Schwierige Zeit

Hallo! Brauch mal eure Meinung oder euren Rat! Was soll ich bloß tun?
Zu uns wir sind seit 18 Jahren zusammen, haben 3 Kinder (7, 5 und 1 Jahr).
Mein Mann hatte letztes Jahr ein Burnout und war das Jahr auch zu Hause! Er ist in Therapie und arbeitet sehr hart an sich! Ich habe vollstes Verständnis und habe ihm, und tus immer noch, immer den Rücken frei gehalten (sei es mit den Kindern, Haus, Arbeiten zu Hause ect...) Anfang des Jahres hat er wieder zu arbeiten begonnen, 20 Stunden! Er nimmt sich sehr viel Zeit für sich, zum meditieren und um zur Ruhe zu kommen, was ja auch alles in Ordnung ist! Ich möchte ja auch, dass es ihm wieder sehr gut geht!
Nur was mir momentan oder die letzten Wochen sehr zu schaffen macht ist sein Egoismus! Er sagt, er muss lernen mehr auf sich zu hören und alles andere abzugrenzen, was ihm nicht gut tut! Letztens zum Beispiel, habe ich im Garten gearbeitet und schwere Platten weg getragen (nebenbei noch auf die Kinder aufgepasst- ist sowieso immer mein Part). Und anstatt mir zur Hand zu gehen, damit das alles schneller geht, fährt er mit dem Fahrrad die Einfahrt rauf und runter....
Oder ich räume den Tisch ab und koche für den nächsten Tag vor, mein Kleiner schreit, die großen 2 wollen auch was und was macht mein Mann- liegt seelen ruhig am Sofa und schaut ins Handy! Es kommt einfach nichts von alleine- ich muss um alles betteln! Ist das normal? Er könnte doch einfach aufstehen und mal von SELBER etwas machen. Manchmal komme ich mir vor, als wenn ich noch ein Kleinkind hätte...
Haushalt mache ich sowieso alleine, da hat er noch nie geholfen, ab und zu kocht er für uns, dafür müssen wir uns dann 10 mal bedanken...
Oder beim Mittagessen, kommt mein Mann mit unseren großen zusammen nach Hause! Natürlich muss jeder erzählen, wie sein Tag war! Ich würde die Kinder zuerst erzählen lassen, aber das passt meinem Mann gar nicht- als erstes muss er uns erzählen, wie schlecht er doch geschlafen hat und wie anstrengend sein Tag war (und ich denk mir nur, ach du Armer ich habe ein Stillkind und schlafe gefühlt seit einem Jahr nichts mehr) Auch an den Wochenenden bin ich diejenige, die mit den Kindern aufsteht...
Und ich ertrag seine Laune nicht mehr, er macht uns soviele tolle Momente schlecht! Unser kleiner ist heute zum ersten mal alleine gelaufen und wir haben uns soooo gefreut- seine Antwort auf meine Frage, ob er es auch sehen will lautete: Ich will jetzt raus gehen, werd ihn e noch öfter laufen sehen.... Bei den großen ist er nur genervt, sobald sie den Mund aufmachen.... Was soll ich tun? Ich weiß, dass er gerade eine sehr schwierige Zeit durch macht und ich versuch ihn zu unterstützen wo ich kann... Aber diese Nörgelei und der Pessimismus.... Müssen wir das alles auf uns nehmen?

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Ufff….
Das klingt so gar nicht gut!
Wie war es denn vorher? Es klingt etwas durch, als wäre es früher nicht sehr viel anders gewesen.
Sei mir bitte nicht böse, aber wie kann es sein, dass das jüngste Kind da ist?
Ich weiß die Frage klingt furchtbar, aber wie kann man mit so einem Menschen zusammen sein und Kinder kriegen?
Ein Burnout ist furchtbar, aber der Spruch nachdem das Kind das erste Mal gelaufen ist, ist schrecklich! War er vorher anders?
Auch das er von seinem Tag als erstes berichtet, zeigt doch einiges.
Das er auf sich acht geben will, ist ja schön und gut, aber was oder wem bringt das, wenn du dann vor die Hunde gehst?
Ich würde sehr schnell und sehr offen mit ihm darüber reden, dass es so nicht weiter gehen kann.
Denk bitte auch an deine Kinder, sollen sie mit so einem Vater, mit solchen Sprüchen und so einem Familienleben aufwachsen?

