Auszug oder nicht?

Hallo zusammen,

mein Partner ist mit seinem Kind vor 2 Jahren zu mir und meinen 2 Kindern gezogen. Wir 2 Erwachsenen hatten immer wieder Streitigkeiten. 1x war es so heftig, dass ich Nachts sogar meine Kinder genommen habe und zu einer Freundin gegangen bin. Wir haben immer wieder an uns gearbeitet und merken auch, dass es langsam in die richtige Richtung wächst. Wir können bei Problemen normal miteinander reden und es endet nicht gleich im Streit.
Was noch immer geblieben ist, er behandelt sein Kind mit Samthandschuhen und meine werde immer wieder zurecht gewiesen und "herablassender" behandelt. Ich kann es schwer erklären, was ich damit meine. Dann wiederum sucht er den Kontakt und möchte ein gutes Verhältnis zu ihnen aufbauen. Was aber, glaube ich, nicht mehr möglich sein wird. Auf jeden Fall fühlen meine 2 sich immer unwohler in seinem Beisein und vor allem, wenn sein Kind da ist. Ich muss auch zugeben, dass es mir ähnlich geht, wenn BK da ist. Auch gebe ich zu, dass ich auf das Kind eifersüchtig bin, weil es oft die Aufmerksamkeit bekommt, wie ich es mir auch manchmal wünsche. Ich weiß, das ist dumm und kindisch, aber ich kann das Gefühl nicht abstellen.
Auf jeden Fall ist es so, dass meine Kinder immer häufiger den Wunsch äußern, dass er ausziehen soll. Mein kleines Kind meinte sogar, dass es das Gefühl hat, dass mein Partner es hasst. Möchte auch nicht mehr alleine mit ihm und seinem Kind unterwegs sein, weil es immer das Gefühl hat, dass es sowieso alles verkehrt macht. Mein großes Kind fängt an zu weinen, verkriecht sich in sein Zimmer, wenn es nach Hause kommt und weiß, dass ich und das kleine Geschwisterchen nicht da sind. Also schon beängstigende und belastende Gefühle.
Auf der einen Seite denke ich, wir haben als Paar so hart an uns gearbeitet und können es schaffen, auf der anderen Seite belastet es mich, wie es meinen Kindern mit der Situation geht. Mein Gedanke ist auch oft, dass ich möchte, dass sein Kind nicht da ist. Klar würde ich ihm das nie von ihm verlangen. Würde ich mir auch nicht sagen lassen.
Da meine Kinder, wie erwähnt, den Wunsch hegen, dass die beiden wieder ausziehen, bin ich am überlegen, ihm dies mitzuteilen. Weiß aber nicht wie. Das Problem ist, er hat auch depressive Phasen und ich möchte nicht, dass er dadurch in ein tiefes Loch fällt. Ich weiß, man sollte nicht immer nach der Nase der Kinder gehen, denn irgendwann sind die Kinder ausgezogen und dann führt man hoffentlich ein gemeinsames Leben als Paar, was ich mir so sehr wünsche. Aber kann ich das meinen Kindern noch immer "antun"? Wie kann könnte ich es ihm mitteilen, dass er sich vielleicht eine Wohnung suchen soll, ohne dass unsere Beziehung gleich daran zerbricht? Ich weiß, dass ich ihn liebe. Ich sage oft, dass wir als Paar endlich funktionieren, aber als Familie anscheinend nicht. Könnt ihr mir Tipps geben? Auch wie ich es vielleicht doch angehen könnte, ihm zu sagen, dass es vielleicht doch besser ist, getrennte Wohnungen zu haben?

Vielen Dank schon einmal für Eure Antworten

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Hallo

ich würde es ihm genauso sagen wie Du es hier schreibst
Als Paar passt es ,als Familie leider nicht.
Ich denke deine Kinder (wie alt sind sie eigentlich?) werden dir ewig Vorhaltungen machen über ihre " verkorkste " Kindheit
Das Zuhause solle immer ein sicherer Hafen sein und kein Ort wo sich ein Kind weinend in sein Zimmer zurück ziehen muss.
Also ich bin hier klar für getrennte Wohnungen ,einfach damit deine 2 mal wieder auf und durchatmen können

LG

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Wenn sich meine Kinder so dermaßen unwohl bei/mit ihm fühlen, dann würde ich da schleunigst die Reißleine ziehen!

Und wenn ich schon 2 Jahre hart daran arbeiten müsste, dass die Beziehung einigermaßen erträglich ist (ohne, dass ich nachts flüchten muss), dann wäre es für mich so und so das Ganze nicht wert.

