Nur noch Streit nach zweitem Kind

Hallo ihr...muss einfach mal was loswerden. Bin so traurig und verzweifelt. Wir haben Anfang September unser 2. Kind bekommen. Sind seit 13 Jahren zusammen. Unser Großer (3) ist schon seit längerer Zeit sehr anstrengend (Wutanfälle, ständig Provokation, laut, schmeißen, schlagen...), so dass auch die Zeit der SS schon recht stressig war und wir häufiger Streit hatten, weil einfach alle gereizt waren. Und dieser ständige Streit um Zeit...aber jetzt wird es gerade immer schlimmer...die Kinder sind beide gerade sehr anstrengend und mein Mann und ich sind ständig gereizt. Sowie der eine irgendwas sagt, rastet der andere aus...selbst wenn es gar nicht böse gemeint war. Normale Kommunikation ist kaum möglich. Ich versuche zwischendurch dann immer ihm zu erklären dass ich es doch gar nicht böse meine und nur versuche, hier alles halbwegs auf die Reihe zu bekommen, z.B. auch durch einen Plan, wann wir was machen (u.a. Welche Tage er gerne joggen gehen kann, dass wir sonntags für die Familie frei halten, etc...). Aber bei allen Versuchen blockt er gleich ab und sagt sowas wie "bringt doch eh nichts". Ich hab das Gefühl, er hat uns schon aufgegeben...es fühlt sich so lieblos und verachtend an... Sein Hauptpunkt ist immer, dass wir ja solange keinen Sex hatten, das wäre doch nicht normal und da würde ja wohl was nicht stimmen und ich hätte doch eh keinen Bock mehr auf ihn etc... Ja, am Anfang der SS hatte ich Angst, wieder eine Fehlgeburt zu haben, dann hatte ich ständig Blasenentzündungen und dann hat es sich einfach nicht gut angefühlt unten rum, viel Druck/ziehen etc...mir war einfach nicht nach Sex. Die Kleine ist jetzt 7 Wochen alt und langsam könnten wir natürlich mal wieder...hab mir auch die Pille verschreiben lassen...nur ist die Kleine derzeit wenn der Große im Bett ist, immer so quengelig dass wir sie nur auf dem Bauch liegen haben...und fertig sind wir (bin ich) abends natürlich auch...
Ich bin im Moment so traurig, ständig am weinen. Ich komm einfach nicht an ihn ran. Er reagiert nur gereizt, gibt mir an wirklich allem die Schuld, beschwert sich, dass er keine ruhige Minute hat etc...

Geht es jemandem noch so?

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Hallo onki,

erstmal Kopf hoch #liebdrueck. Meine beiden sind schon etwas größer (5 und 7), aber ich kann mich gut an die Zeit erinnern, als der Kleine gerade auf der Welt war. Bei uns flogen auch ganz schön die Fetzen. In gewissem Maß ist das ganz normal. Ihr müsst euch zu viert auch noch finden. Die Launen Eures Großen sind vermutlich "nur" eine Phase. Das geht rum. Für ihn ändert sich durch das Baby ja auch alles...

Sobald sich der Schlafrhythmus Eures Babys eingependelt hat, kommst Du auch wieder ein bisschen mehr zur Ruhe. Das dauert einfach. Da müsst ihr zusammen durch...

Hast Du nicht die Möglichkeit irgendwann in bisschen "Paarzeit" mit Deinem Mann zu verbringen? Wir haben irgendwann die Mittagspausen am Wochenende genossen, in denen beide Kinder schliefen (und wenn es nur 30 Minuten waren!). Dann haben wir uns auf die Couch gekuschelt. Meistens bin ich auf seinem Schoss eingeschlafen weil ich so fertig war. Aber die Nähe hat meinem Mann und mir gut getan.

Rückblickend kann ich Dir allerdings einfach nur bestätigen, dass das erste Jahr mit beiden Kindern verdammt anstrengend war und wir auch häufig Zoff hatten. Haltet durch. Es wird besser!

murra

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Vielen Dank für deine liebe und aufbauende Nachricht!!! Naja, richtig Zeit zusammen alleine verbringen geht ja leider nicht, weil ich sie voll stille. Mittagsschlaf macht unser Großer schon seit eineinhalb Jahren nicht mehr... Und er schläft leider allgemein sehr wenig. Wir sind froh wenn er mal vor 21 Uhr schläft...
Ja, ich hoffe, es wird mit der Zeit besser bevor bei uns alles zu spät ist :(...

Lg

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Hallo Onki

ich antworte eigentlich selten aber heute will ich es mal tun weil ich dich da so gut verstehen kann Bei uns war es nach der Geburt unseren letzten Tochter ähnlich. Die Kleine schlief bzw. Schläft immer noch abends schlecht und oft auch nur auf meinem Arm. Dadurch war auch ich oft und auch schnell sehr gereizt. Wegen fehlendem Schlaf und der ganzen Anstrengungen am Tag mit vier Kindern.

Mein Mann hat viel gearbeitet und ich denke auch der fehlende Sex hat dazu beigetragen dass auch er schnell gereizt war.

Die ersten Wochen sind wir uns förmlich aus dem Weg gegangen. Im Nachhinein fand ich es gar nicht soooo schlecht weil wir uns dadurch nicht auch noch gegenseitig gereizt haben.

