Er haut einfach ab

Hallo!

Ich brauche mal ein wenig Rat.

Ausgangssituation: wir sind um die 30, seit 5 Jahren ein Paar, seit 1,5 Jahren Eltern, er ist selbstständig und hat grade noch mal expandiert.

Mein Freund ist momentan sehr überfordert mit seinem Unternehmen, er arbeitet viel und hat selten den Kopf frei. Es geht eigentlich immer um seine Firma. In einem gewissen Rahmen habe ich durchaus Verständnis für ihn.

Nun ist es aber auch so, dass ich mich neben Kind und Haushalt auch in fast jeder dann noch übrigen Minute um sein Büro kümmere.

Dadurch das inzwischen alles so viel geworden ist, haben wir seit Wochen nichts mehr zu dritt, als Familie unternommen. Sein Kind sieht er nur am Wochenende und auch dann ist er meistens eher lustlos und versucht sich mit möglichst wenig Aufwand da durch zu Ringen. Finde ich für unser Kind mehr als schade.

Nun war es so, dass ich am Samstag bis spät in die Nacht im Büro (zuhause) saß um alles zu schaffen, damit wir am Sonntag alle zusammen frei haben und etwas schönes unternehmen können. War auch so mit meinem Freund besprochen!

Sonntag ist er dann jedoch nicht aufgestanden. Ich habe ihn mehrfach gebeten aufzustehen, er sagte jedes Mal ja, ist dann aber doch liegen geblieben. Das Ende vom Lied war dann, dass ich mir nachmittags das Kind geschnappt habe und allein was unternommen habe.
Als ich nach Hause kam, war mein Freund nicht mehr da. Und bis heute habe ich nichts von ihm gehört.

Da es nicht dass erste Mal ist, dass das so passiert gehe ich davon aus, dass er bei seinen Eltern ist und dort auf der Couch pennt.

Ich verstehe nicht was das soll und fühle mich ausgenutzt und sitzen gelassen. Ich weiß, dass er wirklich unter Strom steht, versuche ihm abzunehmen was geht. Im Gegenzug bekomme ich von ihm Null Unterstützung und um unser Kind kümmert er sich auch nicht. Er ist im Prinzip nur mit sich und der Arbeit beschäftigt und ich muss ganzen Rest inkl. seiner Büroarbeit wuppen.

Ich weiß gar nicht so recht, was ich jetzt hören will. Die momentane Situation ist einfach nicht tragbar - er kann hier nicht einfach rein und raus spazieren wie es ihm passt. Es ist auch sein Kind. Und über kurz oder lang braucht dieses Kind eine richtige Familie. Aber was kann ich ändern? Dass ich auch einfach mal Pause haben will finde ich legitim, das findet allerdings auch nicht mehr statt.

So. Hm. Da stehe ich jetzt.
Soll ich ihn anketten? Ihm einen Sender einpflanzen und ihn Elektroschocken wenn er zu seinen Eltern abhaut? Wann lernt er Verantwortung für seine Familie zu übernehmen?

Danke schon mal!

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Ich kann verstehen, dass du sauer bist.
Was ich nicht wirklich verstehe, ist deine momentane Sorglosigkeit. Dein Mann hat sich vor nicht all zu langer Zeit selbständig gemacht. Er hat das sicherlich nicht für sich gemacht sondern auch um euch als Familie eine sichere Zukunft zu bieten. Und so eine Selbständigkeit ist gerade am Anfang, sehr, sehr viel Arbeit und ein nicht unbedeutendes Risikot.
Jetzt weißt du, dass er momentan auf den Zahnfleisch daher kommt , du weißt, dass er am Limit und überfordert ist, du hast seit über 24 Stunden nichts von ihm gehört und du machst dir noch nicht mal Gedanken? Du bist einfach nur beleidigt?

