Wie schaffen es sich viele ein Haus zu leisten?

Guten Abend,

Ich arbeite in Teilzeit 30 Wochenstunden und habe 1.600 netto. Mein Partner arbeitet 40 Stunden und bekommt 3.500 netto, was ich persönlich jetzt nicht als sooo wenig empfinde.
Wir haben keine Kinder.

Dennoch schaffen wir es seit Jahren nicht, eine bezahlbare Immobilie zu kaufen, da uns schlichtweg Eigenkapital fehlt.

Wir mussten uns kürzlich gezwungenermaßen ein neues Auto sowie eine neue Waschmaschine kaufen, somit ist auch der letzte Rest EK, den wir angespart haben, nun aufgebraucht wir und haben leider weder reiche Verwandte noch geerbt oder sonstiges.

Trotzdem sehe ich so unglaublich viele Menschen in meinem Freundes- , Bekannten- und Familienkreis, die sich ein Haus gekauft oder sogar gebaut haben, die augenscheinlich aber auch keine besser bezahlten Jobs haben als wir. Dementsprechend kann ich mir auch nicht vorstellen, dass diese Leute es geschafft haben, sich Unmengen an Eigenkapital anzuhäufen.

Mein Cousin zb ist Fahrzeuglackierer, seine Frau Kosmetikerin in Teilzeit. Beide haben sich jetzt ein Haus finanziert für sagenhafte 800.000 Euro mit 100.000 Euro Eigenkapital. Angeblich ohne dass sie von den Eltern o.ä. finanziell unterstützt wurden. Ich wollte dann natürlich nicht so dreist sein und fragen, woher sie das ganze EK haben.

Zudem sind sie die letzten Jahre teils mit Sabbaticals viel in der Welt rumgereist, haben sich dafür erst für teures Geld einen Campingbus gekauft und umgebaut und haben da auch nicht gearbeitet, demnach frage ich mich, woher kommen solche massiven Summen EK?

Und generell frage ich mich so langsam wirklich, was wir falsch machen, da wir nicht mal einen Kredit über 500.000 bekommen (Schufa natürlich keine negativen Einträge).

Letztens hatte ich Klassentreffen und bin fast vom Glauben abgefallen, als Fotos und Instagram-Accounts rumgezeigt wurden. Jeder, wirklich jeder außer mir wohnt in einem großen Haus mit Garten und natürlich sind die Häuser entweder neu und supermodern eingerichtet, oder komplett saniert und ebenfalls eingerichtet wie aus dem Katalog.

Dazu dann natürlich noch 2 fette Autos vor dem Haus, 2x im Jahr in den Urlaub und von den Leuten hat nach dem Abi auch nicht jeder studiert oder einen tollen Job in irgendeiner Führungsposition - meistens arbeiten die Frauen nicht mal, sondern sind nur noch Hausfrau und Mutter.

Was machen wir falsch? Die Frage ist wirklich ernst gemeint. Wie kann es sein dass keiner aus meinem Jahrgang eine Wohnung hat, sondern alle sich schicke Häuser leisten können und bei uns scheint das Ganze ein Ding der Unmöglichkeit zu sein?!

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Ihr habt keine Kinder und ein monatliches Nettoeinkommen von 5.100 Euro. Je nach Wohnort ist es mehr oder weniger Geld, aber schlecht verdienen tut ihr nicht.

Dennoch muss man sich fragen, wo das Geld jeden Monat bleibt? Ich an eurer Stelle würde schauen, wo die Leckage ist, denn irgendwas müsst ihr ja mit dem ganzen Geld anstellen.

Zweitens solltest Du überlegen deine Stunden zu erhören. Warum arbeitest Du in TZ und nicht in Vollzeit? Ich meine, da sollte man ansetzen wenn man einen großen Traum verwirklichen möchte. Viele hängen neben den Jobs in VZ auch noch einen Minijob ran, damit man sich entsprechend das leisten kann, was man möchte. Von nix kommt nix 😌

„andere haben nach dem Abi auch nicht studiert, manche gehen gar nicht arbeiten“
—> was andere haben / machen / sich leisten können, sollte egal sein. Nichtsdestotrotz ist es meist so, dass einer von beiden einem sehr anstrengenden und fordernden Job nachgeht, und mit einem fetten Jahresgehalt nach Hause geht.

