Nach FG geht alles schief

Hallo,
Am Montag hat man mir erzählt das ich eine FG in der 9 ssw habe , das war für mich wie ein Schlag ins Gesicht weil ich mich so über das Baby gefreut habe. Mein Mann war die ersten 2 Tage eine tolle und liebevolle Unterstützung , ich Weine sehr viel und es fühlt sich alles so unreal an . Als ich am mittwoch morgen gut gelaunt aufgestanden bin und ich ihm erzählt habe das der Hausmeister in der Schule meiner Tochter mir ein Kompliment machte ,sagte er daraufhin hin nur " das ist ja ein Wunder das dich jemand anspricht so depressiv wie du bist " für mich war das wie ein Schlag ins Gesicht und ich viel wieder zurück in die Trauer. Ich habe seitdem ständig Verlust Ängste und Albträume von FG und verstorbenen Babys und auch das er mir fremdgeht und frage ihn ob er eine andere hat und mich noch möchte . Ich weiß nicht was mit mir los ist . Er sagte auch sachen zu mir wie ,,tja es ist deine schuld das dass Baby tot ist. Bitte um Ratschläge wir streiten uns nur noch

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Dein Mann ist ein A....
Wie kann man sowas sagen? Es ist nicht deine Schuld! Das hat auch nichts mehr mit "jeder trauert anders zu tun". Ich kann mir nicht vorstellen, dass er sonst ein netter Mann ist. Ich würde ihm klar sagen, dass das gar nicht geht und ob er sich schon überlegt hat, wie er sich zukünftig verhalten will.
Ich würde mir überlegen, ob ich mit diesem Mann ein Kind bekommen will.

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Der Mann hat vor wenigen Tagen sein werdendes Kind bei einer FG verloren!

Und zum Rat: Naja, er dürfte sich auch überlegen, ob so eine Frau die Mutter gemeinsamer Kinder werden sollte, wenn sie seinen Schmerz nicht sieht und derartige Aussetzer bei der Empathie in Krisensituationen hat. Und für uns Außenstehende: In Ausnahmesituationen gilt es nicht einer Seite beizupflichten, sondern beide daran zu erinnern, dass sie sich nur gemeinsam helfen können und daher auch gerade in einer Krise gegenseitig nachsichtig und empathisch sein sollten.

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Ja, und da gibt er ihr die Schuld und beleidigt sie auch noch? Tut mir leid, aber man kann nicht alles mit Trauer entschuldigen.

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Hallo TE,

wenn du genau jetzt, wo du emotional mit der FG umgehen und diese verarbeiteten musst, deinen Partner aus heiterem Himmel unfair ansprechen oder wegen einer Nichtigkeit angiften würdest - wäre das nicht irgendwie nachvollziehbar? Würdest du darauf bauen, vertrauen und auch erwarten dürfen, dass er dir gegenüber Verständnis hat, dich weiterhin liebt und zumindest für Entschuldigungen und Wiedergutmachungsversuche von dir offen wäre?

Ja?

Dann: Dein Partner hatte sich wohl auch von Herzen gefreut, Vater zu werden, er hat wegen einer FG vor Kurzem das gemeinsame Kind verloren, steht neben sich und hat sich danach einige Tage zusammengerissen, um seine Partnerin zu trösten und ihr eine liebevolle Unterstützung zu sein. Wenn er Glück hatte, gab es einen guten Freund als Ventil mit dem er darüber und seine Seelennot sprechen konnte - aber in der 9 SSW erzählt man das noch nicht herum also hatte wohl niemanden, der ihm mit seinem Schmerz zuhört und sieht. Vermutlich hat er sich allein damit getragen. Hoffen wir, dass seine Partnerin ebenso seine Verzweiflung gesehen hat, wie er die ihre. Andernfalls könnte das eine blöde Entwicklung lostreten, die mit einer kleinen für sich noch unschuldigen spontanen Äußerung aus der Enttäuschung beginnt, die von der anderen Seite als Beleidung aufgenommen wurde und sich dann verselbstständigt. Da berichtet dann etwa eine Seite über ein Kompliment vom anderen Geschlecht und die Retourkutsche folgt auf dem Fuße.

Über die Äußerungen solltet ihr sprechen - möglichst moderiert. Keiner von euch beiden ist ein Ar*, wie ich es eben in einer Antwort lesen musste - und wenn doch, dann gälte dieser Vorwurf euch besser gleichermaßen. Schuld ist Eure Schicksalsschlag, der wohl jeden Menschen aus der Bahn wirft. Reden! Keine Vorwürfe! Weniger zurück als nach vorn sehen! Ihr zwei habt in der Hand, wie es weitergeht und müsst dafür BEIDE verantwortlich miteinander umgehen, denn ihr seid BEIDE in einer Ausnahmesituation.