Kindergartenalter

  • 13.03.17 - 14:50
    lea-25 (1)

    Kind abklären lassen?

    Hallo zusammen

    Ich weiss im Moment nicht mehr ob mein Grosser wirklich "normal" tickt...und hätte gerne eure Meinung dazu.

    Er ist bald 5 und hört im Moment überhaupt nicht mehr zu....

    er ist extrem laut, macht nur Blödsinn, kann keine Sekunde mal einfach nur still sitzen, möchte immer alles bestimmen und eckt einfach überall und mit jedem gleich sofort an mit seiner Art. Er ist richtig unerträglich zurzeit...:-(

    Im Kindergarten haben die Erzieherinnen auch schon erwähnt es sei sehr anstrengend mit ihm... er höre nicht mehr zu, wolle immer seine Meinung durchsetzen usw...

    Meint ihr ich sollte mit ihm mal irgend in eine Therapie? oder ist das nur eine (lange) Phase die wieder verschwindet? Falls Therapie, welche?

    Danke für eure Meinung.

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    • 13.03.17 - 14:55

      Ohne zu wissen, wie du so mit ihm umgehst, kann man schlecht was raten. Wie sieht denn zum Beispiel eine Konsequenz aus, wenn er mal nicht bestimmen kann? Habt ihr Strukturen im Alltag? Bestimmte regeln im Umgang miteinander usw.

      • 13.03.17 - 15:07

        Beispiel Spielplatz:

        er spielt auf der Rutsche und will dann schaukeln gehen, die Schaukel ist aber besetz. Beigebracht haben wir ihm, zu warten bis die Schaukel frei ist. Hatte auch immer geklappt.

        Jetzt geht er aber hin, schubst das schaukelde Kind runter und drückt sich auf die Schaukel. Ich geh dann hin und erklär ihm dass das so sicher nicht geht und er zu warten hat bis das andere Kind fertig ist und er absteigen soll. Dann fängt er an zu schreien dass er jetzt dran ist und sicher nicht runtergeht etc. Ich versuche es nochmals zu erklären, jetzt bestimmter, er schreit noch lauter und geht überhaupt nicht auf mich ein, ich sage dann gehen wir jetzt heim und laufe weg. Er rennt schreiend und weinend hinterher und sagt er höre ja jetzt auf und es tue ihm leid und er verspricht es nicht mehr zu tun. Wir bleiben, er wartet schön bei der Schaukel, doch keine 5 min später schupft er ein anderes Kind vom Bagger im Sandkasten weg weil er jetzt drauf will... also gehen wir heim, weinend und schreiend...:-(

        • 14.03.17 - 07:47

          Hallo!

          Du gehst also vom Spielplatz wegen seines Verhaltens. dann erst gibt er zu, dass er sich nicht richtig verhalten hat und gelobt Besserung, worauf ihr wieder zurück auf den Spielplatz geht?

          Ich weiß, dass ist jetzt nur ein Beispiel und sagt nichts darüber aus, wie ihr sonst miteinander umgeht. An deiner Stelle würde ich aber nicht einknicken und zurück auf den Spielplatz (zumal du ja mittlerweile weißt, dass er dasselbe Verhalten wieder zeigen wird). Er bekäme seine Chance bei einem nächsten Spielplatzbesuch an einem anderen Tag.

          Bevor du über Therapien und Diagnostik nachdenkst, schlage ich vor, dass ihr beide zu einer Erziehungsberatung geht. Das kostet nicht und ist unverbindlich. Da guckt man von außen auf euer Beziehungsmuster und evtl. haben die schon gute Tipps für dich. Oder, wenn dein Sohn wirklich ein anderes Problem hat, einen Vorschlag, wie ihr weiter verfahren könntet.

          LG


      13.03.17 - 16:18

      Seit wann geht denn das?
      Mein erster gedanke ist ob er vielleicht wirklich im moent nicht hört, also organisch.

      Mach doch mal einen tmin beim kia oder hno arzt aus, lass das gehör überprüfen, bielleicht hat er ja auch einen paukenerguss...

      Wenn das alles im normbereich ist würde ich weiterschauen.

      • 13.03.17 - 16:32

        das geht seit ca 3 Monaten oder so...

        Mit den Ohren hatte er lange Probleme, er bekam deshalb letztes Jahr die Rachenmandeln rausoperiert da er bis dahin sehr schlecht hörte.

        ich denke nur, auch wenn er jetzt wieder was hätte mit den Ohren und schlecht hören würde wäre das kein Grund zu schubsen etc...