Ich bin immer für Team Ehrgeiz und Fleiß, habe mir das was ich habe, selbst erwirtschaftet und erfreue mich daran. Ob andere nun Erben sind oder nicht, spielt keine Rolle

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Ich würde tatsächlich mal ein Haushaltsbuch schreiben. Da kommen viele unentdeckte Ausgaben vor.

Oft schleichen sich Gewohnheiten ein, die am Monatsende doch viel Geld verschlucken, wie zb Einkäufe beim Bäcker, schnell mal Essen bestellen, vermeintliche Kleinigkeiten bei Amazon bestellen, Abos etc.

Ich würde direkt ein weiteres Konto einrichten und jeden Monat einen Betrag überweisen. Ebenso Steuerrückzahlungen direkt dorthin. .

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1. Viele erben tatsächlich beträchtliche summen oder das Grundstück oder bauen auf dem Grundstück der Eltern, sanieren das Elternhaus
Oder die Eltern bezusschussen es.

2.bis vor 2 Jahren ca. Wurden einem Kredite hinterher geworfen. Ich würde mich an eurer Stelle fragen, warum ihr damals keinen Kredit hättet haben können? Viele deiner Beispiele werden zu der Zeit finanziert haben. Bei 1% Zinsen und ohne Eigenkapital. Ob sie dann das Haus noch haben, wenn die zinsbindung ausläuft? Wer weiß.
Da brauchte man nicht mal Eigenkapital.

3. Viele sind bereit noch einen nebenjob zu machen. Warum arbeitest du nicht vollzeit? Auch hinsichtlich Rente wäre mir 1600 zu wenig.

4. Manche leben sehr sparsam. Ihr scheinbar nicht.

5. Manche bauen sich ihr Haus halt aufs Land, wo es günstig ist.

Es ist nicht alles Gold was glänzt.

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Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass ein „einfacher“ Fahrzeuglackierer und eine „einfache“ Kosmetikerin momentan tatsächlich 700.000€ von der Bank bekommen haben. Da muss mehr dahinter stecken, als du weißt.
Habe das gerade mal im Internet als Summe angegeben und da kommt eine Rate von 3.200€/Monat bei raus und das würden wir bei 8.000€ Nettoeinkommen nicht einmal aufnehmen.

Ansonsten gehen bei anderen meistens beide Vollzeit arbeiten, wenn keine Kinder vorhanden sind. Du gönnst dir dafür den Luxus weniger zu arbeiten. Beides geht meistens nicht.

Wer heutzutage tatsächlich baut oder ein Haus kauft, der muss genug Geld verdienen und EK vorweisen. Die Banken haben sich da mittlerweile gut abgesichert.
Dann ist bei euch die Frage: Was passiert mit eurem Geld? Wo geht es hin und vor allem für was. Da

Bearbeitet von Wahrheit.
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Erstens: das, was andere auch schon nannten - Erbe oder Hilfe durch Eltern, ältere Kredite zu günstigeren Konditionen.

Zweitens: die Hütten gehören in vielen Fällen der Bank😀. Ich arbeite als Quereinsteiger bei einer Bank und wusste vorher auch nicht, dass viele Leute (mehr als man denkt) hoch verschuldet sind und die Häuser noch lange nicht abbezahlt sind. Ich frage mich oft, wie man manche noch ruhig schlafen können, Pfändungen und Zwangsvollstreckungen sind an der Tagesordnung. Also kein Grund, sich schlecht zu fühlen, es ist nicht alles Gold, was glänzt.

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"sind NUR Hausfrau und Mutter" = arbeiten NICHT.

Und das im Jahr 2024 von einer anderen Frau.
Das ist wirklich traurig.

Ich lege Dir bevor Du selbst Mutter wirst das Buch "wir sind doch alle längst gleichberechtigt" ans Herz.

Und auf dem selben frauenfeindlichen Niveau könnte ich Dich fragen: Warum arbeitest Du nur Teilzeit wenn Du nur Nicht-Mutter bist?