Als erstes würde ich mal abchecken, ob dein Mann wirklich bei seinen Eltern ist, nicht dass sonst was passiert ist. Gesund hört sich sein Verhalten ja nicht unbedingt an.
Und dann müsst ihr in einem ruhigen Moment mal miteinander reden. Und zwar ohne gegenseitige Vorwürfe.

Dein Mann ist am Limit, das was er am wenigsten braucht, ist eine Frau, die ihm in der Freizeit auch noch Stress macht und ironisch mit Elekroschocks droht.
Vielleicht schaffst du es ja ihn davon zu überzeugen, dass er in seinem eigenen Interesse kürzer treten muss, vielleicht ist ja auch mal ein Urlaub zu dritt oder zumindest ein Verlängertes Wochenende drin? Am besten buchst du dann gleich etwas fix, dann kommt er nicht mehr aus. Die Zeit, die er jetzt nicht mit dem Kind verbringt, ist für immer verloren. Das wird ihm sicherlich ewig leidtun. Außerdem kann niemand ewig 130% geben.
Im Gegenzug dazu lässt du ihn das nächste Mal einfach schlafen. Manchmal muss das einfach sein. Ist doch schlimm, wenn dein Mann zum Ausschlafen zu seinen Eltern flüchten muss.

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Danke für deine Antwort, aber du hast da ein bisschen was falsch vorausgesetzt und interpretiert.

Er ist seit 8 Jahren selbstständig und bekommt von mir jegliche Art von Unterstützung -angefangen bei Lunchpaketen über die Unterstützung im Büro bis zu Massagen nach besonders schlimmen Tagen.
Er hat bereits die letzten Wochenenden ausgedehnte Mittagschläfe gehalten, muss abends zu Hause nichts mehr machen, und wir hatten besprochen, dass wir Sonntag was zusammen machen!

Wie du schon sagst, die Zeit mit unserem Kind kommt nicht wieder! Und ich möchte ihm das spätere bereuen einfach ersparen.

Bei seinen Eltern schläft er nicht aus. Er muss ja trotzdem arbeiten. Er schaut mit ihnen fern bis er auf dem Sofa einschläft und sie werfen ihm dann eine Decke über. Sie kommen auch nicht auf die Idee, dass er in (s)einem Bett besser aufgehoben wäre als auf einer unbequemen Couch.

Und was meine Sorglosigkeit angeht, ist es einfach so, dass ich ihn kenne. Wäre etwas passiert hätte er / seine Eltern sich gemeldet.

Und beleidigt ist offenbar er. Auch wenn mir die Gründe dafür schleierhaft sind.

Urlaub haben wir seit 2 Jahren nicht mehr gemacht. Wir wollten über Pfingsten wegfahren, hat er dann abgesagt, weil es ihm nicht in die Arbeit gepasst hat. Kürzer treten, nachts schlafen statt fernsehen, am Wochenende mal Freunde treffen (er seine, gerne auch ohne mich) habe ich ihm alles schon ans Herz gelegt.
Ohne Erfolg.

Im ruhigen Moment sieht er auch immer, dass abhauen blöd ist und er lieber den Mund aufgemacht hätte, aber wenn es dann wieder so weit ist, dann haut er einfach ab.

Dass ich mit Vorwürfen nicht weiter komme weiß ich, darum versuche ich ihm meinen Standpunkt anders klar zu machen.

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Und die Ironie spare ich mir übrigens in solchen Situationen ihm gegenüber auch! ;-)

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Ich würde seine Koffer packen und vor die Tür stellen!

Mehr fällt mir gerade nicht dazu ein.

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Das ist leider auch das einzige, was mir dazu einfällt.

Aber ich liebe ihn und weiß, dass er in einer schwierigen Phase steckt.
Trotzdem muss er merken, dass es so nicht geht.

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...oder die eigene Tasche packen, und es ihm einfach gleichtun. :-D

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Tu es ihm gleich....Koffer packen und mal paar Tage weg mit dem Kind....villeicht fällt ihm dann auf, was er an Dir hat.

