Hallo,
ich bin seit mittlerweile 8 Jahren mit meinem Traummann zusammen und wir haben zusammen das süßeste Kind der Welt, teilen viele Interessen, geben uns viel Freiraum, sind beide erfolgreich im Job und haben tolle Freunde und Familien.
Das Thema Heirat kam immer mal wieder auf den Tisch, entweder indem unser Umfeld uns darauf angesprochen hat oder weil er erwähnt hat, dass er gerne heiraten möchte, weil man eben heiratet und das Leben zu zweit eben so läuft. Er ist nicht gläubig, sodass es "nur" eine standesamtliche Hochzeit wäre.
Ich allerdings glaube nicht an die Ehe und möchte definitv nicht heiraten. Es ist nicht nur so, dass es mir nicht wichtig ist, sondern für mich ist meine Beziehung etwas so persönliches, dass ich den Staat nicht mit einbeziehen möchte - aber ich fange schon wieder an mich zu rechtfertigen. Hochzeit, nein Danke und Punkt.
Nun sind in letzter Zeit aber einige Dinge zusammengekommen. Erst bucht mein Freund eine Woche Urlaub auf Korsika und für das Kind eine Woche bei Oma und Opa. Dann fragt mich eine gute gemeinsame Freundin nach einem Stadtbummel und es zieht sie währenddesse immer mal wieder zum Juwelier "Der Ring ist schön ODER???" und drängt mich schon fast dazu, einige Ringe in einem Modeschmuckladen zu probieren "Der ist doch toll. PASST DER?Hast du eher S oder M?" Als nächstes muss unbedingt jetzt noch eine neue Kamera her. Aber diesmal etwas vernünftiges. Und zu guter letzt wissen plötzlich sogar meine Eltern von dem Urlaub, bevor ich es ihnen erzählt habe. "Na, schon am packen?".
So. Tja. Bilde ich mir nur ein, dass das ganz schön viele komische Zufälle auf einmal sind oder seht ihr das auch so?
Kann ich 'nein' sagen und habe trotzdem die Chance, die Beziehung weiterführen zu können?
Muss ich jetzt 'ja' sagen, obwohl ich vorher mehrmals laut und deutlich gesagt habe, dass ich nicht heiraten möchte?
Soll ich ihn auf meine Sorge ansprechen oder abwarten, was passiert?
Ging es irgendjemandem mal ähnlich? Hat womöglich eine von euch schon einmal 'Nein' gesagt, ohne die Beziehung beenden zu wollen?
Danke für jede Antwort!
Heiratsantrag abgelehnt - Hat die Beziehung trotzdem noch eine Chance?
Guten Tag
Ich war in exakt der gleichen Situation. Nur damals noch ohne Kind. Aber schon jahrelang liiert. Meine Haltung zum Thema "Heiraten" war reichlich bekannt.
Auf einer grossen Familienfeier fragte er mich dann trotzdem vor verasammelter Mannschaft.
Völlig verdutzt und überrumpelt sagte ich "Nein!". Und ich würde es immer wieder so tun. Denn ich finde es vom Partner sehr unfair, einen in die Öffentlichkeit zu zerren, um Druck auszuüben.
Die Beziehung hielt trotzdem noch paar Jahre und ging später aus anderen Gründen auseinander.
Wenn er dich fragt, würde ich ehrlich sein. Auch wenn danach erstmal der Haussegen schief hängt. Aber er kennt deine Haltung. Es sollte ihm klar sein, dass dr Schuss auch nach hinten los gehen kann.
Gruss
agostea
Hallo,
vielen Dank für deine Antwort!
Vor "versammelter Mannschaft" ist ja ein absoluter Horror! Das finde ich auch sehr, sehr unfair.
Aber ich stimme dir vollkommen ja, ehrlich sein ist wohl die Devise.
So ein Mist
Ich finde, es geht nur ehrlich.
Ich habe damals im nachhinein auch überlegt, ob es für ihn nicht "schonender" gewesen wäre, wenn ich öffentlich "ja" gesagt hätte...und nachher, wenn wir alleine gewesen wären, dann gestanden hätte, dass ich nicht möchte.
Aber wie doof ist das denn?! Er hätte sich den ganzen Abend gefreut wie ein Brötchen, die anderen Leute wären auch aus dem Häusschen gewesen und ich wäre mir wie ein Heuchler vorgekommen. Ausserdem bin ich eine zu ehrliche Haut, mir merkste das an, wenn was nicht stimmt.
