eheberatung: wiedergutmachung fordern???

hallo,


mein mann und ich sind seit einiger zeit in einer eheberatung, auslöser war eine kurze affäre meines mannes.
nun hat der therapeut mir geraten eine wiedergutmachung von meinem mann zu verlangen. er meint wenn man einfach großmütig verzeit stelle man sich damit in gewisser weise über den partner. man müsse wenn man jemanden verletzt die chance bekommen das wieder gut zu machen sonst entsteht ein ungleichgewicht in der partnerschaft.


was soll ich davon halten?

mein größtes problem ist, mir fällt nichts ein. der therapeut sagte es sei förderlich wenn etwas weniger eingefordert wird, als einem zuvor angetan wurde. da weiß ich nicht weiter. was soll denn bitte schön ein opfer für meinen mann sein, das mir gleichzeitig guttun würde?

hat jemand eine idee?

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Hier geht es nicht um eine materielle Forderung, sondern um eine ideelle. da ich euch nicht kenne und nicht weiß, wie eure Partnerschaft gestrickt und verläuft, ist es schwer etwas dazu zu sagen.

Ich hab allerdings eine ähnliche Geschichte erlebt. Es ging nicht um Betrügen sondern um Vertrauensmissbrauch.
Und bei uns steht auch die Wiedergutmachung noch aus.
Und das ist wichtig. Sonst hängt es immer in der Luft, immer dies: du hast damals, du hast mich ..
Irgendwann muss man damit abschließen.

Was macht dein Partner ungerne? Was wäre dir wichtig?
Ich kenne eigentlich nur Männer, die KEINE Urlaube buchen können.

Eine Aufgabe könnte sein: buche UND organisiere ein Wochenende nur für uns. So dass es mir gefällt. Wellness, Romantik (was auch immer -vielleicht stehst du ja auf Frauenboxen, dann sowas)

Oder er muss sechs Wochen lang die Wäsche machen. Oder so etwas.

Es kommt auf euch an.

Viel, viel Glück

Silk

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Hallo,

ganz ehrlich.Ich halte davon gar nichts.
So etwas kann man nicht wieder gut machen.Entweder der Partner verzeiht oder nicht.
Ich kann mir absolut gar nichts(Legales) vorstellen, womit mein Mann eine Affäre wieder gut machen könnte.

LG Yvonne

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Es geht nicht darum, eine Affaire wiedergutzumachen, sondern um "tätige Reue", das der betrogene Partner sieht, dass der "Betrüger" wirklich verstanden hat, welche Verletzung er seiner Partnerin ugefügt hat.
Was das für den "Betrüger" ausmacht, hat die TE schon beschrieben


Ich gebe zu, der Vergleich hinkt. Du schreibst:
>>>So etwas kann man nicht wieder gut machen.<<<
MORD kann man auch nicht wieder gutmchen.
Soll die Gesellschaft deswegen Mördern verzeihen?

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>>MORD kann man auch nicht wieder gutmchen.
Soll die Gesellschaft deswegen Mördern verzeihen?<<

Das ist so eine Sache, nicht wahr?

Sollen wir ihnen verzeihen oder sie killen. Todesstrafe.
Rache, Vergeltung.

Auge um Auge. Bis das die Welt erblindet - ich halt da nichts von.

Ein schwieriges Thema. Ich bin für Vergebung.


Gruß

Silk

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Ich finde das sehr interessant! Aber warum muß die Wiedergutmachung von Dir ausgewählt werden?

Ist es nicht seine Aufgabe, eine passende Wiedergutmachung auszuwählen?

Mach man es ihm mit der Anweisung: "10 Wochen Wäsche waschen" nicht schon wieder zu leicht?
Erfahrungsgemäß liegt die Herausforderung hier nicht im Wäsche waschen, sondern darin, sich überhaupt eine Wiedergutmachung zu überlegen.

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hallo weninteressierts,

bei uns litt ich in der Ehe über Jahre an zwei Vertrauensmissbräuchen (allerdings kein Fremdgehen). Meine Frau hat das über lange Zeit ganz anders gesehen als ich und meinen tiefen Frust über ihr Verhalten nicht verstanden (oder nicht verstehen können, aus Selbstschutz in meinen Augen oder nicht verstehen wollen aus Selbstsucht, naja, kann man interpretieren wie man will).

Also ich hatte das massive Gefühl, dass unsere Partnerschaft ein grosses Ungleichgewicht ist. Mir war in unserem Fall auch völlig unklar, wie ich ein Gegengewicht verlangen kann ohne die Partnerschaft noch mehr zu belasten, aufgeben wollte ich sie nicht (wegen drei Kindern nicht finanzierbar für mich). Und das ging über Jahre. Verzeihen konnte ich auch nicht (was andere für eine Kleinigkeit hielten war es für mich nun einmal nicht, im Nachhinein denke ich das war auch für mich richtig so und durch mein "kleinkariertes" Das-kann-ich-nicht-so-einfach-wegstecken hat meine Frau ihre Position dagegenhalten können).

In dieser festgefahrenen Situation habe ich immer mehr gemacht was ich eigentlich wollte. Und meine Frau hat mehr und mehr das akzeptiert und in unserem Fall die Mehrarbeit in der Familie *klaglos* gemacht wenn ich mir weniger Zeit dafür genommen habe.

Seit dieser Zeit geht es bei uns wieder aufwärts.

Zur "Wiedergutmachung" meine Meinung:

1. Man soll wirklich auf Wiedergutmachung durch den verletzenden Partner bestehen, um allein schon sich selbst gegenüber treu zu bleiben und das entstandene Ungleichgeicht auch als solches zu empfinden und nicht irgendwie wegzulügen oder abzuwerten.

2. Das ist nur dann sinvoll, wenn es vom anderen aus tiefer Überzeugung kommt, dann ist die eigentliche Realisierung der "Wiedergutmachung" nebensächlich.

3. Dem anderen eine konkrete Aufgabe zur Wiedergutmachung zu stellen halte ich für sehr unklug, weil der andere dann ganz leichtes Spiel hat und mit der Erfüllung der Aufgabe alles abgehakt hat, was ja meistens nicht der Fall ist. dann kann ja der andrre sogar darauf bestehen dass jetzt wieder alles gut sein muss.

Nein, die Wiedergutmachung und auch schon die vorbereitenden Gedanken dazu ist Aufgabe des verletzenden Partners!

Lg, haiku

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Wieviel Geld bekommt eigentlich Euer Eheberater für solche Ratschläge?

Ich hoffe, Dein Mann zahlt das....

oder noch besser: Er ist ein guter Freund von Deinem Mann...#huepf