Mein Mann wird mittlerweile immer agressiver und tickt regelrecht wegen Kleinigkeiten aus.
Kleines Bsp. von vorhin. Ich habe das Weihnachtsessen gekocht für morgen und eine der benötigten Zutaten, ja es war nur Tomatenmark, wurde schon angebrochen. Ich habe eher beiläufig gesagt "mist, hast du das Tomatenmark zum kochen genommen?". Er sofort auf 180, nein habe ich nicht. Ich habe nur gesagt das er es wohl irgendwann die letzten Tage genommen hat. Daraufhin ist er fast ausgerastet. Hat wütend im Kühlschrank und im Speiseschrank gesucht, richtig agressiv gesprochen das muss dann die alte vom letzten Jahr sein.
Ich habe gesagt das es ja nicht so schlimm ist das es auch so geht zum kochen. Er brauche jetzt nicht danach suchen weil es wirklich keine weitere Tube gibt.
Ach ich kann das gar nicht richtig beschreiben das ihr das versteht. Es ist wie ihr seht nur eine Kleinigkeit und er kann dann nicht mehr aufhören und sucht agressiv, gibt mir die Schuld bis ich wirklich Angst vor ihm bekomme, denn im Weg sollte man ihm dabei nicht stehen.
Die Kinder haben auch Angst bekommen und ich hab versucht ihn aus der Küche zu "schmeissen" das ich überhaupt weiter machen konnte.
Aber er kann dann nicht aufhören steigert sich immer weiter rein, wird immer agressiver bis wir uns gegenseitig anschreien, das er endlich gut sein lassen soll und raus gehen.
Danach werde ich dann wieder ignoriert behandelt als wäre ich Luft.
So ist es immer, egal bei welchem Streit. Er ignoriert mich dann und irgendwann tut er so als wäre nichts gewesen.
Mit ihm reden kann man nicht.
Ich verstehe das nicht. Bitte macht euch nicht drüber lustig wie man sich über sowas streiten kann, ich verstehe es auch nicht - schon gar nicht sein aggressives Verhalten dabei. Er hat mich in solchen Situationen auch schon mehrfach geschubst, wenn ich ihn nicht habe austoben lassen.
Ich weis nicht mehr weiter.
Mann wird aggressiv
Was heisst "mit ihm reden kann man nicht."? Auch nicht, wenn er sich wieder abgekühlt hat? Was sagt er dazu, wenn Du ihm schilderst, wie Dich sein Verhalten verletzt? Seit wann ist er überhaupt so und wann hast Du seine Aggression so stark wahr genommen?
Nein auch wenn er sich abgekühlt hat kann man nicht mit ihm reden. Er hat für alles eine Erklärung parat und die schuld liegt dann sowieso ausnahmslos an mir. Er selber verhält sich niemals falsch.
Richtig extrem ist es geworden seitdem unsere Ehe auf der Kippe steht weil ich so auf Dauer nicht mehr weiter mahen möchte. Er redet davon er würde für unsere Ehe kämpfen wollen, aber gleichzeitig wird es immer schlimmer. Mehrfach haben wir über eine Eheberatung gesprochen aber es verläuft immer wieder im Sande.
Prüf mal für Dich ob Du Dich hier wieder findest/erkennst: http://www.re-empowerment.de/haeusliche-gewalt/leben-in-einer-misshandlungsbeziehung/erlebe-ich-gewalt/
Dein Mann hat eine Störung. Wenn er nichts dagegen tun will, würde ich ihn verlassen. Dich macht das kaputt und die Kinder auch.
ich kann nicht verstehen wie man mit so einem Mann zusammen sein kann.
Da gruselts mich. Mein Vater war schon immer cholerisch. Wegen Kleinigkeiten wurde er ungehalten und laut, hat meine Mutter respektlos zusammengestaucht, völlig kopflos, unsensibel und unreflektiert. Jedes Mal bei solchen 'Streits' hab ich als Kind und Jugendliche gelitten wie ein Hund, hab mir die Ohren zugehalten und gehofft dass es bald vorbei ist. Meinem Bruder ging es genauso. Das muss deinem Mann klar werden - sein grässliches Verhalten ist ganz ganz schlimm für die Kinder (und dich auch). Ich bin ziemlich Choleriker-allergisch und finde solch ein Verhalten auch nicht normal.
