Hallo liebe Muttis und (werdenden) Eltern,
da ich bisher in keiner Schwangerschaft soweit gekommen bin, dass es zu einer erfolgreichen Geburt kam, bin ich seit Feststellung der aktuellen Schwangerschaft sehr aufgeregt und nervös. Ich habe schon viel gegoogelt (Ich weiß, soll man nicht), aber fühle mich immer noch nicht entspannter/beruhigter. Wichtig ist es mir gut informiert zu sein und dementsprechend handeln zu können.
Hintergrundinfo: ich hatte letztes Jahr zwei Fehlgeburten (SSW 5 und SSW 7), ein paar Monate später wurde festgestellt, dass ich eine Autoimmunkrankheit habe (nicht heilbar). Die Produktion von extrem viel Antikörper ist mit gewisser Wahrscheinlichkeit mit Schuld daran, dass eine Schwangerschaft wieder früh vorbei ist. Nachdem ich ein Jahr nicht schwanger wurde, war ich in der Kinderwunschklinik. Ich bin jetzt 38, hatte 2 FGs und habe diese Autoimmunkrankheit - nicht unbedingt ideale Voraussetzungen für den Kinderwunsch. Ein halbes Jahr später: der Erfolg, trotzdem schwanger. Ich bin fürs Erste medikamentös eingestellt, aber die vielen Medikamente haben halt auch Nebenwirkungen, u. A. greifen sie den Magen-Darm-Trakt an (Cortison in Verbindung mit ASS) und sorgen jede Nacht für Schlaflosigkeit. Tagsüber fühle ich mich dementsprechend wie gerädert und kriege weder den Arbeitsablauf noch normale Tätigkeiten aus dem Allrag vernünftig hin (weil mir entweder übel ist oder ich völlig müde bin). Cariban gegen Übelkeit wurde mir bereits verschrieben, hilft aber nur ansatzweise. Meine FÄ hat mir vorgeschlagen, dass ich ins Beschäftigungsverbot gehe, aber mein Arbeitsvertrag ist bis Ende des Jahres befristet. Laut Info aus dem Internet und durch Beratung bei der Agentur für Arbeit weiß ich, dass ich keinen Anspruch auf ALG I habe, wenn ich im vollen Beschäftigungsverbot bin. Und nun bin ich im Dilemma: quäle ich mich weiter gesundheitlich (aber ich weiß, dass ich das nicht mehr lange durchhalte) und verzichte weiterhin auf das Beschäftigungsverbot oder riskiere ich den finanziellen Ruin (kann ich selbstverständlich nicht machen) und nehme das angeratene Beschäftigungsverbot meiner Ärztin an?
Ich bin total in der Zwickmühle. Habe auch einen Beratungstermin bei der Krankenkasse (telefonisch) gehabt, die Dame hatte auf die Agentur für Arbeit verwiesen und konnte dazu nichts sagen. Mein Arbeitgeber sieht keinen weiteren Personalbedarf und ist über die Befristung nicht einstellungsbereit. Ich habe diese Woche noch einen Termin bei einer Familienberatungsstelle, wie gut die Beratung ausfällt, bleibt abzuwarten (ist meiner Erfahrung nach von Person zu Person unterschiedlich, egal welche Institution).
Noch dazu kommt, dass ich bisher keine "erfolgreiche" Schwangerschaft hatte und nur auf die Erfahrungen der Fehlgeburten zurückgreifen kann. Egal, ob ich Schwangerschaftsbeschwerden habe oder, ob die Beschwerden fehlen, meine Gedanken rücken immer wieder ins Negative, dass etwas nicht stimmt. Für sowas wie Yoga, Meditation und Selbszsuggestion bin ich nicht der Typ. Ich bin am liebsten gut informiert und handle dementsprechend. Einfach Däumchen drehen und warten/hoffen, dass schon alles gut wird, liegt nicht in meinem Naturell. Habt ihr vielleicht noch Tipps für gute Infoquellen und Beratungsstellen aus Schwangeren- bzw. Arbeitnehmersicht?
Liebe Grüße
P.S. Am meisten freue ich mich über Input von Leuten, die in ähnlichen Situationen waren/sind, weil ich das Gefühl habe, dass die sich am besten reinversetzen können in die Situation. Und nicht hilfreich finde ich lapidar geäußertes "wird schon" oder "stell dich nicht so an" bzw. pauschale Unterstellungen von Arbeitsscheuheit. Es ist erschreckend wie einige Leute auf Anfragen und Hilfegesuche in Chats und Foren reagieren, deshalb schreibe ich das mal dazu.
Frühschwangerschaft in Daueranspannung
Guten Abend 🌇
Ich glaube emotional können dich in diesem Teil des Forums alle verstehen. Mir hat es geholfen, mit meinen zwei besten Freundinnen regelmäßig zu sprechen, die diese Erfahrung auch mit mir teilen. Wie weit bist du denn? Die Entspannung kam bei mir so langsam mit den ersten Kindsbewegungen.
Rein sachlich betrachtet: gilt die ALG I Sperre auch für ein teilweises BV? Ich hatte dies in meiner zweiten Schwangerschaft als sehr hilfreich empfunden und große Entlastung. Ich musste nur noch 50% arbeiten.
Liebe Grüße 🙋♀️
Hallo,
zu deiner genauen Arbeitssituation kann ich dir leider keinen Rat geben.
Ich bin nun 39 und hatte vor dieser SS vier FG's bzw. Ma's. Ich kenne das Gefühl aus einem (betrieblichen) BV wieder früher und ohne Baby zurück zu kommen nur zu gut...
Am liebsten wäre ich diesmal gar nicht erst ins BV gegangen (mein Chef hat mich natürlich trotzdem geschickt)... Gedanklich kam ich eh nach ein paar Wochen wieder.
Allerdings ging es mir dann ab der ca 6. / 7. SSW wie dir. Mir war nur noch übel oder ich war todmüde. Ich hätte nicht arbeiten können. Du hättest auch die Möglichkeit dich erst einmal krank schreiben zu lassen. Wäre das evtl. eine Alternative zur überbrückung?
Liebe Grüße
Mimi 🩵 20+6 & ⭐⭐⭐⭐
P. S.: Auch ich war sehr lange sehr angespannt und skeptisch dieser SS gegenüber. Ich kann erst jetzt wo ich meinen Kleinen zunehmend spüren diesbezüglich etwas entspannen. Ich wünsche dir viel Glück 🍀
Hey,
Ich hoffe die Schwangerschaft hält und alles wird gut.
Die Agentur bezieht sich eigentlich auf eine Regelung die schon mehrfach gerichtlich widerlegt wurde (2007, 2011 usw). Mit diesem Artikel würde ich noch mal bei der Agentur nachfragen bzw deinen Arzt zeigen.
https://www.gollub-klemeyer.de/arbeitsrecht/schwangerschaft-beschaeftigungsverbot-und-arbeitslosigkeit/
Das ist ja mal wieder so typisch…
Ein Hoch auf die Gleichberechtigung… so verarmen Frauen, weil sie Kinder bekommen…
Sorry liebe TE, deine Situation betrifft mich sehr. Arbeitsrechtlich kann ich dir leider nicht weiterhelfen, aber emotional kenne ich die Schwierigkeiten in der frühen SS und kann nur hoffen, dass du einen Weg findest dein zurecht ausgesprochenes BV wahrzunehmen.
Alles Liebe 🍀