Kinder überzeugen???

Hallo,

ich habe zwei Kinder (4 und 7). Jedes zweite Wochenende und jeden Dienstag sind sie bei mir. Es gibt Tage da möchten sie nicht zu ihrer Mama und es gibt Tage, da möchten sie nicht zu mir. Ich zwinge sie dann natürlich nicht. Gestern wollte meine Älteste lieber zu ihrer Mama, ich habe sie anrufen lassen, selber mit meiner Ex-Frau geredet, bis sie endlich eingelenkt hat. Sie sagte dann, ich solle dann beide Kinder zurückbringen. Entweder ich nehme beide oder gar keine… Meine Jüngste wollte aber bei mir bleiben. Als wir ankamen, wartete meine Ex schon draußen, machte die Autotür auf und sagte zu meiner Jüngsten, „Willst du mit uns ein Eis essen.“ Natürlich sagte meine Tochter „ja“. Ich habe ihr dann das gleiche angeboten und sie wollte dann doch zu mir. Meine Ex hat aber nicht aufgehört auf sie einzureden. Ich habe nur gemerkt, wie es sie belastet und habe nichts mehr gesagt. Bin dann ohne Kinder nach Hause.

Zu Hause angekommen, erzählte ich es meiner Frau, die dann meinte, ich hätte mehr auf sie einreden sollen, ihr mehr „Versprechungen“ machen sollen um meine Tochter davon zu überzeugen mit mir zu kommen. Ich hatte dann aufeinmal einen Riesenstreit zu Hause. Ich denke nicht, dass dies gut für ein Kind ist, so vorzugehen. Liege ich da falsch? Wie soll/kann ich mich verhalten?
Wenn meine Ex mich darum gebeten hat die Kinder zu nehmen, weil sie krank sei o.Ä. habe ich immer ja gesagt. Von ihr bekomme ich da leider nicht viel zurück. Auch das geht meiner Frau sehr an die Nerven. Was ich natürlich auch verstehen kann. Ich probiere dem Stress möglichst aus dem Weg zu gehen, da meine Ex unsere Streitigkeiten gerne auf dem Rücken der Kinder austrägt. Nur meine Frau meint ich müsste mehr Kontra geben und dann habe ich mit ihr auch noch Stress. Ich weiß grad nicht wie ich damit umgehen soll, wie ich mich richtig verhalten kann.

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In erster Linie ist die Betreuungsregelung etwas zwischen Dir und Deiner Exfrau. Ihr scheint ja doch eigentlich eine Regelung zu haben.

An die würde ich mich auch weitestgehend halten, schon gibt es weniger Ärger.
Das wäre übrigens auch durchaus im Sinne der Kinder letztlich.
Meine Kinder wollten gelegentlich auch nicht zu Papa oder haben geweint wenn sie zurück zu mir mussten.
Gegangen sind sie trotzdem, immer. Manchmal mit gutem Zureden und trösten, aber niemals mit irgendwelchen Versprechungen oder dem Versuch sie zu "kaufen".
Diese feste Struktur hat geholfen das diese Phase nicht all zu lange gedauert hat.

Sie haben(!) doch so garkeine feste Struktur.

Mal ja, mal nein, wenn sie nicht möchten eben nicht, oder eben nur eine von beiden oder dann doch beide...
Das solltet ihr lassen sowas. Es gibt Umgangstage, Punkt! Und wenn(!) Du schon die Kinder zurückbringst - es ist ein Unding das ihr dann beide(!) auf die Kinder einredet und sich versucht mit Eis zu locken das sie beim jeweils anderen bleiben. Die armen Kinder wissen doch garnicht wo sie dran sind.

Gebt ihnen einen Rahmen, haltet euch an vereinbarte Regel und zieht das dann auch durch. Aber ohne Bestechung oder ähnlichem. Ihr seid immerhin gemeinsam Eltern.
Das man sich ggf. gegenseitig mal hilft bei Krankheit oder so sollte selbstverständlich sein.

