Ehe vorbei? Oder besteht Hoffnung?

Liebe Community, es wird etwas länger.
Evtl. könnt ihr Erfahrungen teilen oder mir den ein oder anderen Tipp geben. Lange war ich optimistisch und habe um die Ehe gekämpft, jedoch habe ich mittlerweile immer mehr Zweifel, ob es nicht zu spät ist.

Ich bin seit 14 Jahren mit meinem Mann zusammen, davon 4 Jahre verheiratet und wir haben eine fast zweijährige Tochter.
Die ersten Monate waren sehr harmonisch und liebevoll. Anschließend verschlechterte sich unsere Kommunikation.
Mein Mann und ich waren von Anfang an ziemlich verschieden. Er arbeitet viel, auch nebenher nach Feierabend und am Wochenende, geht Hobbys wie Sport/Fitness, Fußball und Freunde treffen nach. Er braucht seinen Freiraum - hier musste ich erst einmal mit klar kommen, da ich zuvor viel mit meinem Ex-Partner gemeinsam unternommen habe. Die vorheriger Beziehung hielt fast 5 Jahre.

Jedenfalls teilte mir mein Mann irgendwann immer weniger mit bspw was er nach Feierabend geplant hat, wann er ungefähr zu Hause sein wird, ob wir am Abend gemeinsam essen, wer einkaufen geht. Dies wurde mit der Zeit immer schlechter, sodass mich das immer noch mehr genervt hat. Selbst sonntags haben wir uns schließlich kaum gesehen. Hatte ihn kaum zu Gesicht bekommen, da er sein Ding gemacht hat. Die Unzufriedenheit wuchs. Nicht nur einmal habe ich das Gespräch gesucht, dabei konnte ich leider nicht jedes Mal sachlich bleiben, sodass er sich oftmals angegriffen gefühlt hat. Anstatt das Problem aus der Welt zu schaffen, wurde gestritten und es dauerte Tage bis wir wieder in Ruhe miteinander reden konnten. Bzw er braucht Tage um sich zu beruhigen, mir wäre es lieber am Abend wieder „gut“ miteinander zu sein und den Streit/ die Diskussion abhaken zu können.
Mal passiert dies alles vier Wochen, manchmal einmal im viertel Jahr, ganz unterschiedlich. Wir haben immer wieder zusammen gefunden, da wir an uns glauben, wir uns lieben und optimistisch sind.
Momentan ist mein Mann der Meinung, egal was er macht, ich habe an allem etwas auszusetzen. Ganz nachvollziehen kann ich es nicht, aber er denkt manchmal so gegensätzlich. Aufgrund dessen scheint er mehr und mehr unzufrieden zu sein. Angeblich liegt es an uns, was ich nicht ganz glauben kann, da er mit seinen Eltern ebenfalls vermehrt Konflikte hat und auch mit seinem Job unzufrieden ist. Das klingt alles sehr negativ… und dann gibt es Zeiten, da ist das alles Nebensache. Klingt wirklich schräg, oder? Wir sind glücklich, zufrieden und alles ist harmonisch. Wie kann das sein, dass dies 4-6 mal im Jahr so ins negative umschwenkt? Ich weiß nicht weiter, eigentlich haben wir hauptsächlich schöne Zeiten und dann kommt wieder so ein Wolkenbruch, der alles kaputt macht.

Wir fragen uns, wann kommt der Punkt, an dem es in die ein oder andere Richtung geht. Wir wollen zusammen alt werden und doch glauben wir stellenweise nicht dran. Das ist doch alles widersprüchlich. Vlt hört ihr die Verzweiflung heraus. Ich danke euch fürs lesen.

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Du bist seit 14 Jahren mit deinem Mann zusammen, und von diesen 14 Jahren waren nur die ersten MONATE harmonisch und liebevoll. Seitdem lebt ihr offenbar nebeneinander her, obwohl du später wieder schreibst, ihr hättet "hauptsächlich schöne Zeiten". So ganz passt das nicht zusammen. Kümmert er sich eigentlich um euer Kind?

