nach fehlgeburt in der abwärtspirale, dabei war es so nicht geplant!

Hallo,

ich brauche heute Hilfe. Das Wochenende hat mich mal wieder sehr nachdenklich gestimmt und ich komme leider einfach nicht dahinter. Die Antworten die ich von Ihr bekomme sind auch wenig befriedigend und so langsam weiß ich erhlich gesagt auch nicht mehr, in wie weit ich das ganze noch aushalten soll/will/muss/kann?

Seit einem Jahr habe ich eine Freundin.

Also ich kenne sie seit etwas mehr als einem Jahr. Sie hat damals ziemlich schnell fahrt aufgenommen. Sie war schnell fast sogar einnehmend, anhänglich und hat mich fast mit Haut und Haaren verschlungen. Eigentlich war es mir etwas viel aber ich fand sie toll, unglaublich attraktiv und hey, ich wollte mich echt nicht beschweren.

Nach drei Monaten Beziehung schlug sie mir vor zusammenzuziehen. Ich sagte ihr dann, dass sie gerne bei mir bleiben könnte so lange sie möchte und ich schön finde, sie in meiner Nähe zu haben aber sie unbedingt noch ihre Wohnung behalten solle, immerhin sind es erst drei Monate.
Daraufhin war sie etwas beleidigt und hielt mir vor, es nicht ernst zu meinen. Was wirklich absoluter Blödsinn war und ist. Das habe ich ihr auch gesagt und mehrmals erklärt.

3 Monate später wurde sie schwanger. Sie hatte sich wohl übergeben ( hatte sie mir nicht erzählt) und die Pille wirklte nicht mehr. Hatte sie wohl vergessen, dass sowas passieren könnte- ( Ich hätte daran gedacht wusste aber wie gesagt überhaupt nichts davon, dass sie sich übergeben hatte). Ich gebe zu: ich sprang nicht vor Freude in den Hillem und stellte eine sehr bescheurte Frage: Wie konnte das passieren? ... ja uncool. Okay, ich stand zu meiner Verantwortung, zu einem Baby gehören zwei. Ich sagte ihr, sie könne sich auf mich verlassen, wenn sie es behalten möchte ( Ja vielleicht auch uncool aber hey, wir waren keine 6 Monate zusammen und ich wusste auch nicht vernünftiger zu reagieren...) Wir haben es es in der 9. Woche leider verloren... Nein, ich war danach nicht erleichtert. Auch ich war traurig. Habe es aber gut beiseite schieben können und hab versucht, einfach weiter zu machen. Sie war SEHR traurig. Ich versuchte das aufzufangen, für sie da zu sein, es zu begleiten (Den Eingriff) und mit ihr zusammen auszuhalten...ich verstand es natürlich auch wenn es mir vielleicht nicht ganz genau so ging und es besser wegstecken könnte...aber es passierte ja alles auch nicht mit meinem Körper. Kann und darf ich nicht beurteilen.

Seitdem ist es aber so, dass ich zusätzlich verhüte. Das Kleine war nicht geplant und ich bin ehrlich, in den nächsten zwei Jahren, hatte ich auch noch einiges anderes im Kopf. Ich hab mit ihr auch darüber gesprochen, sie sagte aber jetzt, dass sie plötzlich einen sehr starken kinderwunsch hat und es als kränkung empfindet, wenn ich das Kondom zusätzlich benutze, da sie doch trotzdem die Pille nimmt... Tut mir leid, aber das hat sie ja schonmal gesagt...

Naja ich versuche das ganze aber gar nicht so viel gewicht zu geben, dass ich ihr momentan darin einfach nicht 10000 prozentig vertraue, ich benutze ein Kondom und gut ist. Also so empfinde ich das. Ich trage meinen Teil zur sicheren Verhütung bei... Seitdem ist sie seltsam.
ich fragte sie sogar, ob wir langsam ihre Wohnung kündigen wollen, da es doch ausser das eine Thema, doch absolut stimmt. ich wollte ihr damit ein Zeichen setzen, dass ich mir ALLES mit ihr Vorstellen kann, nur eben nicht jetzt direkt.