Und - ich fand das von ihm echt scheisse damals. Einige Wochen vorher kam nämlich das Thema auf den Tisch und ich war wirklich sehr deutlich mit meiner Ablehnung. Es war also noch ziemlich aktuell unser Gespräch! Er hätte es also wissen müssen, wie ich reagiere.
Und deshalb unterstelle ich ihm bis Heute, hat er mich bewusst vor dutzenden von Leuten gefragt, weil er nie damit gerechnet hätte, dass ich in so einer öffentlichen Situation "kneife". Nun ja. Dann muss mans Echo tragen wie ein Mann.
Und so sehe ich das bei euch auch.
Vielleicht ist er ja nun der Meinung, dass diese Beziehung lang genug so gelaufen ist. Vielleicht bedeutet ihm die Ehe ja mehr als dir.
Ein Nein beim Heiratsantrag bedeutet eigentlich das Aus der Beziehung.
Blödsinn. Ein "Nein" bedeutet doch nicht das Aus. Was wäre das denn für ne Beziehung dann?
Hallo,
danke für deine Antwort.
Definitv bedeutut ihm die Ehe mehr als mir, er möchte sie ja schlißelich mit mir eingehen. Und sicherlich denkt er, falls er wirklich einen Antrag machen will, dass der Zeitpunkt gut ist.
Aber ist die Wahl dann wirklich EHE oder AUS?
Ich habe so oft erklärt, dass ich nicht ihn nicht heiraten möchte, sondern dass ich niemanden heiraten möchte.
Ist diese Frage eine, bei der es keinen Kompromiss geben kann? Eine eigetragene Partnerschaft z.B? Die Tatsache, dass er selbstverständlich als Vater anerkannt ist und wir allein dadurch immer zusammengeschweißt sein werden?
Wieso soll man etwas wirklich Gutes denn beenden, nur weil es eben nicht nich besser wird
Hallo,
würde das Thema einfach nochmal locker anschneiden zb so:
"Ich war mit meiner Freundin xxx im Juwelier Laden. Als ich die ganzen Eheringe gesehen habe ist mir wieder eingefallen wie glücklich ich mit dir bin und froh bin das ich kein Stück Metall an meiner Hand brauche um mit dir überglücklich zu sein"
Vielleicht kommt der Wink mit dem Zaunpfahl ja bei ihm an
Wenn eure Beziehung wirklich so total toll ist wie du sagst, wo ist denn das Problem, ihn heute noch darauf anzusprechen? Sag ihm, dir kommen ein paar Sachen spanisch vor und du hättest den Verdacht, er wolle dich im Urlaub fragen, ihn zu heiraten. Sag ihm, dass du ihn liebst, du dich auf einen schönen Urlaub mit ihm freust, er der beste Vater für dein Kind und evtl weitere Kinder ist, du glücklich bist mit ihm aber nicht heiraten wirst. Nicht ihn und auch sonst niemanden.
Wenn er dich liebt, wird er es verstehen.
Was ich nicht kapiere, wenn deine Einstellungen diesbezüglich hinlänglich jedem in deinem Umfeld bekannt ist, warum machen sie dann mit bei seinen Vorbereitungen? Deine gute Freundin müsste doch wissen, wie du tickst?? Meinen die alle, du willst nur endlich mal "ordentlich" gefragt werden und lässt dich ein bisschen bitten? Und kretische Sonne und ein paar Gläser Ouzo würden deine Zunge ganz sicher in Richtung "Ja" lockern?
Hallo,
danke für deine Antwort.
Letztendlich glaube ich, dass Letzteres recht nah an die Wahrheit kommt. Früher hieß es immer "wenn der Richtige kommt, dann träumst auch du von der Märchenhochzeit", jetzt heißt es "früher oder später werdet ihr doch eh heiraten".
Aber so wenig ich mir eine Ehe generell vorstellen kann, noch weniger kann ich mir eine Ehe vorstellen, die auf einem "Ja, na gut. Dir zuliebe mache ich das dann halt.Wenn's denn sein muss" begründet ist.
Ich habe auch kein Problem damit, ihn darauf anzusprechen, ob er einen Antrag plant. Ich möchte mir nur vorher klar werden, was die möglichen Konsequenzen sein können und dachte, dass es mir durch einen Beitrag hier im Forum leichter fällt, meine Gedanken ein bisschen zu ordnen und zu erfragen, ob es bei dieser Frage "ganz oder gar nicht " heißt.
