Einschlafen, durchschlafen

10 Expertenantworten: Schlaf bei Babys und Kleinkindern

Die Diplom-Psychologin und Elternberaterin in einer Schrei-Ambulanz, Frauke Ostmann, beantwortete eure Fragen zum Thema Schlafen bzw. Durchschlafen bei Babys und Kleinkindern. Hier kannst du eine Auswahl von Fragen und Antworten nachlesen.

Autor: Andrea Lützenkirchen
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Kind wacht stündlich auf und will an die Brust

Gitterbett Kleinkind steht weint
Foto: © iStockphoto.com / wildcat78

urbia-Mitglied: Mika ist jetzt 13,5 Monate. Abends haben wir unser festes Ritual: Baden, Zähne putzen, Gute-Nacht-Kuss, anziehen und dann trag ich ihn ein bisschen rum, um ihn zu beruhigen. Danach legen wir uns hin (ins Familienbett = Ehebett + Beistellbett, der Papa ist allerdings inzwischen ins Gästezimmer gezogen) und ich stille ihn noch einmal. Dann kuschelt er sich an mich (bzw. steckt seine Hand in den Ausschnitt um sich zu vergewissern, dass sie noch da sind ;o). Entweder schläft er dann ein, oder wenn er noch zu aufgedreht ist, sprich nur durchs Bett krabbelt, trage ich ihn noch einmal ein paar Runden durch das Schlafzimmer und versuche es erneut. Meist klappt das. Von da an wird er eigentlich stündlich wach. Aber erstaunlicherweise meist auf die Minute genau nach einer Stunde.

Frauke Ostmann: Im Moment ist Ihr Sohn gewohnt, auf zwei Arten einzuschlafen: Auf dem Arm an Mama gekuschelt oder an der Brust. Das tut ihm sicher gut und ist schön. Nur, wenn es Ihnen zu viel wird (was sehr gut verständlich ist), können Sie diesen beiden Einschlafformen eine dritte hinzufügen.

Sie könnten z.B. nachts nicht jedes Mal, wenn er wach wird, stillen, sondern ihn "nur so" im Arm halten oder streicheln, die Hand auf den Bauch legen. Dann würde er die Erfahrung machen: "So kann ich ja auch einschlafen, Mama ist da, alles ist gut." Sie könnten dann z.B. für sich einen Mindeststillabstand festlegen, so dass Sie nicht von 100 auf 0 runterfahren müssen. Er ist es ja auch so gewohnt. Also vielleicht erst nach zwei bis drei Stunden wieder stillen, in den anderen Aufwachphasen anders beruhigen. Das wäre erst mal ein Zwischenschritt, wach wird er ja trotzdem noch. Aber ein Schritt in Richtung weniger Hilfe, leichter wieder einschlafen wäre geschafft.

Um das zu üben, könnten Sie z.B. bei den Tagschläfchen beginnen, ihn nicht mehr rumzutragen, sondern sich gleich mit ihm hinzulegen / zu setzen. Das ist schon ein Schritt in Richtung weniger Hilfe. Und wenn er das dann nachts wieder angeboten kommt, fällt ihm das leichter.

Natürlich können Sie die Schritte auch größer oder kleiner gestalten. Wichtig ist in jedem Fall: Es sollte in Richtung "Wieder-Einschlafen mit weniger Hilfe" gehen. Nur so können Sie hoffen, dass er nachts länger am Stück schläft (eigentlich ja nicht am Stück schläft, sondern nach ca. 50 min bis 1 h aufwacht, sich umdreht und einfach weiter schläft). Die Alternative ist: Warten bis er von allein weniger häufig kommt / sich ganz abstillt. Das hängt von Ihren Nerven ab. Machen Sie sich doch einen Zeitplan: Wie lange wollen Sie es noch so laufen lassen, bis Sie doch einen Schritt in die oben genannte Richtung tun? Dann verschwindet das Gefühl: "Das wird nie anders, das bleibt jetzt immer so".

