Die Luft ist raus. Ob das wieder wird?

Hallo!

Mein Mann und ich sind über 10 Jahre ein Paar und haben 2 gemeinsame Kinder.

Leider haben wir uns komplett auseinander gelebt.
Jeder macht nur noch sein eigenes Ding.
Er geht arbeiten und kommt spät nach Hause.
Danach ist er kaputt und hat auch meistens kaum Lust sich

mit mir auszutauschen. Die Antworten sind kurz.
In der Woche sehen wir uns kaum noch.
Die Wochenenden haben auch schon ihren Alltag gefunden.
Wir fahren zwar mal ins Kino oder sind irgendwo eingeladen,
aber als Paar fühle ich mich nicht mehr.

Ich weis nicht, ob ich ihn noch liebe. Wahrscheinlich ist es nur noch
die Gewohnheit.

Sexuell läuft schon lange nichts mehr.

Wenn ich ganz ehrlich bin, dann sind wir nur noch aus Gewohnheit

zusammen und wegen der Kids.

Natürlich unternehmen wir an den Wochenenden noch viel mit den
Kindern und wir waren auch vor einigen Wochen ein Wochenende
ohne Kinder verreist, aber ganz ehrlich... irgendwie war die Luft raus.

Ich habe nicht das Bedürfniss mit ihm was zu unternehmen und mit
ihm zu kuscheln.

Wenn er da ist, dann bin ich sogar eher noch genervt.
Weil er es wunderbar drauf hat alles stehen und liegen zu lassen.

Damals habe ich meine "Karriere" aufgegeben um für unsere Kinder da zu sein.
Heute bin ich finanziel abhänig.

Aber ich kann doch nicht mit einem Mann zusammen bleiben,
wo die Luft raus ist und das nur wegen der Kids und den Finanzen.

Was mache ich nur. So weiter leben?

Klar haben wir schon geredet.

Er findet, das ich Abends genervt bin und ich finde, das er Abends genervt ist.
In alle den Jahren kam immer eins zum anderen.

Im Prinzip haben wir uns komplett Gegensätzlich entwickelt.

Ich gehe gerne mit dem Hund. - Er geht fast nie mit.
Ich würde gerne viel meine Freunde einladen. - Er hat lieber seine Ruhe am WE.
Abends würde ich gerne quatschen. - Er geht lieber früh ins Bett.
Er hätte gerne mehr Sex. - Ich bin ein Sexmuffel geworden.
Ich habe es gerne ordentlich. - Er ist die Unordnung in Person.
Er liebt seine Eltern. - Mit gehen sie auf den Keks.
Freunde treffe ich nun Vormittags - Er seine auf der Arbeit.

usw.

Geendet hat das alles nun in einer Phase in der ich gar nicht weis was ich will.
Mich nervt sogar schon der Haushalt.

Besonders traurig macht es mich, das er jedes Jahr mit seinen Eltern in den Urlaub fahren will. Da ich nach einigen Jahren die Nase davon voll hatte, im Urlaub mich den ganzen Tag mit deinen Eltern auseinander zu setzen, fährt er nun alleine mit ihnen und den Kids. Auch schön. Hab ich wenigsten mal ne Woche für mich.
Wir fahren trotzdem im Winter noch eine Woche als Familie,
aber blöd finde ich das trotzdem.

Lade ich meine Freundin mit ihrer Familie ein.

Dann macht mein Mann das, weil er mir diesen Wunsch nicht jedesmal abschlagen kann.
Aber es macht mir auch keinen Spass, denn es ist für mich leider nicht zu übersehen,
das er meine Freunde so la la findet und mit ihnen auch wenig anfangen kann.
Somit redet er auch nicht viel und lässt die Treffen über sich ergehen.
Ich kann ich dazu nicht zwingen, aber ein blödes Gefühl ist es trotzdem.
Er will keine Freunde einladen bzw. sieht er sie in der Firma.
Ein Freund kommt 2 mal im Jahr vorbei und die gehen,
dann ein Bier trinken.

