Ich der Leutescanner

Der Titel ist etwas doof, aber besser weiß ich es nicht zu benennen. Egal wo ich bin scanne ich Leute und mein Hirn beginnt zu denken. Dame A toller Haarschnitt, Dame B die Hose würde mit 5kg weniger besser sitzen usw. Ganz egal wo ich scanne. Die Gedanken sind positiv wie auch negativ.
Das mache ich auch mit mir bekannten Leuten/ Freunden die neben mir stehen. Ich scanne auch ganz oft wenn ich wo bin und jemanden kenne schaut er/ sie zu mir her, dass ich Grüßen kann.
Ich würde das gerne abstellen. Es nervt mich und ich glaube ich Glotze dadurch auch Leute blöd an.
Was kann ich tun?

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Meistens kenne ich das von Menschen die unzufrieden mit sich oder ihrem Privatleben sind, weil sie z.B. keins haben.
Oder mit Menschen die ständig Bestätigungen brauchen, dass sie toll sind. Bekommen sie diese nicht, gebe wie sich selber die Bestätigung und Werten z.b. andere ab.

Bearbeitet von Inaktiv
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Finde ich relativ normal und auch nicht so negativ konnotiert, wie hier angemerkt. Ist bei mir vielleicht auch berufsbedingt.

Mein Scanmodus hat eher eine andere Zielrichtung (wobei schöne Handtaschen durchaus auffallen), aber ich mache das ständig. Vielleicht ist das auch noch ein bisschen Erbe der Vergangenheit. Je besser sich mensch über seine Umwelt informiert hat, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, eine Gefahr zu übersehen. Und weil heute in der U-Bahn kaum noch Säbelzahntiger rum laufen, ist der Scanmodus eben etwas verschoben.

Vielleicht hilft es Dir, es einfach nicht mehr so negativ aufzuladen. Du machst es ja nicht in erster Linie, um Dich in ein Ranking mit den anderen zu setzen, sondern Du machst es halt. Und im Zweifelsfall denkst Du ja auch nicht lange drüber nach, sondern Scan-Bewertung, nächster Scan.

Ehrlich gesagt sind mir Menschen unheimlich, die ihre Umwelt gar nicht wahrnehmen.

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Als erstes fiel mir zu deinem Text folgender Spruch ein:

"Deine Gedanken sind wie ein Garten und wenn du nicht achtsam mit ihnen umgehst, kann schnell unliebsames Unkraut heranwachsen und die positiven Gedanken überwuchern. Deshalb solltest du darauf achten, was du denkst, denn dort liegt der Anfang deiner Taten."

Ich habe mal im Zuge einer stillen Geburt eine Therapie gemacht, um sie besser verarbeiten zu können. Dabei habe ich u.a. gelernt, dass ich Gedanken steuern oder "vorüberziehen lassen" kann. Sprich: Ich nehme einen Gedanken in mir wahr, erkenne ihn an, und lasse ihn anschließend gehen. Das hilft mir mittlerweile gut mit unliebsamen Gedanken und Gefühlen klar zu kommen (z.B. Neid, Vorurteile, Trauer etc.).
Es gibt auch schöne Hörbücher und Podcasts zu dem Thema.

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So geht es mir jeden Sommer mit den Frauen........da blühen sie am schönsten in allen Farben und Formen!

Spass beiseite......so sind wir doch alle.....der eine mehr, der andere weniger!

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Hallo Author,
für mich ist das wie lazysloth, wenn man das so detailliert macht, dass man das mehr macht, um sich zu vergleichen aus eigener Unzufriedenheit heraus.
Allerdings gibt es auch die anerzogene Komponente, also wenn man viele Zeitschriften/Videos etc. konsumiert hat, die Äußerlichkeiten als etwas super wichtiges betonen oder wenn man entsprechend in einem Elternhaus aufgewachsen ist, wo solche Dinge wichtig sind/waren, sowie die Freunde, die man so hat/hatte.
So war zu meiner Jugendzeit "Sex and the City" so groß und für viele junge Frauen toll und eine Modefokussierung fand im größeren Stil statt. Das war gar nicht meins.
Bis zu einem gewissen Grad ist das "Säbelzahntiger-Scannen", das einszweipolizei meint, normal, aber eigentlich um festzustellen wer da ist und ob man die Person kennt. Das geht deutlich schneller und auch im Augenwinkel, ohne zu glotzen, wie du beschreibst.
Wenn mir ganz schrecklich langweilig wurde, ist mir sowas auch schon passiert, dass ich solche Dinge dachte, wie du beschrieben hast, aber eher, warum man dies und das an einem solchen Ort anzieht oder an einem Regentag nicht die passende Kleidung trägt und tropfnass rumläuft, dann überlege ich mir, wo die Person wohl hingehen mag oder wo sie herkommt. Es gibt auch diverse Gründe eine nicht ganz passende Hose anzuziehen. Schlimm finde ich, wenn jemand die Parfümflasche auf sich ausgekippt hat oder sonstige seltsamen Gerüche mit sich rumträgt, die mit über 3m Abstand schon belästigend wirken. Da kann ich nicht wegriechen, selbst wenn ich wollte.
Ich konzentriere mich bei Menschen auf ihr Gesamtbild, ihr Wesen, ihre Art und beim Unterhalten ihre Augen, außer bei jemand klebt irgendwo ein Essensrest im Gesicht, dann sag ich aber was. Fände nämlich selbst auch besser, mir sagt gleich jemand was, als dass ich so weiterlaufe.
Über eine äußere Sache urteile ich persönlich tatsächlich, wenn jemand richtig extrem übergewichtig ist mit über 100kg bei durchschnittlicher Körpergröße. Ich versuche mich da hineinzuversetzen, wie es dazu kommen mag und warum die Person da nichts dagegen macht. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man sich da wohl fühlt.
Wie du das Verhalten versuchen kannst abzustellen? Erstmal dir verinnerlichen, wie das zumindest früher den Kindern beigebracht wurde, dass man andere nicht anglotzt, das ist unhöflich. (Möchtest du angeglotzt werden?) Wenn du es nicht schaffst, könntest du dabei wenigstens automatisch höflich lächeln, dann siehst du selbst dabei weniger seltsam aus. 😉
Alles Gute.

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Das ist doch ein völlig normales Verhalten und macht erstmal jede. Nur unter Umständen nicht ganz so bewusst. Wenn man aufhört diesen Gedanken so viel Gewicht beizumessen, stören sie auch nicht mehr und laufen eher im Hintergrund ab

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Das Gleiche hab ich mir auch gedacht.