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Du bist jetzt schon die zweite, die das vorschlägt.
Je mehr ich drüber nachdenke, desto besser gefällt mir die Idee.
Wobei ich das nicht unter dem Aspekt "sieh zu wie du ohne mich klar kommst" sehe, sondern als Auszeit für uns alle drei.
Das Kind und ich kommen mal raus, Freund hat seine Ruhe und ich kann auch mal abschalten und wuschel nicht nebenbei noch überall rum.

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Du solltest diesem Freak mal eine Lehrstunde in Verantwortlichkeit erteilen. Seine Art von Realitätsflucht geht gar nicht, wenn man Familie hat, Verantwortung für ein Kind.

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Wo ist er denn verantwortungslos?
Er sorgt dafür, dass sie "den Rücken frei hat", sich um Haus und Kind zu kümmern und reibt dich dabei auf.
Findest Du es verantwortungslos, wenn er einen Sonntagsausflug verpennt?

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Ganz nebenbei kümmert sie sich - vermutlich unbezahlt - in ihrer Freizeit um sein Büro und reibt sich ziemlich offensichtlich ebenfalls auf.

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"Wann lernt er Verantwortung für seine Familie zu übernehmen?"

Wer bringt bei euch das Geld nachhause?

Du oder er?

Wenn er das Geld mit nachhause bringt und du "nur" die Büroarbeit zuhause machst, also er das Geld für dich verdient, denn bei "nur" Büroarbeit bist du im Grunde ineffektiv (nicht falsch verstehen, aber du produzierst bei "nur" Büroarbeit keine Einnahmen, da du nur in der Verwaltung tätig bist) und demnach schultert er die gesamte Last der Einnahmen.
Da finde ich deine Frage dann eher ziemlich blauäugig. Er übernimmt Verantwortung für seine Familie, indem er sich seinen Arsch aufreißt und versucht, die Firma auf die Beine zu stellen.

Wie sieht es finanziell um die Firma aus? Kann er sich leisten, frei zu nehmen? Trägt die Firma sich soweit, dass sie auch mal ohne ihn auskommt? oder ist er derjenige, der die Firma am Laufen hält? Wenn im Endeffekt soviel bei rum kommt, dass er lediglich seinen Familienunterhalt und noch etwas dazu verdient, kann ein zusätzlicher Mitarbeiter, der ihn zwar entlastet, aber auch Geld kostet und noch eingearbeitet werden muss, auch ein Genickbruch bedeuten. Er kann und sollte einschätzen, ob es sich lohnt, eine Aushilfe, ggf. auch stundenweise einzustellen.

Und im Endeffekt kann ich ihn sehr gut verstehen, wenn er einfach mal seine Sachen packt, zu seinen Eltern "abhaut" und auch einfach mal seine Ruhe haben will.

Hast du ihm gesagt, dass du dich auch überfordert fühlst?
Hast du ihm gesagt, dass auch du mal eine Pause brauchst?

Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass, wenn er sich 24 Std. um seine Firma kümmert, eher absolute Ruhe haben möchte, als sich in jeder freien Minute um sein Kind zu kümmern. Dann wandert er nämlich von der ihm überfordernden Arbeit zu einem Kind, das auch seine volle Aufmerksamkeit braucht und einfordert und dass er sich da überfordert fühlt und "mal" zu seinen Eltern abhaut, finde ich nachvollziehbar. Männer haben und machen es sich da etwas "einfacher" als Frauen. Das bedeutet jetzt nicht, dass es sich Männer einfach machen und alles auf die Frauen abwälzen. So war das nicht gemeint. Ich meine, sie ziehen eher mal die komplette Notbremse und überlassen das Kind der Mutter.

dass er sich nicht gemeldet hat, ist ne andere Sache. Nicht schön.
Gut möglich, dass er sich auch einfach "nur" mal ausschläft und deshalb eben einfach schläft und dich nicht anrufen kann. Verständlich fände ich dies.

vG
ficus

15

Im Moment bringt er das Geld nach Hause. Und du meinst, das genügt? Ist er mein Geldschwein oder was?

