Kaiserschnitt oder natürliche Geburt

Ich weiß, dass mir die folgende Frage niemand abnehmen kann, aber vielleicht gibt es ja Menschen mit ähnlichen Erfahrungen.
Vorab: Ich finde eine natürliche Geburt nicht "schön" oder "erstrebenswert", ich kann nachvollziehen, dass andere dies so sehen, aber ich persönlich eben leider nicht. Also bitte keine Kommentare in diese Richtung, bzw. wenn jemand der Meinung ist, dass die natürliche Geburt beinahe immer bevorzugt werden sollte, denke ich, dass mir das eher weniger hilft...
Zu meiner Situation: es ist mein erstes Kind, die Schwangerschaft verläuft soweit (28. SSW) wirklich gut.
Ich hatte vor einigen Jahren viele Panikattacken, das ist jetzt aber schon rund 8 Jahre her. Damals war das sehr schlimm, sodass mein Puls immer auf 170 schoss und ich auch eine Nacht im Krankenhaus zur Kontrolle des Herzens war. Es kommt bei mir wahrscheinlich davon, dass mein Vater sehr früh verstorben ist und seine gesundheitlichen Probleme begannen, als ich 3 Jahre alt war. Er hat sich starke Sorgen um mich gemacht, da die Krankheit vererbbar ist und ich habe schon sehr früh das Gefühl erhalten, dass ich meinen Körper nicht wirklich vertrauen kann. Ich war in Therapie, die Panikattacken sind seitdem weg, aber ich habe eben noch eine Angststörung. Diese äußert sich v.a. so, dass ich schnell das Gefühl habe, etwas wäre "falsch". Beim Arzt schießt mein Blutdruck häufig auf 160/90, obwohl er sonst eher zu niedrig ist und mein Puls geht eben nach oben. Meine Sorgen waren eigentlich wirklich gut, jetzt in der Schwangerschaft sind sie wieder da und ich interpretiere jede Kleinigkeit über. Zum Glück kann ich hier immer zur Beruhigung zu meiner FA gehen. Ich bin während der Schwangerschaft auch wieder in Therapie, aber das ist ja jetzt eine andere Geschichte..
Auf jeden Fall kommt meine Hypochondrie, mit der ich auch diagnostiziert bin, gerade jetzt in der Schwangerschaft zum Tragen, weil ich mir Sorgen um unsere Kleine mache (,obwohl alles gut ist). Im Geburtsvorbereritungskurs merke ich, wie mir Aussagen wie: "Dann dreht sich das Baby leicht während der Geburt" wirklich Angst bereiten und mein Kopf beginnt, alle möglichen schlimmen Szenarien durchzuspielen, was eben passiert, wenn es sich NICHT dreht (dies ist nur ein Beispiel, dafür würde es 1000 geben).
Zudem habe ich Endometriose und (wahrscheinlich) auch Endometriose in der Gebärmutter. Diese war bisher in der Schwangerschaft kein Problem, soll aber ja die Risiken auch verstärken.
Ich lese immer wieder von Geburtsstillstand, abfallenden Herztönen usw. und dass man dann teilweise einen Kaiserschnitt einleitet. Der Gedanke, dass jemand zu mir sagt, dass die Herztöne meines Babies abfallen, aber ich noch abwarten soll, macht mich äußerst nervös. So nervös, dass ich körperliche Symptome in diesem Moment spüre.
Meine Hebamme meint, wenn ich im Kopf nicht frei sei und blockiere, dann habe ich eine gute Wahrscheinlichkeit, ohnehin beim Kaiserschnitt zu landen.
Gleichzeitig weiß ich aber (rational), dass hier noch mehr Risiken vorliegen, auch für das Baby, soweit ich dies verstanden habe?
Das Problem ist eben, dass ich meinem Körper wirklich nicht vertraue, was schade ist und ich arbeite auch daran, aber in diesen paar Wochen wird sich wohl nichts mehr verändern.. dass es für die Zeit später wichtig ist, ist mir klar...
auf jeden Fall fühle ich mich instinktiv beim Kaiserschnitt besser. EIGENTLICH, denn ich will meine Kleine nicht wegen mir in Gefahr bringen.
Zudem hat mir mein Krankenhaus mitgeteilt, dass sie gar keinen Wunschkaiserschnitt durchführen. Meine Hebamme meint, beim Anmeldegespräch könnte ich meine Angststörung ansprechen und sollte dann durchaus angenommen werden.. aber das Krankenhaus hat mir am Telefon wieder Angst gemacht, von wegen: ein Kaiserschnitt habe einfach viel mehr Risiken.
Manchmal denke ich, ich solle mich nicht so anstellen und vor allem nicht mehr Risiken in Kauf nehmen.. dann merke ich wieder, wie die Angst kommt und habe Angst, mich dann zu versteifen.
Dazu kommt, dass mein Partner zwar wirklich eine super Unterstützung ist, beim Thema Geburt aber auch eher keine große Hilfe. Er findet so etwas nicht gerade ästhetisch, wäre zwar anwesend, aber ich denke, ich könnte mich dadurch eher noch weniger "fallen" lassen und würde mir sehr kaum erlauben wollen, beispielsweise zu stöhnen. Ich weiß, das ist schwer nachvollziehbar, hat aber alles etwas mit der Angststörung zu tun. ich würde mich einfach durchgehend unwohl fühlen...
dennoch will ich wie gesagt keine größeren Risiken für mein Baby in Kauf nehmen.

