Hallo An alle.
Ich wollte mal fragen wie ihr das so handhabt wenn eure kleinen in so Phasen stecken, in denen NUR Mama oder NUR Papa bestimmte Dinge machen darf?!
Bei unserem fast 2jährigen ist es seit ein paar Wochen so dass nur der Papa ihn ins Bett bringen darf. Es ist auch nachmittags wenn der Papa heim kommt oft so dass er an ihm hängt oder früh wenn er zur Arbeit muss. Wenn er dann aber zur Tür raus ist ist es meistens ok.
Abends machen wir ihn zusammen bettfertig und da verlangt er schon immer nur nach dem Papa und brüllt sich die Seele aus dem Leib wenn der z.b.nochmal schnell auf die Toilette geht oder die Milch fertig macht. Wenn ich dann versuche ihn ins Bett zu bringen , haben wir riesiges Geschrei, bis er sich dann nach ca.15 Minuten doch beruhigt (Papa am Babyphon ) und unter Begleitung einschläft. Ich möchte ihm diesen Stress eigentlich ungern antun und meistens bringt ihn jetzt auch der Papa ins Bett aber bin dann auch bissl hin und her gerissen ob wir ihm diese Phase einfach lassen sollen oder ob wir uns "durchsetzen" sollen. Und ob wir es dann nicht verstärken wenn ich mich immer zurück ziehe und den Papa jeden Abend machen lasse.
Ich bekomme vom kleinen "Mama weg" zu hören wenn er seinen Schlafanzug an hat und "Mama runter", ich soll also gehen.
Wenn der Papa mal nicht da ist abends hat es bis auf einmal ganz gut geklappt. Er fragt zwar nach ihm aber ist auch aufnahmefähig für meine Erklärungen und es gibt kein Geschrei.(Papa hat einmal in der Woche Training ).
Wie handhabt ihr das so? Gebt ihr 100% eurem Kind nach oder macht ihr dann auch einfach mal und nehmt Protest und Geschrei und bockig sein in Kauf?
LG
Nur Papa darf ins Bett bringen
Was bringt euch dieser Machtkampf? Wenn er dermaßen brüllt, weil Papa nicht kommt, dann geht doch hin. Das kind hat in dem Moment ein nähebedürfnis nach Papa. Ich weiß selbst noch wie blöd ich das fand, wenn statt Mama der Papa kam. Man fühlt sich als Kind in dem Moment verlassen, auch wenn der andere Elternteil da ist. Und als so kleines Kind vielleicht noch viel mehr.
Es kommen auch andere Zeiten. Freu dich über die Zeit, die du für dich nutzen kannst ;)
Ich persönlich würde nachgeben. wie du selbst sagst ist das eine Phase und die ist auch völlig natürlich und normal. ich halte nix von "durchsetzten" in dem Fall sogar Bedürfnisse ignorieren obwohl es anders zu lösen wäre. bei uns bin ich es die ins Bett bringt und ab und zu sagt sie Papa auch liegen, dann legt sich Papa mit uns zusammen hin. wenn ich nicht da bin und es nicht anders geht versteht sie das dann aber auch und Papa kann sie ohne Probleme hinlegen. meine Tochter ist auch 2 Jahre und ich denke einfach wenn sie das im Moment so möchte und es umsetzbar ist, warum soll ich es nicht umsetzen? Irgendwo habe ich gelesen "Bedürfnisse können nur verschwinden/sich verändern wenn sie gestillt werden" den Satz fand ich sehr schön und ich versuche mich daran zu halten. Es ist immer eine Sache von was ist ein Bedürfniss dem ich nachgehe wenn möglich, (Nähe zu einer bestimmten Person, trösten bei Angst oder begleiten bei wut z.b) und was ist ein Bedürfnis dem man nicht nachgehen muss/soll (süßes haben wollen obwohl man nein gesagt hat z.b) Ich höre auf mein Bauch und stelle immer die Frage MUSS ich jetzt nein sagen oder kann ich dem was das Kind möchte nachgeben bzw es erfüllen. warum sage ich nein wenn ich nein sage (Gefahr z.b oder Dinge die eben nicht zu verhindern sind) Kann ich aber meinem Kind "folgen" dann tu ich das.
Bei uns darf nur die Mama ins Bett bringen, wir versuchen es immer mal wieder, aber Papa hat keine Chance, außer ich bin nicht da. Ich finde es kontraproduktiv und einfach lieblos, dass sie sich vor dem Schlafen so aufregt und womöglich nur vor Erschöpfung einschläft, deshalb kommen wir ihrem Bedürfnis nach, obwohl es sehr anstrengend für mich ist. Ich hoffe es ändert sich auch wieder...
Genieß es, die Zeit für Dich zu haben
Eben deshalb möchte ich ja auch versuchen den Papa zu entlasten. Natürlich legen wir es dabei nicht auf einen Machtkampf an wir hier formuliert wurde. Ich habe es in den letzten Wochen 2 oder 3 x versucht ob er sich nicht doch auch von mir ins Bett bringen lässt. Wir sind ja schon mehr auf der Seite es einfach so zu machen wie der kleine möchte aber manchmal zweifelt man dann doch...
Ich habe unseren Sohn die ersten 2 Jahre ins Bett gebracht und er war ein totales Mama-Kind. Da wurde auch oft gesagt Papa doof, Papa raus etc.
Ich hatte dann aber eine Phase, in der ich einfach wusste ich halt das so nicht mehr lange aus, ich brauche Entlastung. Auch mein Freund wünschte sich sehr, dass er den Kleinen auch ins Bett bringen kann.
Wir haben es dann "durchgezogen",uns abzuwechseln. Anfangs bin ich aus dem Haus gegangen den Abend, später nur noch ins Zimmer nebenan. Zunächst gab es viele Tränen. Ich find es auch doof, dass es so gelaufen ist, aber ich war mir sicher, er kann das aushalten. Er hat sich aber immer nach wenigen Minuten beruhigen lassen nach dem Abschied und dann auch noch gespielt. Also ein bisschen wie Kitaeingewöhnung.
Und inzwischen geht das Insbettbringen bei meinem Freund viel schneller und besser als bei mir und die beiden haben auch dadurch nochmal ein ganz anderes Verhältnis bekommen und für mich ist es eine riesen Entlastung.
Also unterm Strich finde ich, hat es sich bei uns gelohnt.
Wenn du denkst, dass es bei euch nur so eine Phase ist zB, würde ich es nicht machen. Wenn ihr das wollt, müsst ihr auf jeden Fall beide an einem Strang ziehen und dem Kleinen ganz klar signalisieren, wer gerade "dran" ist und dass ihr das zusammen so entschieden habt. Und auch verständnisvoll seinen Frust annehmen und aushalten. Er darf ja wütend und traurig sein, das ist sein gutes Recht.