Kleinkind hat Befehlston drauf

Meine kleine 2 1/2 jährige Tochter hat zur Zeit einen ziemlichen „Befehlston“ drauf und erteilt Erwachsenen „Anweisungen“… diese können beispielsweise so aussehen:

„Du darft hier nicht hinsitzen“ „Du darfst hier nicht rein“ „Geh raus“ „Fass das nicht an“ „Du darfst das nicht nehmen“


Wir reden eig nicht so mit ihr und ich weiß aktuell nicht ob das ganz normal ist (und vl auch noch an sprachlichen Hindernissen liegt) oder ob das in ne komische Richtung geht.

Kennt ihr das von euren zweijährigen auch? Kann sie ihre Wünsche nicht anders ausdrücken oder sollte ich daran arbeiten, dass sie aufhört alles so „zu befehlen“?

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Achtet mal ganz bewusst darauf, was und vor allem wie ihr etwas zu ihr sagt.

Wir reden auch nicht ständig im Befehlston, trotzdem hört es sich von unserer Jüngsten nachgesprochen schon mal so an.

Beispiel: Sie möchte etwas machen, man bereitet es vor oder hält es ihr hin und sagt einfach nur als Aufforderung „Mach“…
Oder die eine Puppe darf nicht in die Badewanne und man erklärt: „Die Puppe darf nicht ins Wasser…“
Und sie sagt in einer anderen Situation etwas ähnlich mit „Du darfst nicht…“
Aus ihrem Mund nachgesprochen hört es sich tatsächlich sehr oft nach Befehl an, obwohl wir es eigentlich freundlich kommuniziert haben.
So ähnlich könnte es bei Euch vielleicht auch sein.

LG

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Genau so ist es hier auch!
Unser K1 plappert genau das nach, was wir sagen. Und oft sprechen wir im Imperativ, weil er nicht viel Zeit hat 🤣 er ist sehr aktiv.

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Ich halte das jetzt nicht für außergewöhnlich wenn ich ehrlich bin, auch wenn es möglicherweise nicht jedes Kind macht. Ich würde aber immer wieder gleich darauf reagieren und sagen das man das so nicht sagt.
Aber es ist auch nicht schlecht wenn man auf sich selbst achtet, denn manchmal merkt man selbst nicht wie man spricht. Vielleicht kam das auch schon vor und sie spiegelt es nur.

Ela

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Das hat auch unteranderem mit der Sprachentwicklung deines Kindes zutun. „Höfliche“ Sätze sind einfach komplex für ein Kind.
Ein „geh raus“ sind nur zwei Wörter, während „kannst du bitte rausgehen“ schon ein hohes Sprachniveau erfordert.

Klar - es gibt vereinzelt Kinder, die schon in frühen Alter so fit sind, aber das ist die Ausnahme.

Spiegel dein Kind. Wenn es sagt „geh raus“ sahst du „ah, du möchtest das ich aus deinem Zimmer gehe ?“ (sehr freundlicher Ton) und gehst dann halt.

Dann achte auf deine eigene Kommunikation mit deinem Kind und deinen Umfeld. Daran orientiert sich dein Kind und lernt, wie es solche Floskeln nutzt.

Mein Kind (ist aber bereits wesentlich älter) hat auch manchmal einen Ton drauf, der echt doof ist. Mein Kind ist sprachlich und kognitiv aber so weit (weil wesentlich älter), dass ich ihr sage, dass sich das kränkend anfühlt. Mein Kind beginnt zu begreifen, dass Worte in anderen was auslösen (Perspektivwechsel).

Hab Geduld und übernehme bei anderen auch gerne mal für sie das bitte.

„Geh weg, Oma !“

Du: „Oma, kannst du bitte ein Stück weggehen? Xy braucht etwas platz. Danke Oma“

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Das ist eine ganz normale Phases. Und geschmeidige Sätze gibt der Wortschatz halt noch nicht her. Sie will grad einfach bestimmen und selbstwirksam sein/ihre Welt mitgestalten.

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Ich finde, Du schreibst hier immer sehr hilfreiche Beiträge. Wir haben gerade das gleiche Problem zu Hause. Hast Du einen Tip, wie man dem am besten begegnet?