War hier jemand vielleicht in einer ähnlichen Situation oder kann mir einen Rat geben? Ist es denn wirklich so, wie meine Hebamme sagt, dass man im Kopf frei sein muss, da ansonsten eben auch die Risiken steigen, dass man ohnehin beim Kaiserschnitt landet?
Ich werde das Thema natürlich auch noch einmal in Therapie ansprechen.
Danke

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Es ist für eine spontane Geburt absolut förderlich, „frei“ im Kopf zu sein und möglichst entspannt. Da hat deine Hebamme recht.

Aber! In der Praxis ist das was anderes, ich war auch nicht tiefenentspannt oder hatte gar keine Angst. Grade beim 1., sie rutschte nämlich nicht richtig ins Becken. Aber ich hatte eine super Ärztin und Hebamme und wir haben es geschafft, ohne Saugglocke oder sonst was! Ich hab in dem Moment die Ärztin verflucht, weil ich da „turnen“ musste, aber es half!

Ob ich meinem Körper jetzt im speziellen vertraue? Keine Ahnung. Ich denke immer, bei soooo vielen Frauen klappt es, warum sollte es ausgerechnet bei mir nicht klappen? Und wenn’s nicht klappt, dann halt KS!

Nun hast du ja aber eine Angststörung und das ist halt noch mal was anderes. Da wäre es wichtig, dass du dich ernst genommen und gut betreut fühlst, denke ich, egal welchen Weg du nimmst (spontan probieren mit Möglichkeit eines KS oder direkt KS). Danach würde ich auch die Klinik aussuchen.

Und sprich mit deiner Therapeutin. Die kennt dich, deine Ängste, kann dir vllt eher beim sortieren deiner Gedanken helfen!

Alles Gute dir!

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Ja, das werde ich auf jeden Fall machen!
Ich bin leider generell nicht sehr entspannt, ich habe beispielsweise eine Aufbissschiene, weil ich sonst meine Zähne sehr aufeinanderpresse.. Mein Partner kann mich entspannen bzw. allgemein, bei meiner Familie (also Partner, Hunde, usw.) zu sein, aber wie gesagt, hier sehe ich nicht wirklich eine Erleichterung in diesem Sinne.
Durch die Angststörung würde ich gerne in ein Krankenhaus mit Maximalversorgung und hier bei uns auf dem Dorf gibt es nur eines dieser Art :(.

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Wie weit wäre das nächste weg? Auch in einem KH ohne Kinderklinik können sie Kinder Notfallmäßig versorgen. Ich hatte auch Angst beim 1., aber hier wurde die „Notfallstation“ gezeigt und wie sie dann weiter verfahren, mir hat das gereicht um beruhigt zu sein.

Weil grade wenn man Angst hat, ist zugewandtes Personal super wichtig, finde ich. Hier wurde nichts gemacht, ohne dass ich gefragt wurde, es wird alles erklärt im Zweifel und ich hatte immer das Gefühl, ICH entscheide. Das tat sehr gut.