Sie stimmte auch zu und sagte mir, sie wäre so glücklich mit mir. Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass diese Kinderthema jetzt sehr zwischen uns steht. Glaubt ihr, das ist es wirklich? Wird sie sich echt erst wieder öffnen wenn ich dem zustimme und haltet ihr das für Gesund? Abends geht sie früh ins bett, sie ist leicht launisch und empfindlich. ich fragte sie, ob sie noch Hilfe bräcuhte um die Fehlgeburt weiter zu verabeiten, ich würde auch zusammen mit ihr wohin gehen...daraufhin war sie zwei tage komplett eingeschnappt. Sie ist übrigens 26 und ich 29..wir haben also echt noch zeit! Was sagt ihr zu dem ganzen??

Bearbeitet von HanSolo29
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Ich sage: Du machst alles vollkommen richtig!
Du möchtest momentan kein Kind und trägst dafür auch die Verantwortung, dass kein Kind entsteht.
Klar, ist es für deine Freundin nicht ganz nachzuvollziehen, weil eine doppelte Verhütung einfach ziemlich sicher ist und es deswegen keinen Unfall mehr geben wird.
Beim Thema Kind muss man ganz auf sich hören und sich nicht von dem Partner überreden lassen. Wenn du nicht bereit bist, dann bist du nicht bereit und das ist vollkommen in Ordnung.

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hey du,

auch bei uns ist ein Baby ungeplant entstanden und ich kann deine Freundin in ihrer Gefühlswelt gut verstehen. Hätte ich unser kleines verloren, wäre in mir vermutlich danach auch sofort ein weiterer Kinderwunsch enstanden.
ABER: Ich kann auch dich kpmlett verstehen und finde toll, dass du die Verantwortung auch übernimmst. Das sollte sie akzpetieren, zumal du es ja auch nicht gänzlich verwehrst. irgendwie gehen bei mir die Alarmglocken an bei deinen Erzählungen und du solltest nochmal in dich gehen, irgendwie habe ich da ein komisches Gefühl..

verdienst du gut? ( Sorry...) Alles Liebe!

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Hallo HanSolo,

du beschreibst deine Freundin zu Beginn eurer Beziehung als auffallend einnehmend, sie hätte dich mit Haut und Haaren verschlungen. Bald ist es zu einer ungeplanten Schwangerschaft trotz Pilleneinnahme gekommen. Die Erklärungen deiner Freundin zu Schwangerschaft lassen Zweifel an der Ehrlichkeit ihrer Geschichte in dir aufkeimen.
Nach einer Fehlgeburt verspürt sie einen starken Kinderwunsch und ist beleidigt, da du jetzt "vorsorglich" zusätzlich mit Kondomen verhütest. Nun reagiert sie launisch und auch eingeschnappt nach deinen Hilfsangeboten.

Für mich klingt das nach einer sehr besitzergreifenden Frau, die auch auf Manipulationen zurückgreift, um ihre eigenen Vorstellung von einer Partnerschaft und Familie umsetzen zu können. Sie glaubte bisher, die Tasten zu kennen, die sie bei dir drücken muss, um ihre Ziele zu erreichen.
Durch die Fehlgeburt ist sie aber erst einmal gescheitert, ihre Vorstellungen zu verwirklichen. Auf ihren jetzigen Kinderwunsch hast du deine persönliche Autonomie als Partner verdeutlicht, indem du zu einer zusätzlichen Verhütungsmethode greift.

Das hat deine Freundin natürlich verstimmt. Ich glaube, sie sieht dich nicht gerne als erwachsenen, selbständigen Partner, weil das nicht ihren Idealvorstellungen entspricht.

Dumm auch der in dir - wie ich zwischen deinen Zeilen lese - hochkeimende Verdacht, ob bei der Schwangerschaft nicht doch eine Absicht deiner Freundin dahinter steckte, um dich endgültig im Sack zu haben.
Diesen Verdacht wirst du so schnell nicht mehr los bekommen, er könnte weiteres Misstrauen in dir schüren. Aber du musst mit dir selber ausmachen, ob du in dieser Beziehung deiner Freundin wieder vertrauen kannst.

Meine Frage ist im Wesentlichen: Willst du eine Frau auf Augenhöhe, die dich fordert, aber dich auch als Mann und Mensch respektiert? Die dir Freiräume lässt, weil sie auch selber Freiräume einfordert? Eine Frau, die berufliche und finanziell unabhängig sein kann, wenn sie das möchte?

