Kleinkind

  • 20.04.17 - 12:25
    stef1202 (1)

    falsche altergruppe, aber ich frage trotzdem mal in die runde...

    hallo,

    mein sohn ist zwar erst 24 monate und das thema für uns noch zukunftsmusik, aber trotzdem beschäfftigt es mich, weil ich bei diskussionen im freundeskreis gemerkt habe, dass ich mit meiner meinung relativ allein da stehe und meine täglichen beobachtungen in der nachbarschaft auch zeigen, dass alle anders handeln.
    zudem ist das thema "überbehüten" auch gerade in diversen threads hier aktuell. ich könnte natürlich bei den schulkindern fragen, aber ich frage hier, weil eure kinder ja tendenziell die sind mit denen mein sohn groß wird.
    also mal kurzgefasst: als ich vor viiiiiiiielen jahren in die grundschule kam, war es üblich, dass man den weg dorthin nach einer eingewöhnungsphase allein bzw. mit freunden zu fuß bestritt.
    ich habe an die zeit noch viele lebhafte erinnerungen, viele schöne. am nachmittag traff man sich oft mit freunden und im sommer hat mit den fahrrädern die nachbarschaft und spielplätze unsicher gemacht. zum sport/musikschule etc. ist man so fern es in der nähe lag eigenständig hingefahren.
    ich finde bis heute diese grundschulzeit mit der großen clique und den ersten eigenen erfahrungen sehr wertvoll.
    heute erlebe ich es in meinem umfeld ganz anders. wir wohnen in einem viertel mit vielen kindern und einer grundschule in laufweite. ich beobachte jeden morgen wie sich die eltern mit kindern treffen und gemeinsam zur schule laufen. das ganze bis zum vierten schuljahr. unsere dirkete nachbarin geht in die dritte klasse, sie wird jeden tag von der mutter oder der oma von der schule abgeholt. wir leben in einer kleinstadt, es gibt keine vierspurigen straßen o.ä. auf dem weg. am nachmittag werden hier die kinder grundsätzlich mit dem auto zu freunden oder zu ihren hobbys gefahren. das man kinder alleine ohne eltern, nur mit freunden auf der straße oder dem spielplatz trifft kommt nicht vor.

    ich finde diese entwicklung ganz schrecklich. man nimmt den kindern so viel entwicklungspotenzial und auch selbstbewusstsein.
    das argumente heute passiert so viel mehr als früher, halte ich zudem für sehr schwach. es passiert nicht mehr, wir erfahren nur alles.
    ich würde meinen sohn später gerne allein zur schule laufen lassen...aber er wäre wahrscheinlich der einzige.
    natürlich wird es mir als mutter schwer fallen, ich hätte die erste zeit wahrscheinlich auch totales kopfkino. aber ist es nicht meine pflicht als mutter, über meine ängste hinweg zu kommen und der entwicklung meines kindes nicht im weg zu stehen?
    das lernt man doch von anfang an. natürlich ist mir das herz in die hose gerutscht als er das erste mal allein auf die große rutsche geklettert ist und natürlich hätte ich ihn gerne festgehalten...aber damit stehe ich ihm im weg und muss mich selbst zurück nehmen.
    wie steht ihr zu dem thema? bin ich wirklich so allein mit meiner meinung?

    Antworten  5
    • 20.04.17 - 12:37

      Ich sehe das so wie du! #pro
      Bei uns war es damals das gleiche. Ein paar Tage/Wochen mit den Eltern oder meinen Geschwistern und dann ging es los. Selbst schon zur Kita hat mich meine Schwester teilweise gebracht oder ich bin nachmittags mit meinem Bruder alleine nach Hause gelaufen. Unsere Eltern waren damals im Schichtdienst, da ging das gar nicht anders...und geschadet hat es uns nicht. #schein :-D
      100m von uns hat eine sehr gute Freundin gewohnt, die habe ich immer abgeholt und wir sind zusammen zur Schule. Bis zur 5. Klasse. Dann habe ich leider die Schule gewechselt, aber ab der 7. Klasse waren wir wieder vereint und dann hat sie mich früh immer abgeholt. Das waren sooo tolle Zeiten, an die ich sooo gerne zurückdenke. #verliebt :-D Auch heut habe ich mit ihr noch Kontakt und mittlerweile kennen wir uns 18 Jahre. :-)
      Ich finde, wenn es der Weg zulässt, sollen die Kinder alleine gehen. Passieren kann immer was, ob auf dem zur Schule oder nachmittags beim Spielen. Wie du sagst, muss man seine eigenen Ängste besiegen, so das die Kinder ihre Erfahrungen und Erinnerungen sammeln können.
      Klar wird es mir bzw uns als Eltern nicht leicht fallen, aber das gehört dazu.

