Im Moment will ich nicht mehr heiraten

Mein Freund und ich sind seit über 4 Jahren zusammen und ich liebe ihn auch bereits seit 12 Jahren. Leider hat er sich erst vor 4 Jahren in mich verliebt.
Für uns war schon am Anfang der Beziehung klar: wir wollen beide auf jeden Fall immer zusammen bleiben, heiraten, Kinder kriegen.
Wir haben beide schon früh von Hochzeit gesprochen die wir später dann Mal irgendwann in die Tat umsetzen wollten.
Ich habe viele Jahre auf einen Antrag gewartet, jeden Geburtstag, Weihnachten, Jahrestage usw. darauf gehofft endlich einen Antrag von ihm zu kriegen. Er hat früher viel davon geredet aber passiert ist nie etwas.
Wir hatten viele Gespräche darüber und er hat mir oft gesagt, dass er noch nicht bereit ist und es eben "gerade nicht passt" obwohl er eben auch viele Andeutungen gemacht hat das es bestimmt irgendwann Mal bald so weit ist.
Das hat mich eben sehr oft enttäuscht.
Hinzu kommt noch, dass ich auch einen sehr großen Kinderwunsch hatte der genauso behandelt wurde wie das Thema Hochzeit.
Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden das er freiwillig nie auf die Idee kommt Nägel mit Köpfen zu machen. Jedenfalls nicht "in nächster Zeit", da er auch das Thema nie von alleine anspricht usw.
Unsere Zukunft planen wir so gut wie gar nicht mehr richtig. Er möchte nur unbedingt einen Hund und dafür eben auch in eine Wohnung umziehen die Hunde erlaubt.
Jedenfalls habe ich mir jetzt schon öfter Gedanken gemacht und fange an unsere Beziehung so zu akzeptieren wie sie ist. Ohne Hochzeit und auch wahrscheinlich keine Kinder (hinzu kommt noch mein PCO und kaum Eisprünge). Ich habe angefangen mich damit abzufinden und habe ihm das auch gestern gesagt.
Ich habe ihm gesagt, dass ich nicht mehr auf einen Hochzeitsantrag warte und im Moment auch gar nicht mehr heiraten will weil ich so lange gewartet hab und enttäuscht wurde und jetzt ist mir das eben einfach nicht mehr so wichtig wie früher. Und das ich unsere Beziehung so akzeptiere wie sie ist.
Er hatte 4 einhalb Jahre Zeit Nägel mit Köpfen zu machen aber hat nichts gemacht.
Jetzt bin ich es leid zu warten und nehme es eben so hin wie es ist.
Dann leben wir halt unverheiratet weiter und sind so auch glücklich. Ich könnte damit gut leben.
Er ist gestern aus allen Wolken gefallen und hat gesagt dass ich alles ruiniert habe und er mich jetzt gar nicht mehr fragen kann weil er mir danach erzählt hat wie er sich immer den Antrag vorgestellt hat usw. und ich das jetzt weiß. (Dabei hatte er aber auch nicht vor demnächst einen Antrag zu machen).
Jetzt ist er wütend und redet kaum noch mir mir und sagt das ich alles kaputt gemacht habe.
Dabei wollte ich ihm doch eigentlich einfach nur sagen, dass ich unser Leben so wie es ist jetzt auch akzeptiere und nicht mehr so auf eine Hochzeit usw. poche.
Hätte ich das einfach für mich behalten sollen und nichts sagen sollen?
Ich fühle mich furchtbar.

10

Irgendwie klingt das alles ein bisschen "naiv". Du hast "viele Jahre" auf einen Antrag gewartet? Öhm.. ihr seit gerademal seit 4 Jahren zusammen, wie willst du da schon "viele Jahre" gewartet haben. Oder hast du schon auf einen Antrag gewartet bevor ihr zusammen wart?

"Für uns war schon am Anfang der Beziehung klar: wir wollen beide auf jeden Fall immer zusammen bleiben, heiraten, Kinder kriegen." - Jaja, das sagen (fast) alle. Am Anfang. Auch die 30-40% die dann später beim Scheidungs-Anwalt stehen und um jeden Cent streiten.

