Verbotene Lebensmittel

13 Dinge, die Schwangere besser nicht tun sollten

Ich bin schwanger, was darf ich jetzt essen und was was nicht? Das fragt sich wahrscheinlich jede Schwangere. Zum Glück ist eine Schwangerschaft keine Krankheit und vieles geht so weiter wie bisher. Doch auf diese 13 Dinge verzichtest du jetzt besser.

Autor: Petra Fleckenstein
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Zigaretten

13 Dinge, die Schwangere nicht tun sollten Artikel
Foto: © Colourbox

Keine Angst: dein Baby kommt nicht unter Entzug, wenn du das Rauchen während der Schwangerschaft aufhörst. Zigaretten dagegen erhöhen die Gefahr einer Fehlgeburt und verdoppeln das Risiko einer Frühgeburt. Kinder von Raucherinnen wiegen bei der Geburt im Durchschnitt 200 Gramm weniger und sind deutlich anfälliger für Infekte. " Jede nicht gerauchte Zigarette kommt dem Kind zugute", so die Einschätzung der Kölner Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Dr. Kirsten Benn.

In einer Studie konnte im März 2015 in 4-D-Ultraschallbildern gezeigt werden, dass das Ungeborene von Raucherinnen mehr Mundbewegungen zeigten. Normalerweise nehmen diese Bewegungen mit dem Fortschreiten der Schwangerschaft ab. Die Forscher vermuten, dass das mit dem zentralen Nervensystem der Föten zu tun hat. Im Bild oben ist der Fötus einer rauchenden Mutter zu sehen, in der unteren Reihe der Fötus einer Nichtraucherin.

Fötus Mutter Rauchen

(c) Dr. Nadja Reissland/ Durham University

Alkohol

Auch wenn es häufig heißt "ein Gläschen wird ja wohl nicht schaden", lautet die beste Lösung während der Schwangerschaft: Von allem Alkoholischen die Finger lassen. Denn es lässt sich keine genaue Angabe machen, von welcher Menge an der Embryo durch den Alkoholgenuss seiner Mutter Schaden nimmt. Sicher ist nur: Regelmäßiger Alkoholkonsum schadet mehr als nur gelegentlicher und je mehr Alkohol, um so gefährlicher für das Kind. Aber dies heißt umgekehrt leider nicht: Wenn ich mir nur ab und zu ein Gläschen genehmige, ist mein Kind nicht gefährdet. Auch geringe Mengen können bereits zu Wachstumsverzögerungen und zu Störungen der Organ- und Gehirnentwicklung führen.

Fasten

Auch wenn übermäßige Gewichtszunahme während der Schwangerschaft nicht ratsam ist – Fasten sollten Schwangere dennoch nicht. "Vom Fasten während der Schwangerschaft würde ich grundsätzlich abraten", sagt die Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Dr. Kirsten Benn. Nahrungsentzug ist in dieser Zeit für Mutter und Kind zu belastend. Ebenso wenig ratsam sind Obst- oder Reistage zur Entwässerung. Heute weiß man, dass dies auch bei Wassereinlagerungen der Mutter nicht hilfreich ist. Ratsam ist eine ausgewogene Ernährung mit allen wichtigen Bausteinen – durch Obst, Gemüse, Salate, Vollkornprodukte, Milchprodukte, wenig Fleisch und Fisch und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.


Lakritz

In einer Langzeitstudie mit 1.049 Müttern haben finnische Wissenschaftler die Wirkung von Lakritz in der Schwangerschaft untersucht (Stand: Februar 2017). Sie fanden heraus, dass die Kinder der Mütter, die in der Schwangerschaft relativ viel Lakritz gegessen hatten, in der Gehirnentwicklung deutlich schlechter abschnitten, dass die Mädchen früher in die Pubertät kamen und mehr Gewicht auf die Waage brachten. Lakritz enthält einen Stoff namens Glycyrrhizinsäure, ein natürlicher Süßstoff aus der Süßholzwurzel, der im Körper der Schwangeren ein bestimmtes Enzym hemmt. Damit bewirkt das Lakritz, dass mehr von dem Stresshormon Cortisol über die Plazenta in das Blut des Babys gelangt. Diese Effekte wurden bei Müttern festgestellt, "die während der Schwangerschaft mehr als 500 mg Glycyrrhizinsäure zu sich genommen hatten, die ungefähr in 100 Gramm Lakritz enthalten sind", wie es im Deutschen Ärzteblatt heißt. Die Autoren der Studie raten Schwangeren daher dringend davon ab, in der Schwangerschaft Lakritz zu essen.