      Wenn man auf dem Dorf wohnt wo kein Bus oder so fährt, ist das ganze natürlich ein anderes Thema...

      20.04.17 - 12:38

      Hallo,

      bei uns ist es auch noch Zukunftsmusik ( Maus ist erst 13 Monate ), aber ich kann dich total verstehen!

      Ich beobachte hier ähnliches, teilweise wird den Viertklässlern noch der Schulranzen bis ins Klassenzimmer getragen.

      Ich bin ähnlich aufgewachsen wie du und hoffe sehr, dass ich das meiner Maus später auch ermöglichen kann.

      Liebe Grüße

      Karanga

      • 20.04.17 - 13:49

        Was willst Du denn machen?

        Wenn dein Kind nach Hause kommt und darum bittet dass seine Freunde es besuchen dürfen? "Ihr könnt euch draußen treffen, wenn das die anderen Eltern nicht zulassen hast du Pech, dann kannst Du eben nicht mit denen befreundet sein."

        Es ist total egal wie wir das sehen - auch ich träume von einer freien und unbeschwerten Kindheit für mein Kind - und was andere in ganz anderen Situationen davon denken.

        Auch du kannst das deinem Kind nicht alleine bieten. "Es braucht ein Dorf..." Integriere dich in deinem Umfeld, lern andere kennen, fass Vertrauen, lass sie dir vertrauen. Dann lauf halt mit den anderen Müttern, vielleicht findest Du dabei auch nochmal eine wundervolle Freundschaft. Vielleicht trefft ihr euch dann morgens zum Kaffee während eure Kinder alleine zu spät kommen...

        Alles Gute


          20.04.17 - 14:16

          Hallo,

          natürlich kann ich das meinem Kind versuchen zu ermöglichen! In erster Linie dadurch, dass ICH mich nicht von meinen Ängsten leiten lasse!
          Ich könnte aber z.B. auch den Kontakt mit anderen Müttern/Eltern suchen und vorschlagen die Kinder z.B. in kleinen Gruppen oder zu zweit/zu dritt alleine gehen zu lassen sofern sie das möchten. Ob das dann so funktioniert weiß ich natürlich nicht, das ist alles sehr hypothetisch und genau aus diesem Grund schrieb ich, dass ich es hoffe.

          Liebe Grüße

          Karanga

      Ist das Thema nicht langsam echt ausgelutscht?

      Mach das doch mit Deinem Kind wie Du willst - und wie Dein Kind will.

      Meine Große wollte gar nicht in der ersten Klasse alleine zur Schule gehen, und ich habe nicht den leisesten Anlass, sie da zu etwas zu nötigen, was sie nicht möchte. Das kam dann ganz von selbst, dass sie auf mich verzichten konnte und wollte.

      Dass es weniger sicher ist, ist hier in Berlin allerdings so. Ich bin in West-Berlin aufgewachsen und hab mit 15 noch die Zigarette versteckt, wenn ein Polizist vorbeikam, weil klar war, dass es sonst eine Menge Ärger gibt. So etwas kann sich heute keiner mehr vorstellen. Auch freilaufende aggressive Hunde hab ich als Kind nie gesehen.
      Auch die soziale Kontrolle von früher fällt heute flach.

      Die Kinderschänder sind wahrscheinlich nicht mehr geworden, die Gefahren auf dem Schulweg aber durchaus.

      Ob Du das nun schrecklich findest oder nicht, Du wirst mit der Welt leben müssen wie sie ist. Die Zeiten ändern sich und heute lungern viele Kinder nicht mehr jeden Nachmittag stundenlang draussen herum. Es ist eben nicht mehr "früher". Heute leben die Kinder anders und ich würde Dich als Mutter eher in der Pflicht sehen, Deinem Kind zu helfen, mit den Gegebenheiten zurechtzukommen als künstlich ein "früher" wiederherstellen zu wollen.

      • Wenn das Kind alleine nicht möchte, ist das doch eine ganz andere Sache...
        Ich denke, hier würde niemand sein Kind dazu zwingen.

        Aber wenn Kinder bereit sind, wieso nicht?