"Ich habe ihm gesagt, dass ich (...) nicht mehr heiraten will weil ich so lange gewartet hab und enttäuscht wurde" - Da hätt ich mir aber auch mal an den Kopf gefasst. Ihr seid seit 4 Jahren zusammen, 4 Jahre! Das ist nicht lang!

"Ich habe viele Jahre auf einen Antrag gewartet, " - Öhm, wenn es dir so wichtig ist, warum hast nicht einfach du einen Antrag gemacht? Wir leben im 21. Jhd, diese uralten Rollenbilder dass es unbedingt der Mann sein muss sollten langsam ausgedient haben.

Insgesamt finde ich das alles ewas kurios bis, wie erwähnt, "naiv". Mein persönliches Gefühl: Ich weiß ehrlich nicht gesagt ob jemand der 4 Jahre also unendlich lang empfindet und nach 4 Jahren Beziehung schon aufgibt weil ihm alles zu lange dauert wirklich reif genug ist für eine Ehe welche (vom Konzept) auf ein ganzes Leben ausgerichtet ist.

1

Hallo,

das beruhigt sich schon wieder. Wie alt seid ihr? Ich selbst wollte auch nie heiraten. Jetzt, nach fast 20 Jahren, habe ich dem endlich zugestimmt. Mein Freund bzw. jetzt Mann hatte mich vor ein paar Jahren gefragt und meine Antwort war: ich weiß es nicht.

Ich hatte einfach eine Panik, dass was schief gehen könnte, dass ich nicht der Heiratstyp bin, usw.

Mein Mann war damals auch enttäuscht, weil ich nicht freudestrahlend ja gesagt habe. Vielleicht ist dein Freund auch so, dass er Angst vor so großen Entscheidungen hat und hat deshalb noch nicht den Schritt eines Antrages gemacht.

Sprecht euch aus, das haben wir auch gemacht und du siehst, es ist alles in Ordnung gekommen.

2

Danke für die Antwort. Wir sind 28 und 29.
Ich würde mich gerne mit ihm aussprechen aber er blockt alles ab und sagt das weitere Diskussionen darüber nur alles schlimmer machen. Es ist auch nicht so das ich ihn überhaupt nicht heiraten will. Ich warte nur einfach nicht mehr darauf.

3

Ich weiss nicht so recht, was du hier hören möchtest. Ich denke tatsächlich, dass du besser nichts gesagt hättest. 4 Jahre Beziehung sind zwar lange, aber auch keine Ewigkeit. Ich kenne viele Paare, die bei der Hochzeit schon viel länger zusammen waren und ich selber habe auch erst nach 6 Jahren Beziehung geheiratet.

4

Nein, wieso? Ihr seid erwachsene Menschen, er wird damit umgehen müssen, wenn du nach vier Jahren voller Unterhaltungen darüber dann für dich eine Entscheidung triffst. Es ist ja keine Trennung. Er wusste offenbar, wie wichtig dir das ist, dass du auch nicht ewig warten willst - da finde ich es reichlich vermessen zu sagen "Jetzt hast du aber alles ruiniert, in ungefähr 5 bis 6 Jahren hätte ich dann nämlich den perfekten Antrag gemacht!" Ist doch kindisch.

Ich würde ein bisschen warten und die Sache dann nochmal gemeinsam besprechen. Ihm signalisieren, dass man eine konkretere Perspektive braucht und sich eben aus reinem Selbstschutz auch nicht ewig mit Luftschlössern beschäftigen möchte, sondern darum erstmal innerlich mit dem Thema abgeschlossen hat. Vier Jahre sind eine lange Zeit, wenn man sich von Anfang an sicher ist, heiraten zu wollen. Da finde ich es nachvollziehbar, wenn man irgendwann keine Lust mehr hat auf "passt gerade nicht" - irgendwas ist halt immer :-D

5

Danke für die Antwort. Wir haben nochmal geredet und er versteht mich jetzt.
Wir lassen das Thema jetzt erstmal auf sich beruhen.

