauern kann, bis sich die eingefahrenen Muster verändern. Trotzdem verlässt mich die Hoffnung langsam, dass es daran überhaupt lag.

    Meine Frage an diejenigen, die auch ein Kiss-behandeltes Kind haben (vor allem auch eines, das bewegungstechnische Schwierigkeiten hat/te): Hat sich bei Eurem Kind durch die Behandlung etwas verändert? Und wenn ja, wie lange hat es gedauert?

    Antworten  0
    • Wann genau stellt man eine entwicklungsverzögerung eigentlich fest? Im laufe welcher Zeit ward ihr bei den ganzen osteopathen und Ärzten? Was genau muss ein Kind mit 14 Monaten können und wer bestimmt das? Unser Sohn ist zwei jahre alt und spricht nicht. Ist er entwicklungsverzögert? Habt ihr es auch schon mal mit gesundem Menschenverstand und vertrauen ins Kind probiert?

      • Ich danke Dir für Deine Antwort, auch wenn sie mich wirklich traurig macht, weil Provokationen das letzte sind, das wir gebrauchen können. Weißt Du, seit rund 10 Monaten passiert bei unserer Tochter grobmotorisch überhaupt nichts mehr. Sie ist immer noch grobmotorisch da, wo sie im Alter von 4 Monaten war. Da macht man sich irgendwann Sorgen und das hat weder mit einem Mangel an gesundem Menschenverstand noch mit mangelndem Vertrauen ins Kind zu tun.

        ganz ehrlich, ich finde "Habt ihr es auch schon mal mit gesundem Menschenverstand und vertrauen ins Kind probiert?" klingt an dieser Stelle sehr abwertend#gruebel Es ist ja nicht so, dass ein Baby 6 Monate alt nur drehen und robben kann. Mit 14 Monaten können die meisten(!!!! nicht alle, aber die meisten!!!) Kleinkinder schon zumindest krabbeln.

        Ich finde nichts verkehrt daran, dass eine Mutter sich Sorgen macht, wenn ihr Kind mit 14 Monaten nur robben und drehen kann. Und ich finde es auch nicht verkehrt, wenn man alle möglichen Stationen durchgeht, um körperliche Ursachen auszuschließen. Dann kann man wirklich sagen - ok, mein Kind ist halt ehe gemütlich veranlagt und hat es nicht so eilig.

        Natürlich entwickeln sich Babys nicht nach Plan und nicht nach Tabelle. Aber wo liegt die grenze des gesunden menschlichen Verstandes, den du ansprichst? Ab wann ist es nicht mehr ok, wenn ein Kleinkind nur robbt ohne weitere Entwicklungsschritte? Und wenn ein 2-jähriger nur robbt?

        Ich selbst hätte mir keine Gedanken bis zum ersten Geburtstag gemacht. Aber würde mein Kind beim ersten Geburtstag nicht mal krabbeln, würde ich auch schauen, dass ich körperliche Ursachen ausschließe.

        An die TE: Ich kenne mich mit KISS nicht aus, aber lass dich nicht verunsichern, wenn du dir Sorgen machst, dann ist es ok, kompetente Hilfe zu suchen.


      • Eine Entwicklungsverzögerung kann man ab Geburt mit den richtigen Testutensilien feststellen!!!!!!!
        Ich arbeite in einer Frühförderstelle und es gibt sehr wohl "Leitlinien", an denen man Kinder und ihre Fähigkeiten einordnen kann.
        Und es geht NICHT darum, Kinder schlecht zu reden, sondern Defizite früh zu erkennen und zu beheben, um dem Kind den Weg in eine uneingeschränkte Zukunft zu ebnen.....
        Ich könnte echt ausrasten, wenn ich sowas lese. Als wenn Fachpersonal immer nur schlecht redet, wir helfen den KIndern AKTIV. Und nicht nur den Kindern, sondern auch den Eltern!

        An die TE:
        Hab ein bisschen Geduld! Wir erleben es häufig, dass sich gerade bei KISS, und deine Maus hat die Problematik dann ja schon länger gehabt, erst relativ spät was tut, häufig dann aber ordentlich!
        Hast du schon mal über Frühförderung nachgedacht?? Wenn du dazu Fragen hast, kannst du dich gern per PN bei mir melden :-)

        • 19.04.17 - 14:20

          Vielen Dank für Deine Antwort.

          Es baut mich auf, zu lesen, dass Ihr die Erfahrung habt, dass sich bei Kiss-Kindern (wenn auch später) etwas tut nach nach Behandlung. Gibt es da Erfahrungswerte (wobei natürlich jedes Kind anders ist), wie lange der kleine Körper braucht, um darauf zu reagieren? Im Netz gibt es Angaben von "Wenn sich am 1. Tag nichts tut, tut sich nie was" bis hin zu "12 Wochen kann es schon dauern".

