Ihr Lieben,
Das wird ganz eindeutig ein Silopo, ich möchte es mir aber einfach mal von der Seele schreiben.
Seit 2 Jahren habe ich einen Kinderwunsch. Der war zunächst so nach dem Motto „ja ich will mal Kinder und stell es mir schön vor“, mittlerweile ist er sehr ausgewachsen. Ich weiß gut über Babys, Kinder und Schwangerschaft Bescheid und lungere täglich bei Urbia rum...
Eine langjährige, wundervolle Beziehung mit dem Mann meiner Träume habe ich auch. Spricht also nichts gegen ein Kind, oder?
Oh doch.
Und zwar, dass ich gerade erst meinen Abschluss mache, auf den eine dreijährige Ausbildung und einjährige Weiterbildung folgen sollen. Ich halte nicht sonderlich viel davon, ohne Berufsausbildung ein geplantes Kind zu bekommen-aus den üblichen Gründen wie zb, was wenn ich wider Erwarten allein dastehen sollte. Logische Schlussfolgerung: die paar Jahre warten und dann ran an den Mann. Ja, wäre alles so einfach und wunderschön normal und langweilig, wenn ich nicht den sehnlichen Wunsch hätte. Ich glaube jede Frau mit Kiwu versteht, was ich meine wenn ich sage: Kiwu bedeutet ich will ein Kind. Nicht morgen, nicht in einer Woche, sondern genau JETZT.
Mir ist eigentlich alles klar.
Mir ist klar, dass die Zeit im Nachhinein sehr schnell vergangen sein wird.
Mir ist klar, dass mein Partner hinter mir steht, mich unterstützt, sich ebenfalls auf unsere Kinder freut.
Mir ist klar, dass es vernünftig und richtig ist, zu warten.
Doch es gibt die kleinen fiesen Momente. Wenn mir eine Bekannte von ihrer Kinderplanung erzählt, die in wenigen Monaten startet. Wenn ich Babysitte und so dermaßen darin aufgehe. Wenn ich vor dem Spiegel stehe und meinen Bauch rausstrecke und ihn streichle, als ob darin jemand wäre. Wenn ich ES habe und mir denke „in zwei Wochen könntest du schwanger sein“.
Ich habe alles durchgeplant. Vom Kinderplanungsgespräch über ungeschützten GV zum Testen. Von Babyvorbereitung und Schwangerschaft zur Geburt. Erziehung und Umgang mit dem Baby. Ich weiß, was ich füttern will und alles. Ich weiß, wie ich meiner Familie von der SS berichte. Und das Warten ist unerträglich, weil ich weiß wie lang es mindestens noch dauert.
Versteht mich bitte nicht falsch: ich brauche keine psychologische Hilfe. Der Kiwu liegt nicht an einer blöden Kindheit oder sonstwas. Er ist einfach da und es ist ok so. Ich bin trotz allem glücklich. Ich versuche das Herbeisehnen in Vorfreude und Genießen der aktuellen Situation umzuwandeln. Das gelingt mal mehr mal weniger.
Dieser Thread dient mir dazu, die Gedanken niederzuschreiben und er dient anderen dazu, sich selbst wieder zu erkennen und zu merken: ich bin nicht allein! Unerfüllter Kiwu ist immer weniger TabuThema, was toll ist! Ich würde es mir auch für den frühen Kiwu wünschen. Nicht immer liegt es daran, dass die Frau psychische Probleme hat oder keine Lust zu arbeiten und dann ein Kind her soll. Manchmal ist es auch so wie bei mir. Ich hibbele genauso wie alle anderen hier, nur auf eine andere Weise.
Ich freue mich auf nichts in der Welt mehr als auf den Moment, indem mein Partner und ich beschließen, diese Reise anzutreten. Bis dahin mache ich das Beste draus, genieße die Zweisamkeit und eigne mir Babywissen an. Vielleicht kann jemand ja was mit diesem Text anfangen. Wenn nicht, auch ok, ich hoffe bloß auf keine Kommentare a la „such dir Hilfe“.
Danke fürs Lesen.