Ich denke dass an dieser Stelle das viele Reden und Pläne machen nicht immer gut ist. Ihr müsst euch alle wieder neu zusammen finden und es braucht seine Zeit.
unsere Kleine ist jetzt 11 Wochen alt und seit einigen Tagen geht es aufwärts. Auch weil wir versuchen wieder Zeit zusammen ( auch wenn nur ganz kurz) zu verbringen und wieder Sex haben. ( wenn auch nicht oft)

Versuch doch mal die Wünsche deines Mannes ernst zunehmen und auch zu erfüllen ( z.B. Sex)

Manchmal wirkt es echt wunder. Und ich denke dann wird auch er mehr auf dich zu kommen und deine Wünsche ernster nehmen.

So war es bei uns zumindest.

Hab etwas Geduld und gib nicht so schnell auf
es wird sicher wieder besser!

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Hallo tiramisu2.
Vielen Dank für deine liebe Antwort. Du hast wahrscheinlich recht... Manchmal vergesse ich tatsächlich, mich auch mal in meinen Mann reinzuversetzen. Fällt aber auch schwer, wenn man selber so gar kein Verständnis entgegengebracht bekommt. Ja, Sex kann bei Männern schon erstaunliches bewirken...das unterschätzt man als Frau wohl manchmal...;).

Bei dem Plan habe ich allerdings das Gefühl, dass ich den brauche. Er nimmt sich im Moment einfach immer die Zeit, wann er will um zum Beispiel joggen zu gehen oder im Garten rumzuwerkeln etc...ich habe da nichts mitzureden oder er wird sofort aggressiv. Ich finde es nicht fair, denn so kann ich mich nicht drauf einstellen und habe ständig die Kinder alleine. Wenn er feste Tage fürs laufen hat und wir sonntags einen festen "Familientag" machen, kann ich da mit leben und kann mich entsprechend darauf einstellen bzw mich drauf freuen.

Für euch noch alles Gute!

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Hallo onki,
ich glaube, das was du beschreibst, kennen viele. Vielleicht hilft es euch, wenn du nicht für euch beide Pläne festlegst, sondern erst mal nur dich selber fragst, was dir gerade gut tun würde und das dann äußerst: eine Dusche in Ruhe, etwas Zeit zu Dösen, auch mal im Garten werkeln...oft sind es ja Kleinigkeiten, die zufrieden machen. Wenn du sie dir bewusst machst und aussprichst, bevor du wütend wirst, weil du dich so fremdbestimmt fühlst, ist dein Mann evtl. eher zur Kooperation bereit. Er hat ja anscheinend kein Problem damit, sich die Auszeiten zu nehmen. Und wenn du persönlich sie dir auch gönnst wird deine persönliche Zufriedenheit vielleicht auch wieder größer und es fällt dir leichter auf deinen Mann zuzugehen und umgekehrt. Also versuche ihn nicht in Pläne zu zwingen, sondern DEINE kleinen Bedürfnisse zu spüren und zu erfüllen, soweit es in der Situation geht. Ansonsten denkt daran, dass auch diese stressige Zeit vorrüber gehen wird, ganz sicher!

Ich wünsche dir alles Gute!

morgenblume

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Hallo Morgenblume, danke für deine lieben Worte! Ja, du hast sicher recht. Ich muss es besser hinbekommen, meine Bedürfnisse zu ergründen, auszusprechen und auch mal durchzusetzen. Es ist nur echt schwer... Erstens kommt von meinem Mann dann meistens Gleich ein "aber dann kann ich jetzt nicht das und das tun etc" (es geht dann meist um für mich zweifelhaft wichtige Dinge im Garten oder irgendwelcher Papierkram oder oder). Er bekommt es irgendwie immer hin, dass meine Anliegen weniger Priorität haben als seine...

Und da ich voll stille und es dabei einige Probleme gibt (zu starker Milchspendereflex), ist unsere Kleine sehr unruhig und will ständig ab die Brust...:(
Aber vom Grundsatz her hast du recht...
Es gibt auch Tage, an denen wir es ganz gut hinbekommen und es recht harmonisch und lustig abläuft mit den Zwergen. Aber sowie irgendwas dazwischenkommt, z.B. wenn der "Große" mal wieder total abdreht oder ähnliches, kippt die Stimmung recht schnell...
Inzwischen kann ich mir aber wieder vorstellen, dass wir es hinbekommen!

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Hallo,

hier, ich hab das auch gerade durch. Was uns da raus geholfen hat, war darauf zu achten, dass es dem anderen gut geht. Mein Mann hat sich quasi darum bemüht, dass es mir gut geht und anders rum. Dadurch hat sich der Fokus verschoben (permanent egozentrisches Verhalten ist Gift für die Beziehung in solchen Situationen) und das Gefühl dem anderen was Gutes zu tun war schön. Auch für euren Großen ist es wichtig in diesem Entwicklungsschritt, dass ihr zwei zusammen haltet.

Ihr macht gerade eine schwierige Phase durch aber das findet sich, wenn ihr wollt.

Alles Liebe und viel Kraft!

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Hallo du! Danke für deine Antwort! Hm, "mir etwas Gutes tun" - darin ist mein Mann leider nicht gerade ein Meister...das ist immer nur mein Job...

Klingt aber natürlich gut. :) und schön dass es bei euch klappt! Ja, für unseren "Großen" wäre es sehr wichtig dass wir harmonischer miteinander umgehen, er bekommt es leider zu häufig mit und bekommt auch hin und wieder unseren Stress ab weil wir einfach genervt sind :(... Das tut mir auch sehr leid aber es ist so schwer, ruhig zu bleiben...