Liebe Forenmitglieder,
mein Problem steht ja schon oben.
Das er depressiv ist, ist definitiv der Fall. Wir haben leider vor Jahren durch diese Krankheit unsere Mama/Frau verloren.
Nur komme ich bei ihm nicht mehr weiter. Psychologische Hilfe will er nicht in Anspruch nehmen, da es ja (lt. ihm) eh keine Termine innerhalb eines halben Jahres gibt.
Aber seine Probleme wälzt er auf mich ab und sucht auch die Schuld bei allen anderen. Mir schwinden langsam die Kräfte, zumal hier noch ein Kleinkind meine Aufmerksamkeit braucht.
Vergangene Nacht musste ich mal wieder mit nur 3 Stunden Schlaf auskommen, da er mich wieder für sein Problem schuldig machen wollte und ich nicht mehr weiß, wie ich mich schützen und ihm helfen kann.
Danke für's lesen.
Wie mit depressiven-sturen Vater umgehen
Hallo,
Solche Familienkisten sind immer heikel
Ihr könntet zusammen einen Termin machen .
Du musst Dich abgrenzen , konsequent sein und mindestens genauso stur
Es gibt leider kein Patentrezept .
LG
Einen Aussprache-Termin steht in ner guten Woche fest. Mir graut es schon richtig davor.
Ich war immer ein Papa - Kind, nur leider gab es relativ zeitnah nach Mamas Tod den ersten Bruch...
Hallo,
mein Schwiegervater ist depressiv und war leider auch suizidgefährdet. Er hat sich von uns in eine Klinik bringen lassen, die ihn wegen der Selbstmordgefahr auch aufnehmen musste. Hintergrund war auch, dass es keine Termine für eine Therapie gab und er kein halbes Jahr mehr so ausgehalten hätte. Jetzt ist er seit einigen Wochen dort und so langsam merkt man die Wirkung der Medikamente und der Therapie dort.
Nimmt dein Schwiegervater denn Medikamente? So ganz ohne geht es bei einer schweren Depression nicht. Sieht er das ein? Zumindest müsste ihm doch klar sein, wohin das führen kann, er hat es ja leider schon erleben müssen.
Du benötigst vielleicht selber Unterstützung. Mein Mann war auch kurz davor, sich für eine Therapie anzumelden, weil er den Druck (wenn ich jetzt was falsch mache, bringt er sich um) nicht ausgehalten hat. Unterstützt dich deine Familie? Du musst dich abgrenzen, mal definiert nicht erreichbar sein, um dich auszuruhen. Gibt es noch jemanden, der übernehmen kann (Geschwister? Andere Verwandte? Freunde?).
Wohnt dein Vater bei dir? Ansonsten würde ich ihm feste Zeiten geben, wann ihr euch trefft. Hier war zeitweise besonders schlimm, dass wir ständig mit Anrufen oder Besuchen rechnen mussten, die uns dann immer runtergezogen haben. Geholfen hat, dass wir klar gesagt haben: wir können gern übermorgen Abend telefonieren. Wenn bis dahin ein Notfall eintritt, dann sprich auf den AB. Wir melden uns dann.
Das hat geholfen, er hat irgendwie verstanden, dass wir nicht sein Dauerkummerkasten sind und auch nicht zur Verfügung stehen, um uns Schuldvorwürfe zu jeder Zeit anhören zu müssen. Vielleicht hätte er sich was angetan, wer weiß. Aber wir hätten das auch nur mit permanenter Überwachung verhindern können. Und die war sowieso nicht gegeben.
Vielleicht findest du auch irgendwo Literatur zum Thema.
Alles Gute!
Danke für deine ausführliche Antwort.
Soweit ich weiß, nimmt er keine Medikamente. Er sieht es wohl auch nicht so, dass er im Tal ist. Und das macht mir zu schaffen.
Das man sich zeitliche Grenzen setzen muss, habe ich damals bei meiner Mama gemerkt. Da ging es mir besser.
Den räumlichen Abstand haben wir seit 8 Jahren, wohnen ca. 1 Stunde auseinander. Nichts desto trotz, mein Mann und ich wären für ihn da, wenn ich nicht immer für seine miesen Launen und co her halten müsste.
Auf meinem Bruder kann ich nicht bauen, er kommt mit sich selbst nicht klar.
Vielleicht hast du recht, dass auch ich in Therapie sollte, um, sollte es zum äußersten kommen (was ich natürlich NICHT hoffe, mir nicht Vorwürfe machen muss...