          Ja, wir werden Geduld beweisen (müssen). Es ist halt schwer, wir haben uns jetzt an dieser Kiss-Sache ziemlich aufgehangen (nach dem Motto: DAS ist es jetzt bestimmt und alles wird gut), das war sicherlich sehr blauäugig von uns. Aber wir wollen ja einfach nur, dass etwas unserer Tochter hilft und wir vielleicht auch mal wissen, woran es liegt, dass sie motorisch einfach nicht weiterkommt. Wenn wir wirklich wissen würden, dass wir einfach nur Geduld brauchen und irgendwann hüpft sie quietschvergnügt durch die Gegend, dann wäre ja alles prima. Aber das wissen wir einfach nicht und man hat einfach Angst, etwas zu verpassen, also dass man etwas nicht unternimmt, was sie vielleicht braucht.

          Zum Thema Frühförderung muss ich mich mal belesen. Ich bin da ehrlich gesagt (noch) gar nicht im Thema. Ich danke Dir für den Hinweis und das Angebot, dass ich mich an Dich wenden kann. Das werde ich bestimmt tun, wenn ich Fragen habe. Danke Dir!!!

          • 19.04.17 - 16:48

            Ich kann deine Ängste wirklcih gut verstehen, ihr wollt ja nur das Beste für euer Kind!!
            Informiere dich in Ruhe.
            Selbst wenn die KISS-Behandlung nicht des Rätsels Lösung sein sollte, gibt es noch viele andere Möglichkeiten.
            Und hab keine Angst vor der Frühförderung, umindest bei uns ist es Ziel Nr. 1 Eltern zu beraten und Kindern zu helfen. Und nicht eltern mit der Nase auf die Defizite ihrer Kinder zu stoßen und vorwurfsvoll mit dem Zeigefinger zu wedeln ;-)

      Hey!

      Ich bin auch keine KISS-Spezialistin, aber möchte dir auch nochmal Mut machen, das abchecken zu lassen und verstehe deine Sorgen!!!

      Meine Tochter hatte bis sie 6 Monate alt war ein blockiertes Kopfgelenk und beide Iliosacralgelenke waren fest blockiert. Osteopathen konnten uns nicht helfen, sie schrie fast 5 Monate lang jeden Tag, viele Stunden, manchmal fast den ganzen Tag. Ein KiA und Orthopädie löste letztendlich die Blockaden.

      Motorisch war sie trotz allem schon immer super fit und lief mit 12 Monaten an Möbeln und Händen, deswegen schreibe ich dir meine Erfahrung!

      Alles Gute euch und ich hoffe ihr findet Hilfe!

      18.04.17 - 16:17

      Hallo,

      seit wann macht ihr Physiotherapie und was sagt die Therapeutin zur Muskulatur? Wo sind die "Schwachstellen"?

      Junior bekam mit ca. 8 Wochen Physiotherapie nach Bobath, sichtbare Erfolge für Außenstehende (auch dem Arzt) traten nach 6 Monaten auf. Nach neun Monaten konnten wir die Physiotherapie beenden. Anschließend wurde er noch zweimal osteopathisch behandelt. Hierdurch traten nur minimale Fortschritte ein. Die Erkenntnis das man zwei Arme hat, hat Jahre benötigt.

      Inzwischen ist er acht und ein echtes Bewegungstalent.

      Wart ihr mal beim Augenarzt und beim HNO?

      LG Reina

      • 19.04.17 - 14:31

        Ich danke Dir für Deine Antwort. Wir machen jetzt seit etwa drei Monaten Physio. Zweimal die Woche. Unsere Tochter benutzt beide Arme im Alltag gleichmäßig, kann über Kreuz greifen etc. Sie hat ein kräftiges (also muskulär sehr starkes) Kreuz, aber den Armen fehlt Kraft, um den Vierfüßlerstand zu halten. Wir üben ständig mit ihr, dass sie in den Armen mehr Muskulatur aufbaut. Das gleiche mit dem unteren Rücken. Sie bewegt die Beine, z.B. wenn sie auf dem Rücken liegend mit ihnen spielt, ganz normal, die Reflexe sind auch da (und was der Neurologe sonst noch so alles getestet hat), es spricht (bis auf ein wenig Muskeln, aber wo sollen sie auch herkommen) eigentlich nichts dagegen, dass sie die Beine auch zum Krabbeln bzw. Laufen benutzt.

        Beim Augenarzt waren wir (alles gut), beim HNO noch nicht. Das wäre noch eine Idee, danke!

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