Also: Wenn Sie jetzt etwas ändern möchten, versuchen Sie seltener zu stillen - und das immer weiter zu reduzieren, bis es für Sie passt - und Ihren Sohn sonst mit Ihrer Anwesenheit, aber möglichst geringer Anstrengung (z.B. nachts nicht aufstehen und rumlaufen mit ihm, das ist ja noch anstrengender) zum Wiedereinschlafen zu bringen.

Baby schläft nur auf dem Arm ein

Unsere Kleine, mittlerweile acht Monate alt, schläft nur auf dem Arm ein und wenn man sie dann ins Bettchen legt, tobt sie darin herum.

Frauke Ostmann: Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder lassen Sie Ihre Tochter so lange auf Ihrem Arm schlafen, bis sie ganz im Tiefschlaf ist, das dauert aber so zehn bis 20 Minuten, je nachdem wie schnell und ruhig / unruhig sie einschläft. Wenn sie gerade eingeschlafen ist und dann abgelegt wird, ist klar, dass sie aufwacht und protestiert.

Die Alternative ist: Sie nicht mehr auf dem Arm, sondern im Liegen zum Schlafen zu bringen. Sie könnten sich mit ihr hinlegen oder sich zu ihr setzen, wenn sie in ihrem Bettchen liegt, und sie streicheln, halten, beruhigen. Da wird sie sicher erst mal protestieren, weil sie es anders gewohnt ist, aber sie lernt: Mama ist da, alles ist gut, ich kann auch im Bett einschlafen. Sie könnten das, wenn Sie sich für diese Variante entscheiden, erst einmal beim Tagesschlaf üben, da haben Sie selbst nicht den Druck schlafen zu wollen. Außerdem können Sie danach mind. 30 min ein Pause machen. Wenn sie bis dahin nicht eingeschlafen ist, wieder raus aus dem Bett, beruhigen, ein bisschen spielen, herumtragen usw. und später nochmal probieren - auf die gleiche Art.

Wichtig ist, sich klar zu machen, dass Protest an sich nicht schlimm ist. Es ist Ihre Entscheidung, wie viel sie Ihrer Tochter zumuten wollen / müssen (denn es geht ja auch um Ihre Kräfte und Grenzen). Sie bleiben bei ihr, das heißt, Ihre Tochter fühlt sich nicht allein!

Mein Baby will nachts alle 3 Stunden eine Flasche

Mein Baby (acht Monate) möchte alle drei bis vier Stunden in der Nacht eine Flasche haben.

Frauke Ostmann: Ihre Tochter ist die Flasche in der Nacht gewohnt und fordert sie ein. Es ist Ihre Entscheidung und eine Frage Ihrer Kräfte, wie lange Sie das mitmachen können und wollen. Ihre Tochter wird protestieren, wenn sie die Flasche nicht mehr bekommt, aber wenn es nichts anderes gibt als Schnuller (oder Tee - aber ist das besser?), wird sie sich daran gewöhnen. Sie müssen dazu aber ganz klar und sicher sein: Du brauchst eigentlich die nächtliche Milch nicht mehr, ich bin zu erschöpft, um das beizubehalten, deshalb ist es in Ordnung, wenn du stattdessen den Schnuller (und meine Nähe!) kriegst. Wenn Sie das so nicht sagen können oder wollen, dann ändern Sie bitte nichts. Mit der Zeit wird das vielleicht auch von allein besser und Sie können sich ja eine Frist setzen, damit das Ganze nicht endlos erscheint, z.B. wenn sie ein Jahr ist und immer noch nachts mehrmals die Flasche möchte, gewöhne ich es ihr ab. Oder mit 15 Monaten oder zu Weihnachten oder, oder. An sich ist ja es nichts Schlimmes, wenn Ihre Tochter nachts die Flasche möchte, es ist halt anstrengend und da ist die Frage, wie lange dies für Sie in Ordnung ist.

Wenn Sie ihr die nächtliche Flasche abgewöhnen, machen Sie es am besten schrittweise. Z.B. nur noch zwei Mal in der Nacht, nach einer Woche nur noch einmal, dann gar nicht mehr.