Rohmilchkäse

Rohmilchkäse Besonders Produkte aus Rohmilch (nicht pasteurisierte Milch), wie zum Beispiel Rohmilchkäse, enthalten Listerien - das sind Bakterien, die eine sogenannte Listeriose auslösen können. Dies ist eine Infektion, die alten und kranken Menschen gefährlich werden, aber auch demUngeborenen massiv schaden kann, da die Erreger die Plazentaschranke überwinden. Zwar kann die Infektion bei der Schwangeren mit Antibiotika behandelt werden, doch wird die Listeriose selten erkannt, da sie sich kaum von den Symptomen eines grippalen Infekts unterscheidet. Auf dem Merkblatt zur Vermeidung einer Listeriose in der Schwangerschaft der Heidelberger Ruprecht-Karls-Universität werden folgende Nahrungsmittel als besonders risikobehaftet bezeichnet: Wurstaufschnitt, Salami, Wurst-und Fleischpasteten, Speisen, die nach dem Kochen lange (mehr als 24 Stunden) aufbewahrt wurden (kalte Platte), rohes Fleisch (Tartar), vorgefertigte Sandwiches, angebrochene Proben von Mayonnaisen und Salatdressing, rohe Milch und deren Produkte, Weichkäse, der aus Rohmilchkäse hergestellt sein kann, wie Romadur, Roquefort, Camembert, Brie, etc. (vor allem die Rinde davon), Frischkäse (Ricotta, Feta), Muscheln und andere Meeresfrüchte. Ob ein Käse aus Rohmilch hergestellt wurde, muss auf der Packung vermerkt sein.

Rohes Fleisch

Rohes Fleisch Wegen der Gefahr, eine Toxoplasmose-Erstinfektion zu erleiden, sollten werdende Mütter auf den Verzehr von rohem Fleisch verzichten, Freilandsalat oder -gemüse gut waschen und beim Reinigen des Katzenklos und bei Gartenarbeit Handschuhe verwenden. Eine Toxoplasmose-Infektion kann beim Fötus zu Hydrocephalus (früher auch als Wasserkopf bezeichnet), Gehirnentzündung und Leberentzündung führen. Schwangere, die auf Nummer Sicher gehen wollen, können sich auf Antikörper testen lassen. Besitzen sie bereits Antikörper, besteht keine Gefahr für den Fötus.

Kaffee, Cola, schwarzer Tee, Energie-Drinks mit Koffein

Mit Vorsicht sollten Schwangere auch koffeinhaltige Getränke genießen. Und dazu gehört nicht nur Kaffee, sondern auch schwarzer Tee, Kakao, Cola und einige so genannte Energy-Drinks. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) kommt aufgrund verschiedener Studien zu Koffeinkonsum in der Schwangerschaft zu dem Schluss, dass von maßvoller Koffeinaufnahme - höchstens 300 mg pro Tag - keine negativen Wirkungen auf die Schwangerschaft zu erwarten sind. Das entspricht etwa drei Tassen Kaffee oder sechs Tassen Tee pro Tag. Ein Glas Cola enthält bis zu 70 mg Koffein. Hauptrisiko eines zu hohen Konsums koffeinhaltiger Getränke ist ein niedrigeres Geburtsgewicht des Babys. Es gab aber auch Studien, die einen Zusammenhang zwischen Koffeinkonsum und einem höheren Frühgeburtsrisiko fanden.

Medikamente

Vorsicht und Zurückhaltung sollten Schwangere bei jeder Einnahme von Medikamenten walten lassen. Aspirin beispielsweise sollte während der letzten drei Monate der Schwangerschaft gar nicht und vorher nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Wichtigste Grundregeln für den Umgang mit Medikamenten für werdende Mütter: Keine Einnahme, ohne den Arzt befragt zu haben! Nicht mehrere Medikamente gleichzeitig und stets die niedrigste mögliche Dosis einnehmen. Vorsicht: Auch pflanzliche Arzneimittel – beispielsweise Abführmittel - sind keinesfalls unbedenklich. Bei der Verordnung von Medikamenten wird der Arzt stets eine Risiko-Nutzen-Abwägung anstellen.

