Übernachtungsumgang beim Papa - Tipps?

Hallo liebe Väter oder Umgangsberechtigte,

mein Sohn schläft nun seit August jeden zweiten Freitag auf Samstag bei mir. Er ist drei Jahre alt. Insgesamt klappen die Übernachtungen gut und trotzdem hätte ich gerne noch ein paar Tipps. Meistens dann, wenn es Abend und er müde ist, bemerke ich bei mir, dass ich selbst etwas angespannt bin. Ich möchte natürlich, dass unbedingt alles glattläuft - ich denke diese Anspruchshaltung entstand auch aus dem zähen Prozess mit der Kindesmutter, die Übernachtungen mussten gerichtlich durchgesetzt werden.

Gegen 19 Uhr gehen wir zusammen Richtung Bett und schauen noch Bilderbücher (ja, Plural ;)) an. Das kann sich gut und gerne mal eine halbe Stunde ziehen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist auch alles prima. Irgendwann, wenn ich merke, dass er wirklich müde ist, sage ich ihm, dass wir nun das Licht ausschalten, was bei ihm sofort zu Protest führt. Da gibt es dann manchmal auch ein paar Tränen, nicht dramatisch, aber mir fällt es trotzdem jedes Mal schwer. Entweder schläft er dann nach ca. 10–15 Minuten im Bett ein oder ich trage ihn noch etwas auf dem Arm. Danach lege ich mich neben ihn, bis ich sicher weiß, dass er eingeschlafen ist, manchmal auch länger. Er schläft nicht in seinem eigenen, sondern in meinem Bett, das sehr groß ist. Ich habe auch nicht vor, das in absehbarer Zeit zu ändern.

Die Schlafenszeit beträgt meist von ca. 19:30 Uhr oder 20:00 Uhr bis 6 Uhr morgens. Im Prinzip schläft er "durch", wacht gelegentlich halb auf, motzt ein bisschen, schläft dann aber wieder sofort ein. Da er von seiner Mutter noch gestillt wird, äußert er dann morgens, pünktlich um 6 Uhr den Befehl, gestillt zu werden, bis er merkt, dass er bei mir ist. Fläschchen lehnt er ab, also stehen wir eben auf.

Wenn ich das hier so niederschreibe, fällt mir auf, dass das "Problem" vor allem bei mir selbst liegt. Ich merke, dass ich, obwohl die Übernachtungen im Groß und Ganzen wirklich gut funktionieren, immer noch ziemlich angespannt bin.

Hat mir einer/e von Euch Tipps, oder Erfahrungsberichte, wie ihr die Übernachtungen als Umgangsberechtigte mit Kleinkindern etabliert habt? Wie war es bei euch, gabs da auch nächtliches Aufwachen? Wie sah die Routine vor dem Schlafengehen aus?

Vielen Dank

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Versuche diese Rituale doch zu genießen. Ich finde die Abendgestaltung klingt sehr liebevoll :). Und dass ein Kind motzt, dass das Licht aus geht und geschlafen werden soll, ist normal. Unser 4jähriger macht momentan auch gerne einen Aufstand. Es ist einfach viel zu spannend zu Spielen :D. Dein Sohn wird diese Zeit mit dir genießen und wenn diese dann zu Ende geht, ist man traurig. Das spricht einfach nur dafür, dass du alles richtig machst. Auch das nächtliche wach werden ist normal. Einfach kuscheln und Geborgenheit geben, dann ist wieder Ruhe. Es werden auch die Nächte kommen wo er Alpträume hat und das beruhigend nicht so schnell geht, aber auch das gehört dazu. Da sein, Geborgenheit und Liebe geben. Es klingt danach, als würde dein Sohn dies alles bekommen.

Also wenn du ihn das nächste Mal in den Schlaf kuschelst, einfach selbst die Augen zu machen. Ich schlafe dabei manchmal ein :D.

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Ach so, ich bin eine Mama, aber das Prinzip ist das gleiche ;)

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Das klingt doch alles sehr routiniert, normal und liebevoll.

Evtl. könntest du den Übergang von Büchern zu Schlafen noch etwas "flüssiger" gestalten, z.B. indem du ein Lied im Dunkeln anmachst oder vom Tag erzählst (im Dunkeln und Liegen). Aber nur, wenn du willst. Es muss nicht sein und ist keine Garantie, dass es ohne Protest klappt.

Protest an sich und jammern ist auch nicht schlimm und in dem Alter völlig normal. Ruhig bleiben und liebevoll begleiten. Evtl. hilft euch auch ein Morgenritual. Oder statt Milch eine Banane? Milch im Becher? Aber auch das ist nur ein Vorschlag. Es scheint ja im großen und Ganzen reibungslos zu klappen.

