Mutter stinkt extrem - wie verhalten?

Hallo,

ich bitte euch in einer heiklen Sache um Rat und hoffe, ihr habt vielleicht Tipps für mich. Manchmal sehen Außenstehende ja mehr als man selbst.

Und entschuldigt bitte, wenn es länger wird, aber das ist mir ein echtes Anliegen.

Es ist leider so, dass meine Mutter stinkt - und zwar richtig :-( Damit meine ich nicht hin und wieder etwas Schweißgeruch, sondern permanenten, extrem penetranten Körpergeruch.

Der Geruch kommt daher, dass sie sich nicht richtig wäscht und ihre Kleidung auch zu selten wechselt (Unterwäsche etc. ca. 1 x pro Woche). Ihre letzte Dusche ist schon Jahre her, sie weigert sich einfach und findet duschen/baden unangenehm.

Stattdessen reibt sie sich morgens die "strategisch wichtigen Stellen" mit einem feuchten Waschlappen ab. Leider benutzt sie auch kaum Deo o.ä., sodass es wirklich kaum auszuhalten ist.

Wenn sie bei mir zu Besuch ist, stinkt innerhalb kürzester Zeit die ganze Wohnung, sodass ich, wenn sie gegangen ist, erst einmal lüften muss.

Ich besuche sie (und meinen Vater, sie leben zusammen) kaum noch, weil mir ehrlich übel wird von dem Geruch.

Von Nachbarn meiner Eltern und anderen wurde ich sogar schon darauf angesprochen, dass da dringend was passieren muss.

Mein Vater und ich sind einfach ratlos, was wir tun sollen. Sie selbst nimmt ihren Geruch nicht wahr (oder will es nicht).

Dazu hat sie noch schlimmen Fußpilz, den sie aber nicht behandeln (lassen) möchte.

Wir (mein Vater und ich) haben schon sehr viel versucht, um ihr zu helfen. Und ich möchte betonen: im Guten, also ohne Vorwürfe oder dergleichen.

Ich habe ihr schon tolle Pflegeprodukte sowie einen Gutschein für eine Nagelbehandlung bei der Fußpflege geschenkt etc., aber sie WILL einfach nicht.

Ich habe schon oft offen mit ihr über das Problem gesprochen, aber sie ist dann sofort beleidigt und bringt Kommentare wie "willst du damit sagen, dass ich eine Drecks..." bin?"
Mir liegt viel an meiner Mutter, auch wenn wir nicht das innigste Verhältnis zueinander haben.

Ich bekomme mit, wie sich andere aufgrund ihrer mangelnen Hygiene von ihr abwenden und das tut mir so leid für sie.

Habt ihr einen Rat, was ich bzw. was wir noch tun können? Mit Worten dringen wir nicht zu ihr vor.

Ich danke euch sehr fürs Lesen und bin froh für jeden Tipp.

#winke

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>>>"willst du damit sagen, dass ich eine Drecks..." bin?"<<<

"Ja, Mama, wenn jemand so sehr stinkt wie du, ist er eine Drecksau."

Anders gehts wohl nicht.

Der Fall läge vollkommen anders, wenn deine Mutter unter Hyperhidrose litte, ist das ausgeschlossen worden?

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"Offiziell" wurde das nicht ausgeschlossen, aber ich bin mir absolut sicher, dass dem nicht so ist.

Sie schwitzt nicht übermäßig, sondern "ganz normal" wie die meisten anderen auch, aber sie wäscht sich halt nicht richtig und v.a. wechselt sie verschwitzte Sachen nicht regelmäßig, sondern trägt u.U. das selbe Oberteil eine Woche und länger.

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Deine Mutter scheint auf dem besten Weg zu sein, physisch und psychisch den Bach runterzugehen.
Da sie sich nicht helfen lassen will, kannst du gar nichts tun, so schmerzlich das ist.

Ich glaube, ich würde auf Distanz gehen, z.B. keine Besuche mehr in ihrer oder deiner Wohnung. Warum sollst du dir das antun? Nur weil es deine Mutter ist?

Tut mir leid, dass ich keinen besseren Tip für dich habe.