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Ich würde die Kids in dem Alter nicht einfach nach belieben hin- und verwechseln lassen. Ihr seid die Erwachsenen, ihr trefft die Entscheidungen. Ihre Mama hat sich sicher schon auf einen freien Abend gefreut. Den Kindern geht es doch an beiden Orten gut, oder? Dann müssen sie das halt auch aushalten. Klar, wenn ein Kind total krank ist, kann man sich schon absprechen, aber einfach so?
Alles Gute, Ks

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Ich würde den Eiertanz lassen.

Deine Betreuungszeit ist deine Betreuungszeit egal was die Kinder wollen.

Klingt jetzt erstmal hart. Ich spreche auch nicht davon ein weinendes Kind ewig zu halten, aber erstmal ist das die Maßgabe und das wird versucht umzusetzen.

Du hättest auch Eis essen gehen können, zur Ablenkung, ohne das Mama involviert ist.



"Als wir ankamen, wartete meine Ex schon draußen, machte die Autotür auf und sagte zu meiner Jüngsten, „Willst du mit uns ein Eis essen.“ Natürlich sagte meine Tochter „ja“. Ich habe ihr dann das gleiche angeboten und sie wollte dann doch zu mir. Meine Ex hat aber nicht aufgehört auf sie einzureden."

Das geht gar nicht. Von euch beiden nicht.
Lässt sich aber vermeiden, wenn man das Gewese oben schon nicht veranstaltet.

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Naja. Erstmal gibt es eine Umgangsregelung und die sollte eingehalten werden. Die Eltern regeln den Umgang nicht die Kinder. Die Mutter hat wenige Tage im Monat frei und sollte diese schon auch zuverlässig verplanen können. Wenn diene Tochter zur Mama will ist es erstmal dein Job mit ihr zu besprechen,d ass Papazeit ist.

Wenn du gar nciht mehr mit ihr klar kommst, dann solltest du mit der Mutter sprechen, ggf. könnt ihr euch Hilfe in einer Beratungsstelle holen.

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Springst du auch aus dem Fenster wenn es deine Kinder wollen?
Es gibt Dinge, die haben Kinder einfach nicht zu entscheiden, dafür haben sie Eltern und dazu gehören Umgangsregelungen. Bis zum 12. Lebensjahr sollten Kinder da überhaupt nichts bestimmen müssen und dürfen.
Wenn du weiter so machst, tanzen dir deine Kinder irgendwann schön auf der Nase rum.

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Meine Kinder waren ähnlich alt, zum Zeitpunkt der Trennung. Bei uns ist es aber etwas anders mein Ex verweigert jegliche regelmäßige Umgangsregeln, er nimmt die Kinder nur wenn er Lust und Zeit hat. Ich bin daher froh, wenn er sie überhaupt mal nimmt.
Auch er ruft mich bei Besuchen an, dass die Kinder/eines der Kinder vorzeitig heim möchte bzw. er bringt sie einfach zurück.
Mal abgesehen davon wie das für mich als Mutter ist, ohne jegliche Verlässlichkeit, ist es das für die Kinder auch.
Meine Kinder wollen oft bei mir auch lieber zu ihren Freunden, Papa, Oma, Opa oder eben nicht in die Schule/KiGa.
Aber auch das entscheiden nicht die Kinder. Ich verstehe, dass es Ausnahmesituationen gibt, aber klar muss immer sein, das entscheiden die Eltern nicht die Kinder. Meine Kids nutzen das inzwischen schon etwas strategischer und lassen sich heimfahren wenn es ihnen "zu langweilig" ist dort.
Leider lässt sich das in meinem Fall einseitig schwer verhindern, als gute Eltern sollte man das aber

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Wieso überzeugen? Ich würde mich auf dieses Kasperltheater überhaupt nicht erst einlassen.

Die Umgangsvereinbarungen treffen die Eltern, nicht die Kinder. Da gibt es die andere Option einfach gar nicht (es sei denn, die ELTERN müssen spontan umdisponieren).

Ich würde diese Scharaden an deiner Stelle ganz schnell unterbinden, die Kids merken sehr schnell, was für "lustige" Spielchen man da noch so treiben kann.