Bearbeitet von Christoph61
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Puuuuh, da sind schon einige komische Dinge zusammen gekommen.

Zuerst einmal mein Beileid für euren Verlust, das war sicher furchtbar.

Aber komisch sind für mich schon:
-Das Tempo dass sie vorgibt
-Vergessen, dass eine orale Verhütungsmethode nicht wirkt wenn man sich erbricht??
-Das Eingeschnappt sein, weil du für dich selbst verhütest, immerhin gab es ja schon einen Unfall
-Der Widerwille ihrerseits, gemeinsam die Zukunft im Konsens zu planen

Ich wäre an deiner Stelle etwas misstrauisch... das klingt schon alles recht deutlich nach künftigem Drama.

Pass auf dich auf!
Alles Gute 🍀

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Ich kann mir vorstellen dass das früher oder später tatsächlich zum großen Streit führen wird. Ich weiß wie es ist nach einer Fehlgeburt erstmal eine Zwangspause einlegen zu müssen. Bei uns hatte es damals andere Gründe aber auch ich war super frustriert und das Thema kam immer wieder hoch. 2 Jahre sind lang. Und wahrscheinlich klingt das in ihren Ohren auch sehr vage.
Ich finde dich sehr Verantwortungsbewusst und verstehe dich komplett. Vielleicht ist es aber auch ein Zeichen dass ihr an unterschiedlichen Punkten in eurer Lebensplanung steht.
Ich will sie gar nicht als so manipulierend oder böse darstellen weil sie auf ein Kind mit dir drängt. Ja, im Idealfall empfinden beide irgendwann den richtigen Zeitpunkt. Häufig ist die Realität aber doch anders. Ihr seid zwei verschiedene Menschen und dürft deshalb auch andere Ansichten haben.

Ihr solltet das mal in Ruhe besprechen. So wie es falsch wäre dass du dich zu einer Entscheidung gedrängt fühlst, ist es unfair dass sie noch auf unbestimmte Zeit mit ihrem Wunsch warten soll. Es wäre schon gut wenn ihr da auf einen Nenner kommt. Das Kondom ist für sie vielleicht etwas passiv-aggressives, weil sie merkt dass du nicht mehr in ihre Verhütung vertraust. Ohne Klärung wird das Fass irgendwann volllaufen. Natürlich dann aus anderen Gründen. Die Ursache wird aber durchaus dieses Thema sein.

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Ich finde ihr Verhalten zusammengenommen fast alarmierend und kann dir nur raten, vorsichtig zu sein UND evtl doch noch länger getrennte Wohnungen zu behalten.

Ich möchte mich nun nicht in die Nesseln setzen, aber warst du mit bei den Untersuchungen beim Gynäkolgen?

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Eine Fehlgeburt ist einfach nicht leicht wegzustecken und ich denke, manche können da nicht rational reagieren, auch wenn es „angebracht“ wäre. Im Sinne von: ihr wollt jetzt kein Kind und es ist sinnvoll, dass du zusätzlich verhütest und deiner Verantwortung nach kommst!

Du machst im Prinzip schon alles richtig (auch deine Reaktionen auf ihre Schwangerschaftsverkündungen empfinde ich als „normal“), trotzdem knirscht es und ich kann jetzt nicht urteilen, ob deine Freundin sehr berechnend ist (und von Anfang an schnell ein Kind wollte und es einfach mit allen Mitteln probiert), oder wirklich einfach euphorisch und naiv an die ganze Sache geht.

Ich würde wohl vorschlagen, dass sie sich mal professionelle Hilfe zum aufarbeiten der FG sucht (vielleicht reicht schon ein Gespräch mit einer Hebamme) oder ihr nehmt mal eine Paarberatung war.

Dein Standpunkt ist ja sehr klar - du möchtest eine Beziehung mit ihr, auch gerne ernsthaft, aber eben nichts überstürzen und vor allem definitiv noch (!) kein Kind. Kann sie das akzeptieren oder nicht?