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Ich glaube, gemeint war, die ersten Monate mit Kind waren sehr harmonisch. Und danach hat sich das Einzelgängerding (das ansatzweise immer schon da war, siehe Vergleich zum Ex-Partner) sowie zunehmend schlechte Kommunikation intensiviert.

Liebe TE, ich hatte diese Situation tatsächlich auch über ein Zeitfenster in meiner Beziehung und damals zugegeben sehr starke Zweifel an der Treue meines Partners. Ich kann nicht sagen, ob ich richtig lag, es ist für mein hier und jetzt glücklicherweise nicht von Belang, aber es war sehr belastend, das Gefühl zu haben, nicht wirklich Teil seines Lebens mehr zu sein. Wir haben damals auch um den heißen Brei gestritten und er wollte es nicht verstehen, sah gar nicht, wo er überall fehlte in meinem Leben, weil er das Gefühl hatte, (durch das drüber streiten) eh mehr als genug von mir abzubekommen. Was wir damals nicht gemacht haben, evt aber geholfen hätte: eine Paartherapie. Wenn dein Partner vielleicht dafür bereit wäre? Ansonsten hilft vielleicht, nicht nur das Fehlen seinerseits und Erwartungen auszusprechen, sondern ihm bewusst, da wo es möglich ist, auch immer wieder positives Feedback zu geben, ihm öfter ganz bewusst zu sagen, dass du ihn schätzt. Vielleicht kann dann sein Gefühl "alles falsch zu machen" etwas aufbrechen. Und er wird zugänglicher für dein - mMn wenn ich das Ganze lese- berechtigtes Gefühl ihn zu vermissen in eurem Leben.

Eventuell, falls er für eine Paartherapie nicht bereit ist, hilft ihm aber auch ganz für sich allein ein Coaching zu machen, um seine issues (Unzufriedenheiten auf diversen Ebenen) etwas für sich zu sortieren und Ansätze zu finden, wie er diese lösungsorientiert angehen kann, um für sich zufriedener zu werden und dadurch auch bei euch (dir und eurem Kind, euch als Familie) wieder präsenter sein zu können.

Bearbeitet von seheParallelen
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Danke für deine liebe Nachricht <3
..weiter unten habe ich noch eine Ergänzung hinzugefügt.

..leider waren vor 14 Jahren die ersten Monate harmonisch.

Wir haben tatsächlich eine Paartherapie versucht, allerdings ist diese auch nach 5-6 Sitzungen gescheitert. Er kann sich nicht öffnen. Auch nicht gegenüber Fremden. Ich habe mich sehr verstanden und gut aufgehoben gefühlt. Ich war auch noch ein paar Mal ohne ihn.

Mehr Erfolg brachte uns das Buch „5 Sprachen der Liebe“, welches ich im Sommer von einer Freundin empfohlen bekommen habe. Ich hatte es innerhalb zwei Tagen gelesen und auch meinen Mann darum gebeten. Wir erinnern uns regelmäßig gegenseitig daran, da man im Alltag, gerne vergisst. Vlt sind wir auch ein Einzelfall 🙄

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Ich bin etwas verwirrt. Mit Kind heißt ja Freiraum für den einen gleichzeitig Kinderbetreuung für den anderen.

Wie kann man sich denn das Familienleben bei euch vorstellen? Oder bist du dann eigentlich die ganze Woche plus Wochenende alleine mit dem Kind?

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Danke für deine Nachricht <3
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Wir sehen uns mehrmals am Tag, die Zeit ist jedoch kurz bzw begrenzt. Deshalb verbringe ich überwiegend die Zeit mit Kind.

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Also eine Aussage, dass Ihr "stellenweise" nicht dran glaubt, zusammen alt zu werden, das ist schon hart. Egal wie man sich zofft, die Grundsatzfrage zu stellen ist... puh.

Es liest sich so, als hätte die kinderlose Beziehung die Unterschiedlichkeit noch gut vertragen. Aber die ersten zwei Lebensjahre eines Kindes legen natürlich gnadenlos offen, was vorher noch irgendwie ging.

