Hallo!
Ich bin seit Anfang Januar wieder arbeitend im alten Job (Sozialpädagogin), meine Tochter ist jetzt 19 Monate alt. Sie geht Gott sei Dank sehr gerne in den Kindergarten und meine Mutter holt sie an den Tagen, wo ich arbeiten muss von dort ab und unterstützt uns in allem sehr. Mein Mann hat einen typischen Bürojob, auch er ist ein engagierter Papa.
Wir haben auch noch einen Hund, dessen Gassigang auch immer wieder eine organisatorische Herausforderung ist, wodurch oft meine Eltern einspringen müssen.
Ich arbeite wieder Vollzeit, einfach aus finanziellen Gründen und habe in meinem Job immer 24h durchgehend Dienst, mit Nächtigung. Dadurch sehe ich an den Tagen, wo ich im Dienst bin (durchschnittlich 2 mal pro Woche) meine Tochter nur morgends und dann erst wieder am nächsten Tag am nachmittag wenn ich sie aus dem Kindergarten hole. Darunter leide ich, da ich es nicht gewöhnt bin so lange weg zu sein von ihr.
Das eigentliche Problem ist aber, dass mein Job extrem anstrengend ist und ich merke dass ich das absolut nicht mehr möchte. Muss mich im Job um verhaltensauffällige, fremduntergebrachte Kinder und Jugendliche kümmern (alleine mit 8 Kindern), was extrem an meine Substanz geht.
Ich kann nur daran denken, schnell wieder schwanger zu werden um dieser Situation entgehen zu können. Habe aber Angst dass es nicht klappt....... Wenn doch ist es für mich klar, nach der zweiten Karenz nur mehr 30h zu arbeiten, nicht wie jetzt 45h.
Der einzige Grund, warum ich nicht gleich nur mit 30h wieder eingestiegen bin, ist der finanzielle Grund. Das etwaige Karenzgeld (Elterngeld) wird ja nach dem letzten Gehalt berechnet (ist bei uns in Ö so)....
Ich würde mich über Erfahrungsberichte von euch freuen....hat vielleicht jemand auch einen anstrengenden und überfordernden Wiedereinstieg gehabt und es hat sich letztendlich doch gebessert? Habt ihr Ideen / Tipps / Ratschläge was ich besser machen könnte? Wie habt ihr die Abnabelung von den eigenen Kindern verkraftet?
Bin für jede Antwort dankbar!
Wiedereinstieg im Job mit Kleinkind - bin verzweifelt
Puh, das klingt anstrengend. Ich kann mir vorstellen, dass das an die Substanz geht und klingt nicht so, als sei es mit dem Familienleben kompatibel.
Nun gut, wenn du dir noch ein Kind zum jetzigen Zeitpunkt wünschst, dann spricht doch nichts gegen eine weitere SS. Allerdings wird dann der Wiedereinstieg nach der EZ sicher nicht einfacher. Ich würde, wenn es zeitlich passt, mir was neues suchen, mich dort etwas etablieren und dann schwanger werden. Denn auch nur 30h in so einem Beruf werden dann mit zwei Kindern auch kein zuckerschlecken.
Ich habe einen bürojob, allerdings in einer höheren Position und der Wiedereinstieg war zum Glück ok. Muss aber auch dazu sagen, dass mir mein Job leicht fällt und mich nicht emotional belastet. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte ich mir was neues gesucht, denn ich kann in meinem Job kein TZ machen. Für mich geht Familie klar vor, die Karriere läuft mir nicht weg.
Hallo,
hast Du die Möglichkeit den Bereich zu wechseln? Z.B. in den schulischen Bereich?
Ich hatte auch einen Job, welcher an die Substanz ging. Dabei konnte ich während des Feierabends nicht abschalten, war ständig unter Strom, motzte Mann und Kinder an, schlief schlecht. Ich zog die Konsequenz und suchte mir einen anderen Bereich. Die Bezahlung war zwar weniger, aber ich konnte endlich wieder durchatmen.
Daher kann ich Dir nur raten zu wechseln. Ansonsten machst Du Dich kaputt und das ist kein Job der Welt wert.
