Milchschorf

Was ist Milchschorf?

„Zart wie ein Babypopo“ – Babyhaut ist bekannt für ihre streichelzarte Oberfläche, eine rosige Farbe und einen angenehmen Geruch. Doch bei vielen Säuglingen trifft diese Beschreibung nicht zu. Typische Säuglingskrankheiten wie Milchschorf können zu Ausschlägen und anderen Hautirritationen führen. Aber keine Sorge: Die meisten lassen sich gut behandeln oder verschwinden von selbst wieder.

Baby_Milchschorf
Foto: © Köpenicker - Fotolia.com

Milchschorf ist ein Ekzem, das bei Säuglingen ab dem dritten Lebensmonat auftritt. Es kann einige Monate bis zu zwei Jahre dauern, bevor es vollständig abheilt. Die Hautveränderung hat nichts mit einer Milchallergie oder ähnlichem zu tun, stattdessen kommt der Name von der Ähnlichkeit zu in einem Topf angebrannter Milch. Milchschorf tritt großflächig am Kopf auf und breitet sich häufig über die Augenbrauen und das Gesicht, den Nacken und die Gliedmaßen aus. Im Krankheitsverlauf bilden sich an der entzündeten Hautoberfläche gelblich-rote Verkrustungen. Die stark juckende Erkrankung tritt vergleichsweise selten auf, führt in einigen Fällen auch zu Bläschen und kann Anzeichen für eine beginnende  Neurodermitis sein. Wenn Sie bei Ihrem Säugling eine derartige Hautveränderung feststellen, sollten Sie Ihren Kinderarzt aufsuchen.

Viele Eltern verwechseln den „echten“ Milchschorf allerdings mit dem harmlosen Kopfgneis. Hierbei handelt es sich um eine Hautveränderung, die bereits im ersten Monat nach der Geburt auftritt. Sie führt zu fetthaltigen, weichen Schuppen auf der Kopfhaut, die mit der Zeit einen Belag bilden können. Innerhalb weniger Wochen ist die lediglich optische Veränderung aber in der Regel verschwunden. Nur in Ausnahmefällen tritt der Ausschlag über mehrere Monate auf, noch seltener bis zum Schulalter. Da die Veränderung jedoch weder schmerzt noch juckt, brauchen Sie sich keine Sorgen um Ihr Kind zu machen. Die schuppige Haut hat keinen Einfluss auf seine Lebensqualität.

Wie unterscheidet man Milchschorf und Kopfgneis beim Baby?

Häufig lassen sich beide Ausschläge nur schwer auseinanderhalten, da sie nicht immer typisch verlaufen. Dennoch gibt es einige Anhaltspunkte, an denen Sie sich orientieren können:

Milchschorf:

  • Tritt nach dem dritten Lebensmonat auf
  • Schuppen verhärtet, möglicherweise Bildung von Bläschen
  • Gesicht, Nacken, Arme, Beine und Windelbereich betroffen
  • Juckt stark

Kopfgneis:

  • Tritt in den ersten Lebenswochen auf
  • Schuppen fetthaltig und weich
  • Juckt nicht
  • Betrifft nur die Kopfhaut

Sind Milchschorf und Gneis beim Kind etwas Schlimmes?

Wie entstehen Milchschorf und Kopfgneis?

Auch wenn sich die beiden für Säuglinge typische Ekzeme sehr ähneln, haben sie jeweils unterschiedliche Ursachen. Bei Milchschorf handelt es sich um ein sogenanntes atopisches Ekzem, also um eine chronische, nicht ansteckende Veränderung der Haut. Die genauen Ursachen sind noch nicht geklärt. Forscher vermuten jedoch, dass eine Mischung aus genetischen, immunologischen und umweltbedingten Einflüssen die Ursache der Erkrankung ist. Atopische Ekzeme gelten als nicht heilbar. Die Symptome wie Juckreiz, schuppige Haut, seltener auch nässende Ekzeme, lassen sich jedoch gut behandeln.

Kopfgneis gehört zu den seborrhoischen Ekzemen, also zu Hautausschlägen, die aufgrund einer übermäßigen Talgproduktion entstehen. Auch seine Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Bei Säuglingen könnten Hormoneinwirkungen während der Schwangerschaft zu einer gestörten Produktion geführt haben. Da die Wirkung der Hormone einige Monate nach der Geburt nachlässt, verschwindet auch der schuppige Ausschlag. Einige Faktoren begünstigen die Symptome, beispielsweise atmungsinaktive Kleidung oder sehr fetthaltige Cremes. Auch  Allergien der Eltern oder ein schwaches Immunsystem könnten Gründe für Kopfgneis sein.

Was hilft gegen Milchschorf beim Baby?

Echter Milchschorf sollte behandelt werden, um die Lebensqualität des Säuglings zu verbessern. Der Ausschlag verursacht starken Juckreiz, den Sie am anhaltenden Unwohlsein und Weinen Ihres Kindes erkennen. Einige Säuglinge können sich zudem bereits in den ersten Lebensmonaten selbst kratzen, wenn auch nicht sehr gezielt. Verletzungen und Entzündungen durch das Kratzen sollten vermieden werden. Suchen Sie einen Kinderarzt auf, um zu klären, um welchen Ausschlag es sich handelt. Der Arzt wird Ihnen ein Milchschorfgel gegen den Juckreiz verschreiben. Homöopathische Mittel sowie einige Verhaltenstipps mindern die Symptome zusätzlich:

  • Schneiden Sie die Fingernägel Ihres Kindes kurz oder ziehen Sie ihm Fäustlinge über, damit es sich keine Wunden kratzen kann.
  • Achten Sie auf atmungsaktive Kleidung. Wärmestau begünstigt den Juckreiz.
  • Auch kühle Umschläge lindern den Juckreiz.
  • Behandeln Sie besonders trockene oder wunde Stellen mit einer entzündungshemmenden Salbe oder einem anderen Milchschorfgel.
  • Stillen Sie so lange wie möglich, um die Immunabwehr Ihres Kindes zu stärken.

So entfernen Sie Kopfgneis

Bei dem völlig harmlosen Kopfgneis handelt es sich lediglich um ein ästhetisches Problem. Es besteht kein Handlungsbedarf. Stören Sie sich jedoch an den Schuppen oder bildet sich ein dicker Belag, können Sie die Haut problemlos zuhause behandeln. Dadurch beschleunigen Sie den natürlichen Prozess der Kopfhaut, das Abstoßen der Hautschüppchen. Vermeiden Sie es jedoch, die Schüppchen durch Zupfen zu entfernen, da sich die Stellen sonst entzünden könnten.

  1. Tragen Sie ein hautfreundliches Öl großzügig auf ein weiches Tuch auf.
  2. Reiben Sie den Kopf Ihres Kindes sanft mit dem Öl ein. Achten Sie darauf, dass seine Augen stets trocken bleiben.
  3. Lassen Sie das Öl einwirken. Je nach Stärke des Ausschlags können Sie es eine Viertelstunde oder mehrere Stunden lang einziehen lassen. Stellen Sie sicher, dass die Umgebung angenehm warm ist.
  4. Reiben Sie anschließend mit einem Waschlappen über den Kopf Ihres Kindes, sodass sich die Schuppen lösen. Eine weiche Bürste hilft, hartnäckige Schüppchen zu entfernen.
  5. Wischen Sie Haut- und Ölreste vom Kopf Ihres Lieblings.  Während eines Babybads mit Haarwäsche funktioniert das am besten.

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