Darf ich mal fragen, was genau die "glücklich, zufrieden und alles ist harmonisch"-Zeiten definiert? Ich hätte eine gewisse Vermutung - das sind vermutlich die Zeiten, in denen er "sein Ding" machen kann (Arbeit, Sport/Fitness, Fußball und Freunde, Zeit für sich) und Du ihn machen lässt ohne "das Gespräch" zu suchen. Und wenn Du das "Gespräch" dann doch suchst und Deine Verzweiflung zum Ausdruck bringst, tickt er aus, um sich die Diskussion vom Leib zu halten und Dir klar zu machen, dass Du eben besser nicht das Gespräch suchst. Leider ein nicht gerade rares Muster.

Hast Du eine _Grundvermutung_, woher seine Unzufriedenheit rührt, dass das regelmäßig hochkommt und er mit Job, Eltern, Ehe hadert? Meistens hat man da ja was. Wobei ich damit nicht sagen will, dass Du diejenige bist, die sich mal Gedanken machen müsste. Diese offenbar allgemeine Bräsigkeit und die Aussetzer und Unzufriedenheit muss er angehen. Damit kann er nicht andauernd eine Familie mit zweijährigem Kind belasten.

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Kann mir das Tippen sparen. Genau die Fragen und Tipps hätte ich auch geschrieben.

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Dankeschön <3
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Eine Ehe, in der die Näha/Distanz-Bedürfnisse so unterschiedlich sind, und der eine sich auslebt und der andere leider, die kann nicht harmonisch sein.

Er macht sein Ding, völlig egal wie es dir damit geht. Obwohl es so einfach wäre Bescheid zu geben.

Für mich klingt das danach, dass ihm seine Bedürfnisse wurscht sind und er die Zeit mir dir nicht braucht. Du hast von Anfang an zurück gesteckt. Nicht gut.

Ehrlich gesagt glaube ich, gibt es ja nicht viele Möglichkeiten. Geredet habt ihr, es ändert sich nichts. Somit bleibt doch nur: leb damit und leide leise, oder geh. Vielleicht noch eine Paartherapie? Aber da muss ja der Wille da sein, was zu tun. Und von ihm kommt ja keinerlei Einsicht oder Wille.

Ein Partner, der nicht gerne Zeit mit mir verbringt und keine gemeinsame Zukunft, und der so lange streitet, der wäre nicht mein Mann. Und schon gar nicht der Vater meines Kindes. Dir war das alles bekannt.

Also, wenn reden nichts bringt kannst du nur aushalten oder gehen.

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Danke für deine Nachricht <3
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Wir haben tatsächlich eine Paartherapie versucht, allerdings ist diese auch nach 5-6 Sitzungen gescheitert. Er kann sich nicht öffnen. Auch nicht gegenüber Fremden. Ich habe mich sehr verstanden und gut aufgehoben gefühlt. Ich war auch noch ein paar Mal ohne ihn.

Mehr Erfolg brachte uns das Buch „5 Sprachen der Liebe“, welches ich im Sommer von einer Freundin empfohlen bekommen habe. Ich hatte es innerhalb zwei Tagen gelesen und auch meinen Mann darum gebeten. Wir erinnern uns regelmäßig gegenseitig daran, da man im Alltag, gerne vergisst. Vlt sind wir auch ein Einzelfall 🙄

„Lebe damit oder geh.“ Das trifft den Nagel auf den Kopf. Ich hoffe, dass ich zu einer Entscheidung komme, mit der sowohl das Herz und auch der Verstand leben kann. Der Kopf sagt aktuell „geh“ - das Herz sagt „bleib“.

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Dein Mann lebt also quasi ein Singleleben. Er kommt und geht wie er will und teilt sich seine Zeit frei ein. Prio haben Arbeit, Sport, Hobbies, Freunde. Paarzeit und Familie scheinen ihm nicht viel zu bedeuten. Er versteht nicht warum dich das stört, und wirft dir vor du würdest nur meckern wenn du über den Mangel an wirklicher Beziehung traurig bist.