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Hallo,

das ist echt eine schwierige Situation. Aber hauptsächlich müsste dein Papa was dazu sagen, denn er lebt mit ihr zusammen. Und wenn es so unerträglich ist, würde ich ihr mal direkt auf die Frage antworten: Ja, du stinkst! Es ist widerlich und ich muss bald kotzen so schlecht wird mir. Manmal hilft nur die nackte Wahrheit, so traurig es ist :-(

Außerdem sollte sie mal eine Therapie machen. Warum hat sie denn Angst vor Wasser (duschen). Warum vernachlässigt sie sich selber so? Da muss irgendwas dahinter stecken....

LG Jenny

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Du kennst Deine Mutter am Besten ... Mit reden hast Du es ja nun schon versucht ... mit Geschenken ebenso ... bringt nichts ...

Dann musst Du sie gewähren lassen wie sie möchte ...

Mach mit ihr einen Mutter-Tochter Tag und nimm sie mit in einen Spa ... macht Wellness ...

Ihr relaxt gemeinsam, habt Zeit füreinander und als positiven Nebeneffekt erfährt Deine Mutter eine Reinigung ... So doof das auch klingen mag ...

Jetzt weiss ich natürlich nicht wie es sich mit dem Fußpilz verhält, das hatte ich jetzt total vergessen ...

Mist, vertrackte Situation ...

Kann es vllt psychische Gründe haben wieso/weshalb/warum sie sich so gegen das Waschen sträubt, bzw. eine Dusche oder ein Bad ablehnt?!
War sie immer so?

LG, Lena

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Meine erste Frage wäre wie alt Deine Mutter ist, denn ähnliches kenne ich von älteren Menschen.

Sie waschen sich nicht ausreichend, weil sie früher auch nicht jeden Tag gebadet oder geduscht haben, genauso mit dem wechseln und waschen der Kleidung.

Was ich allerdings nicht so ganz verstehen kann, Dein Vater lebt mit Deiner Mutter zusammen, kann er dann nicht dafür sorgen, dass sie täglich ihre Unterwäsche wechselt? Die schmutzige Wäsche kann er doch direkt in die Maschine geben.
Mit dem baden/duschen ist das ja so eine Sache, aber vielleicht kann er sie dazu bringen, wenigstens jeden zweiten/dritten Tag zu duschen, anstatt sich mit dem Waschlappen dürftig zu waschen.
Sie könnten aber auch ein/zweimal die Woche zusammen schwimmen gehen. Hier muss sie sich ja vor dem schwimmen kurz abduschen und auch nach dem schwimmen geht man duschem um sich das Chlorwasser abzuwaschen und um die Haare zu waschen!? Wäre dies keine Möglichkeit?

Ich finde kaum etwas schlimmer, als wie wenn jemand unhygienisch ist und schon riecht!

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Hallo

Wie alt ist deine Mutter ?

Steht sie noch im Berufsleben ?

Gibt es noch andere Einschränkungen im Alltagsleben ?

Wie geht dein Vater im Alltag damit um ?

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Meine Mutter ist 58 Jahre alt und schon seit vielen Jahren nicht mehr berufstätig.
Sie war - bis auf die Zeit vor meiner Geburt - nicht berufstätig und "nur" Hausfrau und Mutter.

Mein Vater - und ich gebe zu, auch ich - werden inzwischen zunehmend ungehalten bei dem Thema, denn es ist sehr belastend.

Ich schäme mich für meine Mutter und zugleich fühle ich mich sehr schlecht dabei.

Ihr fehlt eine Tagesstruktur und zudem hat sie das Messie-Syndrom. Ich glaube, sie hätte vieles zu bearbeiten (in einer Therapie o.ä.), verweigert sich aber komplett, obwohl ich sie aufgrund meiner eigenen guten Erfahrungen mit Engelszungen von einer Psychotherapie zu überzeugen versuche.

Ich bin inzwischen einfach nur noch ratlos :-(

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Wie verhält sich dein Vater ihr gegenüber ?

Das sie mißtrauisch ihren engsten Angehörigen ist , ist tragisch

Leider gibt es kein Rat
Denn du hast bereits alles getan

Sie ist ein mündiger Mensch

Das messi Syndrom wäre ein Ansatz

Wenn ihr Hilfe von außen in Anspruch nehmen möchtet gebe es da den sozial psychiatrischen Dienst
Ich fürchte aber, daß so eine Aktion das mißtrauen schüren würde

Hat sie einen Hausarzt zu dem sie Abundzu geht ?
Den würde ich ins Vertrauen ziehen
Hausärzte haben da oft gutes Fingerspitzengefühl

Alles liebe

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Vielen Dank für eure Antworten.