Allerdings hätte er ein arges Problem wenn ich jetzt sagen würde, ich geh wieder arbeiten. Dann müsste er nämlich noch jemanden fürs Büro einstellen. Also ganz so unwichtig bin ich in seiner Firma nun auch nicht. Auch wenn es "nur" Büro ist. Und er schiebt mir da auch gerne die Verantwortung zu und will mir bei jeder Gelegenheit noch mehr aufdrücken. Ich bin ja sehr dankbar dafür, dass er es mir ermöglicht drei Jahre zu Hause bei unserem Kind zu bleiben, allerdings entwickelt sich das inzwischen so, dass ich immer weniger Zeit für unser Kind habe. Und ganz ehrlich - wenn ich die Wahl hätte und auch Geld verdienen müsste, dann würde ich viel lieber meinen eigenen Job weitermachen.
Aber diese Wahl habe ich nicht, weil ich ihn damit im Stich lassen würde.

Finanziell sieht es mit der Firma sehr gut aus. Aber das war auch vor der Expansion schon so. Das hat er im Grunde nur für sein Ego und die Gier gemacht. Wir haben auch vorher schon sehr gut gelebt.

Im Grunde könnte er durchaus mal frei machen, will aber seine Aufgaben keinem seiner Mitarbeiter überlassen.

Nicht mal für einen Tag.

Ich kann leider immer noch nicht verstehen, warum er kommentarlos abhaut. Und ausruhen tut er dort ja auch nicht. Ich weiß ja nicht wie du dir das vorstellst hier, aber es ist nicht so, dass ich abends mit der Peitsche hinter ihm her renne und ihn die Hausarbeit machen lasse. Wenn er nach Hause kommt schläft unser Kind schon. Und ich finde sehr wohl, dass er sich aus der Verantwortung gegenüber seinem Kind stielt - zumindest am Wochenende könnte er sich doch mindestens mal eine Stunde exklusiv für ihn nehmen.

Er kümmert sich auch keine 24 Stunden um seine Firma. Er arbeitet meist 12 Stunden, guckt dann noch 4-5 Stunden fern und schläft in etwa genauso lange. Und die Zeit, die ich für seine Firma aufbringe ist auch nicht so furchtbar wenig.

Klar habe ich gesagt, dass ich auch mal eine Pause brauche und teilweise mit allem überfordert bin, Weile einfach zu viel ist.
Konnte er verstehen, entscheidet sich dann aber immer dafür, sich lieber selbst auszuruhen.

"Sich in jeder freien Minute um sein Kind kümmern" - macht er nicht.
Wie gesagt, unter der Woche schläft unser Kind schon wenn er nach Hause kommt. Und auch am Wochenende bin ich die jenige, die morgens aufsteht, die sich eigentlich den ganzen Tag kümmert und es abends wieder ins Bett bringt.

Ich gehe alle 2 Monate zur Kosmetik - das sind die einzigen 2 Stunden, die er sich allein um unser Kind kümmern muss. Und da geht er dann meistens zu seinen Eltern.

Ich finde nicht, dass man es sich so leicht machen kann zu sagen, dass er schon das Geld hier anschleppt und der Rest mein Problem ist. Unser Kind braucht doch seinen Vater.

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Hallo,

ich habe nicht gemeint und auch nicht geschrieben, dass er dein "Geldschwein" ist. Das ist deine Interpretation (interessant).

Männer sehen das etwas anders als du. Wenn sie eine Familie haben, dann sehen sie ihre Hauptaufgabe darin, Geld ran zu bringen, damit es der Familie gut geht. Für sie ist die Mutter der wichtigste Bezugspunkt des Kindes - und somit ist für ihn im ersten und bequemsten Moment alles palletti.

Wenn dir das Büro über den Kopf wächst, dann musst du was sagen.