Es klingt so als wärt ihr wirklich mega unterschiedlich, und alles was du an Beziehung liebst ist für ihn nicht schön oder bedeutsam - Verbindlichkeit, gemeinsame Zeit, einfach Paarleben. Ein Team sein. Und ich vermute, du musstest dich immer schon ziemlich verbiegen und viel akzeptieren damit es funktioniert. Er muss dir auch ein gutes Stück entgegenkommen, tut das aber nicht oder nicht gern und empfindet es als Einschränkung durch dich.

In meiner Welt ist das was du dir wünschst völlig normal. Mit einem Partner wie deinem könnte ich nicht leben und schon gar kein Kind haben. Wo ist das denn eine Bereicherung? Und wenn er dauernd unterwegs ist heißt das ja automatisch, dass du mit dem Kind zuhause bist. Wo ist dein Freiraum? Von liebevoller Paarzeit oder schöner Familienzeit wollen wir gar nicht anfangen.

Vielleicht hilft euch eine Paartherapie um eure Unterschiedlichkeit zu verstehen und zu sehen, dass beides ok ist, aber halt null passt. Und dann müsst ihr, und musst du für dich, halt entscheiden, ob ihr das so fortführen wollt. Dass du so nicht alt werden möchtest ist für mich mehr als verständlich, du hast ja gar keinen Partner an der Seite, der gern mit dir zusammen ist. Du hast einen Mitbewohner. Er findet dich nur toll wenn du nichts von ihm willst, wie traurig.

Und wenn du für dich feststellst dass du so eine Beziehung nicht dauerhaft möchtest, und er für sich feststellt dass er dir das was du brauchst nicht geben kann oder will, dann bleibt die friedliche Trennung. Auch diese kann man in einer Paartherapie erarbeiten. Ich würde also definitiv eine Paarberatung aufsuchen und sie auch definitiv ergebnisoffen starten und deinem Mann das auch genau so kommunizieren, damit er versteht dass Ausweichen oder Gesprächsverweigerung einfach keine validen Strategien mehr sind. So wie bisher geht es ja nun nicht weiter, das macht dich unglücklich und ist auch kein schönes Leben oder Vorbild für euer Kind.

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Danke für deine Nachricht <3
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Ich muss sagen, es ist der einzige Mann mit dem ich bisher zusammen gewohnt habe und auch wohne. Ich kenne es somit nicht anders. In der 5 jährigen Beziehung zuvor habe ich noch im Elternhaus gewohnt und wir haben uns nicht täglich gesehen. Daher nicht zu vergleichen.

Tatsächlich habe ich zwei Freundinnen, bei denen läuft es auch so, dass die Männer ihr Ding machen. Einer davon ist ein Freund von meinem Mann, der andere jedoch nicht. Eine Familie hat ein Kind, die anderen haben mittlerweile zwei Kinder. Auch hier wird sich revanchiert und das Kind bzw. die Kinder sind überwiegend bei der Mutter. Dachte daher, dass es gar nicht so ungewöhnlich ist. Meine Schwester und ihr Mann sitzen dagegen nur aufeinander, was ich nicht aushalten würde. Ich würde mir mehr Zeit mit meinem Mann wünschen, aber bin auch fein damit wie es ist, so lang es harmonisch ist und man keine Angst haben muss Konflikte bei dem Partner anzusprechen und mir evtl kurz mitteilt, was man nach Feierabend vor hat.

Wir haben tatsächlich eine Paartherapie versucht, allerdings ist diese auch nach 5-6 Sitzungen gescheitert. Er kann sich nicht öffnen. Auch nicht gegenüber Fremden. Ich habe mich sehr verstanden und gut aufgehoben gefühlt. Ich war auch noch ein paar Mal ohne ihn.

Mehr Erfolg brachte uns das Buch „5 Sprachen der Liebe“, welches ich im Sommer von einer Freundin empfohlen bekommen habe. Ich hatte es innerhalb zwei Tagen gelesen und auch meinen Mann darum gebeten. Wir erinnern uns regelmäßig gegenseitig daran, da man im Alltag, gerne vergisst. Vlt sind wir auch ein Einzelfall 🙄

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Nachdem ich deine ganzen Ergänzungen gelesen habe verstehe ich nicht, was dein Problem ist. Du erklärst alles detaillierter, aber rechtfertigst gleichzeitig auch euer Modell. Stört es dich denn nun oder nicht?