Ach wisst ihr, das sind alles so Dinge die sich so eingeschlichten haben und nun weis ich selber nicht mehr was ich will.
Und ob ich überhaupt noch was ändern kann und ob ich das alles noch will.
Meine Motivation für alles ist momentan im Keller.#hicks

1

Ich bin der Meinung:

Es ist nie zu spät, etwas zu ändern. Aber manchmal braucht es seine Zeit. Aber irgendwann wirst du morgens aufstehen und feststellen - der Tag ist gekommen, jetzt ticken die Uhren anders!
Bis dahin - mach es dir so nett wie möglich. :-)

Gruss
agostea

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Hallo,

ich war noch nie mit jemanden 10 Jahre zusammen aber 6 Jahre.

Aus meiner Erfahrung kann ich dir berrichten, dass ich auch beobachtet habe, dass im Laufe der Jahre jeder mehr sein Ding macht. Irgendwie am "Anfang" will man alles zusammen machen, man ist eine Einheit.
Und wie die Jahre ins Land gehen, entwickelt sich jeder wieder zu einem Individuum.

Nun habe ich eine neue Beziehung und hier habe ich schon nach einem Jahr gemerkt wie der Hase läuft, aber beiderseits.

Ich will nicht immer das machen, was er machen will und anders rum auch nicht.

Von daher gehen wir mal "öfters" getrennte Wege.

Ich glaube das ist irgendwie normal - früher oder später spürt man einen gesunden Egoismus und möchte sich selbst was gutes tun - indem man sich selbst respektiert und macht wie es einem beliebt.

Eine Lösung für dein Problem weiss ich jetzt auch nicht, aber ich kann dir nur berrichten, dass früher oder später man nicht mehr so "hingebungsvoll" alles miteinander unternimmt, sondern man liebt MITEINANDER aber nicht FÜREINANDER.

#herzlich

3

Hallo!

Ich weiss nicht ob es dir weiterhilft, aber ich kann dir nur sagen, dass es mir genauso geht.
Ich bin mittlerweile mit meinem Partner 16Jahre zusammen und haben ebenfalls 2 Kids.
Auch wir haben uns einfach auseinander gelebt, jeder zieht sein Ding durch. Wir reden nicht gross drüber aber insgeheim wissen wir beide, dass wir nur mehr wegen den Kindern zusammen sind, sonst verbindet uns nicht mehr viel.

Ich hab mich damit abgefunden, was bleibt mir auch übrig, soll ich deswegen alles aufgeben?
Ich hab hier alles was ich "brauche".

Hast du denn vor dich irgendwann zu trennen oder willst du dich auch arrangieren mit deinem Schicksal?

Lg

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Momentan weis ich gerade selber nicht was ich will und fühle.
Ich lasse gerade alles laufen wie es ist und mein Mann und ich wissen beide auch
insgeheim, dass uns nur noch die Kinder und die Finanzen an einander halten.
Leider. Wir arrangieren uns irgendwie beide und machen das Beste aus der "Situation".
Wohl auch wegen der Kinder.

Akut denke ich nicht an trennen, aber ich weis auch, das es so nicht die nächsten 10 Jahre weiter gehen kann.

Auf der einen Seite ist es mir momentan egal wie es ist.
Besser als Diskussion und lange Beziehungsgespräche.
Da fehlt mir zZ die Kraft.
Auf der anderen Seite bin ich doch etwas traurig, dass
es alles so gekommen ist.
Und im tiefsten Inneren würde ich doch gerne eine

harmonisches Familienleben haben.
Weis aber auch, dass es ohne reden nicht gehen wird.

Ich bin aber auch sehr lustlos geworden und kann mich
kaum noch zur Hausarbeit aufraffen.
Das einzige was mir am Tag noch Spass macht
ist das surfen im Netz und mailen.
Alles andere ist wie eine Pflichtaufgabe die erledigt werden muss.

Oder habe ich schon Depression?