Ihr habt anscheinend beide das gleiche "Problem". Ihr arbeitet bis zum Umfallen, verlangt selber viel von euch und vom anderen und seid nicht in der Lage, Aufgaben zu delegieren um beide mal zur Ruhe zu kommen. Wenn es nicht am Geld liegt, dann ist es einfach eine schlechte Gewohnheit von euch beiden. Nicht mehr und nicht weniger. Und dazu braucht es erst einmal Einsicht und entsprechende nachhaltige Handlungen um da wieder raus zu kommen.

Und ja, auch wenn du dich in der Firma deines Mannes als wichtig ansiehst. Auch wenn er dich als wichtig ansieht - die Kohle schaffst nicht du heran. Du nimmst ihm "nur" Arbeit ab, unterstützt ihn, nimmst ihm einige der Firmensorgen ab. Aber derjenige, der sich dreht und die Aufträge ran schafft, ist dein Mann.

Wenn du z.B. 4 Wochen krank bist, bleibt "nur" im Büro was liegen, ggf. werden Rechnungen nicht geschrieben und auch nicht bezahlt. Bleibt dein Mann mal 4 Wochen zuhause, kommt ggf. in diesen 4 Wochen kein Auftrag zustande oder bedeutend weniger.

vG
ficus

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Hallo,

das ist typisch für hier, dass immer sofort nach "Trennung" gerufen wird...

Ganz ehrlich - ich kann das Verhalten Deines Partners nachvollziehen. Was nicht heißt, dass ich es gut finde.

"Er ist im Prinzip nur mit sich und der Arbeit beschäftigt "
Ich denke nicht, dass er mit sich beschäftigt ist. Er ist ausschliesslich damit beschäftigt, die Firma am Laufen zu halten oder weiter ins Laufen zu bringen.

War er schon selbständig, als Du ihn kennengelernt hast? Wenn ja, weißt Du doch eigentlich, was das bedeutet. Ich kenne keinen Selbständigen, bei dem nicht beide Partner früher oder später in der Firma mitarbeiten. Schliesslich ist das die Existenzgrundlage für die ganze Familie.

"ich muss ganzen Rest inkl. seiner Büroarbeit wuppen"
Dass Du den Rest wuppen musst ist klar, weil Du daheim bist. Das müsstest Du auch, wenn er einen Job in einer Firma hätte und mehr als 40h pro Woche arbeiten müsste.
Du musst die Büroarbeit nicht zwangsläufig machen. Wenn es die Finanzen hergeben, könnte Dein Mann jemanden anstellen.

Ich glaube, dass Du selber diese Verantwortung auch nicht so ohne weiteres stemmen würdest und dann noch energiegeladen die wenige Freizeit mit der Familie verbringen kannst. Irgendwann sind die Kräfte am Ende und was er sicher nicht brauchen kann, ist die nörgelnde Frau. Dass er einfach abhaut, ist sicher nicht toll. Aber zeigt soch deutlich, dass er Unterstützung von Dir braucht und nicht auch noch Druck von deiner Seite.

Die Frage ist, ob Du mit der Selbständigkeit und der damit verbunden Arbeit klar kommen willst oder nicht.

Der bequeme Weg ist natürlich, jetzt seine oder Deine eigenen Koffer zu packen. Aber mir scheint, ihr habt nie wirklich über das Ganze gesprochen.

Grüße

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Auch du unterstellst mir, dass ich ihm den ganzen Tag nörgelnd nachlaufe. Aber das ist nun mal nicht so.

Anstatt ihn am Sonntag aus dem Bett zu prügeln bin ich allein mit unserem Kind los. Klar war ich da genervt, schließlich hatten wir eine Verabredung für den Tag, aber als ich gesehen habe, dass er wieder schläft habe ich ihn eben schlafen lassen!
Aber einen Grund für kommentarlos abhauen und nicht wiederkommen sehe ich da beim besten Wille nicht!