Du hast hier gepostet um Meinungen und Sichtweisen von außen zu bekommen. Meine persönliche Meinung ist nach wie vor, ich könnte das nicht. Das was ihr da habt ist in meinen Augen kein Familienleben. Ich weiß, dass es viele Menschen gibt die so leben, ich möchte auch niemanden angreifen. Ich kenne es einfach anders und könnte mir das so niemals vorstellen. Wenn jemand einfach nur sein Ding machen will, dann ist er oder sie doch als Single viel besser aufgehoben. Er erzählt dir nicht mal, ob er was vorhat? Ändert Pläne ohne Absprache? Das ist so mega respektlos, niemals würde ich das mitmachen. Ich frag mich bei sowas immer ernsthaft, warum diese Männer Kinder bekommen. Und eine Partnerin haben. Gut, irgendwer muss saubermachen und kochen, das wird dann angenommen, aber wenn die Partnerin dann noch gemeinsame Zeit möchte wird sie im die Meckerecke gestellt. Und was ist denn bei euch mit deinem Ding? Du steckst ja nur zurück.

Ich könnte keine Partnerschaft führen, in der mein Partner keine Lust hat Zeit mit mir zu verbringen. Klar muss jeder auch Raum für sich haben, eigene Interessen, Alleinezeit etc., das ist mir sehr wichtig. Aber ansonsten verbringe ich gern Zeit mit dem Menschen, den ich liebe. Und er mit mir. Kochen, quatschen, spielen, spazieren gehen, Kino, Cafénachmittage und was auch immer. Familienausflüge mit meiner Tochter, einfach eine schöne Zeit. Manchmal muss einer von uns beim Sport oder im Wald "runterkommen" von einer Stresssituation, aber wir brauchen auch einander dafür. Mein Partner ist mein erster Ansprechpartner bei Sorgen, er weiß was ich erlebe und wie es mir damit geht. Und umgekehrt. Ihr seht euch immer nur zum Essen oder zum Spaziergang mit eurer Tochter. Kommt da überhaupt Nähe auf? Eine echte emotionale Verbindung? Du sagst du hast dich bei der Paartherapie verstanden gefühlt. Ziel wäre gewesen, dass ihr euch miteinander so fühlt. Ich könnte nie einen Partner haben, der sich nicht öffnen kann, nicht mal in einer Krise, wenn man zur Paartherapie geht weil es brennt. Das wäre mir viel zu flach. Und einen Partner der kommt und geht wie er meint und ohne Bescheid zu geben, als wäre ich bei ihm Haushälterin und Kindermädchen, den könnte ich nicht lieben.

Aber wie ist das für dich? Du wirkst sehr ratlos. Eure Beziehung passt für dich nicht, aber du siehst es überall genau so und fragst dich, ob du dich beschweren darfst oder ob du dich halt arrangieren musst. Das ist ein Entscheidung, die dir keiner abnehmen kann. Ich kann dir nur sagen, du hast jederzeit das Recht, dein Leben verändern zu wollen. Du hast jederzeit das Recht, dir eine andere Beziehung zu wünschen. Und so wirkt das. Du bist unzufrieden, leierst Paartherapie an, liest Bücher, dein Mann macht halt hier und da mal mit, aber so richtig auch nicht. Der lebt eigentlich ein Leben, in dem du nicht stattfindest. Die ersten MONATE von 14 Jahren (!) war es schön. Himmel. Und trotzdem redest du dir das schön, du bist echt mit so wenig zufrieden.