Und für alle Umgewöhnungsdinge rechnen Sie mit ca. einer Woche, bis Sie wirklich merken, es ändert sich etwas. Viel länger sollten Sie nichts versuchen, wenn es keine Änderung gibt (wenn sie z.B. auch nach sieben Nächten noch so stark protestiert / so schlecht einschläft / so viel weint wie am Anfang). Dann hat es einen Grund, sie kann es nicht, oder Ihre Botschaft ist nicht klar genug. Dann heißt es warten und nach einiger Zeit nochmal probieren, vielleicht gelingt es ihr besser und Sie sind klarer, wenn sie größer ist.


Verwöhne ich mein Kind?

Ich verwöhne mein Kind, sagt meine Familie... Mein Schatz Ben ist fast neun Monate alt. Ben war schon immer ein schlechter Schläfer. Die ersten vier Monate hat er viel geschrien, litt unter Koliken. Ich war immer für ihn da. Wir haben auch mit drei Monaten ein Abendritual eingeführt, er wird dananch in den Schlaf gestillt, oder in den Schlaf begleitet (ich leg mich immer mit ihm zusammen hin). Er schläft bei uns im Familienbett. Er hat auch noch keine Nacht durchgeschlafen und möchte nachts mindestens zwei Mal gestill werden, was mich auch nicht stört. Wir hatten auch sehr Probleme mit dem Einschlafen, teilweise hat dies über zwei Stunden gedauert, 1,5 Stunden war der Durchschnitt. Und nun macht sich das alles aber wirklich "bezahlt". Er schläft inzwischen total friedlich und ohne zu weinen binnen zehn Minuten in meinen Armen ein.

Nun darf ich mir aber ständig von meiner Familie anhören, dass ich ihn total verwöhne, er müsse durchschlafen, in seinem eigenen Bett einschlafen, und das Ganze natürlich ganz alleine. Und Familienbett ist das Schlimmste überhaupt, ich würde ihn dann mit sechs Jahren immer noch drin haben, kein Kind zieht freiwillig aus dem Elternbett. Ich finde meinen Weg richtig und stehe auch voll dahinter. Nun würde ich mich freuen, mal von einem Experten zu hören, ob das wirlich alles so falsch ist

Frauke Ostmann: Lassen Sie sich nicht verunsichern! Solange es für Sie so in Ordnung ist, ist alles gut. Von Verwöhnen keine Spur. Und ich bin sicher, dass Sie Ben mit sechs Jahren nicht mehr auf dem Arm einschlafen lassen werden. Ich sage immer: Zu spät gibt's nicht. Es ist genau dann der richtige Zeitpunkt, wenn Sie etwas ändern wollen oder wenn es nicht mehr gut funktioniert. Also, wenn Sie nicht mehr können, am Ende Ihrer Kräfte sind oder Ben immer weniger schläft, ständig quengelig ist usw.

Verwöhnen ist für mich, dem Kind etwas oder zu viel zu geben, was ihm eigentlich nicht gut tut. Und das ist ja in Ihrer Situation nicht so!

Ich möchte Ihnen auch noch meine Anerkennung ausprechen für das, was Sie bisher zusammen geschafft haben: Sie haben die schwierigen ersten Monate überstanden, Sie haben die langen Einschlafphasen ausgehalten - nun müssen Sie nur noch die Kommentare aus der Verwandtschaft aushalten, das schaffen Sie auch noch!

Mein Baby hat Angst vor seinem Bett

Mein Sohn ist elf Monate alt und hat schon immer große Probleme mit dem Schlafen. Ich habe ihn zehn Monate lang jeden Tag mehrmals in den Schlaf getragen. Ich bekomme oft Kritik von anderen Eltern mit älteren oder gleichaltrigen Kindern. Ich solle ihn einfach hinlegen und meckern lassen. Das würde mir aber das Herz brechen! Mittlerweile schläft er ab und zu alleine ein. Das kommt aber sehr selten vor! Ich habe das Gefühl, er hat Angst vor seinem Bett. Sobald ich mit ihm ins Zimmer komme und er sieht das Bett, schreit er. Er muss tief und fest schlafen, damit ich ihn hinlegen kann und selbst dann wird er oft wach und ich muss ihn wieder beruhigen. Das zehrt natürlich an meinen Kräften und ich frage mich, wann er endlich lernt, alleine einzuschlafen.

