2. gemeinsames Kind

Hallo

Ich lese überall von Patchwork-Famillien die ein gemeinsames Kind haben oder sich Gedanken darüber machen. Gibt es auch solche mit zwei gemeinsamen Kindern?

Mein Mann ist 41, ich 34. Wir haben eine gemeinsame Tochter (fast 1 Jahr) und mein Mann hat ein Mädchen (11) und einen Jungen (12,5).

Wir machen uns Gedanken über ein zweites Gemeinsames. Unsere Tochter würde sonst bei uns aufgrund des Altersunterschiedes und da die anderen zwei nur am Wochenende bei uns sind, ja als Einzelkind aufwachsen. Ich arbeite 60% aber das Geld reicht schon jetzt nicht für grosse Sprünge. Ich denke mir einfach wenn meine Tochter schon nicht die klassischen (materiellen) Vorzüge eines Einzelkindes hat, dann wenigstens ein Geschwisterchen. Ich habe selber 3 Geschwister und ein super Verhältnis zu ihnen.
Die grossen sind vernarrt in ihre kleine Schwester, ich denke aber das nochmal Nachwuchs nicht so gut ankommen würde, da dann beide schon in der Pupertät sind und sie jetzt ja bereits wissen was ein Baby in der Familie bedeutet.
Ich hätte so gerne ein zweites, aber mein Verstand sagt, dass es nur zu Problemen führen würde. War jemand in der gleichen Situation und hat sich für ein weiteres Kind entschieden und kann mir über die Auswirkungen berichten?
Falls es hier auch Familien mit erwachsenen Kindern gibt, wie hat sich das Verhältnis zum gemeinsamen Kind um Laufe der Zeit entwickelt?
Uch bin echt oft neidisch auf "normale" Familien die sich gar nicht erst solche Gedanken machen müssen.

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Wenn ihr euch ein 2. wünscht, warum nicht? Bei uns war es aufgrund des Alters bei mir zu keinem 2. gekommen. Man wird ja nicht jünger. Was wir sehr schade finden, wir hätten gern noch ein 2. gemeinsames gehabt.
Als unsere Tochter geboren wurde, waren die ältesten auch schon 11. Sie haben heute nicht mehr wirklich Kontakt. Aber das macht ja nichts, euer Kind hat ja ein Geschwisterchen mit nicht allzu viel Altersabstand da. Alles Gute.

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Auch "normale" Familien bekommen i.d.R. weitere Kinder, weil sie als Eltern das möchten. Das ältere Kind findet sein Geschwisterchen vielleicht total doof, und die Kinder sind ewig wie Hund und Katze. Und dann vielleicht noch Verwürfe der Eltern, weil sie das "neue" Kind doch extra für das ältere gezeugt haben. Und bedenke bitte auch, dass der Unterhalt für die Kinder des Mannes noch steigt.

Mein Mann hat auch zwei Kinder aus früherer Ehe, wir zusammen eines. Der Altersunterschied beträgt 20 Jahre +, die Bindung unter den Dreien ist dennoch super.

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Vielen Dank für deine Antwort.
Aber wolltest du immer schon nur eins oder habt ihr das aufgrund der Situation entschieden? Irgendwie habe ich das Gefühl, dass man als Zweitfamilie nur eins haben "darf". Und ich würde mich in 10 Jahren irgendwie unvollständig fühlen, wenn nur noch eins mit am Tisch sitzt. Ich möchte es ja auch für mich und nicht nur für das Erstgebotene.

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Du darfst so viele Kinder mit deinem Mann bekommen, wie ihr möchtet. Das hat doch nichts damit zu tun, dass ihr in Patchwork lebt. Wer hat dir den Floh ins Ohr gesetzt?!
Ich finde es sehr schade, dass ich schon zu alt bin und nicht mehr schwanger werden kann. Ich hätte gern noch ein zweites mit meinem Mann gehabt.

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Bei uns ist es ein bisschen anders. Ich brachte meinen Ältesten mit in die Beziehung. Mein Mann und ich bekamen noch zwei gemeinsame üKinder, aktuell bin ich mit Nr 4 (also dem dritten gemeinsamen) schwanger. Ich denke, ein Grund weswegen viele dann nur ein gemeinsames Kind bekommen, liegt in der Unterhaltspflicht für die Kinder aus vorhergehender Beziehung begründet. Das hatten wir halt nicht.
Bei euch fließt dieser Aspekt ja auch sehr in die Überlegungen mit ein. Aber wenn es sich finanziell ausgeht (auch ohne größere Sprünge) - warum nicht? Für die größeren Kinder wird es kaum einen Unterschied machen, ob sie nun ein oder zwei kleinere Geschwister haben. Freudenstürme wird es vielleicht nicht geben.
Mein Ältester ist auch 12 und war eher semi-begeistert. Baby verbindet er in erster Linie mit Geschrei und Umständen, er hat das ja nun schon mehrfach erlebt wie die Familiendynamik dann aus dem Takt kommt und sich alles neu finden muss.

