Studien zur Reproduktionsmedizin

Ist künstliche Befruchtung ab 40 noch erfolgreich?

Wenn Paare sich erst spät für ein Kind entscheiden, muss Mutter Natur manchmal mit einer künstlichen Befruchtung unter die Arme gegriffen werden. Studien haben nun erforscht, ob das Alter für den Erfolg dieser Maßnahme eine Rolle spielt.

Autor: idw
Seitenanfang
Labor Kuenstliche Befruchtung
Foto: © iStockphoto.com/ dem10

Immer mehr Paare entscheiden sich heute erst spät für ein eigenes Kind. Häufig klappt es dann aber nicht mehr, auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Bis zu welchem Alter macht die In-vitro-Fertilisation noch Sinn? Diese Frage beantworten zwei Studien, auf die die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) hinweist.

Künstliche Befruchtung: Ab 43 Jahren kaum noch Erfolg

Ärzte in Israel untersuchten die Schwangerschaftsraten von Frauen im Alter von 42 oder älter, die sich einer In-vitro-Fertilisation (IVF) unterzogen hatten. Bei der IVF werden der Frau mehrere Eizellen entnommen und mit dem Sperma des Mannes im Reagenzglas befruchtet. Schließlich wird meist ein Embryo der Mutter eingepflanzt. Insgesamt wurden auf diese Weise 843 IVF-Zyklen bei 459 Frauen durchgeführt. Die Zahlen sind ernüchternd: Pro IVF-Zyklus wurden 7,7 Prozent der 42-Jährigen schwanger, 5,4 Prozent der 43-Jährigen und 1,9 Prozent der 44-Jährigen. Frauen über 45 Jahren erhielten insgesamt 54 Zyklen – und keine von ihnen wurde mehr schwanger.

 

Wie wahrscheinlich ist es, dass die Kinderwunschbehandlung hilft?

Zu dem gleichen Ergebnis kam ein Ärzteteam aus Ägypten: Sie untersuchten Frauen ab 40, die eine herkömmliche IVF oder eine IVF mit künstlicher Einspritzung des Spermas in die Eizelle erhalten hatten.

Die Geburtenrate lag im Durchschnitt bei 6,7 Prozent pro Zyklus. Fast 45 Prozent der Frauen, die schwanger geworden waren, verloren ihr Kind aufgrund einer Fehlgeburt. Die erfolgreich ausgetragenen Schwangerschaften nahmen mit zunehmendem Alter der Frauen stark ab. Die Autoren beider Studien empfehlen daher übereinstimmend, eine In-vitro-Fertilisation bei Frauen nur bis zum Alter von 43 Jahren vorzunehmen. Danach kommt eher die Eizell-Spende in Frage. Mit dieser Methode können Frauen auch nach Eintritt der Wechseljahre noch schwanger werden, allerdings nicht mehr mit einem Kind aus eigenen Eizellen. Die Eizell-Spende, auch durch eine nahe Verwandte, ist jedoch zum Beispiel in Deutschland nicht erlaubt. (DGGG)

Quellen:

Hourvitz A, et al. Assisted reproduction in women over 40 years of age: how old is too old? Reprod Biomed Online 2009; 19: 599-60
Serour G, et al. Analysis of 2386 consecutive cycles of in vitro fertilization or intracytoplasmic sperm injection using autologous oocytes in women aged 40 years and above. Fertil Steril 2009, 5. November Epub ahead of print.

Foren zum Thema

Unsere Partner
  • SteriPharm Folio
  • Pampers
  • Nestle Bebe
  • Eltern Grußkarten
  • Vorname.com
  • Schöner Wohnen Shop