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Hallo! Erstmal danke für deine Antwort! Er war immer schon sehr auf sich bedacht, was früher aber kein Problem für mich war! Nur kommts mir so vor, dass die Therapie das Verhalten noch mehr stärkt! Hab auch schon mit seiner Mutter gesprochen, die sieht das genau so... Ich weiß, dass er mich und die Kinder sehr liebt- aber momentan scheint er den Blick auf das Wesentliche ein bisschen zu verlieren... Wenn ich versuche ihm das zu erklären, ist er eingeschnappt und schnauzt mich an... Ich weiß einfach nicht wir ich ihm das klar machen kann... ich will doch, dass wir als Familie zusammen bleiben...

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Hallo Tanja,


es ist eine sehr schwere Zeit für die ganze Familie. Sein Egoismus kann ein nötiger Selbstschutz sein. Dein Mann ist krank und arbeitet sehr hart an sich. Aber mindestens genauso hart arbeitest du auch damit eure Familie weiter läuft. Das auch dir mit der Zeit die Kräfte ausgehen weil du unter Dauerstress stehst ist verständlich. Ein Problem ist oft die Kommunikation untereinander. Wichtig ist das ihr versucht euch gegenseitig zu verstehen.
Hilfreich ist es wenn du zeitweise mit in die Therapie eingebunden wirst. Zum einen um deinen Mann besser zu verstehen , aber auch damit dein Mann dich versteht. Dann könnt ihr gemeinsam an euren Problemen arbeiten.

Versuche auch mit jemand über alles zu reden. Wenn du alles mit dir allein ausmachst, kann es sein, das dich alles überrollt.

Ich schicke euch viel Kraft damit ihr wieder zu einem " Wir" kommt. Wir arbeiten gemeinsam an unseren Problemen und wir schaffen es gemeinsam.


Mit freundlichen Grüßen

blaue-Rose

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Danke für deine Antwort!

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Du hast drei Kinder mit einem Mann der noch nie im Haushalt geholfen hat und der auch mit den Kindern nichts macht? War er schon immer so? Nein das ist nicht normal das würde ich von meinem Partner auch nicht akzeptieren.

Schön wenn er sich um sich kümmert, aber wenn du stattdessen zusammenklappst ist auch keinem geholfen. Nicht nur er hat eine schwierige Zeit sondern du ja wohl auch. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass du in diese Therapie miteinbezogen werden solltest. Oder ihr geht in Paartherapie.

Den Versuch würde ich an deiner Stelle zumindest machen. Wenn das nichts bringt musst du dir wirklich überlegen ob du dir so dein Leben vorstellst.

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Danke für dein Antwort! Ja, das mit dem Haushalt ist so ein Ding! Er macht ja was mit den Kindern, aber erst dann wenn ich ihn 3 mal darum gebeten habe! Früher, finde ich, wars nicht so schlimm! Die Therapie verstärkt das Verhalten!

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Ihr habt euch aber scheinbar auch ausgerechnet während seiner schlimmsten Zeit für ein drittes Kind entschieden.
Das Kind ist 1 Jahr. Während eurer Entscheidung dazu muss er ja schon hochgradig psychisch belaset gewesen sein.
Das kann seinen Zustand schon noch mal ganz schön durcheinander gewirbelt haben. #schwitz

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Hi,
Burnout hin oder her, aber das mit dem auf sich selbst zu achten, heißt nicht, seiner Partnerin das ganze Familiengeraffel zu überlassen. Es liest sich nicht, als wäre dein Mann früher komplett anders gewesen.
Wenn das sein neues Ich sein sollte, würde ich ihm aber mal gehörig den Marsch blasen. Das Verhalten ist arschig.

vlg tina

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Hallo, danke für deine Antwort! Doch früher war er anders.... Ich hab das Gefühl, dass die Therapie seinen Egotrip verstärkt....