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Hallo.

Hast du vielleicht ein Nachtlicht? Oder eine Lava-Lampe? Oder eine Spieluhr mit Licht? Das sind die drei Dinge, die bei unseren Kindern super funktioniert haben. Da ist der Übergang von hell zu dunkel nicht so krass. Unsere große (mittlerweile 15 Jahre alt) liebt noch immer ihr Nachtlicht und schläft nicht ohne.
Unsere kleine (knapp 2 Jahre alt) liebt ihre Sternspieluhr. Die spielt 10 Minuten eine ruhige Melodie und projiziert an die Decke Bärchen mit Sternen. Unser jüngster sieht abends fasziniert auf die rote Lava-Lampe und schlummert so wunderbar ein.

Ich finde es klasse, dass du mit deinem Sohn ein gemeinsames Abendritual hast. Und nach den Bilderbüchern (bei unserer kleinen auch lieber die Mehrzahl) wird bei uns zum Beispiel noch aus einem 365-Gute-Nacht-Geschichtenbuch die eine zum Tag gehörende Geschichte gelesen. Dann weiß die Kleine, dass das nun wirklich die letzte Geschichte für den Tag ist. Danach noch bisschen kuscheln, dann ins Bett und Spieluhr an.

Und ein Tipp, den mir meine Oma (9-fache Mama) gegeben hat: Schraube deine Ansprüche an die eigene Perfektion runter. Kinder dürfen auch mitbekommen, wenn es bei Mama oder Papa mal nicht nur Prospekt-Katalog-Kaufhaus-glänzend läuft. Während wir nämlich planen, kippt das Leben vor Lachen vom Stuhl.
Ich habe es so empfunden, dass ich mir damit ganz viel eigenen Druck rausgenommen habe.

Ich wünsche dir und deinem Sohn eine wunderbare gemeinsame Zeit mit vielen schönen Momenten.

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Das klingt doch super.
Wegen der Angst beim Licht ausmachen. Wie wäre es mit einem schönen Nachtlicht? Oder, wenn du die Tür einen Spalt offen lässt und das Licht von draußen den Raum etwas erhellt?
Ich denke wir sprechen hier von 2 Nächten im Monat. Da kannst du dich doch voll und ganz auf den Prozess mit dem Kind einstellen. Wenn du alles ausenrum ausblendest, wird es sehr entspannt zwischen euch..da bin ich sehr sicher.

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Ich lasse die Kinder (3 und 6) noch gute-Nacht-Musik oder ein Hörbuch hören, wenn sie wollen. Mache die Tür zu und lasse sie alleine. Mit Nachtlicht.
Was genau stresst dich an deinem Abendritual?

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Vielen Dank Euch allen für die Antworten und hilfreichen Tipps. Ich glaube, das Beste, was ich tun kann, ist, mich einfach selbst noch mehr zu entspannen und von dem Wunsch nach einem scheinbar "perfekten" Ablauf Abstand zu nehmen. Ich habe ein Nachtlicht - das ist eine gute Idee, muss nur wieder reaktiviert werden. Das Einzige, was mich stresst, ist der Gedanke, dass es meinem Kleinen gerade nicht gut geht.

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Wieso hast du den Gedanken, dass es deinem Sohn nicht gut geht?
Ehrlicherweise - und das sage ich als Mutter - würde ich sogar, wenn es arbeitstechnisch machbar ist, jeden Freitag als Papatag mit Übernachtung vorschlagen. Für den Kleinen würde sich eine zeitlich kürzere Routine einstellen. Und er würde ziemlich schnell verinnerlicht haben, dass sozusagen der Abschluss der KiTa-Woche beim Papa ist und er dann mit dem Papa ins Wochenende startet. Und auch ein Stillkind kommt mit dem Wegfall einer morgendlichen Stillsitzung in dem Alter klar. Er ist schließlich keine 3 Monate, sondern 3 Jahre!

Meine zwei großen waren 4,5 und 6 Jahre zum Trennungszeitpunkt und ich hätte mich über einen regelmäßigen Abend gefreut, die sie bei ihrem Vater gewesen wären. War leider überhaupt nicht der Fall. Zumal ich dann den Samstag Vormittag für den unter der Woche liegengebliebenen Haushalt effektiv hätte nutzen können.
Ich kann manchmal die Mütter nicht verstehen, die Vätern so dermaßen Steine in den Weg legen, es sei denn, der Vater verhält sich kindeswohlgefährdend.