        Und klar ist heut doch einiges anders, als früher. Aber wenn ja alles soooo schlimm ist, sollten wir am besten alle erst gar keine Kinder bekommen. Denn nur so könnte man seine Kinder 100% schützen...in dem man erst gar keine bekommt. Aber das ist auch nicht der richtige Weg.
        Man sollte seine Kinder auf jegliche Gefahren hinweisen, ganz klar, aber trotzdem (wenn sie denn bereit sind) einfach machen lassen. :-)

        • 20.04.17 - 13:02

          Und woher weißt Du, dass die beobachteten Kinder lieber alleine gehen würden?

          Ein bisschen extrem bist Du schon, findest Du nicht? Das Argument "dann sollte man lieber keine Kinder bekommen" um die nicht bekommenen Kinder zu beschützen ist nun wirklich etwas - wie sag ich es freundlich? speziell?

          Du wirst staunen: Ich habe meine fast 9jährige Tochter, die im Sommer in die vierte Klasse kommt, heute bis zur Schule gebracht. Nicht, weil das arme Kind keinen Freiraum hätte, sondern weil wir schön gequatscht haben und es genossen haben. Wir sind lange nicht zusammen gelaufen und fanden es beide richtig toll. Und wenn sie es möchte, werde ich sie morgen wieder bringen. Und dabei ist es mir völlig egal, was eine Kleinkind-Mama, die keine Ahnung davon hat, wie unser Leben ist, davon hält.

          Vielleicht solltest Du einfach mal ein paar Deiner Vorurteile hinterfragen und überlegen, dass vielleicht gerade der Schulweg für eine Mama eine Möglichkeit ist, sich in Ruhe mit ihrem Kind zu unterhalten, weil sonst im Alltag viel Stress ist (erlebe ich hier öfter bei Mamas mit sehr vielen Kindern). Anstatt immer gleich zu behaupten, das wär alles schlecht und früher wär alles besser gewesen könnte man ja mal erst mal selbst die Erfahrungen machen und dann auch noch schauen, dass andere Menschen anders leben und es für sie durchaus sehr gute Gründe dafür geben kann, ein Kind auch noch in der vierten Klasse zur Schule zu bringen.

          Meine Kinder entscheiden bei fast jedem Entwicklungsschritt selbst, wann sie so weit sind, und das halte ICH für genau richtig. Mir ist völlig schnurz, wann andere Kinder etwas (nicht) machen, mir ist wichtig, dass ich für MEINE Kinder eine möglichst gute Mutter bin.

          • Ich finde es nicht speziell, aber so ist nun mal. Ich durfte mir auch schon anhören wieso ich ein Kind in die Welt setze, wenn ich es finaziell nicht schaffe länger als ein Jahr zuhause zu bleiben...So viel dazu.

            Das ist doch auch was ganz anderes! Meine Güte es hat hier niemand gesagt, dass man seine Kinder dann NIE MEHR zur Schule bringen darf. Ich glaube dir, dass du das genossen hast. Ich würde nie etwas anderes behaupten und über euer Leben hab ich nie geurteilt. Ich wüsste zumindest nicht wo, dass du dich da jetzt so angegriffen fühlst. Welche Vorurteile meinst du bitte? Zitiere sie mir bitte. Ich bin mir nicht bewusst, dass ich irgendwo Vorurteile habe. Es soll bitte jeder so machen wie er mag. Aber deine Tochter scheint ja auch eher alleine zu gehen und ab und halt mal nicht. Ist doch alles völlig okay so.

            Ich finde allerdings, dass Kinder gern allein zur Schule gehen können - auch in der heutigen ach so schlimmen Welt. Ich fand das früher sooo toll. Ich war "Schlüsselkind" und mega stolz drauf. An dieses Gefühl erinnere ich mich gern zurück und wenn meine Tochter es später möchte, darf sie das auch gern sein - ein stolzes "Schlüsselkind".
            Alleine hätte ich mir jetzt natürlich noch keine Gedanken über dieses Thema gemacht, aber wenn es hier doch grad mal Thema ist ...meine Güte wieso nicht?

            Deinen letzten Satz kann ich nur bestätigen und so soll es sein. So gehen wir jetzt auch bei unserer Maus ran. Ich hab mir jetzt lediglich Gedanken gemacht wie es bei mir und wie schön es wäre, wenn meine Tochter die gleichen Erfahrungen sammeln kann. Um mehr ging es gar nicht! Wenn sie später nicht bereit dazu ist, auch okay, dann bringen wir sie halt.