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Ja, klar lernt er in der Therapie u.a. auch dass er mehr auf sich selbst achten und auf sein Bauchgefühl hören soll.
Ist ja auch u.a. Sinn und Zweck einer solchen. Vor allem bei psych. Problemen.

Ihm wird dabei vermutlich geraten, alles von sich fern zu halten, was ihm nicht gut tut.
Es ist schade, dass seine Familie da scheinbar zur Zeit dazu gehört.
Aber viellicht ist es ja ähnlich wie bei Frauen bei einer Wochenbettdepression oder anderen hormonell bedingten Stimmungsschwankungen. Es hat nichts damit zu tun, dass er euch nicht lieben würde. Er kann halt derzeitig einfach nicht anders.

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Dein Mann ist ein Ar*** und ziemlich Egoistisch, da kann das Burnout nichts dafür.

War er immer so ein unempathischer Klotz oder ist das erst seit dem Ausbruch des Burnouts so?
Kannst du mit ihm Reden oder blockt er dies immer sofort ab? Ist er in Psychologischer Behandlung? Wenn ja gibt es sie Möglichkeit das ihr dort mal gemeinsam hingeht?
Hast du ihm mal sein Verhalten gespiegelt? Was sagt er zu seinem Verhalten?

Ich an deiner Stelle würde ihn mal auf den Pott setzen und ihm die Meinung sagen. Seine Krankheit kann nicht für alles eine Entschuldigung sein und ich würde dies auch nicht länger Akzeptieren.

Alles Gute für dich.

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Hallo! Danke für deine Antwort! Naja früher war es nicht so schlimm wie heute! Ich hab das Gefühl, dass die Therapie das Verhalten verstärkt...

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Wenn ich ehrlich bin, dann liest es sich nicht so, als wenn der Burn Out diese Seite erst zum Vorschein gebracht hat....der war doch immer egoistisch. Was sollte sich daran jetzt also ändern?

Er wird sich jetzt garantiert nicht Aufgaben ans Bein binden, die er vorher schon nicht als seine angesehen hat. Die Therapieansätze kann er auch schlichtweg in den falschen Hals bekommen haben und seinen schon vorhandenen Egoismus echt untermauert haben.

Ob er das jetzt bewußt oder unbewußt macht, das kann ich nicht beurteilen.....Fakt ist aber, das er ja anscheinend noch nie der tolle Partner war, der seine Aufgaben in der Familie gesehen hat. Und ja, ich kann mir leider sehr gut vorstellen, das es Menschen gibt, die einen Burn Out vollumfänglich für sich ausnutzen....ein Faustschlag für alle, die wirklich versuchen, einen Weg zurück ins Leben zu finden.

Im Grunde hast du ja seinen Egoismus schon immer unterstützt...anders kann man es ja sagen, wenn man seit 18 Jahren einen Mann in seinem Leben hat, der noch nie nen Lappen in die Hand genommen hat.

Ich frage mich gerade, ob es bei solchen Diagnosen auch für Angehörige Beratungsstellen gibt, wie zB bei Angehörigen von Suchtkranken. Ich denke sowas wäre doch auch wichtig.

Mich machen da ein paar beschriebene Szenarien echt stutzig....ich glaube du hast ihn viel zu viel unterstützt, nicht nur erst seit letztem Jahr, sondern seit 18 Jahren.
Ich frage mich gerade, ob man ihm das jetzt überhaupt zum Vorwurf machen kann, ihm wurde ja 18 Jahre lang der hintern gepudert....der hat doch gar keinen Antrieb/Anreiz etwas in die Richtung ändern zu wollen oder zu müssen.

Ich denke, du solltest dir selber Hilfe holen, um rauszufinden und erkennen zu können, was da eigentlich bei euch los ist. Jetzt mal ehrlich, der Mann schaut zu wenn du schwere Platten schleppst, nicht das frau das nicht schaffen kann, aber das hat doch nix mehr mit einem Burn Out zu tun.