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Ich finde das, was die Vorrednerin geschrieben hat, gut!
Als Paar passt es, als Familie nicht.
Was spricht denn dagegen, dass du mit den Kindern ausziehst und ihr euch zwei Wohnungen in der Nähe zueinander sucht.
Dann “datet” ihr halt nur und man besucht sich gegenseitig. Nur weil es - auf Grund aller Gefühle und Umgänge mit den Kindern - mit dem Zusammenwohnen nicht klappt bei euch, heißt das ja nicht, dass ihr zwei nicht zusammen passt :)
Vielleicht hilft euch das, einen Schritt zurück zu machen.
Ich würde da auch ganz offen und ehrlich mit meinem Partner über deine Gefühle reden.
Einfach nur aus der Ich-Perspektive. Ohne Vorwürfe. Und ihn fragen, was er sich wünscht und was ihm wichtig ist.
Vielleicht findet ihr ja eine Lösung ☺️

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Ganz ehrlich?
Ich hätte niemals jemanden lieben können, der meine Kinder so behandelt.

Und ja, ich habe eine Patchwork-Familie (2 K von mir, eins von ihm) deshalb aufgelöst, obwohl meine Kinder schon 15+ waren und sich nie weinend in ihren Zimmern verkriechen mussten.

Es hat mir keine Sekunde leid um uns als Paar getan, obwohl es, wenn wir alleine waren, sehr schön war.
Meine Liebe zu ihm war halt dann keine mehr.
Wir waren 7 Jahre zusammen und haben knappe 4 Jahre zusammengelebt.
Und wenn jemand meine Kinder schlecht behandelt, bin ich weg.

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Beklemmend. Mir wäre die Beziehung zu meinen Kindern und dass meine Kinder sich in ihrem eigenen(!) Zuhause wohlfühlen, um 1 Mio. Mal wichtiger als die deprssiven Phasen dieses Mannes. Er sorgt emotional dafür, dass du Mitleid(?) mit ihm empfindest, während er selbst deine Kinder hasst. Schlau eingefädelt.

Wie wird man so eine Person nun los? Hier musst du all deine Kräfte zusammensammeln, denn einfach wird es wohl nicht, wenn in eurem Streit damals sogar du aus dem eigenen Zuhause flohst und nicht er.. Wahrscheinlich würde ich, wenn er mal mit seinem Kind unterwegs ist, die Sachen vor die Tür stellen und das Schloss bereits ausgewechselt haben (muss geplant werden, Schlosser bestellt usw.). Keine Ahnung, ob er nach bloss einem Gespräch seine Sachen ruhig zusammenpacken und gehen würde. Habe das Gefühl, dass er sich bei dir seinen Platz sichern möchte und es schwierig würde, ihn loszuwerden. Wenn nicht mit Streit, dann wird er es auf der emotionalen Schiene versuchen.

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Was du über die Reaktionen deiner Kinder berichtest, klingt echt heftig und bricht mir das Herz. Ich würde an deiner Stelle in diesem Fall ihre Befindlichkeiten ganz klar vor die eigenen stellen und ihnen das Zusammenwohnen mit diesem Mann nicht länger antun. Allgemein entnehme ich deinem Post, dass zu Vieles eben nicht passt und es zu viele Baustellen gibt, um euer Patchwork praktikabel zu machen. Das sieht doch bestimmt auch dein Partner ein, wenn ihr offen darüber redet. Du könntest die Idee der getrennten Wohnungen als Lösung bzw. Rettungsversuch für die Beziehung vorschlagen, wenn du tatsächlich an der Beziehung festhalten willst. Aber befreie bloß deine Kinder aus dieser Situation.

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"Das Problem ist, er hat auch depressive Phasen und ich möchte nicht, dass er dadurch in ein tiefes Loch fällt."
Er ist erwachsen und kann sich Hilfe suchen, wenn er in eine Krisensituation gerät. Du trägst nicht die Verantwortung für ihn.
Für deine Kinder aber schon, denn die können nicht einfach selbst ausziehen. Sie sind auf deine Unterstützung angewiesen.
Bitte hilf' ihnen aus dieser schrecklichen Situation.
Du kannst deinem Partner sagen, dass die Familiensituation so für dich und die Kinder nicht mehr tragbar ist und du deswegen einen Schritt zurück gehen möchtest, indem er mit seinem Kind auszieht, und dass du die Paarbeziehung dennoch nicht infrage stellst. Wie er dann damit umgeht, hast du nicht in der Hand.