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Also erst einmal, da du bisher keine Geburt hattest kannst du das meiner Meinung nach auch schlecht beurteilen ob du dich in der Situation wirklich so unwohl fühlen wirst. Als ich zu lesen anfing dachte ich es wäre dann bereits dein zweites Kind und du hattest beim ersten schlechte Erfahrungen gemacht.
Na jedenfalls, mir macht eher der Gedanke an einen Kaiserschnitt angst. Da halb betäubt zu liegen, keine Kontrolle über irgendwas zu haben während die an meinem Körper rütteln und ziehen. Klar wenn es ein Notfall ist muss man da durch, aber ansonsten ist man mit der natürlichen Geburt besser beraten.
Du kannst das ja mal im Internet nachlesen was da die Pro/Kontra“s sind. Soll auch schlecht für die MutterKindBildung sein, für die Atmung des Babys oder deine Milchbildung.
Nagut soviel dazu. Eine Geburt muss man einfach auf sich zukommen lassen. Dein Körper WEISs was er tun muss, wie er atmen muss. Vielleicht könntest du etwas zur Beruhigung bekommen um dich besser fallen zu lassen, damit kenne ich mich nicht aus aber recherchier doch mal.
Ich würde auch meinen Freund nicht mit rein nehmen, wenn ich von vornherein schon weiß das der mich nur blockieren wird. Dann lieber Mutter/Schwester oder halt eine sehr vertraute Hebamme.

Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit das du deine Sorgen im Vorfeld mit einer Klinik besprichst. Ich meine Kaiserschnitt kann man meines Wissens nach immer(!) noch einleiten. Das ist ja an sich eine Notfallmethode. Das du das erst einmal so probierst, aber wenn du merkst du geräts viel zu sehr in Stress und Panik dann immernoch die Möglichkeit hast das von dir aus abzubrechen.

Bearbeitet von may2023
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Ja, es ist nicht so, als mache mir der Kaiserschnitt keine Angst... Aber mir ist klar, dass es irgendwie sein MUSS ;-) :D
Ich verstehe das selbst nicht ganz, weil im Endeffekt ist es ja so, wie du sagst - beim Kaiserschnitt ist man anderen ausgeliefert.
Dennoch, irgendwie kommt das nicht ganz in meinem Kopf an.

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Nun, das wichtigste bei einer Geburt ist wohl, entspannt zu sein. Auch während wehen den Kiefer zusammenpressen ist kontraproduktiv, deswegen das tönen etc. Wenn man verkrampft, kann der Körper nicht so arbeiten, wie er sollte. Zumindest ist das das, was ich gelesen habe/meine Hebamme unter der Geburt zu mir sagte.

Wichtig ist, dass du dich wohl fühlst. Du kannst ja auch deinen Partner jederzeit rausschicken wenn du merkst, er tut dir nicht mehr gut. Oder gar nicht erst mitnehmen. Auch wenn er vielleicht gerne dabei wäre: du musst dich wohl fühlen.

Ja, ein Kaiserschnitt hat Risiken. Fängt bei der Betäubung/Narkose an. Es ist eine OP. Aber es kann dir niemand sagen, wie ein KS verlaufen würde bei dir. Genausowenig kann man dir sagen, wie bei dir eine natürliche Geburt verlaufen würde.

Daher solltest du ganz allein für dich auf dein Bauchgefühl hören. Wenn du dich für einen KS entscheidest und sorgenfreier bist, ist das vollkommen ok.

Eine vaginale Geburt ist für das Kind besser, weil zum Beispiel das Fruchtwasser aus den Lungen gepresst wird oder es Mikrobiota mitbekommt, was für das Immunsystem gut ist. (Google mal vaginal seeding). Dennoch: unsere Wissenschaft ermöglicht auch Kaiserschnittkindern einen guten Start ins Leben. (Bin selbst per KS geboren.)

Deswegen: es geht darum, dass du dich wohl fühlst. Dass du für dich eine Entscheidung treffen kannst, die dich zuversichtlich auf die Geburt blicken lässt.

