Schwangerschaftsübelkeit

Schwangerschaftsübelkeit – Die lästigen Begleitumstände der anderen Umstände

Das positive Ergebnis des Schwangerschaftstests löst bei werdenden Müttern ein Gefühl großer Freude und Erwartung aus. Doch gerade in den ersten Monaten ist es für die meisten Schwangeren ziemlich schwierig, diese Freude auch zu genießen. Schon nach dem Aufwachen haben sie ein flaues Magengefühl und an besonders schlechten Tagen hält das Gefühl sogar bis zum Abend an: Die Schwangerschaftsübelkeit, eines der ersten Schwangerschaftsanzeichen, ist da.

In den neun Monaten, in denen eine Frau schwanger ist, muss ihr Körper Höchstleistungen vollbringen. Gerade die ersten drei Monate bedeuten eine enorme Umstellung des Hormonhaushalts, die den gesamten Organismus ein wenig aus der Fassung bringt. Kein Wunder, dass da mehr als die Hälfte der Frauen unter leicht  unangenehmen Begleiterscheinungen leiden, wobei Übelkeit zu den häufigsten gehört. Das ist jedoch ganz normal und nach den ersten Monaten wieder überstanden. Was die Gründe für die Schwangerschaftsübelkeit sind, ab wann mit ihr zu rechnen ist und was man dagegen machen kann: urbia klärt auf.

Woher kommt die Schwangerschaftsübelkeit?

Fast 75 Prozent aller schwangeren Frauen kennen das Gefühl: Mit den ersten Sonnenstrahlen am Morgen schleicht sich auch die Übelkeit ein, noch bevor man Zeit hatte zu frühstücken. Bei manchen Frauen macht sich die Übelkeit erst abends bemerkbar, in einigen extremen Fällen hält sie den ganzen Tag an. Oft führt sie zu Erbrechen und wird auch von Schwindelgefühlen begleitet. So verbreitet die Schwangerschaftsübelkeit ist, so unvollständig geklärt sind ihre Ursachen. Ein als sicher angesehener Grund ist das Schwangerschaftshormon HCG (Humanes Choriongonadotropin). Es wird in der äußeren Hülle der Fruchtblase gebildet und kurbelt die Ausschüttung von Progesteron an. Die Hormone reizen das Brechzentrum im Gehirn und sorgen dafür, dass sogar der bisher geliebte Milchkaffee oder ein saftiges Stück Fleisch Würgereize hervorrufen. Die Konzentration des HCG sinkt ab dem vierten Schwangerschaftsmonat langsam und damit lässt die Übelkeit nach.

Auch ein erhöhter Östrogen-Spiegel und gestiegene Werte des Schilddrüsenhormons Thyroxin könnten mitverantwortlich für die Schwangerschaftsübelkeit sein. Doch nicht nur physische, auch psychische Gründe spielen eine Rolle. Besonders auffällig ist in dem Zusammenhang, dass einige Frauen, kaum dass ihnen der Arzt die Schwangerschaft bestätigt, bereits am nächsten Tag mit der Übelkeit zu kämpfen haben. Fragen und Sorgen wie: „Werde ich meinem Baby eine gute Mutter sein?“, „Wie wird sich die Schwangerschaft auf meine Karriere auswirken?“ oder „Hoffentlich kommt es in der Schwangerschaft nicht zu Komplikationen“ können ganz schön auf den Magen schlagen und mitverantwortlich für die Übelkeit sein.

Schwangerschaftsübelkeit und Erbrechen: Schadet es dem Baby?

Solange sich die schwangere Frau ausreichend und ausgewogen ernährt und für genug Flüssigkeitszufuhr sorgt, schadet die Schwangerschaftsübelkeit und auch das Erbrechen dem Baby nicht. In ganz seltenen Fällen allerdings entwickelt sich eine sogenannte „Hyperemesis Gravidarum“, bei der der Körper weder Nahrung noch Flüssigkeit bei sich behalten kann. Ein starker Gewichtsverlust und Dehydration sind die Folge und gefährden auch die Gesundheit des Babys. Ein Arzt wird die Schwangere in einem solchen Fall intravenös mit Flüssigkeit, Glukose und Elektrolyten versorgen. Wenn sich der Zustand nicht bessert, werden außerdem häufig Medikamente gegen das Erbrechen verabreicht, damit wieder eine Nahrungsaufnahme möglich ist.