Er war schon selbstständig als wir uns kennengelernt haben. Und ich weiß auch, dass das anstrengend ist.
Darum halte ich ihm ja auch den Rücken so weit es geht frei. Aber im Gegenzug erwarte ich dann eben auch, dass er die Zeit, die ich uns am Wochenende schaffe mit uns verbringt.

Und für ihn ist immer Zeit - zum ausschlafen, lange fernsehen, er geht im Moment oft Fußball gucken, trödelt bei der Arbeit rum weil er sich verquatscht. Ist ihm ja auch alles gegönnt. Aber diese Zeit nimmt er sich dann im Gegenzug einfach nicht für seine Familie.

Wenn er einen "normalen" Job hätte, müsste ich aber nicht jede Minute meiner Freizeit mit seinem Job verbringen. Und das macht einen großen Unterschied. Dass ich mich um Haushalt und unser Kind kümmere ist völlig in Ordnung für mich. Dafür bin ich schließlich zu Hause.

Und es mag ja sein, dass das bei allen so läuft, dass der Partner dann im Betrieb mitarbeitet, aber ganz ehrlich - ich finde es nicht selbstverständlich mein Leben aufzugeben um seinen Traum zu erfüllen obwohl mich der Job nicht reizt und mir nicht mal sonderlich Spaß macht. Ich mache das nur um ihn zu entlasten - natürlich um mehr Zeit mit ihm verbringen zu können.

Er sieht das schon so, dass ich das Büro machen muss. Geld für eine 450€-Kraft die das machen könnte wäre da, aber er will das nicht aus der Hand geben. Und wenn ich nur anspreche, dass er mal drüber nachdenken soll ist er beleidigt und sauer und fühlt sich vermutlich im Stich gelassen.

Ich weiß allerdings auch nicht, wie ich ihn noch mehr unterstützen könnte.
Ich habe mit Haushalt und Kind auch einen 24 Stunden Job, den ich dann noch mit 2 Stunden Büro am Tag abschließe. Dazu kommen dann noch mal etwa 2-4 Stunden am Wochenende. Und ganz ehrlich - irgendwann ist auch meine Kraft aufgebraucht!

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Ich würde weder das Leben als Workaholic noch das permanente Ausnutzen Deiner Gutmütigkeit weiter unterstützen.

Zunächst würde ich auch kommentarlos ein paar Tage wegfahren. Dann würde ich alles daran setzen, wieder selbst sozialversicherungspflichtig arbeiten zu gehen wenn die Zeit dran ist. Und ja, wenn er dann nicht aufwacht, würde ich ihm den Klotz am Bein namens Familie abnehmen.

Auf jeden Fall würde ich dieses selbstverständliche gratis arbeiten abstellen, diese Mischung aus Geiz und Egalhaltung finde ich zum Brechen.

LG

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24

Hallo
Natürlich ist das Verhalten nicht in Ordnung!
Ich komme aus einer Familie mit Firma, ich weiss, wie viel da gearbeitet wird. Aber es muss sich einspielen! Er hat expandiert, ihr habt ein kleines Kind, da läuft noch nicht alles rund.
Und in meinen Augen müsst ihr reden, reden, reden, bis sich die Abläufe automatisiert haben und jeder seinen Aufgabenbereich kennt.

Mein Vater konnte sich in sehr vielen Dingen auch komplett auf meine Mutter verlassen. Als ich es bewusst mitbekommen hatte, waren sie natürlich auch schon sehr gut und lange eingespielt. Da wurden dann nur noch wenige organisatorische Sache besprochen, weil die Verteilung der Aufgaben klar war (und das gemeinsame Ziel auch). Das spart viel Energie!

Ich glaube, ihr müsst euch noch fest zusammenrütteln, dein Freund muss reifer werden, aber vielleicht auch deine Unterstützung mehr spüren?
Alles Gute, Paula

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Hi,
wenn ich richtig liege, mit dem was ich aus dem Beitrag herauslese, dann geht es der TE in erster Linie darum, dass sie möchte, dass er sich um das gemeinsame Kind kümmert. Und, jetzt wohlwollend, gar nicht mal so sehr deshalb, um sie zu entlasten, sondern um des Kindes Willen, weil dieses von seinem Vater wohl nichts hat, außer dem Geld, das er nach Hause bringt.
Wie hat denn dein Vater das geregelt? War er in deiner Kindheit für dich da?