Lieben Gruß
>>ob es bei dieser Frage "ganz oder gar nicht " heißt.<<
das ist bei jedem Paar anders. Wenn er, obwohl er deine Einstellung bezügl. Heiraten kennt, trotz dem unbedingt heiraten will, wird er evtl. zu künftig weiter darauf aus sein.
Puh, schwierig ... Hört sich tatsächlich so an als plante er einen Antrag ...
Klar, wenn du mehrfach deutlich gemacht hast dass du nicht heiraten willst, dann ist das eben deine Haltung und dein gutes Recht. (Auch wenn ich die Begründung absolut nicht nachvollziehen kann, der Staat mischt sich ja nicht irgendwie in eure Beziehung ein wenn ihr heiratet???? Ganz ehrlich, ohne dir nahe treten zu wollen, aber das ist doch Blödsinn?!) aber gut, du willst eben nicht und Punkt.
Auf der anderen Seite dein Partner, der es sich offensichtlich sehr gut vorstellen kann dich zu heiraten, es irgendwie offiziell zu machen, vielleicht auch irgendwie romantisch veranlagt ist und eine Absicherung für dich (und für sich?!) will ... Was auch immer seine Beweggründe sind, sie sind genauso wichtig wie deine Ablehnung.
Ich persönlich würde niemals einen Antrag ablehnen, wenn es wirklich von Herzen mein Traummann ist und ich mir vorstellen kann mit ihm zusammen zu bleiben. Ich bin zum zweiten Mal verheiratet und die 2. Hochzeit wäre jetzt für mich kein Muss gewesen. Ich war endlich angekommen und wollte einfach nur mit ihm zusammen sein. Aber ich wäre nie auf die Idee gekommen, seinen liebevollen Antrag abzulehnen und habe mich dann doch sehr gefreut, ihn zu heiraten und trage "stolz" seinen Namen. Allerdings hatte ich auch keine Vorbehalte oder irgendwelche Argumente gegen eine Hochzeit wie du. Ich sehe keine Nachteile darin wenn man mit dem Menschen den man über alles liebt auch rechtlich verbunden ist und gewisse Dinge wie z.B. Zugang zum Krankenbett o.ä. damit einfach geregelt sind.
An deiner Stelle würde ich nochmal tief in mich gehen und mich fragen ob die Gründe die für dich gegen eine Ehe sprechen wirklich so wichtig und durchdacht und existentiell sind, dass du eventuell den Mann deines Lebens deswegen vor den Kopf stoßen und im schlimmsten Fall verlieren würdest. Wenn du zu dem Schluss kommst dass dem so ist, dann musst du wohl oder übel den Antrag ablehnen. Denn ob es auf Dauer gut geht, gegen deine Überzeugung zu heiraten ist fraglich. Da könnte es schon sein, dass bei einem Streit dann kommt: "ich habe ja nur wegen dir damals ..."
Ich frage mich auch, ob und warum dein Partner denkt, dass du trotz bisheriger klarer Ablehnung plötzlich ja sagst? Vielleicht denkt er, du wünschst es dir im geheimen doch? Oder er wünscht es sich so sehr und hofft dass du dich drauf einlässt?
Ob du schon vorher das Thema ansprichst oder wartest ob er im Urlaub wirklich mit Ring die große Frage stellt ist vermutlich egal, denn so oder so wird der Urlaub dann vermutlich nicht in bester Erinnerung bleiben.
Wenn es tatsächlich zum Antrag kommt und du ablehnen willst, würde ich versuchen es sehr liebevoll zu machen und keinen Zweifel daran zu lassen dass du ihn liebst und mit ihm zusammen bleiben willst. Vielleicht schaut ihr euch auf youtube mal die willst-du-mich-nicht-heiraten-Szene aus Vier Hochzeiten und ein Todesfall an ...
Meist sind es ja eher die Frauen die sehnsüchtig auf Antrag und Hochzeit warten, witzig dass es hier anders rum ist.
Vielleicht gibt es ja auch einen Kompromiss ... Ihr tragt einen Ring ohne zu heiraten ... Oder wenn dir eine standesamtliche Hochzeit so zuwider ist, macht eine kleine freie Trauung ohne rechtliche Bedeutung ... Oder ihr regelt bei einem Notar alles was sonst durch eine Hochzeit geregelt ist ...
Ansonsten: ihr seid durch euer Kind eh lebenslang aneinander gebunden, warum dann nicht heiraten ... Es tut nicht weh ...