Wie es sich anfühlt, seinem Kiwu nicht nachzugehen
Ein Stück weit nachvollziehen kann ich dich. Ich habe nach meinem Studium (Diplom, 5 Jahre) noch eine postgraduale Ausbildung gemacht, die 4,5 Jahre gedauert hat. Danach hatte ich die Qualifikation für meinen Traumberuf. Es ist der einzige Weg, um in Deutschland an diese Qualifikation zu kommen. Ich / wir haben auch gewartet. Im Monat nach meiner Abschlussprüfung war ich schwanger 😅 Für mich war es im Nachhinein genau richtig so. Habe auch viele Kolleginnen / Freundinnen, die ihre Kinder während dieser Ausbildung bekommen haben und das ist einfach mega stressig. Ich konnte mich dann auf jeweils eine wichtige Sache zur Zeit konzentrieren und da bin ich auch im Nachhinein sehr froh drum. Das Warten und Aushalten hat sich (für uns!) also gelohnt.
Und ohne es böse zu meinen: Ein bisschen befremdlich finde ich den Teil, in dem du beschreibst, wie du alles durchgeplant hast. Ich plane und organisiere auch seeehr gerne. Aber ein bisschen „die Dinge auf sich zukommen lassen“ hat auch seine Vorteile und sorgt oft für weniger Druck 😉
Alles Gute dir
Ich habe Kind1 kurz vor Studiumende bekommen. Ja, es ist schwieriger, aber es ist auch machbar, vor allem wenn die Finanzierung passt und man für die Betreuung nicht komplett alleine ist. In meinen Fall war ich ja am Ende es Studiums, musste gar nicht mehr zu Vorlesungen und konnte mir die Zeit einteilen. Mein Mann hatte ich Vorlesungen, war als Student auch zeitlich flexibler als ein Arbeitnehmer. Nach Studiumende bin ich vollzeit eingestiegen, als K1 2 war.
Jetzt mit K2 muss ich eine Karrierepause einlegen. Wenn ich teilzeit zurück komme, kann es gut sein, dass man dann als bessere Aushilfe genommen wird. Wir haben andere Teilzeitkolleginnen und ich will das nicht für mich. Arbeitgeber Wechsel ist auch schwer in der rache, wenn man nicht 40 Std arbeiten will...
Wie du siehst, alles hat vor und Nachteile im Leben. Ich kenne Mamas, die mit Kind eine neue Ausbildung oder Masterstudium oder Promotion angefangen haben. Es kommt auf dem Job/Fach drauf an. In der Medizin oder beim Unterricht im Labor wie bei ein paar Freundinnen, musst du noch länger pausieren, da es mit der SS nicht machbar ist. Bei anderen dagegen kannst du bis zum ET arbeiten/lernen.
Wenn du jetzt dich schon entschieden hast, dann ist das auch gut so! Geniess die nächsten Jahren! Ich gehe davon aus, du bist gesund und nicht Ende 30, von daher, eilt es ja nicht.
Huhu
Es ist dieses ganz typische: Kopf gegen Herz.
Ich folge in solchen Fällen meinem Herzen, denn nur mein Herz schafft es, mich glücklich zu machen. Und ich bin der Meinung, dass man auch mit einem Kind ne Ausbildung machen kann. Mit einem Kind habe ich auch problemlos weiterstudieren können.
Niemand weiß, was im Leben kommt. Ich kenne Frauen, die so lange gewartet haben, bis sie nicht mehr schwanger werden konnten. Und ja- ab 30 wird es definitiv schwieriger.
Den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht! Nie! Irgendwas ist immer, weshalb der Kopf sagt, man sollte warten.
Wenn der Gedanke an ein Kind dich glücklich macht, dann werde schwanger! Mach dir nen Plan, wie alles funktionieren soll und genieße es!!! Du hättest diesen starken Wunsch nicht, wenn es nicht Zeit wäre!!! Alles Gute
So ging es mir auch bzw. geht es mir aktuell wieder. Ich habe mein erstes Kind im Studium bekommen und das war perfekt so! Wenn man will, schafft man alles. Es war bestimmt nicht immer ein Zuckerschlecken und da ich gerade in der Examensphase stecke, beneide ich auch mal die Studierenden, die ohne Kind alles frei planen können. Bei mir ist die Hälfte nur Organisation 😅
Aber am Ende des Tages bin ich stolz auf mich. Und ich bin so dankbar, für alle die mich dabei unterstützen. Durch ein Kind hat man es im Studium eben auch leichter, da viele einen verstärkt unterstützen. Für mich war mein Kind im Studium die größte Motivation, um weiter zu machen.