@TE: Ich kenne privat viele Familien, deren Väter in gehobenen Positionen arbeiten oder auch eigene Firmen haben, d.h. alle haben beruflich viel um die Ohren. Und trotzdem schaffen sie es, sich Zeit für ihre Kinder zu nehmen. Man trifft sie auf den Spielplätzen, auf Festen, beim Bringen oder Abholen im KiGa usw. Alles eine Frage der Priorisierung.

Vlg tina

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Hallo
Ja, das hatte ich nicht ausdrücklich geschrieben. Aber die Familienzeit gehört eben zu der (Neu)Organisation der Abläufe dazu. Es ist oft ohnehin schon schwierig, nach der Geburt eines Kindes ein neues Familienleben zu etablieren. Das ist auch "Arbeit" und die müssen beide zusammen bewältigen. Daher finde ich eben auch, dass das Verhalten des Mannes absolut nicht in Ordnung ist. Aber er muss zuerst auch irgendwie aus dem Riesenstress mit der Firma herauskommen. Vielleicht sogar mit professioneller Hilfe (z.B. ein Coach?).

Unser Familienleben war damals weniger freizeitbezogen als heute, aber meinen Vater habe ich täglich zum Frühstück, Mittagessen und Abendessen gesehen. Da hat er sich IMMER die Zeit für genommen. Ab 8 Uhr abends war dann auch zuhause für ihn und meine Mutter Feierabend. Ich konnte natürlich auch jederzeit in der Firma hereinmarschieren. Er hat mich -wenn ich morgens mal wieder knapp dran war- auch gerne auf dem Weg zur Arbeit eben an der Schule abgesetzt ;-). Also kann ich sagen: mein Vater war sehr präsent und immer auf dem Laufenden und ich bin immer noch eine echte Papatochter :-). Bei uns hat es also sehr gut geklappt.

LG Paula

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26

Hallo,

als ich angefangen habe zu lesen, dachte ich, gut, der Mann hat viel Stress und ist wahrscheinlich völlig überlastet und vernachlässigt deshalb seine Familie. Nicht schön, aber irgendwie verständlich.

Aber: Dass er einfach abhaut, ohne Dir etwas zu sagen und dann verschwunden bleibt, das geht gar nicht! Auch wenn Du vermutest, dass er lediglich bei seinen Eltern ist. Das macht die Sache nicht besser.

Dieses Verhalten zeugt nicht von Respekt und Liebe Dir gegenüber.

Daher ist dringend ein Gespräch zwischen Euch fällig, wie er sich die Zukunft vorstellt und wie Ihr gemeinsam etwas ändern könnt. Vor allem ob er überhaupt etwas ändern will!!!

Ansonsten lebst Du sicher angenehmer und glücklicher, wenn Du und Euer Kind alleine leben.

LG, Cinderella

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So denke ich eigentlich auch.
Aber ich möchte einfach mit ihm zusammen sein, ich liebe ihn ja trotz der schwierigen Umstände.

Wir haben oft gesprochen, aber dann läuft alles weiter wie vorher.

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Wenn er Dich nicht hätte, müßte er auch jemanden für´s Büro einstellen!!! Das solltest Du mal bedenken!
Du bist für ihn eine kostenlose Arbeitskraft, was ist nach der Elternzeit? Willst Du das dann weiter machen für lau oder willst Du selber etwas für Dich tun, auch mal auf die Rente betrachtet. Dann geht Dein Geld halt für den Kiga drauf, aber es wird etwas übrig bleiben und das ist sicherlich nicht dazu da, dass er seine MA damit bezahlt, sondern für Dich und Dein Kind.