      Naja, wenn er nicht nur Zuhause so tickt, sondern das Umfeld ihn auch so erlebt, würde vielleicht mal ein Gang zum Kinderpsychologen Klarheit bringen. Würde es versuchen, vom Alter her kommt er nächstes Jahr in die Schule, wenn er es sich da, durch so ein Verhalten mit seinen Mitschülern verbockt, zieht es sich meist über die ganze GS _Zeit hin.
      Ursachen können durch Veränderung in der Familie, Kindergarten oder auch nicht abgehenden Trotzalter liegen, wo das Grenzen testen , egal wie , bis zum Erfolg übertreten wird.
      Ich kenne etliche Kinder (meist Scheidungskinder oder Mobbingopfer) die mit einem Schlag schwierig wurden, wo ein Kinderpsychloge durch die Ursachenerkennung gute Erfolge erzielte. Ein Versuch ist es wert....Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

      13.03.17 - 19:34

      Naja, 3 Monate finde ich jetzt noch nicht so dramatisch lange. Mein Sohn ist gerade 5 geworden und auch zur Zeit ziemlich rebellisch,w as ich so sonst gar nicht von ihm kenne. Nach dem Ende der klassischen "Trotzphase" war er bisher immer sehr leicht zu handhaben. Seit einigen Wochen jedoch faengt er an, massiv Widerworte zu geben, sich zu verweigern, auf Aufforderungen erst zu reagieren, wenn man laut wird etc. etc.

      Sein oppositionelles Gehabe richtet sich allerdings bisher nur gegen uns Eltern. Gegen andere Kinder wird er nicht aggressiv. Trotzdem denke ich, das ist auch wieder so ein typischer Entwicklungssprung. Man hoert ja auch manchmal den Begriff "Vorschulpubertaet".

      Ich denke also nicht, dass das bei Euch unbedingt etwas dramatisches sein muss. Allerdings finde ich es immer sinnvoll, mal mit einem Fachmann zu reden, um sich neue Ideen und Handlungalternativen zu holen, wenn man mit den ueblichen Ansaetzen nicht weiterkommt.

      13.03.17 - 21:06

      Dein Sohn ist ganz normal, hat nur den ersten Testosteron schub haben viele Jungen indem Alter und verhält sich deshalb, was hilft Bewegung und die Möglichkeit das er Kräftemessen kann und seinen Körper und Kräfte lernt richtig einzuschätzen, dabei hilft anspruchsvoller Sport, wenn dein Kind diesen ausübt wird es im Alltag ausgeglichener, mein 5 Jähriger war auch so von jetzt auf gleich seid er 3mal die Woche Sport macht ist er erträglich ;) mit ca 7 legt sich das wieder bis zum nächsten Schub

      13.03.17 - 21:10

      Mit ca 5 Jahren bekommen die Jungs ihren ersten Testosteron-Schub. Da werden aus lieben kleinen Jungs plötzlich Matchos! Jungs, die meinen, sie wüssten alles besser, könnten alles besser...Natürlich braucht er Grenzen und muss lernen, mit seinen Gefühlen und Hormonen klar zu kommen. Ich sehe das grundsätzlich erst mal als einen normalen Entwicklungsschub. Sprich doch mal mit dem Kinderarzt. Natürlich gibt es auch ADHS und andere Verhaltensauffälligkeiten, aber so etwas wird normalerweise mit 5 Jahren noch nicht getestet. Außerdem ist dann das Verhalten viel länger, nicht nur 3 Monate. Vielleicht kann ja der Papa mal coole Sachen für große Jungs mit ihm machen, das entspricht ihm momentan wahrscheinlich eher. Oder suche mit ihm einen Sport, bei dem er sich austoben kann und mit anderen Jungs seine Kräfte messen kann.

      13.03.17 - 22:04

      Danke euch vielmals für eure Antworten :)

      14.03.17 - 08:51

      Hallo,

      ich finde die heutige Ansicht, sofort zur Erziehungsberatung oder zum Kinderpsychologen zu rennen, weil Kinder schwierig werden, ziemlich übertrieben, vor allem, wenn Kinder scheinbar ohne Grund auf einmal schwierig werden.
      In der Pubertät hält man so etwas für normal, weil man weiß, dass da Umbauvorgänge im Gehirn aktiv sind, aber in jüngeren Altersstufen muss das Kind "kaputt" sein, oder die Eltern müssen plötzlich etwas falsch machen, obwohl es vorher funktioniert hat. #kratz

      Erziehung von Kindern ist nunmal nicht Friede, Freude, Eierkuchen, sondern harte Arbeit, jedenfalls bei den Kindern, die einen eigenen Kopf haben, was die Regel ist. Und alle paar Jahre stellen die lieben Kleinen infrage, was sie vorher akzeptiert haben, weil sie sich weiter entwickeln.
      Dieses Wissen scheint der heutigen Elterngeneration abhanden gekommen zu sein.

      Ich denke, bei Deinem Sohn wird das eine Phase sein.
      Er kommt nächstes Jahr in die Schule. Die meisten Vorschulkinder sind eine mehr oder weniger große Katastrophe, weil die Entwicklung zur Schulreife eben auch ein Umbauprozess ist, genau wie die Trotzphase und die Pubertät.
      Dazu kommt, dass der Kindergarten langsam langweilig wird, weil altbekannt. Gerade Jungs fühlen sich groß und stark und manche meinen, jetzt die schwächeren Kleinen und die Mädchen unterdrücken zu können.
      Irgendwann kommt dann die Unsicherheit dazu, was mit der Schule auf sie zukommt.