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Hallo,

also erstmal Danke für Deine Rückmeldung zu meinen Beiträgen :-)

So einen richtigen Ratschlag kann ich aus der Entfernung nicht geben, aber ich habe ein paar grundsätzliche Idee, die ich teilen kann.

Zum einen ist es denke ich, insgesamt in der Erziehung und im zwischenmenschlichen Miteinander, sehr oft sehr wichtig, dass man Dinge nicht auf sich bezieht, man sie nicht persönlich nicht, und man merkt was bei einem angetriggert wird. Sehr oft haben Eltern die Idee, das Verhalten ihres Kindes hat zwingend was mit ihnen, ihrer Beziehung zum Kind zu tun und es wird anhaltende negative Folgen haben, wenn man jetzt nciht durchgreift.

Also, wenn man z.B. ein Kind hat, dass einen wegschickt "geh weg/du darfst da nicht rein" und man macht das dann einfach..dann haben viele die Idee, das Kind lernt jetzt ein für alle mal und jede folgende Situation, dass man die Mama/den Papa rumschicken und Befehle erteilen kann. Das ist nciht so.

Auch ist es nicht so,dass das Kind einen z.B .wegschickt, weil es einen nicht mag, oder grad persönlcih ablehnt. Das macht was mit Elter, lässt Emotionen mit einfliesen und macht das ganze komplizierter als es ist.

Dabei ist es für das Kind oft so, dass es wirklcih eigene Entwicklungsschritte grad zu gehen hat. Dass bei ihm gerade die Erfahrung "ich bin Selbstwirksam, ich kann Menschen sagen geh weg...und dann gehen die...Ich habe ein eigenes Zimmer, und darf bestimmen, wenn ich alleine in meinem Zimmer sein will" im Fokus steht und nciht die beziehung zu den menschen, die man halt dann wegschickt, oder zurechtweist. Das Kind kann nicht gleichzeitig empathisch, egozentrisch, selbstbestimmt und angepasst sein...

Durch das Wegschicken und Befehlen wird, also ich spreche jetzt pauschal, man muss sich Situationen dann schon noch einzend betrachten und die schon auch die Beziehungen die untereinander herrschen, denn es kann auch mti der Beziehugn zusammenhängen,d ass ist klar.

Aber mal pauschal gesprochen, wenn das Kind einfach grad eben in dieser Entwicklungsphase hängt.

Es machtSelbstwirksamkeitserfahrungen (ich kann etwas bewirken)..das ist für die Entwicklung von Selbstwert und für die Ausbildung der Idee "wenn ich ein Problem hab, dann pack ich es an, denn ich kann etwas bewirken" wichtig.

Und es lernt den Umgang mit Grenzen. Und zwar den eigenen. Ich habe Grenzen, ich äußere sie, das Gegenüber nimmt sie ernst und bügelt sie nicht ab, geht nciht einfach drüber, verbietet sie mir nicht. Und es lernt auch die Grenzen der anderen..wenn man sich nämlcih grad nciht aus der Küche wegschicken lässt, weil das nunmal ein Gemeinschaftsraum ist, oder wenn man sagt "du Lisa, ist okay, wenn du das alleine machen möchtest, aber ich will, dass du höflich mit mir sprichst".

Also ich würde versuchen:

1. Die Situation nicht persönlcih zu nehmen.

2. Hineinhören, welche Ängste aufkommen. (Oh Gott, mein Kind ist nicht erzogen, wie spricht sie mit mir, was hab ich da verbockt?Wie kann ich das wieder grade biegen).

3. Keine Angst haben, dass solche Situationen ein Indiz sind, dass sich langfristig Schieflagen/Respektlosigkeiten in der Mutter-Kind Beziehung einschleichen. Nicht die Idee haben "so redet ein kind nicht mit seinen Eltern, ich muss jetzt dafür sorgen, die Überhand zu behalten".