Für Zwei essen

Der ungezügelte Appetit vieler Schwangerer auf saure Gurken ist schon geradezu sprichwörtlich. Viele Frauen erleben während ihrer Schwangerschaft nie gekannte Heißhungerattacken, und mit der gut gemeinten Redewendung, man müsse " für Zwei essen" wird auch heute noch der Eindruck erweckt, es sei ratsam, fürs Baby mitzuessen. Ernährungsexperten raten jedoch von einer übermäßigen Kalorienaufnahme während der Schwangerschaft ab. Denn durch zu starke Gewichtszunahme erhöht sich die Gefahr, einen Schwangerschaftsdiabetes oder eine Gestose zu entwickeln. Schwangere brauchen vor allem mehr Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe für ihren veränderten Stoffwechsel und für das Wachstum des Kindes. Daher sollte die Ernährung abwechslungsreich und mit vielen frischen Lebensmitteln versehen sein. Vorsicht vor allzu fetter Ernährung und Süßigkeiten.

Sonnenstudio

Auch wenn braune Haut hierzulande als schön gilt: Während der Schwangerschaft ist beim Sonnenbaden sowohl in freier Natur als auch auf der Sonnenbank Vorsicht geboten. Denn unter dem veränderten Hormonhaushalt verändert sich auch die Pigmentierung der Haut. Statt zu makelloser Bräune kann dies zu bleibenden unschönen Pigmentflecken führen. Außerdem sollten sich Bräunungshungrige stets die Ergebnisse zahlreicher Studien vor Augen halten, nach denen sich das Hautkrebsrisiko durch regelmäßige Sonnenbankbesuche deutlich erhöht.

Fernreisen in Malaria-Gebiete

Vorsicht ist in der Schwangerschaft auch bei exotischen Fernzielen geboten. "Aufgrund des relativ hohen Risikos für das ungeborene Kind sollten Schwangere prinzipiell nicht ermutigt werden, in Länder mit niedrigem medizinischen und hygienischen Standard zu reisen", schrieben Tropenmediziner der Universität Rostock in der Fachzeitschrift "Der Gynäkologe". Abzuraten ist besonders von Reisen in Malariagebiete, ein besonderes Infektionsrisiko stellen außerdem Hepatitis A, B, D und E dar. Schwangere sollten natürlich nur mit ausreichendem Impfschutz verreisen – das heißt, die Impfungen sollten bereits vor der Schwangerschaft erfolgt sein. Denn die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts gibt die Empfehlung, "dass während der Schwangerschaft nur geimpft werden soll, wenn dies unbedingt notwendig ist."

Tauchen

Tauchen mit Pressluft erfreut sich immer größerer Beliebtheit, ist jedoch während einer Schwangerschaft für Mutter und Kind zu riskant. Zum einen setzt sich die Schwangere während der körperlichen Umstellung durch eine derart belastende Sportart vermehrten Risiken aus, zum anderen sind die Folgen eines sogenannten Dekompressionsunfalls für das Ungeborene nicht abschätzbar. Beim Tauchen entstehen kleine Gasbläschen im Blut, die normalerweise über die Lungen ausgeschieden werden. Beim Fötus ist dies jedoch noch nicht möglich. Tierversuche haben einen Zusammenhang von Tauchen und Fruchtschädigungen ergeben.

Skaten, Reiten, Ski fahren und Ballsport

Nein, sagt die Kölner Fachärztin für Gynäkologie und Geburtsmedizin Dr. Kirsten Benn bei Schwangeren zu Sportarten mit Verletzungsgefährdung – wie Inline skaten, Reiten und Ski fahren - und zu Sportarten, die eine stark hüpfende Bewegung erfordern – wie zum Beispiel Tennis, Basketball und andere Ballspielsportarten. Bei Unfällen besteht die Gefahr einer vorzeitigen Plazentaablösung, starkes Hüpfen kann zu einem zu starken Druck auf den Muttermund führen. Zu den geeigneten Sportarten zählen Wandern, Laufen, Joggen und Schwimmen.

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