Hallo.
Was du da beschreibst, kommt mir nur zu bekannt vor. Einige haben bereits einige hilfreiche Kommentare geschrieben. Von mir kommt jetzt mal ein paar ganz andere Ideen:
1. Sein Verhalten verstärkt sich so seit dem Eintritt einer Veränderung (Hochzeit, Baby, Krankheit, Traurr, mehr Arbeit etc.)
2. Könnte er evtl. ADHS haben? Schau mal u.a. hier: http://www.adhs-studien.info/adhs_selbsttest.html
3. Reagiert er immer gleich bei gewissen Äußerungen von dir? Manch einer hat vllt. Assoziation aus früheren Beziehungen. Ist er generell mit irgendetwas Bestimmten (deinerseits) unzufrieden?
...Das sind nur mal so ein paar Denkansätze. Man ist ja eigentlich nicht von Grund auf aggressiv, alles hat irgendwo eine Ursache, auf die dann eben eine bestimmte Wirkung erfolgt. :-/
Lass dich nicht entmutigen. Versuch's mal so rum: Stell dir vor meine 1,5jährige Tochter wird schnell mal rasend wütend seit sie 6 Monate alt ist. Manchmal fehlt nicht viel, dann hat sie sich extrem reingesteigert und findet dann nicht mehr raus (schreien, weinen, schlagen, auf dem Boden rollen etc.). Seit wir sie liebevoll versuchen aufzufangen, ihr durch Spaß, Spiel, Küsschen und dergleichen gewissermaßen den Wind aus den Segeln zu nehmen, können wir ganz anders miteinander umgehen. Ich kann mir vorstellen, dass sich dein Mann (wegen irgendetwas) unwohl/frustriert/deprimiert fühlt. Vielleicht fühlt er sich nicht verstanden/wertgeschätzt/genug miteinbezogen. [Hast du evtl. was im Alleingang entschieden/durchgezogen oder nach mehrmaligem Bitten vergessen etwas miteinzukaufen/mitzuwaschen? Wie oft sagst du "Ich liebe dich" oder zeigst ihm deine Liebe und dass du ihn begehrst? Wie häufig herzelt ihr noch miteinander? Männer, oh jaaa, drücken sich zuweilen sehr subtil aus, denken dann, alles ist klar und gehen davon aus ihre Frau könne Gedanken lesen.]
Glaub mir, ich kenne deine Situation nur zu gut. Wir trainieren auch immernoch und üben uns im besseren Kommunizieren. ;) Probiers mal aus und versuch deinem Mann den Wind aus den Segeln zu nehmen und überfalle ihn mit einer Umarmung, einem Kuss. Sag beim nächsten Mal: "Ach Schatz, ich liebe dich. Fühl dich doch nicht geärgert..." oder ähnlich. Wer weis, vielleicht hilft's.
Ich glaube dir, wie unangenehm solche Situationen sind. Deinen Betrag hätte ich auf Punkt und Komma (noch vor einem Jahr) genauso schreiben können. Manchmal müssen trotz allem unser verletztes Ego selbst einmal zur Seite nehmen und versuchen zu verstehen, was in dem anderen vorgeht. ;) Und ich kann mir nicht vorstellen, dass dein Mann sich dauerhaft gut und ausgeglichen dabei fühlt, wenn er sich so polternd Luft gemacht hat.