Meine Mutter ist schon so, seit ich sie bewusst und nicht mehr ausschließlich als "Mama" wahrnehme, also etwa seit meiner Pubertät (bin jetzt 25).

Generell ist sie sich selbst nicht viel wert. Sie geht z.B. trotz mehrerer Erkrankungen (Diabetes, Hypertonie etc.) nicht zum Arzt.

Ich glaube ja, dass eine Depression hinter ihrem Verhalten steckt, aber "beweisen" kann ich das natürlich nicht.

Ich habe schon mehrfach versucht, sie von der Notwendigkeit einer Therapie zu überzeugen. Mir ging es selbst mal eine Zeit lang nicht gut und eine entsprechende Gesprächstherapie hat mir sehr geholfen.

Leider lehnt sie das völlig ab und sagt dazu, dass sie ja nicht "verrückt" sei und sich nicht "in die Klapse" einweisen lasse.

Davon kann natürlich keine Rede sein, das ist ja gar nicht meine Intention.

Sie misstraut meinem Vater und mir leider sehr und wenn wir etwas sagen, wird das grundsätzlich erst mal in Frage gestellt.

Ich komme mir so hilflos vor. Natürlich könnte ich sagen "mir doch egal, sie soll machen, was sie will", aber so "kampflos" möchte ich meine Mutter nicht aufgeben.

Ich befürchte, dass eine psychische Erkrankung dahinter steckt und damit kann ich sie doch nicht allein lassen.

Ich möchte so gerne helfen, etwas tun etc., aber in ein Spa würde ich sie nie im Leben kriegen. Als ich Kind war, ist sie auch nie mit mir ins Schwimmbad o.ä. gegangen.

#schwitz:-(#schmoll

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Das klingt ganz nach einer schweren Depression und wenn sie wegen Diabetes und Hypertonie nicht zum Arzt geht, wird sie an einer der beiden Krankheiten über kurz oder lang sterben.

Mein Vater war Alkoholiker und litt an schweren Depressionen. Das ist mir in einer Periode aufgefallen, als er trocken war Ich habe mich damals jung und hilflos gefühlt und dachte, er muss es selber wissen und sein Arzt wird ihm schon helfen. Er hat dann wieder angefangen zu trinken und ist 3 Monate später mit 63 gestorben.

Heute würde ich mir einen richterlichen Beschluss holen und ihn in die Psychiatrie einweisen lassen und wenn ich irgendeinen Selbstmordversuch erfinden müsste, vielleicht würde er heute noch leben.

Schau, dass du deine Mutter zur Not auch mit Gewalt zum Psychiater oder in eine psychiatrische Ambulanz schleppst, es sieht nicht so aus, wie wenn sie es alleine schafft. Dass es eigentlich der Job deines Vaters wäre, nützt dir auf ihrer Beerdigung auch nichts.

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Meine Mutter hat nie selbst Wert auf sich gelegt. Wenn ich in alten Fotoalben krame erschrecke ich teilweise wenn ich meine Mutter darauf sehe (WENN sie denn mal zufällig vor die Linse geraten war, sie ließ sich nämlich gar nicht gerne ablichten).
Ich habe mich für sie so geschämt, sie war nicht so wie andere Mütter die sich schick machen, die zum Friseur gehen, die sich schminken, sich nette Sachen kaufen, mal etwas mit den Freundinnen unternehmen ... Meine Mutter hatte gar keine Freundinnen, gar keine Kontakte ...