Aber das trifft nicht auf alle zu und manche haben das Studium dann doch abgebrochen.
Gerne hätte ich jetzt ein zweites Kind, aber das ist aktuell nicht möglich, weil es mir zu viel Stress wäre. Wenn man aber schon ein Kind hat, kann man den Kinderwunsch besser verdrängen, weil ich ja immerhin dieses eine Kind habe, um das ich mich kümmern kann und in meiner Mutterrolle aufgehe 😊 nun muss Nummer 2 noch ein bisschen warten
Aber Studium und Ausbildung ist ja was komplett anderes. Ich habe mein Kind auch im Studium bekommen, das war die beste Zeit meines Lebens und die beste Entscheidung. Aber eben weil ich frei in der Einteilung war, die Kurse belegen könnte wann ich wollte, es sich niemand für mich interessiert hat (also in dem Sinne das im Studium deine Leistungen nur für dich selbst wichtig sind). Bei einer Ausbildung muss man aber, so wie ich das mitbekommen habe, 40 Stunden zu festen Zeiten Arbeiten plus Lernen. Also unflexibel und zeitaufwändig. Das das kein idealer Zeitpunkt ist um ein Kind zu kriegen, sondern das man da erstmal ewig aussetzen müsste und es auch mit größerem Kind hart ist, kann ich mir schon vorstellen.
im öd z.b. kann man eine ausbildung in teilzeit absolvieren.
Hast du dich erkundigt was für Unterstützung du bekommen könntest mit Kind eine Ausbildung zu machen. Traust du dir /ihr euch sowas zu? Was spricht dagegen die Ausbildung um 1jahr zu verschieben,vorausgesetzt es klappt gleich. Wie denkt dein Partner überhaupt darüber?
Ich kann dich so gut verstehen. Mir ging es jahrelang genauso. Erst war ich mit dem falschen Mann zusammen. Natürlich haben wir auch über Kinder geredet und ich konnte es mir mit ihm vorstellen, allerdings änderte ich nach einiger Zeit meine Meinung, er war gewalttätig und ein Psychpoat, mit ihm wollte ich keine Kinder haben. Dann lernte ich meinen Mann kennen. Wir waren 3 Jahre zusammen, in denen er immer noch "warten" wollte, ich war sowas von bereit. Hab viel geweint und viel rumgeträumt und mir auch schon vieles überlegt und zurecht gelegt, wie ich die Schwangerschaft verkünden möchte, wie ich es erziehen möchte, welcher Name für mich in Frage käme...
Als mein Mann dann endlich bereit war, dauerte es 1 Jahr, indem wir 3 Fehlgeburten hatten. Meine Hoffnung war verloren, ich freundete mich langsam mit dem Gedanken an, nie eigene Kinder zu haben. Im Januar, fast 1 Jahr nach meiner ersten Schwangerschaft war ich wieder schwanger. Nun bin ich in der 18. SSW und was soll ich sagen, die Namen, die ich mir zurecht gelegt hatte, sind alle von der Liste gestrichen. Wir fangen nochmal ganz von vorn an zu suchen und zwar gemeinsam.
Hallo,
Ich habe am Ende meines Studiums Kind 1 bekommen.
Das war für einige nicht nachvollziehbar Wie man sowas tun kann. Dann nach einem Jahr mit dem Referendariat angefangen. Reaktionen: Referendariat mit Kind? Das ist purer Stress!
Nein war es nicht und ich hab noch eins draufgesetzt: Kind 2 im Referendariat bekommen.
Wieder „Enttäuschung“ um mich rum: wieso nicht erst mal die Ausbildung abschließen?
Das hab ich dann nach 2 Jahren Pause.
Und als „Belohnung“ für mich dass ich das geschafft habe mit 2 Kindern gab es dann Kind 3. 😁 und ich könnte glücklicher nicht sein! Ich liebe meine kinder, hab nun eine fertige Ausbildung und bin trotzdem noch recht jung mit 32.