Geh doch VZ arbeiten dann klappt es auch mit dem Haus!

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Oh bist du aber getriggert.
Ich lese das völlig wertfrei, dass sie "nur" Hausfrau und Mutter sind und daher (und darum geht es) eben ein Einkommen weniger zur Verfügung steht.
Genauso hätte man auch schreiben können:
Es geht "nur" der Vater arbeiten...
Sie haben "nur" ein Einkommen...
Denn genau darum geht es hier ja- dass Menschen, die vermeintlich viel weniger haben, sich viel mehr leisten können als die TE. In diesem finanziellen Zusammenhang finde ich persönlich das "nur" tatsächlich absolut nicht problematisch. 🤷‍♀️

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Ergänzend zu Antwort 8, die es völlig korrekt auf den Punkt bringt, ist eine Mutter oder ein Vater eben „nur“ Hausfrau-/Mann und Mutter/Vater während erwerbstätige Elternteile nunmal Arbeitnehmer „und“ Eltern mit verantwortlichem Haushalt sind.
Das ist eine völlig wertfreie und korrekte Aussage.

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Also wir konnten uns mit weniger Gehalt als ihr und 2 Kindern ein Haus leisten, indem wir in einer Gegend wohnen, wo Häuser günstig sind. Unseres ist zwar ein altes Haus, aber bereits gut saniert (Dach neu und gedämmt, Wasser und Strom neu (dabei auch Bäder modern gestaltet), Fassade gedämmt usw.). Dennoch hat es nur 250tsd gekostet. Bei so "kleinen" Summen machen Banken dann durchaus auch Finanzierungen ohne EK, wie bei uns. Manche Leute halten davon nichts aber ehrlich gesagt schlafe ich dennoch sehr gut. Wir werden demnächst dank der Förderungen auf eine Wärmepumpe umrüsten und damit würden wir das Haus dann sicherlich auch für das losbekommen, was noch zurück zu zahlen ist. Die Bank sah ja offenbar auch kein zu großes Risiko darin.
Unsre Autos sind allerdings weder besonders, noch neu. Das könnten wir uns auch nicht zusätzlich leisten.

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Also hier haben auch fast alle ein Haus. Die meisten haben ne Ausbildung gemacht und Geld verdient seitdem sie 16 sind, keine Ausgaben gehabt und gut Eigenkapital angespart oder bei 1% Zinsen zugeschlagen.
Mein Mann und ich haben lange studiert bis wir mal irgendwann Geld gespart haben hat und wir unsere studienkredite abbezahlt haben.
Wir haben unser Eigenkapital innerhalb von 4 Jahren aufgebaut.
Wir haben einen sehr günstigen Lebensstil, günstige Hobbys, günstige alte Autos, campingurlaub, kein Essen gehen,…
Wir haben jetzt ein haus aus den 80ern auf dem Land gekauft, trotz 2 Kindern, ich arbeite 30 Stunden, mein Mann 40 und wir haben monatlich 5800 - es ist also denke ich durchaus machbar, wenn es einem wichtig ist und man dafür auf anderes verzichtet.

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Hallo

Wie andere das machen - auch keine Ahnung. Kann sein, dass Erbvorbezüge oder Privatdarlehen stattgefunden haben. Wir haben alles stets alleine finanziert. Das war nicht einfach, und jeder Cent wurde eine zeitlang umgedreht. Wir hatten damals bereits zwei Kinder. Wo wir stark sind: Viel DIY, keine unnötigen Kosten (tlw am Handwerkern gespart), keine teuren Hobbys, keine Kosten für süchtigmachende Genussmittel (okay, an Süssigkeiten sparen wir selten). Kaufen nicht dauernd Kleidung ein, sondern wenig, aber von adäquater Qualität usw. Lebensmittel so günstig wie möglich (Coupons über Apps einlösen; an den Bio-Label glauben wir wenig).
Irgendwo könnt ihr bestimmt auch drehen, wenn ihr unbedingt ein Haus wollt. Mehr arbeiten; Weiterbildung und besserer Job, in günstiger Gegend wohnen pp.