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Sachliche Romanze

Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen: sie kannten sich gut),
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.

Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
versuchten Küsse, als ob nichts sei,
und sahen sich an und wußten nicht weiter.
Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.

Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken.
Er sagte, es wäre schon Viertel nach Vier
und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken.
Nebenan übte ein Mensch Klavier.

Sie gingen ins kleinste Café am Ort
und rührten in ihren Tassen.
Am Abend saßen sie immer noch dort.
Sie saßen allein, und sie sprachen kein Wort
und konnten es einfach nicht fassen.

Du bist sicher nicht allein mit dieser Erfahrung :-).

Liebe Grüße

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Hallo Frau D.,

die eigentliche Frage ist, meiner Meinung nach,
ob die der momentanen Situation entkommen, oder etwas aus ihr machen willst.
Nicht wenige Ehen scheitern an genau diesem Punkt.
Man könnte diese Situation aber auch als Herausforderung betrachten um sie so zu ändern, dass wieder Liebe sichtbar wird.
Das bedeutet so einiges an Änderung (im eigenen Leben, nicht im Leben des Mannes),
man muss über eigene Schatten springen und seine Perspektiven erweitern.

Nicht selten bringt so eine Umstrukturierung des eigenen Lebens und das "sich selbst zuwenden" eine Bewegung in die Partnerschaft.
Allerdings keine Wunder in kürzester Zeit.

Falls Dich dieser Ansatz interessiert, empfehle ich Dir:

Eva-Maria Zurhorst mit "Liebe Dich selbst und es ist egal wen Du heiratest."

Liebe Grüße
Sunny

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Huhu Sunny, das Buch von Eva Maria habe ich schon vor einiger Zeit gelesen.
Die Moral ihres Buches ist einleuchtendund ganz unrecht hat sie nicht.

"die eigentliche Frage ist, meiner Meinung nach,
ob die der momentanen Situation entkommen, oder etwas aus ihr machen willst."

Tja, ganz ehrlich... ich weis es nicht. Irgendwie bin ich wie tot.
Ab und zu flammt es in mir etwas auf, aber dann ist es mir doch wieder egal.
Du hast aber recht, diese Frage müsste ich klären.
Wo ein Wille ist, da ist sicher auch ein Weg.

Dann ist die Frage jetzt wohl, wie gelange ich an meinen Willen zurück
oder wie finde ich wieder zu mir selbst?

"Nicht selten bringt so eine Umstrukturierung des eigenen Lebens und das "sich selbst zuwenden" eine Bewegung in die Partnerschaft."
Ganz ehrlich glaube ich das du da wirklich recht hast und ich sage ungern dazu jetzt ein ABER. Nein, du hast recht. Ohne das ich was ändere wird sich auch in meinem Leben nichts änder.
Doch ich kann nicht. Ich schaffe es nicht. #heul

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Wieso kannst Du nicht?
Wieso schaffst Du es nicht?

Ich glaube da sind eine Menge wünsche in Dir, wie du Dir dein Leben vorstellst.
Du hörst sie nur nicht, weil da eine Angst vor der Veränderung ist.
Jeder Mensch hat Angst vor Veränderungen und jeder Mensch überwindet diese Angst wieder und wieder in seinem Leben. Nur wenn man eine lange Weile stagniert hat (mit kleinen Kindern nicht selten), dann ist die Angst ziemlich übermächtig.
Kannst Du Dich noch an Situationen erinnern wo du diese Angst überwunden hast und an das gefühl von Zufriedenheit und stolz auf sich selbst?

Hab Geduld mit Dir und trau dir etwas zu, denn ich bin mir sicher Du wirst dein komplettes weiteres Leben nicht in dieser Stagnation verbringen.

Hat Dir das Buch von der Zurhorst denn zugesagt?
Kennst Du ihr neues Buch?
Es heißt IDA:

http://www.amazon.de/ida-Die-L%C3%B6sung-liegt-dir/dp/3442341094/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1327572015&sr=8-1

Aber egal ob dieses Buch, ein anderes oder gar keines, nur Du alleine kannst Dich in Bewegung setzen und Angst fühlt sich zwar unangenehm an, bringt einen aber nicht um.