Sie hatte zb immer sehr, sehr schlechte Zähne. Hatte eigentlich nur noch Ruinen im Mund. Mein Vater hat das irgendwann nicht mehr ertragen und sie bekniet zum Arzt zu gehen. Natürlich hatte sie Hemmungen und Ängste, verständlicherweise, aber, sie ist letztlich gegangen, bekam Behandlungen und eine Vollprothese. Das sah vernünftig aus. Mein Vater hat Unmengen für die Prothese bezahlt. Was war das Ende vom Lied? Ein halbes Jahr trug sie ihre neuen Zähne, dann, poe a poe wurde das Gebiss immer weniger aus dem Glas genommen, bis es letztlich nicht mehr passte und so lief meine Mutter dann "ohne alles" herum.
Sie hatte auch von Geburt an eine Wirbelsäulenverkrümmung, ich weiss nicht, ob Krankengymnastik, od was auch immer, etwas gebracht hätte, aber ihr Rücken wurde mit den Jahren immer krummer und sie hatte einen Buckel, darunter litt sie auch stark.

Sie hatte Ängste ohne Ende, jetzt, im Nachhinein, wo ich meine Kindheit in einer Therapie aufarbeite, wird mir das alles bewusst ... Was sie draußen an Macht nicht hatte, ließ sie an mir aus ... aber gut, anderes Thema.

Mein Therapeut meinte, meine Mutter hätte sich schon zu Lebzeiten selber aufgegeben. Das eh alles nichts bringt, sie wollte sich mit sich auch gar nicht auseinandersetzen. Wenn ich, nun als erwachsene Frau, mit eigener Familie, zu ihr, also meinen Eltern, kam, und auch mal kritisch ihr gegenüber wurde, Verhaltensweisen infrage stellte, dann verließ sie immer, wirklich immer, mit einer abwehrenden Handbewegung und einem "Leck mich am Arsch" - Blick, den Raum ...

Deine Mutter sollte sich wirklich helfen lassen, sich nicht aufgeben, an sich arbeiten ... auch im Alter ist dies noch vonnutzen.

Meine Mutter ist gestorben weil sie nie zum Arzt gegangen ist. Sie hatte einen Hirnschlag den sie überlebte ... sie sollte das Rauchen einstellen, hat sie natürlich nicht getan ... schon im Therapiezentrum damals, hat sie wieder damit angefangen.
Tage vor ihrem Tod klagte sie immer wieder über Kopfschmerzen und Übelkeit. Ihr Blutdruck war jenseits von Gut und Böse. Doch mein Vater konnte sie nicht überreden zum Arzt zu gehen. In der Nacht hat es dann die Ader zerfetzt ... Als mein Vater sie fand war es schon zu spät ....

Ich möchte Dir keine Angst machen, Du liebst Deine Mutter, Du hast noch die Chance sie dazu zu bringen sich Hilfe zu holen. Du darfst einfach nicht locker lassen.

Ich wünsche Euch alles Gute

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Wenn sie mich fragen würde, ob ich sie für eine Drecksau halte, würde ich wohl isagen, ob sie das nicht mehr selber merkt, wie sie stinkt...und das sehr deutlich.
Mit Fußpilz sie in ein öffentliches Bad mitnehmen, ist eine Zumutung.
Evtl noch den Hausarzt oder wirklich einen sozialen Dienst ansprechen.
Man kann doch nicht jemanden so verrotten lassen.
LG Moni

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#pro

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Hallo,

leider sind dir die Hände gebunden...Ich denke auch, daß deiner Ma mit einer Therapie am Besten geholfen wäre....Aber solange sie mündig ist und nicht selbst die Notwendigkeit sieht wird es schwer :-(

Hat sie Freunde / nahe Verwandte / gute Nachbarn ??? Manchmal erreichen Außenstehende mehr, als wir Kinder....

Oder dein Vater wendet sich an einen guten Arzt der dann die notwendigen Schritte in die Wege leitet....

Ich glaub , ich würd jetzt - nachdem du den "netten Weg" mit Geschenken und lieben Worten gegangen bist (und keinen Erfolg hattest ) -auch etwas heftiger werden und meiner Ma klare Ansagen machen "ja, du riechst sehr " ; entweder du bist krank und kannst deshalb nichts für deinen Geruch ( lass uns das durchchecken ) oder es liegt wirklich daran, daß du dich nicht ausreichend pflegst ( und das kannst DU ändern, wenn DU es willst )

LG #winke

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Das Stinken wird wohl auch von der Diabetis kommen, das hatte meine Oma nämlich auch. Sie ist recht früh gestorben, aber ich erinnere mich, dass ich mich für ein Foto auf ihren Schoß setzen musste und dieser Geruch hat sich in mein Gedächtnis gebrannt. Ba!