Wenn du gerade so blockiert bist, dann nimm dir Zeit. Nimm dir mal ein Blatt Papier und schreib dir was auf: Wie würde ich mir eine Beziehung wünschen? Nicht, was ist realistisch mit meinem Mann, sondern wirklich deine Wünsche. Klar muss man immer Kompromisse machen aber jetzt geht es darum wie groß die Abweichung denn sein darf. Schreib dir genau auf was du haben wollen würdest. Und erst dann prüfst du an der Realität. Schau dir alle Punkte an, was erfüllt ist, und was nicht. Überleg was dein Partner dir erfüllen könnte und was einfach nicht geht. Ob du dich von seiner Liebessprache geliebt genug fühlst. Du erzählst von der Beziehung deiner Eltern, überleg dir was deine Tochter als Prägung aus dem Elternhaus mitnimmt. Was sie später ihren ersten Partnern erzählt, was sie von zuhause kennt. Und dann überleg dir, ob du mit dem was du hast alt werden willst. Ob dir das auf Dauer reicht.

Wenn nein, dann sag das deinem Mann. Dann ist das ein Krisengespräch. Kein Nörgeln, kein Explodieren und dann wieder zurückstecken, sondern ein "Klaus, ich möchte so nicht mehr leben." Und dann müsst ihr halt schauen wie ihr weitermacht. Vielleicht könnt ihr das Ruder rumreißen. Aber da das jetzt schon seit Ewigkeiten so läuft und dein Mann nicht bereit ist, irgendwas zu ändern, ist dann vielleicht eine Trennung besser.

Bearbeitet von Laniluna
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Es besteht so lange Hoffnung, so lange du freundlich lächelst und hinnimmst wie er ist. Klappt seit 14 Jahren. Ich nehme mal an, harmonisch ist es, so lange er sein Leben leben kann und du die Klappe hälst, oder? Es eskaliert doch nur, wenn du mal was sagst?!

Wenn mein Mann mir hier erzählen würde, dass er uns in der Zukunft nicht alt werden lässt, wären hier ernsthafte Gespräche fällig. Dann würden wir nicht passen.

Ich befürchte - da reden Nix gebracht hat - bleibt dir nur freundlich zu lächeln und alles ertragen, oder gehen.

Also ich brauche Verbindlichkeit, jemanden an meiner Seite der gerne bei mir ist und ein gleiches oder wenigstens ähnliches Nähe-Distanz-Bedürfnis. Du scheinbar auch. Er nicht. Er braucht sich. Und eine lächelnde Frau.

Bearbeitet von GrummelSonne
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Danke für deine Nachricht <3
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Ja, kurz und knapp, wenn es aus mir heraus platzt, dann eskaliert es. Indem er die Wohnung verlässt, was mich noch wütender macht oder er dann verletzend wird. Beides nix. :(

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Dein Partner ist seit 14 Jahren so, wie er ist. So hast du ihn auch geheiratet und so hast du ihn zum Vater gemacht.
Du kannst jetzt nicht auf einmal einen Menschen ändern - du kannst nur dich ändern.
Wenn ihr nicht mehr kompatibel seid, dann solltet ihr auseinander gehen, damit jeder das passende Gegenstück finden kann. Er wird sich nicht ändern. Warum auch. Du bist und bleibst ja bei ihm und er kann wie ein Single leben.

Alles Gute.

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Danke für deine Nachricht <3 - richtig, so es.. . Mein Verstand sagt „geh“; das Herz sagt wiederum „bleib“. Schwer zu beschreiben.. :(

..weiter unten habe ich noch eine Ergänzung hinzugefügt.

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Klingt so, als gehöre er zu den Menschen die Kinder bekommen weil man das halt so macht und nicht weil er sich wirklich damit auseinandergesetzt hat und Lust auf ein Familienleben hat. Ich kann mir das gar nicht vorstellen, der Partner ist dann den ganzen Sonntag weg und du alleine mit Kind oder wie ? Wann warst du denn das letzte mal einen ganzen Sonntag weg und er mit Kind alleine ? Ich vermute du schluckst die Kröte bis dus nicht mehr aushälst, es kracht und dann beginnt der Kreislauf von vorne

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Danke für deine Nachricht <3
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..auch dein Beitrag trifft es ziemlich gut. Ich habe versucht grob unsere Woche und den Sonntag zu beschreiben, aber nicht so einfach, da es ja nicht immer so ist, sondern oft/regelmäßig.. vlt versteht mich jemand. Zugegeben es ist nicht leicht und sehr verwirrend und schräg. Hätte niemand gedacht mich in solch einer Situation zu befinden.