            • Was die Vorurteile angeht, muss ich mich entschuldigen, da hab ich Dich mit der TE verwechselt. Ich sollte doch öfter auf die Usernamen achten.

              Mich nervt einfach dieses "findet ihr es auch so blöd, was andere Mütter anders machen". Egal bei welchem Thema. Außer bei solchen Sachen wie Gewalt oder Drogen etc. in Bezug auf Kinder, da kann man gar nicht genug Gegenwind erzeugen. Aber in jeder Alltagsentscheidung, die eine Mutter trifft, ob sie ihr Kind nun bringt oder nicht, gibt es zig andere Mütter, die meinen, das "ganz schrecklich" finden zu müssen. Und wenn dann auch noch eine Kleinkindmama schreibt, die gar nicht weiß, was sie später machen wird, wie ihr Kind drauf sein wird und was sie noch alles nicht bedacht hat, dann finde ich das echt dämlich und nervig.

              Ich war übrigens auch ein SChlüsselkind (trotz nicht arbeitender Mutter) und habs gehasst. Meine Große findet es auch toll, einen Schlüssel zu haben, aber ich denke, das liegt vor allem daran, dass sie es nicht muss.
              So ist halt jedes Kind anders und man kann nicht sagen "so wars früher, so solls auch heute sein" oder "so wars früher, so darfs nicht sein".

              Langer Rede gar kein Sinn: Ich denke, wir beide sind uns im Grundprinzip einig. :-D

              • Okay. Ich hatte mich schon gewundert.

                Ja, so ist defintiv jeder anders - ein Glück.
                ch ja das nervt mich auch. Ich hab es gehasst dieses vergleichen usw. Ich hab in meiner Schwangerschaft 3 Mädels kennengelernt, da war das nie so. Wir haben uns immer für die andere gefreut, wenn das Kind was gelernt hat oder auch akzeptiert wenn die andere was anders gemacht hat. Daraus sind echt 3 gute Freundschaften geworden, weil wir halt ehrlich waren zueinander und das wichtigste uns einfach akzeptiert haben.
                Ich verstehe was du meinst, ich finde auch nicht immer alles toll, was andere Mütter macht, aber die finden sicher auch nicht alles toll, was ich mache. So ist das nun mal. Muss man akzeptieren. Hauptsache jeder ist glücklich wie er es macht.

                Ja, ich denke auch, am Ende sind wir uns einig. :-D

      20.04.17 - 12:55

      Hallo,

      Ich denke du hast wirklich noch viel Zeit und vielleicht solltet du dir die Gedanken machen wenn es bei euch soweit ist bzw, Dir nicht den Kopf über andere Menschen wie z.B. Deine Nachbarn zu zerbrechen.

      Ich denke es ist einfach eine völlig andere Zeit und das was du dir in deinen romantischen Gedanken ausmalst ist heute einfach nicht mehr so zu realisieren und nein, ich glaube nicht dass das etwas mit "Helikopter" etc. zu tun hat.

      #winke

      20.04.17 - 12:57

      Sei mir nicht böse, aber ich denke, da kannst du wirklich erst mitreden, wenn es soweit ist.

      Mein Großer ist 9. Der Schulweg beträgt 15 Minuten zu Fuß auf Hauptstraßen, wir wohnen dann in einer Seitenstraße. Den Weg kennt er seit Ewigkeiten auswendig, da sein Kindergarten direkt daneben liegt.
      In der 1. Klasse habe ich ihn immer gebracht. Er wollte es so. In der 2. Klasse habe ich ihn dann überredet, nur noch den halben Weg mit mir zu reden. Ich musste ihm etwas Mut zusprechen, aber es hat geklappt.
      Jetzt in der 3.Klasse geht er komplett alleine, hin und zurück. Einmal in der Woche sogar mit Schlüssel, aber ich bin 30 Minuten später zu Hause.
      Dennoch habe ich immer ein laues Gefühl im Magen. Man hört soviel was passieren kann... Sei es Gewalttaten, Verkehrsunfälle, usw... Ich versuche ihn meine Angst nicht merken zu lassen. Er weiß aber auch, wie er sich in bestimmten Situationen zu verhalten hat und ich hoffe, er kann es auch anwenden.

      In seiner Klasse gehen einige Kinder seit dem 1. Schultag alleine und es gibt zwei Kinder die immer noch komplett bis zum Schulhof gebracht werden und auch immer abgeholt werden.

      Du kannst also eine gewisse Meinung haben, aber letztendlich hängt es an vielen Faktoren, wie es dann wirklich sein wird. ;-)

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