Liebe Grüße
Sunny

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Entweder machst du einen Schnitt in deinem Leben und beendest die Ehe oder ihr BEIDE fangt an, an dieser Ehe zu arbeiten. Vielleicht hilft euch eine Ehetherapie. Du machst dir soviel Gedanken um das Thema, sodass es mir scheint, dass dir noch viel an dieser Ehe und an deinem Mann liegt. Auch wenn es vielleicht nur noch Gewohnheit ist.

Und vor allen Dingen: SUCHE DIR EINEN JOB! DAfür ist es NIE zu spät. Kinder sind eine herrliche AUSREDE! Wenn du unter andere Leute kommst, ist dein Leben auch nicht mehr so wahnsinnig trostlos. Dann hast du auch nicht mehr so viel Zeit, rumzugrübeln und bringst neue Farbe in dein Leben.

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Tja, so ist es leider. Entweder ich ändere was oder nicht.
Mir ist schon klar, das ICH was ändern muss, aber ich schaffe es nicht.
Ich weis ja gerade selbst nicht was ich will und fühle.
Das geht ja schon seit einigen Monaten so.

Auf Jobsuche bin ich schon seit einigen Monaten.
Leider bisher ohne Erfolg. Entweder muss ich sehr früh anfangen,
das geht nicht wegend er Kinder und er Betreuungszeiten.
Hab ja auch noch Fahrzeit.
Oder ich muss zu lange bleiben.
Ich sag euch, das ist gar nicht so einfach, wenn man nicht putzen gehen will und die Kids nicht Ganztags in Betreuung geben möchte.
Wie gesagt, da bin ich immer wieder am schauen. Vielleicht ist ein Job wirklich eine positive Veränderung für uns.

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Vor einer Trennung sollte auf jeden Fall ein Versuch der Annäherung gemacht werden. Redet darüber, wie ihr Nähe und Freunde am Miteinander erzeugen könnt. Ein Urlaub zu zweit wäre auch nicht schlecht, in dem ihr euch neu entdecken könnt. Dass Dein Mann lieber mit den Eltern als mit der Frau wegfährt, finde ich auch sehr setsam. Auch darüber würde ich sprechen. Wie sieht es aus mit einem Dritten als Moderator? Also Paarherapie?

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Mein Mann fährt schon mit uns in den Urlaub,
doch 1 mal im Jahr will er noch eine Woche mit seinen Eltern nach Amrum.
Ich darf natürlich mitkommen, aber wenn ich nicht will, dann fährt er alleine.
Da haben wir schon 100 mal drüber gespochen. Er will das so und Peng.

Paartherapie... mein Mann... ja das habe ich aus Wut mal zu ihm gesagt,
da hat er mich gefragt was der Blödsinn soll.
Mein Mann gehört noch der Generation an, die denkt ein Psychotherapeut
ist nur was für Leute die Stimmen hören.

Momentan arbeitet mein Mann eh soviel,
das er sich die Zeit dafür gar nicht frei machen kann.

Aber wer weis. Wenn es noch mal eskaliert,
dann werde ich es ihm nochmal vorschlagen.

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"Paartherapie... mein Mann... ja das habe ich aus Wut mal zu ihm gesagt,
da hat er mich gefragt was der Blödsinn soll.
Mein Mann gehört noch der Generation an, die denkt ein Psychotherapeut
ist nur was für Leute die Stimmen hören."

Tja, ich sehe schon, wir haben wohl das gleiche Exemplar zu hause, auch mein Mann würde da nie mitmachen #augen

Weisst du was das Problem ist, meiner Meinung nach, was nutzt es wenn wir uns ändern, wir sind ja bereit dazu, aber solange sich unsere Männer nicht ändern, können wir uns doch den Arsch aufreissen und es wird nie anders werden!!!!