Ich bin 1-2 mal im Monat am Abend für ein paar Stunden unterwegs. Meine Freundinnen haben alle Kinder und wir treffen uns somit am Nachmittag mit Kids.

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Herzlichen Dank für eure netten Nachrichten und Feedback. Ich hole noch etwas aus, vlt. versteht man mich dann besser.

Ich habe meinen Mann auf einer Party eines gemeinsamen Freundes kennengelernt. Es war sofort vertraut, als würden wir uns schon länger kennen. Er war sehr aufmerksam und wir haben den ganzen Abend bis in die frühen Morgenstunden miteinander gesprochen und getanzt. Und man mag es kaum glauben, aber so super konnte ich bisher mit keinem Menschen reden/kommunizieren. Wieso das heute das genaue Gegenteil ist, verstehe ich absolut nicht. 😳

Da die Trennung von meinem Ex-Partner noch nicht allzu lang zurück lag, fühlte ich mich zuerst noch gar nicht bereit für eine neue Beziehung. Dennoch haben wir anschließend viel miteinander unternommen und mein Mann gab mir die Zeit, die ich brauchte. Wir haben uns vlt 2x die Woche getroffen und da waren seine Freunde, Sport, etc. nie Thema. Es gab ja schließlich noch andere Tage in der Woche. 😜 Nach etwa drei Monaten hatte ich dann richtige Gefühle für ihn entwickelt und die Schmetterlinge im Bauch tanzten nur so. Dies kannte ich bisher nicht - es war unbeschreiblich schön.

Als wir dann offiziell zusammen waren, drehte sich die Welt die erste Zeit nur um uns beide. Wobei ich dann eher diejenige war, die mit den Mädels feiern gehen wollte. Ich war gerade Anfang 20, während mein Mann bereits 26 Jahre war. Er hatte zuvor nie eine lange Beziehung gehabt. Er war zuvor nie an etwas ernstem interessiert gewesen, bis ich in sein Leben trat.
In der Beziehung merkten wir schließlich, dass wir teilweise sehr verschieden sind, wir auch anders aufgewachsen sind. Bspw seine Eltern streiten nie, verbringen jeden Tag zusammen, meistens zuhause. Bei meinen Eltern gibt es Konflikte, unternehmen viel gemeinsam und auch getrennt.

Bei Spannungen distanzierte er sich indem er Sport machte oder sich mit Freunden getroffen hat. Und so nahm das Ganze seinen Lauf. Ich nahm es hin und irgendwann kam zu viel zusammen und es platzte aus mir heraus. Er wusste nicht wie mit umgehen, kannte es von seinen Eltern nicht. Nach ein paar Tagen hatte er sich beruhigt und ca 8 Wochen später ging es von vorne los. Alles eigentlich nur Kleinigkeiten, welche kein Streit wert sind. Summierte sich über die Zeit und immer wieder hatten wir die Hoffnung, wir packen das. Sehr naiv und dumm. Oder?

Wie bereits geschrieben arbeitet er sehr viel, hierzu muss ich sagen, dass er verschuldet ist und ich nachvollziehen kann, dass er diese abbezahlen möchte. Sport ist sein Ausgleich, hier bekommt er den Kopf frei. Ich musste damit lernen umzugehen, aber ich habe mich damit revanchiert. Bin meinen Hobbys wie lesen, nähen, radeln nachgegangen. Mit Kind nicht so leicht, was für mich völlig ok ist.