Versuch nicht so vieles auszudiskutieren. Das endet doch meist in gegenseitigen Vorwürfen und aufgebrühten Geschichten aus der Vergangenheit. Streiten muss mal sein, Schmollen darf man auch. Aber dann muss es aber auch wieder gut sein und braucht nicht weiter ausgelatscht werden. :)
So, das war jetzt doch ein bisschen lang. Sorry. Ich wollte jedenfalls nur mal meine eigenen Erfahrungen beisteuern und Hoffnung aufzeigen. Auch wenn einiges verloren scheint, kann man an seiner Beziehung/Liebe arbeiten. :)
Alles Liebe,
silasi
So in der Art verhält sich mein Mann leider manchmal auch. Die Sache, für den Streit auslöst, ist oft ganz banal, aber er poltert dann gleich los, unterbricht mich und ist ungenießbar. Wenn ich ihn dann später darauf anspreche, bleibt oft im Raum, ich habe ihn zu Unrecht beschuldigt, und er kann auf keinen Fall etwas mit der Sache zu tun gehabt haben.
Beispiel von heute: Im Bad neben der Toilette waren Blätterteigkrümel, die halt auffielen, nachdem mein Sohn (11) die Klospülung etwas zu heftig betätigt und das Bad gut durchnässt hatte. Ich fragte meinen Mann, der im Bett las, ob er da gekrümelt habe (weder mein Sohn noch ich hatten was gegessen), und wurde gleich angeranzt, dass er das gar nicht gewesen sein könne, weil ja wir zuletzt im Bad waren. Ich habe dann nur ruhig gesagt, dass wir nichts gegessen haben und befand mich schon wieder auf dem Weg raus, aber natürlich kam noch ein Schwall hinterher: Ich unterstelle ihm etwas, er wolle seine Ruhe haben, ich solle jetzt sofort aufhören ...
Mein Mann ist psychisch nicht ganz stabil, womit ich im Prinzip auch umgehen kann, aber seine harschen Reaktionen sind auch verletzend. Es gibt schon auch Momente, in denen ihm dieses "Machtgehabe" wirklich Leid tut, aber solche blöden Streitereien kommen trotzdem immer wieder vor.
Einen echten Rat kann ich Dir nicht geben, aber ich spüre auch, dass ich ihn einfach bocken lassen muss, weil sonst die Streitereien eskalieren.
Liebe Grüße
Also vorab erstmal, das Schubsen geht gar nicht, aber ich muss hier doch mal deutlich etwas formulieren, wie sich das für mich darstellt. Daraus wird dann auch recht schnell deutlich, warum der Mann so aufbraust.
1. Du fragst ihn, ob er das Tomatenmark benutzt hast. Darin schwingt schon der Unterton eines Vorwurfs mit.
2. Er antwortet mit "Nein". Hier könnte das Gespräch eigentlich im Sinne des festiven Anlass beendet sein, Aber nein!, denn
3. Doch Du musst es benutz haben! Wenn die Antwort auf die Frage in 1. bereits bekannt ist, warum stelle ich sie dann?, wenn bereits vorher klar ist, dass ich eine negative Antwort, gemäss 2. auf meine Frage aus 1. inakzeptabel ist, wieso frage ich dann überhaupt???
4. Der Mann sucht also nach dem Tomatenmark, dabei vermutlich feststellend, das es doch sein könnte, das er es "versehentlich" benutzt hatte (stand auf der Tube eigentlich drauf, dass sie fürs Weihnachtsessen zurückgehalten werden muss?). Deine vorherige Strategie, des absoluten Fehelr auf ihn schieben, macht eine Umkehr seinerseits ebenso unmöglich, schliesslich muss ein Mann zu seinem Wort stehen, ergo kommt es zum Streit.
5. Sagst Du nun, wo Du merkst, dass die Situation zu eskalieren droht, "ach ist doch gar nicht so schlimm."... Wenn es denn nicht schlimm ist, WARUM macht man dann anfänglich unter 1., 2. und 3. so ein Fass auf???
Mir ist bei so etwas einfach nicht klar, warum man so auf sein Recht pochen muss, und sich dann wundert, dass die Situation eskaliert?