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Und warum sollte jetzt eine Übernachtung jeden Freitag sinnvoll sein? Das reißt jedes Wochenende auseinander. Die Mutter möchte vielleicht ja auch das freie Wochenende mit dem Kind nutzen. Das Wochenende darf also nicht mit der Mutter starten? Ich würde jedes zweite Wochenende komplett mit der Zeit entspannter für alle finden.

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Was du schilderst ist einfach die absolute Normalität mit kleinen Kindern. Ich finde, du machst das ganz solide und deine Frage hier im Forum zeigt, wie sehr du dich dafür einsetzt. Gerade bei solchen "Bagatellen" ist das ein Plus.
Ich bin verheiratet und wir teilen uns die Bettgehzeiten auf, wie es eben passt. Das unterscheidet sich phasenweise wo das Kind gerade gerne schläft, ob Papa oder Mama besser ist. Hat absolut nichts zu bedeuten.


Mancher Mist der dir hier entgegenkommt ist zurecht auch von der Moderation gesperrt worden. Da fehlt halt einfach oft die emotionale Reife, mit einer Trennung umgehen zu können, das persönliche Niveau. Nimm dir daran bitte kein Beispiel, nur weil bei Urbia im Väterforum im Wesentlichen geschiedene/getrennte Frauen unterwegs sind, die dir (zu 90%) immer gerne erklären warum du kacke bist, egal was du tust.

Bearbeitet von Papaschlumpf
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Vielen Dank für die Rückmeldung. Da ich leider keinen Austausch mit der Mutter führen kann, bin ich auf die Erfahrungen anderer angewiesen. Die Mutter hatte bereits an die erste Übernachtung sehr hohe Erwartungen, nachdem unser Sohn zuvor 2,5 Jahre ausschließlich bei ihr geschlafen hatte. Sie äußerte direkt ihre Unzufriedenheit, als ich damals mitteilte, dass das Einschlafen schwierig war. Zudem wurde mir hier unberechtigterweise vorgeworfen, ich würde vor Gericht etwas erzwingen wollen. Viele, die diesen rechtlichen Weg beschreiten, haben zuvor alle anderen Möglichkeiten ohne Erfolg ausgeschöpft, so auch ich. Ich habe von Anfang an danach gestrebt, vollständig in das Leben meines Sohnes involviert zu sein und habe alles dafür getan. Es ist bedauerlich, dass einige Mütter nicht erkennen, dass Väter für ihre Kinder genauso bedeutend sind.

Meine Vorschläge bezüglich der Betreuungsregelung lagen weit entfernt von einem Wechselmodell, führten jedoch dazu, dass die Mutter extrem reagierte, obwohl sie mit ihrer Meinung weitgehend alleine stand. Dies ist umso verwunderlicher, da unsere Erziehungsvorstellungen im Großen und Ganzen ähnlich sind und wir beide das Beste für unseren Sohn im Sinn haben.

Ich hatte mich darauf eingestellt, dass solche Reaktionen wie die von kk... auftreten würden. Es scheint keine Rolle zu spielen, wie behutsam man ein Thema anspricht, wie sehr man betont, dass es insgesamt gut läuft, oder wie offen man eigene Unsicherheiten thematisiert. Von diesen Personen erfolgt eine impulsive Überreaktion, die am Kern des Themas vorbeigeht oder gar in keinem Bezug dazu steht. Wenn man diese Reaktionen kritisiert, fühlen sie sich in ihrer Haltung bestärkt, „ins Wespennest gestochen“ zu haben. Ein Blick auf die anderen Beiträge der betreffenden Nutzerin offenbart schnell den Grund für ihre Ansichten, aber darauf möchte ich hier nicht weiter eingehen.

PS: Die letzte Übernachtung verlief sehr gut :) Ich habe die Ratschläge aus diesem Forum beherzigt und war selbst viel entspannter. Dieses Mal haben sowohl mein Sohn als auch sein Vater durchgeschlafen.

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Tja, ist leider in Foren so.
Ich verstehe aber auch, dass halt eigene Lebenserfahrungen mit reinspielen.

Idee für später. Ich habe mich beim Vorlesen aufgenommen. Die Papa-Hörbücher leise durchlaufen zu lassen halfen beim Einschlafen und Wieder-Einschlafen.

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Hallo,

ich finde du machst das wirklich prima. Du gehst sehr liebevoll mit deinem Sohn um.

Vielleicht hast du ein kleines Nachtlicht. Meine Kinder (7 und fast 12) schlafen nur mit kleiner Lichtquelle ein.

LG