Wegen des KHs: du bekommst für die Entbindung ja eine Überweisung deiner FA. Kann sie nicht draufschreiben, "Vorgespräch zur Sectio aufgrund Angststörung erbeten", damit du dich damit anmelden kannst? Denn du würdest keinen Wunschkaiserschnitt anstreben, sondern einen KS aus medizinischen Gründen durchführen lassen.

Ich wünsche dir alles Gute.

(Das da oben ist soweit meine Meinung und mein Halbwissen. Wer mich irgendwie korrigieren will, darf dies gerne freundlich tun.)

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Witzig, dass du den Kiefer erwähnst, denn es fällt mir allgemein sehr schwer, "loszulassen". Ich mache häufig progressive Muskelentspannungen, um überhaupt den Unterschied zu bemerken und habe eine Aufbissschiene, da ich eben die Zähne schon im Alltag sehr aufeinander presse.
Meine Grundanspannung ist also sehr hoch, daher wurde auch lange keine Endometriose erkannt, weil es immer hieß: Sie sind einfach nur so angespannt, dass die Periode schmerzt.
Ich spreche auf jeden Fall einmal mit meiner Gynäkologin, sie ist aber eben leider auch sehr für die natürliche Geburt, sodass ich hier gar nicht wirklich das Gefühl habe, mich frei entscheiden zu können.

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An dieser Stelle: Ab dem Zeitpunkt, an dem duch dich im KH zur Geburtsplanung vorstellst, ist deine Gynäkologin raus. Sie schreibt dir die Überweisung und die Einweisung. Da muss nicht drauf stehen, dass eine Sectio empfohlen wird. Das entscheidest du allein in Absprache mit dem Krankenhaus. Du darfst dich in jedem Fall frei entscheiden. Die Wahl des Geburtsmodus fällt unter dein Selbstbestimmungsrecht. Wer dir das absprechen möchte, verhält sich übergriffig.

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Es ist sehr schwierig, dir den richtigen Rat zu geben. Ich bin selbst nicht von Angsstörungen betroffen. Was ich dir aber aus eigener Erfahrung sagen kann: Ängste, egal wodurch begründet, stehen dir bei einer Spontangeburt definitiv im Weg und können den Geburtsverlauf negativ beeinflussen.
Wenn dein Bauchgefühl dir sagt, mit einem Kauserschnitt fühlst du dich besser, weil du weißt, wann der Termin ist, wie der Ablauf ist, was du zu erwarten hast- dann ist das der richtige Geburtsmodus für dich.
Letztendlich ist keine Geburt ein Spaziergang, und die wenigsten Frauen hopsen wenige Stunden, auch nach einer Spontangeburt, vergnügt und ohne Schmerzen/Verletzungen durch die Gegend.
Und nein, durch den Kaiserschnitt liegen nicht zwingend mehr Risiken für das Baby vor.
Ich habe gerade, nach 3 Spontangeburten (von denen 2 leider nicht gut liefen) meinen Aufklärungsbogen für den KS unterschrieben. Zuvor habe ich den für die Spontangeburt bekommen. Und wenn man die beiden mal nebeneinander legt, kommt man zu dem Schluss, dass es eben keine risikofreie Geburt gibt. Weder für das Baby, noch für dich.
Und ganz wichtig: Du DARFST dich für die Variante entscheiden, mit der es DIR am besten geht.
Schau mal, falls du Instagram hast, auf die Seite Bauchgeburt. Ich habe sie leider erst entdeckt, nachdem ich mich nach monatelangem Ringen und vielen Tränen für den KS entschieden hatte. Die Inhalte hätten mir den Entscheidungsprozess definitiv erleichtert.
Was das Krankenhaus angeht: wenn schon am Telefon so ablehnend reagiert wird, suche dir ein anderes. Mir wurde im Vorfeld auch "Angst" gemacht, ich würde kein KH finden, dass nach 3 "erfolgreichen" Spontangeburten diesen Weg mit mir geht. Letztlich haben beide Krankenhäuser in unserer Gegend zugestimmt. Ohne mich bekehren zu wollen oder mir Horrorgeschichten im Gespräch zu erzählen. Ich wurde ernst genommen, sachlich-neutral über Ablauf und Risiken aufgeklärt und bin dann mit dem Termin rausgegangen. Und ja, ein KS ist eine Bauch-Op. Aber als geplante OP ein absoluter Routineeingriff.