Frauke Ostmann: Als erstes: Lassen Sie sich nicht verunsichern von anderen Eltern! Sie handeln aus dem Bauch heraus und das ist grundsätzlich richtig! Nun sind Sie aber anscheinend an einem Punkt, wo Sie selbst nicht mehr können (kein Wunder, das klingt doch sehr anstrengend).

Ich habe zwei Gedanken bei Ihrer Schilderung: 1. Legen Sie eigene Unsicherheiten und Ängste mit in das Babybettchen? Kann es sein, dass Ihr Sohn Ihre Unsicherheit spürt (kann ich ihn da hinlegen, kann ich das bringen, hat er da nicht Angst?) und entsprechend - sozusagen für Sie mit - reagiert? Die wenigsten Babys haben von sich aus Angst vorm Bett - auch nicht vor Dunkelheit, wohl aber möchten sie sich sicher und geborgen fühlen. Und dazu gehört auch, dass die Mutter diese Sicherheit ausstrahlt. Sehr viele Eltern hatten selbst als Kinder schlechte Erfahrungen mit dem Einschlafen, wurden allein gelassen, hatten Angst im Dunkeln usw. Diese Eltern tun sich natürlich schwer, die eigenen Erlebnisse "rauszuhalten". Natürlich meine ich nicht, diese Eltern sollten vergessen, wie es ist allein gelassen zu werden, aber sie sollten sozusagen die eigenen Erfahrungen nebendran stellen, wahrnehmen (vielleicht mit der Erkenntnis: Allein lassen und rausgehen möchte ich nicht, das hat mir auch nicht gut getan) und dann schauen, was kann der Grund für das Schreien oder den Protest meines Kindes jetzt sein? Ob da bei Ihnen etwas passt, anklingt, weiß ich natürlich nicht.

Nun zum zweiten Gedanken: Es gibt nicht nur die zwei Extreme "zum Einschlafen tragen" und "allein einschlafen". Da gibt es einiges dazwischen und je älter und schwerer Ihr Sohn wird, um so dringender ist es vielleicht, diese Möglichkeiten dazwischen anzuschauen. Dabei sollten Sie natürlich immer schauen, was ist Ihr Gefühl dabei, passt das für mich und mein Kind?

Sie könnten z.B. damit anfangen, dass Sie Ihren Sohn schon im wachen oder halbwachen Zustand ins Bett legen, dann bei ihm bleiben und ihn so in den Schlaf begleiten. Oder Sie legen sich gleich mit ihm ins große oder angebaute Bett. Bei allen Möglichkeiten hat er Ihre Nähe, kann aber doch langsam lernen, im Liegen einzuschlafen.

Wenn Sie das Einschlafen in seinem Bett (oder im großen Bett) begleiten, gibt es keinen Grund für Angst, wohl aber für Protest (Mama, das will ich anders, so fällt es mir schwerer, warum machst du es nicht wie immer, das ist doch viel einfacher?). Wenn Sie sich also für einen Schritt in diese Richtung entscheiden, müssen Sie den Protest aushalten. Sie können das Ganze tagsüber beginnen (abends und nachts erst mal alles beim Alten lassen). Dann schauen Sie, ob er es schafft, in seinem Bettchen mit Ihrer Begleitung (oder gemeinsm mit Ihnen liegend) innerhalb einer halben Stunde einzuschlafen, wenn nicht, nehmen Sie ihn heraus, machen eine Pause (beruhigen, spielen, ablenken) und versuchen es nach einer Weile noch einmal. Wenn es dann wieder nicht klappt, wiederholen Sie das Ganze - schlimmstenfalls immer wieder.