      Unsere Tochter war in dem Alter drauf, wie ein 13-jähriger Teenager. Was hatten wir für Wortgefechte! #schwitz

      Unser Sohn war so ähnlich gelagert, wie Deiner. Das ist eigentlich ein recht typisches Verhalten für Jungs im Vorschulalter. Einer seiner Freunde hat sich da vom lieben, süßen Kerlchen zum Kindergartentyrannen entwickelt, und unser Sohn hat abwechselnd mitgemacht, oder eine Gegen-Bande eröffnet. #schwitz
      Wir haben ihm am Ende gesagt, dass wir dafür sorgen, dass er ohne seine Chaoten-Freunde in eine Klasse kommt, wenn er nicht sofort mit dem Mist aufhört. Seitdem war zumindest Schluss damit, dass er andere Kinder drangsaliert hat.

      Da hilft nur, Konsequenz und sich zu sagen, dass es eine Phase ist.

      Bei uns hat sich das unmögliche Verhalten der Kinder bis zu Schulbeginn gesteigert. In der Schule wurden sie dann wieder pflegeleichter.

      LG

      Heike

      • 14.03.17 - 09:21

        Hallo!

        "Ich finde die heutige Ansicht, sofort zur Erziehungsberatung oder zum Kinderpsychologen"

        Das sind aber zwei Paar Schuhe und zwei sehr verschiedene Ansatzpunkte.

        Wenn ich mit meinem Kind zum Psychologen gehe, dann sehe ich den "Fehler" beim Kind, vermute etwas krankhaftes und möchte, dass ein Außenstehender das richtet.

        Erziehungsberatung ist -wie schon im Wort enthalten- eine Beratung. Zur Erziehung. Die TE merkt, dass irgendwas nicht rund läuft. Der "Fehler" könnte auch bei ihr liegen. Da sie von selber nicht die Lösung weiß, macht es doch Sinn sich BERATEN zu lassen. Da wird nicht am Kind rumgeschraubt, sondern der Mutter bestensfalls andere Wege aufgezeigt, wie sie sich verhalten kann, nicht muss.

        Es ist keine Schwäche, wenn man eine solche Beratung nutzt. Schwäche ist eher, blöde Zustände auszuhalten, zu hoffen, dass sie irgendwann vorbei gehen, obwohl alle dabei unglücklich sind.

        LG

      14.03.17 - 11:26

      Ferndiagnosen sind immer heikel. Aber zu einer Fachperson kannst du sicher mal gehen. Denn das Blödste wäre, wenn alles in Ordnung ist, du ihn aber (unwissentlich) falsch erziehst. Nicht dass du keine Ahnung hättest - aber manchmal ist man halt in seiner eigenen Art gefangen oder hat etwas andere Vorstellungen...

      Ich kenne in meinem Umfeld einige Kinder, bei denen ich, als sie vier, fünf Jahre alt waren das Gefühl hatte, da laufe erziehungstechnisch so einiges falsch. Einfach vom zusehen her. Und die Eltern sagten dann "ach, der ist ja noch so klein"... und zwei von den Kids gehen heute in Sonderschulen. Und das nicht, weil sie eine wirklich diagnostiezierte ADHS hätten - sondern weil keiner weiss, was mit ihnen nicht stimmt und sie schon in der Vorschule nicht mehr tragbar waren.

      Falsch dünkten mich Situationen, in denen die Eltern nonstop das Kind zuquatschten, ohne aber je eine Konsequenz wirklich durchzuziehen / Situationen, in denen die Eltern das Kind mit TV oder ähnlichem ruhigstellten, um das "gewohnte" Leben mit Cüpli auf der Sonnenterasse weiterzuführen als halt in den Wald zu gehen / wenn das Kind den Hals nie voll bekam, die Eltern das aber als superklug und zielorientiert definierten / wenn das Kind dauernd Entscheidungen treffen musste, die es nicht abschätzen konnte (was willst du heute mittag machen? statt: willst du heute in den wald oder ins schwimmbad) / Situationen, in denen die Eltern das Kind belohnten, weil es sich fürchterlich aufführte - um es nicht peinlich zu haben (das kind zwängelt mitten in einer kindervorführung im theater und bekommt dafür cola und konfekt / das kind quält ein anderes im freibad und bekommt zur Ablenkung ein Eis...)
      Oft ist wirklich die Erziehung falsch. Nicht böse falsch - das sind Eltern, die total engagiert sind und schon vor der Geburt 5 Laufmeter Erziehungsratgeber gelesen haben....

      15.03.17 - 10:52

      Er ist 5, das heißt, er weiß ganz genau was er tut, wenn er ein anderes Kind schubst. Du wirst konsequent sein müssen und du wirst aufhören müssen ihn zu warnen. Ab sofort würde ich ihn sofort schnappen und mit ihm nach Hause gehen. Nicht erst nach dritten oder vierten Warnung. Probieren könnt ihr es ja trotzdem wieder jeden Tag und zum Spielplatz gehen. Klappt es nicht, schnappst du ihn und ihr geht sofort.

      Das wird funktioniert ;-) Viel Glück!

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