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Vielen Dank! Ich werde mich auch noch einmal erkundigen, meine Frauenärztin begann gleich mit Atemschwierigkeiten und dass das Baby dann ja Anpassungsschwierigkeiten alleine wegen der Entscheidung der Frau habe.. das ist natürlich auch nicht sehr schön, dies zu hören, gerade mit einer Hypochondrie. Daher danke für deine Meinung.

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Das ist hochgradig unprofessionell, wertend und dient nur dem Zweck, dir ein schlechtes Gewissen zu machen. Je näher am eigentlichen ET der Eingriff erfolgt, umso weniger Anpassungsschwierigkeiten haben die Babys. Mein KS ist für 39+1 angesetzt. Ich kenne kein Baby aus meinem Umfeld, das per geplanter Sectio geholt wurde,mit Anpassungsschwierigkeiten. Das einzige Baby mit Anpassungsschwierigkeiten aus meinem Umfeld war mein eigenes, und das aufgrund von Fehlentscheidungen der Ärzte bei Spontangeburt. Man kann das also nie ausschließen und das sollte für dich kein Grund sein dich zu einer Geburtsform nötigen zu lassen, hinter welcher du nicht stehst. Du musst und darfst deiner Gynäkologin ruhig sagen, dass du dieses Thema nicht mehr mit ihr diskutieren wirst. Wow, ernsthaft,da werde ich richtig sauer wenn ich so etwas lese.

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Deine Hebamme hat schon Recht, Stress (gesprochen schon vorab - so massiv durch Angst etc.) ist für den Geburtsverlauf ein absoluter Störer. Die Gebärmutter ist zB ein Muskel und du kennst vielleicht durch deine Ängste eben schon die Körperliche und somit muskuläre Reaktion auf eine Angstattacke. Sie behindert ja das weiterarbeiten bzw. wenn es weitergeht dann eben oft eher unter schwereren und schmerzhafteren Bedingungen.
Ich will dir eigentlich nicht genau etwas schreiben was dir in deiner Situation wahrscheinlich mehr Ängste gibt 😞 aber vielleicht hilft dir ja das verstehen dahinter wie dein Körper eben arbeitet.

In deinem Fall würde ich bei Entscheidung zur Bauchgeburt auch nicht von einem Wunschkaiserschnitt reden, weil für mich dies in deinem Fall definitiv eine medizinische Indikation als Hintergrund hätte: Deine Ängste. 💕
Ich denke da würdest du von deiner Therapeutin, Gyn oder Hebamme genug Unterlagen zusammenbekommen, sodass die Klinik auch nicht von Wunschkaiserschnitt reden kann.

Ich würde es dir in deinem Fall auch raten, den Kaiserschnitt zu wählen, einfach weil ich deine Ängste und dein fehlendes Vertrauen in deinen Körper aus deinen geschriebenen Wort einfach total nachvollziehen kann.

Übrigens hier ein Kompliment: Ich finde es toll wie gut du dich kennst und diese Erkenntnis von dir selbst hast 💕 ich denke du hättest alle Möglichkeiten dieses nun wieder aufgetauchte Thema der Ängste loszuwerden, aber ich bezweifel auch ob dir die Wochen zur Geburt noch ausreichen. 🍀
Aber vielleicht für eine ähnliche Situation in der Zukunft.
Bleib dran. 💪

Alles im Allem: Wenn du dir nicht selbst körperlich so vertrauen kannst derzeit, vertrau der Medizin. Du schreibst überall vom Risiko aber in deinem Kopf ist das Risiko ein immenser Berg der unüberwindbar vor dir steht. Dies ist aber nicht der Fall.
Es passieren tagtäglich Geburten in jeder Form: Natürlich, geplante Sectio, sekundäre Sectio und auch Not Sectio und die Kinder kommen doch alle sehr gesund und munter auf die Welt.
Du siehst den Berg, obwohl vor dir ein Stein liegt. 😊

Eventuell schaffst du es mit der Therapeutin Ärztin und Hebamme zumindest ein natürliches Gefühl für die Risikobewertung zu entwickeln. Ich finde das steht dir gerade sehr im Weg und blockiert dein Denken zu einer rationalen Entscheidung. Letztendlich wird das Kind auf jeden Fall kommen 😊 und du wirst es schaffen. Jedoch wär es natürlich schön wenn du die Form wie sie kommt Selbstbestimmt und mit guten Gewissen entscheiden kannst. 👍 Das schaffst du!