Circa eine Woche müssen Sie rechnen, bis sich eine Änderung einstellt oder zumindest abzusehen ist. Wenn sich nach einer Woche gar nichts tut, brechen Sie ab: Dann kann er es noch nicht, oder es sind doch Ihre Ängste oder Ihre Unklarheit / Unsicherheit, die es verhindert haben. Dann können Sie es nach einem Monat oder drei Monaten oder... nochmal versuchen.

Das ist aber nur eine Möglichkeit, Sie können natürlich auch weiter so machen wie bisher, er scheint es ja zunehmend zu schaffen, im Bett (sogar allein) einzuschlafen. Vielleicht gibt sich das Problem von allein. Es ist eine Frage Ihrer Kraft, ob und wie lange Sie noch warten, oder es angehen wollen.

2,5-Jähriger schläft fast nie durch

Mein 2 1/2-jähriger Sohn schläft nur ganz selten in seinem Bett durch, circa ein bis zwei Mal in der Woche vielleicht. Ansonsten wacht er zwischen 23:30 Uhr und morgens ein paar Mal auf und irgendwann möchte er dann mit zu uns ins Bett (darf er dann auch)...manchmal möchte er auch nicht. Er scheint es aber einfach nur sehr selten zu schaffen/wollen alleine wieder einzuschlafen, wenn er nachts wach wird. Geh ich kurz rein, gebe ihm einen Kuss und/oder den Schnulller, schläft er aber sofort weiter.

Frauke Ostmann: Alles normal - es ist überhaupt nicht selten, dass kleine Kinder nachts zu den Eltern / der Mutter ins Bett kommen oder kurz aufwachen und kurz die Mama brauchen. Es scheint ja bei Ihnen ganz unkompliziert zu laufen. Wenn es Ihnen trotzdem zu viel und zu anstrengend wird, können Sie versuchen, ihn "mit weniger bis keiner Hilfe einschlafen" zu bringen. Dafür brauchen Sie ungefähr eine Woche, in der Sie z.B. nicht mehr am Bett sitzen bleiben. In diesem Alter wäre das o.k., wenn die Eltern es anders nicht mehr gut schaffen.

Ansonsten würde ich abwarten, bis er zunehmend öfter durchschläft: Die Zeit kommt bestimmt. Ich kann aber keinen Zeitpunkt nennen, bis zu dem er es geschafft haben muss, das ist einfach sehr unterschiedlich.

Baby (11 Monate) schläft nur in unserem Bett

Mein Sohn (elf Monate) hat folgendes Problem: Wir bringen ihn jeden Abend um 21 Uhr ins Bett. Vorher bekommt er noch eine Flasche 1er. Meist schläft er auf dem Arm ein und ich lege ihn ins Bett. Dort schläft er bis 0.00 Uhr. Dann geht es los, er wird unruhig und findet nicht mehr in den Schlaf. Ich bleibe immer bei ihm und versuche ihn durch das Halten seiner Hand und Streicheln zu beruhigen. Dadurch wird es aber meist schlimmer! Ich muss ihn dann heraus nehmen und in den Schlaf tragen, was mir nicht immer leicht fällt, da er 11 kg wiegt. Wenn ich ihn dann wieder hinlegen möchte (er schläft definitiv), wird er nach ein paar Minuten wieder wach und schreit. Das passiert dann circa fünf Mal, bis ich ihn zu uns ins Bett hole, wo er ganz schnell in den Schlaf findet.

Eigentlich macht es mir nichts aus, dass er bei uns schläft, aber ich denke, er schläft auch gerne in seinem Zimmer und das sollten wir auch beibehalten. Mein Mann bekommt das alles mit und ist dementsprechend schlecht gelaunt, wenn er morgens um 5 Uhr aufstehen muss. Wie kann ich meinem Sohn helfen, wieder in den Schlaf zu finden, ohne dass er bei uns ins Bett muss. Übrigens wird er auch mittags in den Schlaf getragen, am Anfang dauerte das fast eine halbe Stunde, mittlerweile geht es in fünf Minuten. Sollte ich Mittags mal versuchen, ihn wach ins Bett zu legen und bei ihm zu bleiben, bis er schläft? Und was kann ich tun, wenn es nicht klappt?