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Huhu,

Wir waren damals in einer ähnlichen Situation und unsere Beziehung hat es geschafft. Unser Sternchen hat jetzt schon zwei Geschwister :)


Wir kannten uns damals knapp 3 oder 4 Monate als ich ungeplant schwanger wurde. Nicht so hübsch: er versicherte mir, unfruchtbar zu sein und das klang aus seiner Sicht auch plausibel (war 3 Jahre mit seiner Ex zusammen ohne Verhütung, kein Kind. Als sie sich getrennt haben hat sie kurz danach ein Kind von einem anderen bekommen. Er ging also davon aus, dass es an ihm liegt), daher haben wir es mit der Verhütung auch nicht so 1000% genau genommen (1x CI)

Puh, aber das ich SOFORT schwanger werde, damit haben wir gar nicht gerechnet. Das war natürlich dumm. Ich habe mich eigentlich gefreut nach dem Schock, weil ich schon wusste dass "er" der Richtige ist. Er war sich da aber jetzt nicht so sicher und wir waren auch noch gar nicht richtig zusammen. Zudem war ich noch in der Ausbildung kurz vor dem Abschluss und ich hatte schon ein Kind. Meine Eltern haben mich zusätzlich erpresst, nach dem Motto, wenn du das Kind bekommst dann unterstützen wir dich nicht mehr (ich arbeitete im KH und durch die Randbetreuung hätte ich es ohne Einspringen der Eltern nie alleine hin bekommen).
Ich habe mich von allen erpresst und unter Druck gesetzt, und vor allem von meinem Partner sehr verraten gefühlt. Das war ein unheimlicher Bruch für mich in jeglicher zu dem Zeitpunkt bestehende Beziehung.
Gut, bei euch war die Situation anders, bei uns war es letztendlich ein Abbruch, aber ich kann deine Freundin zu 100% verstehen.
Oft kompensiert man diese emotionale Schmerzen dann mit einem enormen Kinderwunsch. Das habe ich schon oft mitbekommen und das war auch bei mir so. Aber wir haben uns anders entschieden: ich habe eine Therapie gemacht um alles (nicht nur das) zu verarbeiten und gesund zu werden, denn ich war danach sehr depressiv.

Wir haben uns 3 Jahre Zeit gelassen bis wir es wieder versucht haben. In der Zeit sind wir zusammen gezogen, haben viel geredet, die Therapie zusammen gemacht und das hat uns sehr zusammen geschweißt. Wir haben den Abbruch auch sehr bereut und beide viel geweint.

Und ich bin mir sehr sicher, wäre das alles nicht so gekommen, wären wir wahrscheinlich nicht mehr zusammen gewesen.

Also ganz wichtig: reden, reden, reden!
Das ist der Schlüssel.

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Ich muss hier auch mal meinen Senf dazugeben, auch wenn ich dir damit vermutlich nicht wirklich weiterhelfen kann - Verhaltenstipps hab ich keine (außer vielleicht, deiner Freundin eine Therapie ans Herz zu legen).

Mein Freund und ich waren drei bis vier Monate zusammen, als ich ungeplant schwanger wurde. Zu dem Zeitpunkt hatte ich generell gar keinen Kinderwunsch, er schon, aber erst für viel später.
Das Baby habe ich verloren und es hat mir das Herz gebrochen. Ich hatte sehr lange sehr heftig daran zu knabbern und habe keine Heilung gesehen, als ein Kind zu bekommen. Erst durch die Fehlgeburt war dieser Kinderwunsch entstanden, aber es war mehr als das, es war eher eine heftige Sehnsucht.

Nach der Fehlgeburt war mein Freund besonders vorsichtig mit der Verhütung. Mir war klar, dass das irrational war, aber ich war davon auch sehr enttäuscht und habe meine vermeintliche Heilung - ein Baby - in weite Ferne rücken sehen.

Ich halte das Verhalten deiner Freundin durch meine eigene Erfahrung für absolut nachvollziehbar. Lösungsansätze sehe ich zwei: ein Baby bekommen, was du nicht willst. Oder - in eurem Fall wohl das Mittel der Wahl - deiner Freundin einen Therapieplatz suchen.

Falls es dich interessiert, wie es bei uns weiter ging: wir sind zusammen geblieben und haben inzwischen auch ein einjähriges Wunschkind. Ein bisschen Zeit haben wir uns damit gelassen gehabt, aber vermutlich nicht so viel, wie wir uns gelassen hätten, wären die Umstände anders gewesen. Allerdings war ich auch schon ein paar Jahre älter als deine Freundin und hatte eine medizinische Vorgeschichte.

Alles Gute!