Kleinkind

  • 19.03.17 - 20:47

    Umgang mit "Gewalt" bei 2-jähriger (und mehr...)

    Hallo Ihr Lieben,

    eigentlich versuche ich, die Erziehung meiner Tochter (knapp 2 1/2) so intuitiv wie möglich zu gestalten. Doch so langsam geht mir mit ihrem Verhalten doch die Intuition aus und ich bin mir nicht mehr sicher, ob das, was wir tun richtig ist/sinnvoll ist oder überhaupt irgendetwas bringt.

    Vielleicht könnt ihr mir eure Erfahrungen schreiben, erzählen wie ihr es gemacht habt oder machen würdet?

    Zur Situation:
    Unsere Tochter ist knapp 2 1/2 (November 2014 geboren) Jahre alt. Sie geht seit sie ein Jahr ist in die Kita. Dort haben "die Probleme" auch angefangen.

    Sie hat mit ca. 1 1/2 angefangen die anderen Kinder zu beißen. Meist nur, wenn ihr etwas weggenommen oder sie geärgert wurde oder etwas in die Richtung. Nie "mit (böser) Absicht". Meine Meinung damals war, dass sie einfach mit ihren Gefühlen nicht klar kommt. Sie hat etwas gefühlt (Wut), konnte das nicht einordnen, konnte aber auch noch nicht (gut genug) sprechen und hat sich so ihrem Ärger Luft gemacht. Meine Theorie schien sich auch zu bestätigen, denn als sie anfing zu sprechen und immer besser sprechen konnte hörte das auf. Sie sagte einfach "Nein" oder ähnliches und es war ok.

    Dann fing es mit etwa 2 Jahren an, dass sie sich gebissen hat, wenn etwas nicht funktioniert hat oder sie wütend war. Das was nicht schön, aber immerhin besser als andere zu beißen (zumindest ein erster Schritt...).
    Mittlerweile, 3-4 Monate später ist es nun so, dass sie sich, wenn sie etwas falsch gemacht hat, jemandem weh getan hat, sie sich selbst beißt und sagt, sie habe auch ein "Aua" und man müsse pusten. Sie lenkt also ganz klar ab, wenn ich ihr sage, dass sie sich bei uns entschuldigen muss oder ähnliches. Das gleiche macht sie aber auch, wenn ein anderes Kind sich weh tut und weint. Sie beißt sich in die Hand/auf die Finger, fängt an zu weinen und will die gleiche Aufmerksamkeit. (In der Kita ist es nicht ganz so auffällig wie privat/zuhause, aber auch schon vorgekommen).

    Nun zeigt sie aber nicht nur dieses Verhalten gegen sich. Das wäre das eine.

    Das andere ist, dass sie uns absichtlich weh tut. Sie tritt nach uns, sie haut, sie krallt.Gerade beim w Wickeln kickt sie um sich, dabei bin ich schwanger (22. SSW) und alles reden bringt nix - sie lacht nur.
    Wenn wir ihr sagen, dass uns das weh tut und man so etwas nicht macht, dann lacht sie und macht das gleiche grad noch einmal. Wenn wir ihr dann sagen, dass das so nicht geht und sie, wenn sie das noch einmal tut, sie dann "eine Pause" bekommt, dann lacht sie und legt wieder los. Die Pause sieht dann so aus, dass sie sich aufs Sofa setzen muss oder aufs Bett, ich/wir ihr die Situation erkläre/erklären, was passiert ist und warum sie die Pause braucht um runter zu kommen.

    Klar - sie testet. Sie will wissen, wie weit kann ich gehen. Sie lacht. :-[

    Vorhin, nachdem sie meinen Mann (ihren Papa) getreten hat und solch eine Pause machen musste, hüpfte sie irgendwann auf dem Bett und lachte, sodass sie dann auf der Treppe saß und da weiter machte.

    Normalerweise geht es irgendwann und sie kommt sich entschuldigen, aber auch das klappt immer weniger.

    Ich fühl mich wie bei der Super Nanny und finde es furchtbar. Alles erklären, reden, guten Willen zeigen hilft aber nicht (mehr) und ich weiß einfach nicht mehr, wie damit umgehen ohne vollkommen auszuflippen (was ich doch so überhaupt nicht will...:-()

    Wie reagiert ihr in solchen Momenten? Ich will es ihr einfach nicht durchgehen lassen...aber einer 2-jährigen es so klar zu machen...irgendwie bin ich überfordert.

    Dazu kommen zahlreiche andere kleine Problemchen und unser großes Riesen-Thema das Schlafen...
    Aber der Text ist nun schon ewig ewig lang geworden...ich hoffe ihr habt durchgehalten und habt irgendwelche Tips/Tricks und Zauberfeen für mich.

    LG
    Consanziii

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    • 19.03.17 - 20:59

      Ich wage zu bezweifeln, dass eine 2,5 jährige lange, ausführliche Erklärungen versteht. Da bringt das reden nichts.

      Bei uns ist bei "Gewalt" dann das abends lesen, der Ausflug oder das Eis gestrichen. Und dabei bleiben wir dann auch konsequent.

      Ob das das optimale ist weiß ich nicht, aber bei uns läuft es.

      • 19.03.17 - 21:10

        Deswegen diskutiere ich auch nicht, finde aber, dass man ihr das sagen muss, was gerade das Problem ist.

        Darauf reagiert sie leider überhaupt gar nicht...Fällt der Nachtisch (Joghurt) aus, ist ihr das egal. Süßes mag sie sowieso gar nicht, damit kann ich nicht ködern...Ausflüge sagen wir gar nicht an, damit keine Erwartungshaltung entsteht (erst, wenn es los geht) und wenn das lesen/die Milch wegfallen würde, dann würden wir uns ins eigene Fleisch schneiden (das Schlafen dauert eh schon 45-60 min, ohne das drum herum sicher nochmal so lang..)

        • 19.03.17 - 21:14

          Meine Tochter ist schon älter. Wir besprechen oft zusammen wo es hin geht, da tut es dann schon weh, wenn es abgesagt wird.

          Aber gerade abends dauerte und dauert es noch oft bis 23 Uhr bis sie schläft, obwohl sie spätestens 20 Uhr im Bett liegt.
          Da hab ich sie im Bett oft rufen lassen oder ihr die Musik ausgemacht - das hat sie auch gestört.


      Wichtig ist das du auf ihre Attaken immer exakt gleich reagierst, ganz egal ob du ihr das erklärst oder ihr ein Pause verordnest. Reagierst du immer anders fehlt ihr die Sicherheit. Kinder brauchen aber die Sicherheit das auf ihr Verhalten a immer Konsequenz a folgt, alles andere verunsichert sie und führt dazu dass sie immer weiter ausprobieren.

      Sie bemerkt das sich etwas verändert (Schwangerschaft) und das Erzieher und Eltern nicht immer 100% gleich handeln. Das alles verunsichert sie und sie versucht durch ihr Handeln ihre Grenzen neu auszuloten. Sich selber beißen kann übrings eine Selbstberuhigungstrategie sein, google doch mal Piaget ;)

      • Piaget kenn ich zu genüge ;) (Lehrarmtsstudium und Ref und so ;)) ... Aber danke nochmal...

        Wir versuchen ja, immer genau das gleiche zu tun, in der Kita bekommt sie auch Pausen...nur leider fallen mir nicht mehr die "richtigen Konsequenzen" ein, wenn sie da sitzt und über die Konsequenz zu lachen scheint...

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