Wir haben unter der Woche am Abend grob 1,5-2 Stunden für uns und damit bin ich fein, wenn es harmonisch ist. Täglich 15 Minuten kuscheln, 15 Minuten reden (so lang es keine Konflikte sind für ihn auch vollkommen ok) und ein paar liebevolle Umarmungen und ich bin glücklich. 😊
Er hat mich regelmäßig zum Essen gehen ausgeführt, mit Kind holen wir oder lassen liefern, wir gehen einmal wöchentlich in unsere Sauna und wir gehen einmal im Jahr in den Urlaub. Das sind Dinge, die mir wichtig sind und er akzeptiert. Auch nicht tragisch, wenn wir nur 2x im Monat saunieren gehen, aber am Abend innerhalb zwei Stunden ist viel möglich.

Er sieht unsere Tochter unter der Woche überwiegend beim Mittagessen und Abendessen. Er nimmt sich nach der Arbeit kurz Zeit, bevor er in der Garage schrauben geht und evtl vor oder nach dem Abendessen, bevor er zum Sport geht, ich bringe währenddessen unsere Tochter ins Bett. Samstags ist meistens um 16 Uhr Feierabend.. anschließend verbringt er Zeit mit uns oder geht mit der Kleinen auf den Spielplatz während ich noch etwas Haushalt erledige. Am Abend geht er meist mit Freunden in die Kneipe. Er kommt mit wenig Schlaf aus, ist Frühaufsteher, daher ist er am Sonntag meisten gegen 6:00/6:30 Uhr wach und schaut einen Film bis unsere Tochter aufwacht und ich mit ihr aufstehe, so gegen 7:30/8:00 Uhr. Wir frühstücken gemeinsam, anschließend macht er Sport, ich koche und wir essen gemeinsam. Danach geht auf den Sportplatz (oder macht Büroarbeit) und am Nachmittag gehen wir mit unserer Tochter spazieren. Meist bleibt noch etwas Spielzeit und dann gibt es Abendessen. Kind geht ins Bett, wir saunieren oder schauen einen Film.
Alles ok, sofern er „gut“ drauf ist. Konflikten geht er aus dem Weg, indem er sich noch mehr zurück zieht, was mich zunehmend auf die Palme bringt und ich langsam Zweifel an unserer Ehe habe.

Bearbeitet von Verzweifelt654
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Hier nochmals eine Ergänzung.

Ich kann schlecht unseren Tagesablauf innerhalb der letzten Jahre in einem beschreiben. Es widerspricht sich auch, da es unterschiedlich ist.

Wir sehen uns „aktuell“ zum Mittag- und Abendessen. Manchmal regelmäßig kurz nach der Arbeit, bevor er in die Garage geht oder andere Dinge macht. Manchmal sieht man sich nicht, da er direkt weiter geht, wohin auch immer. Manches wird kurz angesprochen, aber manchmal weiß er noch nicht, was nach Feierabend ansteht. Er war schon immer ein ganz spontaner Mensch. Wenn er mittags sagt er ist in der Garage, ist er am Nachmittag dort oder auch nicht. Sehr kompliziert.. aber so ist er und so habe ich ihn kennengelernt. Eine Sprachnachricht wäre schon ausreichend, aber man(n) versteht nicht, dass man sich Sorgen machen kann.

Ganz vergessen, *DANKE* für die Zeit, die ihr euch hierfür genommen habt. Es hilft mir mich weiter mit unserer Ehe auseinander zu setzen. Es tut gut, Meinungen von Außenstehenden zu lesen. Besten Dank! 💟

Bearbeitet von Verzweifelt654
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Puh das finde ich trotzdem schwierig. Wann übernimmt er denn mal das Kind alleine für mehrere Stunden? Wann ist es DIR möglich, so oft zu gehen?

Sein Lebensstil ist einfach null auf Familie ausgerichtet. Das ist nicht nur für dich, sondern auch fürs Kind schade.

Dass er bei nem Streit erstmal Ruhe braucht, verstehe ich, so geht’s mir auch. Aber dann darf man es nicht tot schweigen! Oder aussitzen. Das ist nicht okay! Da könnte tatsächlich ne Paartherapie helfen.

Mein Verdacht bestätigt sich auch bisschen - solange er sein Single-Leben leben kann und sich die Rosinen aus dem Familienleben picken kann und du das hinnimmst, ist alles gut. Übst du Kritik, knallt es. Das ist nicht fair.

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