Bearbeitet von KleinMyy
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Vielen, vielen Dank, du hast Recht, wenn Geburten sooooo gefährlich wären, wären wir ausgestorben :D
Es tat auf jeden Fall sehr gut zu lesen, dass alles in Ordnung sein wird!
Ich habe eben auch noch einmal mit dem Krankenhaus telefoniert und dieses Mal waren sie aufgeschlossener, auch wenn sie gerne eine Attest vom Therapeuten hätten und am Telefon natürlich nichts entscheiden wollen. Zumindest wollen sie meinen Vorstellungstermin vorziehen, dann hätte ich noch ausreichend Zeit, um mich zu entscheiden bzw. im Notfall vielleicht anderweitig zu sein.

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Ich kann deine Ängste gut verstehen. Ich bin nun in der 39.ssw und bin mir noch immer unsicher, ob ich eine „natürliche“ Geburt oder einen KS möchte. Ich bin insulinpflichtig, weshalb bei mir normalerweise mit ET eingeleitet werden würde. Dort möchte ich aber nicht, weil es keine Ängste verstärken würde, deshalb wird der kleine per KS geholt, wenn er sich nicht selbst auf den Weg macht. Noch hätte er ja aber knapp 2 Wochen Zeit. Ich habe beschlossen, ihm die Entscheidung zu überlassen. Macht er sich vorher auf den Weg, werde ich eine natürliche Geburt versuchen, macht er das nicht, wird es ein KS. Dies hilft mir persönlich ein bisschen mit den Ängsten klar zu kommen. Vielleicht wäre auch das eine Möglichkeit für dich. Die Entscheidung dem Krümel zu überlassen.
Grundsätzlich finde ich aber, es gibt keine Geburt zweiter Klasse. Es ist dein Körper, es ist deine Psyche, lass dir von anderen also nicht reinreden. Ja es mag für das Kind besser sein, wenn es natürlich geboren wird, 30% der Geburten sind aber KS und den Kindern geht es auch gut. Ich behaupte mal, eine traumatisierte Mutter mit Angstzuständen ist sicherlich auch nicht toll für das Kind.

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Danke für den Tipp, das hatte ich mir tatsächlich auch bereits überlegt!

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Hallo, ich kann dir zwar nicht bei deiner Entscheidung helfen aber ich weiß wie du dich fühlst. Ich habe die selben Diagnosen: Angststörung, Panikattacken, Hypochondrie.. ich bin derzeit auch in Therapie aber eigentlich nur vorbeugend. Ich war vor der Schwangerschaft in eimer Tagesklinik, das hat mir sehr geholfen. Allerdings wift mich jedes zwicken wieder aus der Bahn, weil ich nach wie vor immer vom Schlimmsten ausgehe. Ich habe am 08.02. meinen Kaiserschnitt. Allerdings aus anderen Gründen und riesige Angst davor..

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Ich wünsche dir viel Erfolg, auch wenn unser Kopf uns oft etwas anderes erzählt - rational gesehen, wird alles in Ordnung gehen!

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Vielen lieben Dank, das wünsche ich dir auch ♥️