Das nächste Mal, wenn das Thema bei deinen Kids aufkommt, ganz klar sagen: ja, zur Mama geht ihr wieder um xx Uhr (je nach Vereinbarung).
Und dann weiter im Programm, Diskussion beendet.

LG Claudi

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Zumindest würde ich das nicht VOR den Kindern klären. Wenn Mama Eis verspricht und Papa auch und das Kind sich dann zwischen den PERSONEN entscheiden muss, die auch noch neben ihm stehen, ist das super unangenehm. Und auch für denjenigen doof, der "abgewählt" wird.

Vorab: Wir haben kein Patchwork, deswegen meine Meinung vielleicht nicht allgemeingültig betrachten, aber natürlich haben wir trotzdem Präferenzen der Kinder. Zum Beispiel ins Bett gehen. Grundsatz ist: Wir wechseln ab. Jeder von uns je ein Kind am Abend, nächsten Tag wird getauscht. Jeden Abend gibt es Diskussion, wenn Papa NICHT dran ist.Da blutet mein Mamaherz natürlich auch ein wenig (wem würde es nicht so gehen), aber ich versuche es dann auch mit "Ich freu mich schon so, mit Dir zu kuscheln, was wollen wir denn lesen?" Damit krieg ich die Kleine zumindest IMMER ;-)

Aber wir haben uns vorher zu zweit geeinigt (mein Mann und ich), dass wir NICHT nachgeben oder lustig herumtauschen. Solange wir beide da sind, wird abgewechselt ohne Diskussion. Ebenso bei Sachen, die einer anfängt (zB "Kommt, wir gehen Händewaschen"), das macht er auch zuende - auch wenn das Kind plötzlich den anderen will. Langsam gewöhnen sich die Kinder dran und probieren es sehr viel seltener

Ich kann mir vorstellen, dass es Euren Kindern SIcherheit gäbe, wenn es genau diese Regel auch gibt. Papatage sind fest. Keine Diskussion. Mama hat an den Tagen was geplant und hat keine Zeit. Unsere Kinder sind übrigens ähnlich alt wie Deine (3,5 und 8), deswegen ticken sie da wahrscheinlich ähnlich. Wenn diese Regelung zur Gewohnheit wird und Ihr "Änderungswünschen" nciht nachgebt, dann habt ihr es wahrscheinlich langfristig alle etwas leichter. Verlässlichkeit ist ja auch für Kinder gut und wichtig. Aber ihr beide (Du und Deine Exfrau) müsst euch einig sein, das auch genauso kommunizieren und vor allem durchziehen.

Wird sicher anfangs schwer (ist es bei uns abends auch manchmal, aber da müssen wir durch), aber ist sicher auf lange Sicht der beste Weg. Sonst sind die Kinder immer "unstet", unsicher, unzufrieden. Wissen ncith, inwiefern eure Regel jetzt gilt oder wann nicht. Überreden, bestechen, locken oder irgendwie "rumkriegen" halte ich da für den falschen Weg. Ihr als Eltern gebt den Rahmen (in diesem Fall den Umgang) vor, an den sich gehalten wird. Eis essen können sie auch mit Dir.

Seltene Ausnahmen kann es natürlich geben, wenn jemand krank ist und lieber zuhause sein will, ein Fest ansteht, zu dem Mama (auch) dabeisein soll. Sowas halt.

Alles Gute für Euch!

Bearbeitet von lime15
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Hallo
Ja das ist schwer.
Wenn du dir sicher bist das es den Kindern bei deiner Ex Frau gut geht sollten die Regelungen eingehalten werden die ihr getroffen habt.
Bei meinem Sohn lebt im Wechselmodell ist es strickt das wollte mein Ex so im Nachhinein ist es ganz gut das Kind hat klare Regeln wann es bei wem ist oder aufhält.
Und das mit deiner Frau rengt sich ein wenn du dich an die Abmachungen mit deiner Ex Frau hälst ;)
Alles gute