Hör auf dein Herz! 😊
Ja, so ähnlich erging mir auch. Die Pausen im Studium waren für die Karriere nicht signifikant. Da ich auch Vollzeit eingestiegen bin, hatte ich keinerlei Nachteile. Ich bin Karrieretechnisch über Kolleginnen (alterstechnisch darunter!), die ihre Kinder erst mit 30+ bekommen haben und dann pro Kind Elternzeit gemacht haben mit Teilzeit danach usw.
Ich hatte daher lange bedenken, überhaupt weitere Kinder zu bekommen, denn obwohl es kein Zuckerschlecken im Studium war, später im Berufsleben war es doch entspannter. Kind2 Mitte im Berufsleben wird doch eher einer Herausforderung, denke ich, um nicht auf der Mama-Schiene zu landen. Ich muss sagen, ich war nicht so die Baby-Mama, ab Kindergartenalter habe ich mein Kind mehr genossen, und daher hatte ich damals nicht das Bedürfnis, schnell mit Kind2 nachzulegen. Mit 1 Baby/Kleinkind war ich ausgelastet und danach wollte ich ja sowieso ins Berufsleben komplett einsteigen, also keine Zeit um an K2 zu denken. Jetzt mit Anfang 30 kam der Gedanke wieder: wenn, dann jetzt. Guten Job, Mann auch im Berufsleben, Kind1 groß genug, so dass ich nicht durchdrehe und nicht so alt, um mich später als Oma des K2 zu fühlen. Also es war jetzt oder nie, sozusagen. Folgen auf die Karriere, bin gespannt!
Ich glaube daher, du hast es ganz gut gemacht, die 3 gleich im Studium-Referendariat zu bekommen! Das Berufsleben danach wird entspannter verlaufen, als wenn du erstmal pro Kind Pausen einlegen muss! Das ist meine Erfahrung, zumindestens!
Mich würde ja interessieren wie alt du bist.
Mein Rat: hör auf mit dem Aneignen vom "Babywissen".
Es kommt sowieso alles anders. Du weißt was du füttern willst? DAS wird dir dein Kind mitteilen!
Je mehr Pläne du dir jetzt machst, desto härter wird die Babyzeit, denn desto schwieriger wird das los lassen von den Plänen, weil eh alles anders kommt.
Ich "wusste" zB auch wo mein Kind schläft... dass es 3 Monate auf mir leben wird und ich im Sitzen schlafe... ne das wusste ich dann doch nicht.
Du machst dir soviele Pläne, aber das ist reine Theorie und dich wird im Zweifel die Praxis überrollen.
Ja, genieß die Zeit ohne Kind noch, mach keine Pläne mehr und lass es auf dich zu kommen... Das ist mein Rat!
Sehr gut geschrieben..
War bei mir ähnlich..
->wollte kein babybay weil das Baby zu schnell rauswächst,wollte gleich ein etwas größeres beistellbett...
Kind 19.5monate hat fast noch nie darin geschlafen, ich hätte es mir komplett sparen können. Die ersten monate schlief sie prinzipiell bei jedem Schläfchen nur auf mir. Heute liegt sie wenigstens neben mir
->ich brauche unbedingt flaschen, falls das stillen nicht klappt und auch eine große auswahl an schnuller...
Flasche und schnuller wurden von anfang an verweigert (zugegeben, das ist sehr individuell)
->es musste unbedingt ein teurer und vorallem neuer kiwa sein, denn baby schlafen ja darin und sind zufrieden wenn man sie bissl spazieren fährt
Pustekuchen, sie hasste den kiwa von anfang an
-> mein kind wird mit 2 keine windel mehr tragen..
Haha selten so gelacht, was man nicht alles für Wünsche hat
-> ich werde so ein halbes jahr stillen, vielleicht etwas länger
Sie ist seit sie 18monate ist komplett abgestillt...
Usw usw usw..
An die TE:
Versteh mich nicht falsch, ich liebe meine kleine und bin froh das ich sie habe.. auch ich hatte damals eine rosa rote brille auf und erzählte meinem partner, wie toll das alles wird.. was unser kind aufkeinenfall machen wird und was es machen muss/wird..
Glaub mir, das dein Kind wird dich eines besseren belehren..
Aber darum geht's ja prinzipiell nicht.
Werde einfach etwas entspannter und lass die dinge auf dich zu kommen 😊