6

Mal abgesehen davon, dass du ziemlich schnell, ziemlich ungeduldig bist, finde ich sein Verhalten, nun dir die Schuld in die Schuhe zu schieben nicht in Ordnung. Ich würde das Gespräch suchen und die Beziehung als solche eventuell überdenken. Du schreibst einige weitere Dinge, die man durchaus als Red Flag zählen kann.

8

Ich sehe auch einige Red Flags.

7

Auch wenn ihr das Thema für den Moment aussortiert habt, würde ich an deiner Stelle in mich gehen und mich trotzdem fragen, ob ich in dieser Partnerschaft eine Perspektive auch für MICH sehe. Er will einen Hund und in eine geeignete Wohnung ziehen. Bist du sicher, dass nicht du der Hundesitter wirst, dass er mit dem Hund 3x/Tag und das jeden Tag laufen gehen wird?

Zudem würdest du gerne eine klassische Familie haben mit Heirat, Hochzeit, Kindern. Du sagst, du habest dich arrangiert. Und jetzt spule gedanklich 20-30 Jahre weiter. Siehst du dich unverheiratet und ohne Kinder? Joa, kann alles noch passieren. Aber mich dünkt, dass ER in eurer Beziehung die Fäden in der Hand hat. Hier musst du wachsam sein. Willst du eine solche Beziehung, wo deine Wünsche zunichte gemacht werden und alles von seinem Goodwill abhängt? Betteln um Heirat, Betteln um Kinder.. Schau mal ins Trennungsforum. Da schrieb eine Userin vor einigen Tagen von 22 Jahren „wilder Ehe“. Sie hat nichts und pudert ihm den A… Haben einen Hund zusammen (auf den sie grösstenteils schaut), keine Kinder. Vielleicht will sie sich jetzt trennen. Lass es bei dir nicht soweit kommen und steuere du deine Beziehung besser, bevor es zu spät ist. Sprich: Steh für deine Ziele ein. Auch wenn es mit einem Kind nicht klappen würde, ist es zumindest eine biologische Entscheidung und nicht abhängig von den Launen eines anderen.

9

bei 4 Jahren Beziehung hast du "jahrelang" auf einen Antrag gewartet? Hä? 4 Jahre sind doch nichts, zudem seid ihr noch jung. Man kann sich viel vornehmen...von wegen, dass man immer zusammenbleiben will mit dem ganzen Programm...aber solche Spinnereien zu Anfang einer Beziehung sind m. E. auch irgendwie wertlos. Man kennt sich noch nicht wirklich, das Verliebtsein vernebelt das Gehirn ect. pp. Vielleicht fühlt er sich persönlich einfach noch nicht gefestigt genug für die ganze Verantwortung, die Kinder und der ganze Rest mit sich bringen. Ich hätte als Mann (und auch andersherum als Frau) wenig Ambitionen, unter soviel Erwartungsdruck zu aggieren. Man macht einen Antrag, wenn man es fühlt, wenn man sich bereit fühlt, nicht, weil man weiß, dass der andere das erwartet. Ich frage mich, warum man in einer 4-jährigen Beziehung so einen Druck macht. Was verlierst Du denn, wenn er erst in 3, 4, 5 Jahren einen Antrag macht, oder gar nicht? Wenn ihr glücklich seid, dann spielt das doch eh kaum ne Rolle. So eine Heirat sagt doch auch nichts über die Haltbarkeit der Beziehung. Irgendwie erinnert mich Dein Verhalten an das eines bockigen Kindes. Der Mann tut mir fast ein bisschen leid. Ich würde auch empfehlen, mit einer Hochzeit zu warten, bis alle Beteiligten erwachsen genug sind ;-)

11

Gegenfrage: Warum hast du den Antrag nicht gemacht? Und nach all den Jahren ist es jetzt arschig von ihm dir die Schuld zu geben, dass der geplante Antrag ins Wasser fällt. So ganz sicher ist eure Beziehung nicht, oder?

12

Antrag oder nicht ist doch eigentlich wurscht.

Du willst heiraten und Kinder kriegen.
Er will einen Hund.

Vielleicht wäre es sinnvoll, diese Beziehung generell zu überdenken, wenn die Lebensplanung so gar nicht übereinstimmt?