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Danke für deine Antwort! Kann sein, dass ich ihn zu viel abgenommen habe! Ich habs aber gern getan... Nur jetzt mit 3 Kindern, Haus.... Wünschte ich mir halt, dass ein bisschen mehr von ihm kommt...

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Dann bring das Thema deutlich auf den Tisch....das wäre dann aber eine grundsätzliche Änderung (was sicherlich Zeit braucht) eures bisherigen Lebens und hat nix mit dem Burn Out zu tun.

Wie du auseinander halten kannst, ob er wirklich überfordert ist oder er nur seine Komfortzone nicht verlassen will, das weiß ich nicht.

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Vor einigen Jahren hatte ich auch ein Burn out.
Alles was ich bei deinem Mann lese, war Inhalt der Reha, welche mich damals wieder auf die Beine gebracht hat. Abgrenzung, sich in erster Linie um sich und seine Bedürfnisse kümmern, die Probleme anderer nicht zu den eigenen machen etc.
Ich kann mich noch daran erinnern, wie mehrere Bekannte vor der Reha zu mir meinten, danach wäre meine Ehe kaputt, bei diesen psychosomatischen Rehas würde man sich zu einem rücksichtslosen Egoisten verwandeln und so ganz Unrecht hatten sie nicht. Dein Mann würde wahrscheinlich als Paradebeispiel herhalten können, vielleicht etwas extrem.

Da er bereits im Vorfeld egoistisch war und sich wenig eingebracht hat, kommen diese Eigenschaften nun verstärkt hervor.

Einen Tipp kann ich dir leider nicht geben. Wahrscheinlich würde er sich eher trennen, als ändern. Eventuell kannst du versuchen in zu spiegeln, ob das allerdings was bringt kann ich nicht sagen.

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Du sitzt in der Falle.

Dein in Sachen Familienarbeit eh schon eher fauler Mann hat nun mit der passenden Diagnose noch mehr Grund "auf sich zu schauen" und "sich abzugrenzen" - also alles unbeliebsame wegzuschieben, was bei euch alle Aufgaben rund um Kinder und Haushalt zu sein scheinen.
Mit dem Zusammenleben bürdest du dir ein 4. Kind auf. Allerdings befürchte ich, dass du mit einer Trennung noch schlechter dastehen würdest. (Achtung, Spekulationen:) Evtl wäre es nicht möglich alleine das Haus zu halten, finanziell ist bei deinem Mann mit seinem Halbtagsjob wahrscheinlich auch nicht viel zu holen bzw das Risiko, dass er, wenn er Stunden erhöht, bald wieder komplett ausfällt,ist sehr hoch. Auch möchte man die Kinder ja nun auch nicht die halben Ferien und jedes zweite Wochenende zu einem Elternteil schicken, der wie du sagst "genervt ist, sobald sie den Mund aufmachen".

Das positive ist, dass dein Mann einer psychologischen Unterstützung ja nicht abgeneigt ist. Deshalb würde ich empfehlen, dass du vorschlägst gemeinsam zu einer systemischen Familientherapie zu gehen. Als neutrale Stelle zur Ordnung eurer Situation.
Was du brauchen zu scheinst ist verlässliche Unterstützung durch deinen Mann, den Vater der Kinder. Auch wenn es eher low-level ist, da sein Funktionsniveau ja weiterhin nicht sehr hoch ist.
Falls das nicht funktioniert, weil ihr z.B. keinen Therapeuten findet (viele nehmen keine Patienten auf, wenn ein anderer Therapeut bereits involviert ist), dann würde ich bitten, ein Familiengespräch beim Therapeuten deines Mannes zu bekommen, bei dem ihr über Funktionalität im Alltag sprecht.

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du schreibst er ist in Therapie! Gibt es da auch Partnergespräche, da wäre nämlich wichtig, es nützt nichts ,wenn es ihm gut geht und du dann das gleiche hast.
rege das doch einfach mal an.
Ich hätte aber grundsätzlich nie 3 Kinder mit jemandem bekommen, der sich nicht wie ein Partner verhält.