Frauke Ostmann: Ihre Idee finde ich gut. Probieren Sie aus, ihn erst einmal tags wach ins Bett zu legen, setzen Sie sich dazu, vielleicht kann er zu viel Streicheln ja nicht haben und es ist besser, ihn nur mit der Stimme und Hand auf den Bauch legen o.ä. zu beruhigen?

Das können Sie so eine halbe Stunde lang probieren, wenn er dann nicht eingeschlafen ist, machen Sie eine Pause und probieren das Ganze später noch einmal. Er sollte allerdings dann nicht zwischendurch auf dem Arm einschlafen, dann haben Sie nicht den Effekt. Wenn es beim zweiten Mal nicht klappt, wieder Pause, dritter Versuch, wenn es da nicht klappt, je nach Uhrzeit noch ein Versuch oder abends dann der letzte Versuch, dann aber möglichst nicht mehr rausnehmen oder nur kurz. Nach einer Woche sollten Sie eine Veränderung bemerken. Wenn nicht, brechen Sie bitte ab. Das Ganze können Sie dann auf den Abend und die Nacht übertragen. Im Prinzip ist nur wichtig, dass er nicht allein gelassen ist und Sie klar bleiben.

Trotzdem denken Sie doch zusammen mit Ihrem Mann nochmal nach, ob Sie dies wirklich wollen (das ist die Voraussetzung, dass es klappt) oder ob Sie nicht als Alternative eine Lösung fürs gemeinsame Weiterschlafen finden. Ihr Sohn könnte nachts zu Ihnen ins angebaute Bett kommen, da ist er für sich und doch bei Ihnen, oder ab so und soviel Uhr ins Elternbett, vorher nicht. Für Ihren Mann ist es sicher auch eine Erleichterung, wenn es nachts weniger Geschrei gibt.

Also wägen Sie ab, jede Lösung, die für Sie drei stimmt, ist richtig. Und letztlich: Irgendwann wird es besser.

Sie können sich ja auch einen Zeitpunkt setzen, z.B. bis Weihnachten oder Januar oder bis er 1,5 Jahre ist - und wenn es dann nicht besser ist, etwas ändern. Zu spät ist es nie und ein Rückschritt ist nur ein wirklicher Rückschritt, wenn es für Sie eine Verschlechterung ist. Ich finde es wichtig, wirklich frei zu entscheiden.

Baby ist zu unruhig, um einzuschlafen

Ich habe folgendes Problem. Meine Tochter schläft generell nur bei mir ein. Mein Mann kann sie gar nicht ins Bett bringen. Sie ist jetzt neun Monate alt und sie kann nicht alleine in ihrem Bett einschlafen. Sie ist sehr aktiv und es fällt ihr sehr schwer abends runterzukommen. Sie will immer weiter rumlaufen oder krabbeln. Es ist immer mit Geschrei verbunden, sie zu berunigen und zum Schlafen zu bringen. Ich nehme sie dann immer auf den Schoß und hopse mit dem Bein, bis sie schläft. Wie kann ich sie dazu bringen, alleine ruhig zu werden und in ihrem Bett einzuschlafen? Allerdings ohne sie Schreien zu lassen. Das hab ich schon versucht und danach war sie so aufgeregt, dass sie zwei Stunden lang hell wach war und sich nur schwer beruhigen ließ.

Frauke Ostmann: Ich befürchte, Ihre Tochter wird es noch nicht schaffen, ganz allein in ihrem Bett einzuschlafen. Aber Sie können Schritte in diese Richtung gehen. Ein Schritt wäre zum Beispiel, dass sie im Bett liegend einschläft mit Ihrer Begleitung. Das könnte das große Bett oder ihr eigenes Bett sein, je nachdem, was Ihnen lieber ist und was praktischer ist. Das wäre doch schon eine Erleichterung im Vergleich zur jetzigen Situation.

