Geburtstermin

Der Geburtstermin – 40 lange Wochen warten

Die ganze Schwangerschaft lang fiebert man dem Geburtstermin entgegen. Das Datum, an dem das Baby erwartungsgemäß das Licht der Welt erblickt, bekommen die Eltern bereits zu Beginn der Schwangerschaft mitgeteilt. Doch wie verlässlich ist es? Und was passiert, wenn der Geburtstermin überschritten wird? Die Antworten finden Sie hier.

Eine Schwangerschaft dauert – von der Befruchtung der Eizelle bis zur Geburt – im Schnitt 266 Tage, also 38 Wochen. In dieser Zeit entwickelt sich im Bauch der Mutter aus einem winzigen Einzeller ein lebensfähiger kleiner Mensch. Dass ein solches Wunder sich nicht an einen festen Terminplan hält, ist völlig logisch. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass gerade einmal etwa  neun Prozent der Babys tatsächlich am errechneten Datum zur Welt kommen. Dennoch bietet der Geburtstermin einen guten Anhaltspunkt für die werdenden Eltern sowie für Arzt und Hebamme.

Den Geburtstermin berechnen

Um den Geburtstermin zu berechnen, ist es aber nicht unbedingt nötig, den exakten Tag der Empfängnis zu kennen. Das ist sogar eher die Ausnahme, denn wer weiß schon ganz genau, wann Eizelle und Samenzelle den Weg zueinander gefunden haben? Aus diesem Grund ist man dazu übergegangen, den Geburtstermin post menstruationem zu errechnen. Das bedeutet, dass nicht der Zeitpunkt der Eizellbefruchtung, sondern der Beginn der letzten Periode als Ausgangspunkt für die Berechnung genommen wird. Dabei wird ein weiterer Durchschnittswert hinzugezogen: Für die Berechnung geht man davon aus, dass die Befruchtung am 14. Zyklustag stattfindet. Dadurch ergibt sich eine Schwangerschaftsdauer von 280 Tagen oder 40 Wochen, beginnend mit dem ersten Tag der letzten Periode. Zwar ist die Berechnung anhand des Zeugungstages etwas genauer, da eine Variable weniger einbezogen werden muss, doch eine Punktlandung ist auch hier eher unwahrscheinlich.

Damit Gynäkologen und Hebammen nicht jedes Mal den Kalender bemühen müssen, um den Geburtstermin zu berechnen, gibt es Tabellen und Schablonen, auf denen das Datum einfach abgelesen werden kann. Online lässt sich der Geburtstermin mit dem Geburtsrechner von urbia ganz einfach bestimmen. Den Geburtstermin berechnen Sie anhand des Tages der Zeugung oder des ersten Tages der letzten Periode.

Wann kommt das Baby wirklich?

Wann das Baby tatsächlich zur Welt kommt, kann vorher niemand exakt bestimmen – es sei denn, die Geburt wird eingeleitet oder es findet ein Kaiserschnitt statt. Lässt man der Schwangerschaft und Geburt ihren natürlichen Lauf, erblicken 90 Prozent aller Kinder innerhalb von drei Wochen vor und zwei Wochen nach dem errechneten Termin das Licht der Welt. Kinder, die zwischen der 37. und 42. SSW geboren werden, gelten als termingerecht. Neun Prozent der Babys werden zu früh, also vor der vollendeten  37. SSW geboren und lediglich ein Prozent nach vollendeter 42. SSW. Wird der Geburtstermin um mehr als zwei Wochen überschritten, leiten die Ärzte die Geburt in der Regel künstlich ein.

Der Geburtstermin, der zu Beginn der Schwangerschaft berechnet wurde, kann im Verlauf noch einmal oder sogar mehrmals korrigiert werden. Hier geben die  drei regulären Ultraschall-Untersuchungen Aufschluss darüber, ob die Kindesentwicklung erwartungsgemäß verläuft. Ist die Entwicklung verzögert oder weiter fortgeschritten als erwartet, wird anhand der vorliegenden Daten wie Gewicht und Maße (Schädel-Steiß-Länge, Schädeldurchmesser, Oberschenkelknochen) ein neuer Geburtstermin errechnet. Das geschieht, indem die Daten mit statistischen Normwerten abgeglichen und entsprechend angepasst werden. Am genauesten kann der Geburtstermin durch die Messung der Schädel-Steiß-Länge bis zum Ende der  12. SSW bestimmt werden. Mit steigendem Schwangerschaftsalter nimmt aufgrund der individuellen Entwicklung der Babys die Genauigkeit dieser Bestimmung ab.

Video: Ultraschall in der 10. SSW mit Bestimmung des Geburtstermins

Es geht los!

Die Geburt setzt idealerweise dann ein, wenn das Baby bereit ist. Der tatsächliche Geburtstermin wird also nicht von einer vagen Rechnung bestimmt, sondern vom Baby selbst – natürlich immer vorausgesetzt, es kommt nicht zu einem medizinischen Eingriff. Bereit ist ein Baby, wenn seine Lungen voll ausgereift sind und es in der Lage ist, selbstständig zu atmen. Vermutlich wird in der späten Entwicklungsphase der Lunge ein bestimmtes Protein (SP-A) hergestellt, das eine Reaktionskette auslöst, an deren Ende die Wehen einsetzen.

Bereits vor dem errechneten Geburtstermin können  erste Anzeichen dafür auftreten, dass die Geburt kurz bevorsteht. Eines der frühen Signale, dass die Geburt wahrscheinlich innerhalb der nächsten ein bis zwei Tage beginnen wird, ist die sogenannte Zeichnung – also der Abgang des Schleimpfropfes, der den Muttermund während der Schwangerschaft verschlossen hält. Zwar kann dies mitunter bis zu zwölf Tage vor der Geburt passieren, das ist aber eher selten der Fall. Auch der Blasensprung kann ein erstes Anzeichen dafür sein, dass es nun bald losgeht. Findet er weit vor dem errechneten Geburtstermin statt, muss dies unbedingt mit dem Gynäkologen abgeklärt werden, denn die Geburt sollte spätestens 48 Stunden nach dem Blasensprung einsetzen, um eine Infektion des Babys zu vermeiden. Eindeutigstes Geburtsanzeichen sind die Wehen. Doch nicht immer ist es für die werdende Mutter eindeutig, ob es sich bereits um die Wehen der Eröffnungsphase oder noch um Senkwehen handelt, die bereits Wochen vor dem Geburtstermin in unregelmäßigen Abständen auftreten können. Je näher der Geburtstermin rückt, umso wahrscheinlicher ist es, dass die Zeichen auch wirklich den Beginn der Geburt anzeigen.


Seitenanfang