Das ist so das Urbia-Virus "Ich hatte aber recht, also muss ich das auch sagen dürfen und der Mann hat gefälligst alles zu schlucken"
Man bin ich froh, dass meine Frau und ich ns die Kocharbeit teilen, jeder einen Teil zum Menü beisteuert und der andere sich da jeweils raushält. Und trotzdem wir momentan unter engsten Bedingungen in eine kleinen Küche werkeln, gibt es da keinerlei Probleme.
Gut. ich schubbs meine Frau nicht (dazu wär hier auch gar kein Platz), und ich brüll sie nicht an oder erhebe meine Stimme, aber im Gegenzug verschont mich meine Frau mit Fragen mit vorgefertigtem Ausgang...
Merry Christmas!
Ich hatte weiter oben gepostet, weil ich in der Beschreibung der TE manchmal Situationen mit meinem Mann wieder erkenne.
Teilweise muss ich Dir recht geben: Eine Frage, deren Antwort unwichtig ist, braucht man nicht erst zu stellen, und wenn sie doch wichtig ist, muss man auch damit umgehen können, dass die Antwort nicht lautet: "Oh entschuldige Schatz, wie konnte ich nur so blöd sein, diese Tube zu nehmen".
Aber vielleicht ist das Beispiel der TE auch schlecht gewählt, jedenfalls kenne ich das Gefühl, dass ein harmlos gemeinter Satz Reaktionen auslöst, die ich nicht erwartet habe (und auch im Nachhinein kann ich nicht immer feststellen, dass mein Satz ungeschickt, provozierend oder vorwurfsvoll formuliert war).
Es ist schwer, diesen Kreislauf des "Aber eigentlich habe ich recht" zu durchbrechen - letztlich müssen da beide Seiten dran arbeiten.
Frohes Fest!
Anja
>>... letztlich müssen da beide Seiten dran arbeiten...<<
Genau darauf wollte ich hinaus. Leider wird in solchen Fällen wie hier nur zu gerne eine einzige Betrachtungsweise gewählt und als Meinung vertreten. Sicher eine Folge des Frauenüberschuss auf Urbia, aber leider auch ein Armutszeugnis, wenn es darum geht konstruktiv und allumfassend Rat zu geben.
Sicher können, wie Du es schilderst manchmal unbedacht gesagte Sätze unerwartete Reaktionen hervorrufen, das funktioniert sogar in beide Richtungen und ist in einer gesunden Beziehung auch gar nicht weiter schlimm.
Erst, wenn ein Ungleichgewicht entsteht muss tatsächlich nachgeforscht werden, was da gerade passiert. Der erste Ansatz sollte dabei allerdings der eigenen Person gelten. Mache ICH irgendetwas anders, dass mein Partner plötzlich ein bestimmtes Verhalten an den Tag legt?
Es wird einem jeden einleuchten, dass man das eigene Verhalten besser steuern kann, als das jemals bei einem anderen gelingen kann.
Es ist natürlich einfacher zunächst einfach die Ursache nicht bei sich selbst zu suchen, sondern beim Partner, denn das bedeutet erstmal, dass man nicht selbst aktiv werden muss und es fühlt sich natürlich besser an, wenn man sich nicht selbst auch Fehler eingestehen muss...
Aber hilft es in der Sache?
Will sagen, wenn ich eine Situation entschärfen kann, dann tue ich das im Interesse des größeren Ganzen meist. Komme ich jedoch langfristig zu dem Schluss, dass tatsächlich nicht ich mein Verhalten geändert habe sondern mit meinem Partner etwas nicht stimmt, versuche ich Hilfe anzubieten, um das Problem gemeinsam anzugehen.
Es sollte ja nun gerade die Stärke einer Partnerschaft sein, dass man mindestens zwei Betrachtungsweisen desselben Problem nebeneinander stellen kann, und gemeinsam Lösungen findet.
Vier Augen sehen mehr als zwei...
Das war jetzt ein längerer Exkurs, der natürlich nur wieder einmal meine eigene Meinung und Erfahrungen aus einer glücklichen aber sicher nicht problemfreien Beziehung wiederspiegelt.
Merry Christmas!