4. Überlegen, was das Kind grad möchte und braucht...und dann überlegen, ob es sein Recht ist das einzufordern. Also, wenn es mich aus seinem Zimmer schickt, weil es allein sein möchte..oder wenn es sagt ich darf etwas nicht anfassen..dann kann das ja durchaus in Ordnung sein. Dann kann man das auch kommunizieren, und eben aber z.B. auf den Tonfall/die Formulierund hinweisen. Wenn der Tonfall unverschämt ist, kann man sagen, dass man dass netter sagen kann.

Ich würde auch immer verbalisieren, dass ich das Bedürfnis/den Wunsch dahinter erkenne und ncith einfach stillschweigend den Befehl ausführen. also, wenn das Kind mich wegschickt, sage ich "möchtest du wohl grad ein bisschen Zeit für dich in deinem zimmer haben? Versteh ich, dann geh ich in die küche, du findest mich da, wenn du was brauchst" Ich signalisiere "Ist okay, was du möchtest, ich geh darauf ein, aber nicht, weil ich deinen Befehl ausführe, sondern ich verstehe und respektiere deinen Wunsch..ich habe kein Problem damit diesen Wunsch zu erfüllen..". Also das wäre denke ich gut, wenn man eben nicht den Befehl hört und auf ihn reagiert, sondern auf das was dahinter steht.

Und dann kann es eben auch sein, dass man mal "nein" sagt...also "nein ich geh nciht aus der Küche, wenn du gerade Ruhe brauchst, geh bitte in dein Zimmer. Die Küche ist für alle da". Oder "doch ih fass das jetzt an, weil so wie da grad dran rum zuppelst, geht das kaputt und das möchte ich nciht, weil wir das noch brauchen" oder so...

Oder wenn mich der Tonfall echt mal anfasst, weil ich grad einfach ungeduldig bin, weil es mich einfach nervt, weil ich halt ein Mensch bin, und weil der Tonfall eben mitunter einfach wirklich patzig sein kann...dann sage ich "du das stört mich, wenn du so mit mir sprichst. Du kannst mir sagen was du möchtest und was nicht, aber bitte oder zu schimpfen oder zu jammer, auf dem Ohr hör ich nämlcih ganz schlecht" das ist ehrlich und wie ich finde völlig in Ordnung.

Ja...das fällt mir spontan dazu ein.

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So kleinen Kindern ist ja noch nicht klar, dass das kein geeigneter Ton ist. Da würde ich einfach gutes Vorbild sein, und das, was das Kind sagt freundlicher formulieren, so wie: Du möchtest nicht , dass ich mich da hinsetze? Warum nicht?

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Sprachliches Thema.
Du wirst wohl auch noch selber eher kurze Sätze verwenden damit sie es versteht. Ich möchte... Kannst du langsam in solchen Situationen einführen.

Dazu kommt ein Schuss Autonomie. Für sie ist das auch Spiel. "ich sage an".
Ich würde die Formulierung korrigierend da mitspielen wo es dir passt aber zB in der vollen Bahn ist das halt nicht drin.
Wenn ich nicht dazu sitzen darf bin ich halt auch nicht da zum rumkommandieren. Hier gibt sich sowas dann immer relativ schnell. Sie wollen ja mit uns interagieren. 😉

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Das Kind ist 2 Jahre alt! Das gibt sich alles. Meine Schwester und ich haben statt: "Oma, magst du uns bitte eine Fanta geben" auch noch mit 5 "Oma, was trinken!" gesagt, und Oma hat uns nie gebeten, unser Ansinnen anders zu formulieren.

Eine Mitschülerin in der Grundschule hat auch immer die Lehrerin geduzt: Frau Meier, kannst du... und irgendwann sagte Frau Meier: du bist das einzige Kind an der Schule, das mich duzt. Und das Mädchen: ich duz dich doch gar nicht!

Bei uns im Kindergarten war das normal: Frau Meier, kannst du mir helfen? Warum ich das "Sie" in der Schule dann drauf hatte und fast alle anderen aus der Klasse auch, weiss ich nicht mehr.

Ich würde selbst vermehrt Bitte, Danke etc. Sagen, dann wird sie es mit der Zeit lernen. Aber für "wenn du mich anständig bittest, bekommst du xy sofort, aber nicht in dem Ton" oder ähnliches ist es mit zwei doch viel zu früh...