Schwangerschaftsübelkeit – ein gutes Zeichen?

Solange es sich nicht um eine schwere Verlaufsform handelt, ist Übelkeit in der Schwangerschaft neueren Erkenntnissen zufolge sogar ein gutes Zeichen. Diese positive Nachricht für Übelkeitsgeplagte liefern der Epidemiologe Enrique Schisterman und sein Team. Die Forscher begleiteten rund 800 Teilnehmerinnen in der frühen Schwangerschaftsphase und werteten ihre Beschwerden aus. Die Erkenntnis: Schwangere, die in den ersten Wochen unter Erbrechen leiden, haben tendenziell weniger Komplikationen im weiteren Verlauf der Schwangerschaft zu befürchten. Im Vergleich zu Schwangeren, die nicht unter Übelkeit leiden, verringert sich der Studie zufolge das Fehlgeburtsrisiko sogar um 50 bis 75 Prozent. Warum das so ist, ist jedoch bisher nicht vollständig geklärt. Und natürlich bedeuten diese Ergebnisse nicht, dass Frauen ohne Übelkeitssymptome, keine gesunde Schwangerschaft haben können.

Was kann man gegen die Schwangerschaftsübelkeit tun?

Es existiert kein allgemeingültiges „Wundermittel“ gegen den flauen Magen in den ersten Schwangerschaftsmonaten. Einige schwören bei Schwangerschaftsübelkeit auf Homöopathie, bei anderen hat sich eine spezielle Teesorte bewährt. Es gibt allerdings einige Tipps, die man beachten sollte, um der Übelkeit vorzubeugen oder sie zumindest zu verringern.

Hebamme Andrea gibt im Video einige Tipps gegen die Übelkeit

  • Ernährung: Ein leerer Magen kann Grund zur Übelkeit sein. Nahrungsmittel mit hohem Eiweiß- und Kohlenhydratgehalt hingegen halten den Blutzuckerspiegel konstant. Auf sehr fettreiche, stark gewürzte oder säurehaltige Speisen sollten Schwangere eher verzichten – sie bringen den Magensäurehaushalt durcheinander und bewirken Völlegefühl und Übelkeit.
  • Zitronen: Der Duft von Zitronen ist nicht nur frisch und lecker, sondern wirkt sich auch positiv auf die Schwangerschaftsübelkeit aus. Einfach zwischendurch eine unbehandelte Zitrone aufzuschneiden und daran zu riechen kann viel bewirken. Auch eine Scheibe Zitrone im Trinkwasser oder im Tee zeigt Wirkung.
  • Ingwer: Die magenberuhigende Wirkung von Ingwer ist wissenschaftlich belegt. Ingwertee, Ginger Ale oder kleingeschnittener Ingwer als Beigabe zum Essen entfaltet spürbar seine positive Wirkung.
  • Entspannung: Ob Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder auch nur ausgedehnte Gespräche mit der besten Freundin: Alles, was der Schwangeren dabei hilft, sich zu entspannen und emotionalen Stress abzubauen, hilft bei körperlichem Unwohlsein.
  • In einigen Fällen haben sich Vitamin B6-Präparate als wirksam erwiesen. Sie sollten jedoch immer in Absprache mit einem Gynäkologen eingenommen werden.
  • Akupressur-Bänder: Diese kleinen Bänder sind in der Apotheke oder in der Drogerie erhältlich und werden so angelegt, dass die kleinen Plastikknöpfe gegen die Akupressur-Punkte des Handgelenks drücken. Ursprünglich gegen Seekrankheit entwickelt, helfen sie auch Schwangerschaftsübelkeit.

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