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Hallo :),

Kann deine Sorgen gut nachvollziehen...
Hatte einen Kaiserschnitt, aufgrund von Verwachsungen, geplant. Man sagte mir ich könnte trotzdem normal entbinden, denn die OPs sind schnell bestückt. Das wäre kein Thema.
Letztendlich hab ich mich aus Angst vor einer normalen Geburt für den Kaiserschnitt entschieden, entgegen der Meinung der Klinik!.
Eine Angststörung ist auch eine Erkrankung und darf dann nicht mehr abgelehnt werden. Meine Hebamme meinte dasselbe... bist du im kopf nicht frei, kann es blöd werden weil man verkrampft.
Eine natürliche Geburt hatte ich nie, kenne nur die Erzählungen von Freundinnen und die waren alles andere als schön ;)
Ich nachhinein war ich froh um den Kaiserschnitt, denn man sagte mir, fürs baby wäre das der bessere Weg, lediglich die Mutter trägt dabei ein größeres Risiko.
Ein Kaiserschnitt sei zudem keine seltene OP. Aber! Auch ein Kaiserschnitt ist schmerzhaft und es ist eine OP. Man liegt unter tausend Leuten, gefühlt, im hellen Licht und wird aufgeschnitten. Danach hatte ich noch ne Woche gut schmerzen. Nach der Geburt kann man Glück haben und die Schmerzen sind weg.
Als ich in der Klinik mit dem baby zur u2 ging, ging ich schmerzgekrümmt. Die anderen Mütter liefen flott und ohne etwas anzumerken;)
Womit ich mich schlimm tat, war dass ich die ersten 3 Tage mein Baby nicht versorgen konnte allerdings hatte ich vor der Geburt und möglichen Blutungen durch Verwachsungen solche Panik, dass es garantiert in die Hose gegangen wäre. Hatte so ein unbeschreiblich schlechtes Gefühl, da meine Mutter so bei der Geburt fast verstorben wäre.
Ich kann dir nur sagen, informier dich! Hab mir zu allen Themen Videos im Netz angeschaut und wusste exakt was auf mich zukommt und hab mich dann für den Kaiserschnitt entschieden. Ich war froh, denn auch ich vertraue meinem Körper nicht mehr :(
Hab zudem kein Geburtstrauma oder ähnliches. Viele in den Pekip Kursen weinten wegen der Geburt, vor allem die Mädels mit Not Kaiserschnitt. Sie waren wohl nicht vorbereitet und hatten sich ne natürliche Entbindung vorgestellt. Deswegen informier dich bis ins kleinste Detail und höre auf dein Bauchgefühl.
Auch hatte ich Angst, dass die Spinale nicht wirkt und sie wirkte nicht! Ich wurde 30 Minuten gestetet, ob sie endlich wirkt und ich spürte alles.... schlussendlich bekam ich sogar ne vollnarkose. Laut Anästhesie hatte ich ne schlechte Marge erwischt, bei der nächsten Geburt würde sie bestimmt wirken...
Für mich persönlich war es der richtige Weg, obwohl mir es schwer viel mein Baby die ersten Tage nicht versorgen zu können.

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Vielen Dank!
Ich kann mir vorstellen, dass diese ersten Tage schwer waren, das ist auch etwas, vor dem ich Angst habe, falls ich mich so entscheide. Aber ja, eine Angststörung ist eben auch ein guter Grund dazu...
Wann warst du denn nach der Vollnarkose wieder wach?

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Ich bin der Meinung, man (bzw Frau) sollte für die Geburt den Weg wählen mit dem sie sich sicher fühlt. Ein Kaiserschnitt birgt insbesondere für die Frau mehr Gefahren als eine spontane Geburt und der Heilungsprozess ist nicht zu unterschätzen. Für das Kind ist es meines Wissens nach sogar ungefährlicher als eine spontane Geburt, da es besser zu kontrollieren ist.
Ich würde dir raten, wenn du dich für einen geplanten Kaiserschnitt entscheidest, dir im Vorfeld im Detail erklären zu lassen wie es abläuft, damit du im OP nicht in Panik gerätst.
Bei mir lief es leider (ich wollte unbedingt eine spontane Geburt) auf eine sekundäre Sectio hinaus. Für mich war es kein schönes Erlebnis, da ich nicht wusste was auf mich zu kommt (war meine erste OP) und niemand mit mir gesprochen hat. Dieses Gefühl, dass irgendjemand an mir herum werkelt, drückt und zieht und ich nicht weiß was passiert war schrecklich. Hätte ich im Vorfeld zB gewusst, dass stark auf den Bauch gedrückt wird und es einem dadurch zeitweise den Atem nehmen kann, hätte ich besser damit umgehen können.

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Vielen Dank! Ich habe mich tatsächlich schon ziemlich ausführlich informiert, aber ich werde es auf jeden Fall noch weiterhin tun!