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Du schreibst ja das es vermutlich am unterhalt liegt.
Findest du den das der expartner auf ein glückliches Leben mit Kindern verzichten muss , nur damit das oder die erstgeboren genug Unterhalt bekommen?
Mich interessiert nur deine Meinung, weil du ja dann theoretisch zu der Fraktion gehören würdest wo es weniger Unterhalt geben würde.
Lg

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Ich bekomme aufgrund von Wechselmodell gar keinen Unterhalt mehr :-)
Aber grundsätzlich sehe ich das so, dass man sich eben nur eine bestimmte Anzahl an Kindern leisten kann, in Abhängigkeit vom Familieneinkommen und den eigenen Ansprüchen ans Leben. So als Beispiel: Für mache Familien ist es völlig in Ordnung, wenn Kinder sich ein Zimmer teilen. Für andere wiederum nicht, da muss dann neuer Wohnraum geschaffen werden, was mit höheren Kosten verbunden ist. Irgendwann ist jedes Budget erschöpft und ein weiteres Kind bedeutet dann Einschränkungen für die bereits vorhandenen Kinder. Das finde ich in keiner Konstellation fair, egal ob Patchwork oder nicht. Die bereits vorhandenen Kinder haben da nun einmal Vorrang.

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Ich würde tatsächlich hauptsächlich den finanziellen Aspekt näher beleuchten. Du schreibst, das Geld reicht jetzt kaum für größere Sprünge.

Wie sieht es aus, wenn du erstmal nur Elterngeld bekommst? Ist gewährleistet, dass dein Mann trotzdem weiterhin den vollen Unterhalt für die beiden Großen zahlen kann? Wenn nein, würde ich es extrem unfair finden.
Wie sieht es nach dem Jahr aus, wenn du zwar wieder arbeitest, dafür aber Betreuungskosten für eure 2 gemeinsamen Kinder dazukommen? Passt es trotzdem noch? Müsstet ihr für größeren Wohnraum sorgen, neues Auto usw?

Momentan wird alles teurer, wir wissen einfach nicht, was da bzgl. Inflation und ggfls Rezession noch auf uns zukommt. Das solltet ihr mit bedenken.

Kinder brauchen keinen Reichtum, um glücklich großzuwerden. Ich weiß allerdings auch, wie sehr finanzielle Sorgen eine Kindheit beeinflussen können. Am wichtigsten finde ich nach wie vor, dass der Unterhalt für die Kinder deines Mannes gesichert werden kann. Ist dies der Fall, könnt ihr, meiner Meinung nach, soviele Kinder bekommen, wie ihr wollt. Nur nicht wissentlich zum Nachteil derer, die schon da sind.

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Darf ich mal fragen was du mit "vollen Unterhalt" meinst? Den Mindestunterhalt oder die Summe die halt vorher auch gezahlt wurde auch in höheren Stufen der Düsseldorfer Tabelle?

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Ja, zumindest den Mindestunterhalt sollte er, meiner Ansicht nach, bezahlen können, auch wenn ihr euch für ein weiteres Kind entscheidet.

Wobei ich es den Kindern gegenüber fairer finden würde, wenn der Unterhalt, den er jetzt bezahlt, auch bei einem weiteren gemeinsamen Kind beibehalten werden könnte. Das ist allerdings meine persönliche Ansicht, jeder sieht das ja anders. Für mich und mein Gerechtigkeitsempfingen ist es nicht ok, wenn die Kinder, die schon da sind, auf einmal finanziell schlechter gestellt werden, wenn ein neues Baby kommt. Ist bei Geschwistern in einem Haushalt ähnlich, aber da haben BEIDE Elternteile das gemeinsam entschieden. Hier ist die Ex und somit die Kinder leidtragend, wenn auf einmal weniger Geld kommt. Aber wie gesagtl, das ist MEIN Gerechtigkeitsempfinden, jeder beurteilt das anders.

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Wir schon gefragt wurde, könnt ihr die Inflation abfangen, habt ihr ein finanzielles Polster, und habt ihr genug Geld um die höheren Strom-/Heizkosten zu zahlen?

Das wären für mich die wichtigen Fragen und sind auch der Grund warum wir (zwei Akademiker mit sehr guten Jobs) derzeit kein zweites Kind bekommen würden.

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Per se spricht nichts gegen ein weiteres Kind. Aber man merkt eben, dass du Zweifel hast. Letztendlich musst du das mit deinem Mann entscheiden. Ihr müsst das für EUCH entscheiden und nicht daran denken, ob es für euer Kind schön wäre oder für die großen nicht so schön. Was den Kindern am Ende gefällt und was nicht, das kann man nicht wissen. Manchmal verstehen sich Geschwister super und manchmal finden sie sich furchtbar und streiten sich viel.

Wir haben eine ähnliche Situation. Wir haben nur ein gemeinsames Kind. Wir belassen es dabei. Uns reicht es mit der Arbeit rund um die Kinder und die Jobs. Unsere Kinderwünsche sind erfüllt.

Jetzt müsst ihr klären, ob das für euren Kinderwunsch genauso gilt.