Sie sagen, Ihrer Tochter fällt es schwer herunter zu kommen. Versuchen Sie, ihr das zu erleichtern, indem Sie darauf achten, Ihr nicht zu viel Reize anzubieten (letztlich ist auch das Hopsen ein Reiz, der vor allem ablenkt, aber nicht wirklich beruhigt). Vielen Babys gelingt es besser einzuschlafen, wenn sie noch nicht übermüdet sind, denn dann sind sie überreizt, aufgekratzt. Also versuchen Sie doch mal, Ihre Tochter bei den ersten Müdigkeitszeichen zum Schlafen zu bringen. Dann legen Sie sie hin, halten und streicheln sie, reden beruhigend, bleiben dabei, auch wenn sie protestiert. Nach circa einer halben Stunde können Sie eine Pause machen und es später nochmal auf die gleiche Art versuchen. Ohne Geschrei wird das vermutlich nicht abgehen. Aber sagen Sie sich und ihr: Ich bin da für sie, sie hat alles, was sie braucht, noch mehr Unruhe würde nicht beruhigen, sie kann das lernen mit meiner Hilfe. Wenn Sie das erst mal nur tags probieren und abends und nachts alles so lassen, wie es ist, ist es vielleicht auch aushaltbar für Sie.

Dass es beim Papa nicht klappt, ist natürlich schade, dies wäre schon eine Erleichterung für Sie. Wenn Ihr Mann es wirklich möchte, können Sie auch das mit Ihrer Tochter zusammen schaffen. Denn der Papa ist ja nicht irgendwer! Sie wird sicher empört sein, weil sie es so nicht kennt und anders gewohnt ist, aber sie wird merken, dass der Papa auch gut ist in dieser Situation. Mit dem ersten Erfolg wird es ihr leichter fallen. Das kostet Mut und Durchhaltevermögen für Sie beide. Sie müssen ihn lassen, auch wenn Ihre Tochter schreit, er muss es sich zutrauen und dabei bleiben. Wären Sie nicht da, würde er es auch machen (müssen) und sicher hinkriegen.

2-jährige will nur im Wohnzimmer einschlafen

Sie ist 2,5 Jahre alt und ein kleiner Wirbelwind! Wie eigentlich jedes Kind in dem Alter. Nur das Problem ist das Einschlafen. Sie will um jeden Preis im Wohnzimmer einschlafen, egal wie müde sie ist. Im eigenen Zimmer einzuschlafen geht gar nicht. Sie schläft selbst im Wohnzimmer erst gegen 21 Uhr (manchmal erst gegen 22 Uhr!) ein! Ich habe schon so einiges versucht: Musik anmachen (leise) - kleines Licht brennen lassen - sie in den Schlaf begleiten - kuscheln - sogar alles zusammen! NICHTS!!!!

Das andere Problem mit meiner Tochter ist! Sie schläft NUR mit ihrer Flasche ein. Da ist zwar nur Wasser drin. Aber das ist ja auch nicht gut.

Frauke Ostmann: Da haben Sie ja ein besonderes Power-Kind. Sicher auch spannend, aber eben anstrengend. Ich glaube, Sophie fordert besonders viel Klarheit von Ihnen. Letztlich ist es Ihre Entscheidung als Mutter, ob Sie ihr erlauben im Wohnzimmer zu schlafen oder die Flasche zum Einschlafen zu nehmen. Sie müssen das nicht ändern. Doch wenn es Sie stört oder wenn Sie es nicht mehr für angemessen halten, dann müssen Sie das klar rüber bringen.

Sie ist schon 2,5 Jahre, sie versteht schon ganz gut, was Sie von ihr möchten. Wenn Sie sich also dafür entscheiden, dass Sophie in ihrem Zimmer einschläft (mit einer oder mehreren der von Ihnen genannten Hilfen - auch da: Überlegen Sie vorher, welche o.k. sind), dann sagen Sie ihr das und halten sich auch daran.