Vielleicht erzählst du mal wie der Urlaub war und wie du dich entschieden hast, das würde mich wirklich interessieren. Alles Gute bei deiner Entscheidung!
Liebe Grüße, Tina
Hallo,
herzlichen Dank für die ausführliche Antwort.
Einem Kompromiss würde ich natürlich zustimmtn und eine Trauung ohne rechtliche Bedeutung wäre sicherlich ein solcher Kompromiss.
Natürlich tut heiraten nicht weh, aber in meinen Augen ist eine Ehe nichts, was man einfach mal ausprobiert und es lässt, falls es doch nicht klappt und meinen eigenen Namen trage ich schon mit Stolz - was übrigens ein weiteres Problem ist, denn er hat bereits angedeutet, dass er im Falle einer Ehe seinen Name definitiv als gemeinsamen Familiennamen führen möchte. Eine Sache, der ich niemals zustimmen würde.
Du bringst aber einen weiteren, interessanten Aspekt ein, den ich bisher noch nicht bedacht habe - was passiert, wenn ich mich darauf einlasse? Würde ich es ihm vorwerfen, mich in die Ehe hineingedrängt zu haben? Wahrscheinlich schon. Im schlimmsten Fall käme es dann dazu, dass wir uns trennen, weil wir geheiratet haben.
Ich kenne mich, was eine (subjektiv gefühlte) Beschneidung meiner persönlichen Freiheit angeht - es könnte sogar dazu kommen, dass ich mich scheiden lassen, nur um mir selbst zu beweisen, dass ich das kann.
Sicher sind seine Gedanken und Ansichten nicht weniger wert oder weniger wichtig als meine. Auch da stimme ich dir zu. Aber bei einer Ja/Nein- Frage einen Kompromiss zu finden, mit dem beide glücklich sind, ist wahrscheinlich verdammt schwer.
Grüße zurück
Sorry aber irgendwie glaube ich das ihr im grunde garnicht zusammen passt. Ihr habt an ganz entscheidenden lebenspunkten offenbar völlig unterschiedliche Ansichten.
Das ist wie bei paaren wo einer einen kinderwunsch hat und der andere nicht möchte, solche Beziehungen gehen auch in die brüche oder halten.... Einer wird aber unglücklich sein.
Würdest Du einer Partnerschaftszeremonie anderer Art denn zustimmen? Eben eine Sache nur für Dich und ihn, ohne Staat dahinter.
Hallo,
du schreibst, du lehnst die Ehe ab, weil du nicht möchtest, dass der Staat in eurer Beziehung mitmischt.
Wie wären dann folgende Optionen:
- ihr heiratet nurkirchlich/ lasst euch als Paar segnen (wenn ihr Beide in einen Bezug zur Kirche habt)
- ihr macht eine Partnerschaftszeremonie (wie meine Vorschreiberin schon geschrieben hat). Einfach noch eine große Feier mit allen, die an einer Hochzeit anwesend wären. Alles wie eine Hochzeit nur ohne Staat. Ihr könntet euch ja sogar "Partnerschaftsringe" oder ein anderes Schmuckstück gemeinsam kaufen. Das wäre ein guter Kompromiss wenn er unbedingt heiraten möchte. So könnt ihr euren Freunden und Verwandten zeigen wie sehr ihr zusammengehört und trotzdem mischt der Staat nicht mit.
Ich denke aber, dass du ihm noch einmal direkt sagen solltest was du von der Ehe hältst und warum du nicht heiraten möchtest. Du kannst ihm ja gleichzeitig den Kompromiss der Partnerschaftszeremonie vorschlagen. (Vielleicht habt ihr ja in eurem Freundeskreis jemanden, der das für euch machen würde).
Eines würde ich aber nicht machen. Ihm zu Liebe einknicken und doch heiraten. Da wirst du auf Dauer sicher nur unglücklich mit.
lg
Auch wenn Du den Staat nicht einbeziehen willst, hoffe ich doch, das ihr Euch als Familie soweit abgesichert habt, wie es in einer Ehe wäre......
das wird nämlich bei diesem ganzen Heiraten ja/nein oft übersehen, das es mehr als nur ein Ring ist.
lisa
Hallo,
ich denke genau andersum - es wird oft übersehen, dass eine Ehe mehr ist als nur ein Ring und ein gemeinsamer Nachname.
Dem Kind zuliebe werden gemeinsamen Eigentum, Trennungunterhalt und Umgang im Falle einer Trennung notariell festgelegt.
Alles andere wäre unverantworlich, da hast du Recht.
Gruß