Hilfreich finde ich immer, einen besonderen Tag zu nehmen - den Geburtstag, den ersten Tag nach einem Urlaub, den ersten normalen Tag nach einem Familienbesuch oder nach Nikolaus. Dann können Sie ihr sagen: Jetzt ist die Oma wieder weg, oder jetzt bist du schon groß und darfst (!) in deinem eigenen Zimmer einschlafen. Zur Hilfe können Sie ihr ein neues Kuscheltier schenken, das nachts Gesellschaft braucht. Deswegen bietet sich auch ein Fest an, an dem sie sowieso Geschenke bekommt.

Setzen Sie das Einschlafen in ihrem eigenen Zimmer als Tatsache, da kann und muss sie nicht rütteln. Sie bekommt ja, was sie braucht (Unterstützung zum Einschlafen, die Mama, Sicherheit). Also: kein schlechtes Gewissen, Sie als Mutter setzen die Regeln, das braucht Sophie, sonst hat sie keine Orientierung. Gleichzeitig weiß Sophie, wenn sie Hilfe braucht, Angst hat, sich allein fühlt, ist die Mama da (das nehmen Sie ihr ja nicht).

Und wenn es Geschrei gibt, dann ist es halt so. Ihre Tochter ist im besten Trotzalter, da gehört das dazu. Wichtig ist, dass Sie ihre Wut begleiten, indem Sie Ihrer Tochter nicht ihre Gefühle absprechen, sondern sie benennen, dabei aber klar bleiben. So in etwa: Ich weiß, das ärgert dich, das fällt dir schwer und macht dich sauer, aber ich bin bei dir und du schaffst das und ich bleibe dabei. Helfen Sie ihr ruhig, sich zu beruhigen, vielleicht hilft auch ein bisschen Ablenkung. Trotzdem muss die Botschaft klar sein. Sie entscheiden, Sophie braucht Ihren Rahmen.

Sie schreit erbärmlich, wenn sie müde ist und schlafen soll

Unsere kleine Tochter Lana (fünf Monate) mag tagsüber einfach nicht ohne Geschrei einschlafen. Sobald ich merke, dass sie müde wird (reibt Augen und fasst sich ans Ohr), lege ich sie schlafen. Am Anfang klappte das immer gut. Einfach ins Bett legen und sie ist eingeschlafen. Aber seit gut zwei Monaten schläft sie nicht ohne Geschrei ein. Sie wehrt sich richtig gegen das Schlafen. Egal, ob ich mich mit ihr ins Bett lege, sie auf dem Arm halte oder sie in ihrem Bettchen liegt. Nur zum Verständnis: Sie weint nicht einfach, sondern sie brüllt richtig und das gut zehn Minuten lang. Und wenn sie dann erstmal schläft, ist es meist nur von kurzer Dauer: Immer so zwischen zehn und 30 Minuten. Haben Sie einen Tipp, was ich noch machen kann?

Frauke Ostmann: Das ist sicher sehr nervenaufreibend für Sie. Ich finde es sehr schön, wie Sie es machen. Da Sie ja keinen Unterschied zwischen mit ihr liegen - in ihrem Bett - auf dem Arm bemerken, wählen Sie doch die Variante, die für Sie am besten zu ertragen ist!

Neben der Erklärung "Entwicklungsschritt" (mit circa sechs Monaten steht da etwas an, bei Lana vielleicht etwas früher, und der Schlaf verändert sich) könnten Sie noch auf den Zeitpunkt des zum Schlafen Bringens achten und auf die Schlafmenge. Grundsätzlich schlafen die Babys am besten ein und schlafen dann auch am besten, wenn sie die ausreichende Schlafmenge haben und wenn man den richtigen Zeitpunkt erwischt. Vielleicht haben sich die Anzeichen für den richtigen Zeitpunkt verändert? Also ausprobieren: konsequent früher hinlegen oder später.

Ansonsten ist es wohl einfach so, dass es ihr schwer fällt herunterzukommen, zu Ruhe zu kommen. Das Schreien an sich ist nicht besorgniserregend, solange Sie sie begleiten und dabei nicht allein lassen. Sie schafft es einfach nicht anders - im Moment.

Was ist ein Nachtschreck?

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