LG
Katty
Das Eine ist die Abnabelung von deinem Kind. Das wird dir sicher mit der Zeit leichter fallen. Allerdings wirst du vielleicht dauerhaft das Gefühl haben, zu wenig Zeit mit deinem Kind zu verbringen und das könnte dir zusetzen. Das ist sicherlich eine Typfrage. Leider ist das eine Zeit, die du nie wieder bekommst und dessen bist du dir wahrscheinlich sehr bewusst.
Das Andere ist dein Job, der wahrscheinlich psychisch sehr viel mehr an dir zehrt, seit du selbst Mutter bist. Ich kenne das von mir selbst, dass ich plötzlich Gefühle habe, die ich vorher nicht einmal ansatzweise kannte. Du solltest dich dringend von diesem Job trennen, wenn er dir psychisch zusetzt und auch einfach insgesamt zu viel wird, wenn du alleine acht Kinder betreuen musst.
Allerdings kann es auch nicht Sinn der Sache sein, schnell ein zweites Kind bekommen zu wollen, um dem Job zu entfliehen. Finanziell wird es danach nicht leichter.
Eigentlich habt ihr eine sehr compfortable Situation. Du hast einen Mann, der jeden Abend nach Hause kommt und Großeltern, die immer wieder für Hund und Kind einspringen können.
Entweder, du suchst dir einen neuen Job und verschiebst deinen Kinderwunsch oder du musst das weiterhin ertragen und auf eine baldige Schwangerschaft hoffen. Dein Job wird aber danach auch mit den 30 Stunden nicht leichter! Das solltest du vielleicht bedenken.
Hey!
Mir ging es nach meinem großen Sohn ähnlich, obwohl ich nur Teilzeit gearbeitet habe. Ich habe jeden nachmittag mit ihm verbracht, daher war das kein Punkt, der mich belastet hat. Aber wir waren alle nur noch krank und durch das ganz ganz ganz... schlechte Schlafen meines Sohnes (mit bis zu 2 stündigen Wachphasen von 3-5 uhr, wenn um 6 Uhr der Wecker klingelte...) war ich auch über meine Kräfte hinaus belastet. Ich hatte mich daraufhin entschieden 1. zum nächst möglichen Termin zu reduzieren, obwohl das Elterngeld dann beim zweiten Kind geringer geworden ist und 2. die zweite Schwangerschaft etwas schneller wieder zuzulassen als gedacht (geplant hatten wir eh nicht im wörtlichen Sinne). Ich wurde dann recht schnell schwanger und das Elterngeld war dann auch etwas geringer, aber ich würde es immer wieder so machen.
Bedenke immer, dass du das Jetzt nicht nachholen kannst. Aus meiner Sicht muss jeder Tag im Schnitt besser als schlechter sein (Bezogen auf die Dinge, auf die du auch Einfluss hast natürlich). Sonst bereust du es vielleicht irgendwann, nichts geändert zu haben. Ich glaube auch, dass viele Menschen oft größere Existenzängste haben, als es in der Realität überhaupt berechtigt ist und dann dem Geld zu Liebe viel zu große Lebensqualitäteinschnitte in Kauf nehmen.
Alles gute!
Das Geld zwingt Dich in dieser Situation zu bleiben? Dann setzt Euch mit dem Haushaltsbuch hin und rechnet durch:
Was kostet Euch der Hund?
Was kostet Kinderbetreuung und die Mobilität zum Job?
Habt ihr zwei Autos? Müsste das noch sein, wenn Du nicht arbeitest?
Wieiviel gebt ihr im Jahr für Urlaub aus? Tut es auch "Urlaub auf Balkonien"?
Und dann entscheide...
Ich persönlich finde es befremdlich bis bedenklich, wenn man als Mutter so darunter leidet von seinem Kind getrennt zu sein, wenn man es glücklich und gut aufgehoben bei Papa/Oma oder im Kiga weiß
Vom Grundsatz her finde ich deinen Job von den Arbeitszeiten her gut. Mit 2 Tagen die Woche ist dein Wochenpensum erfüllt und du hast 5 Tage frei! Eigentlich Traumkonditionen.
Dass der Job seelisch belastend ist, das kann ich mir gut vorstellen - zur Not musst du dich umorientieren.Ob du dadurch mehr Zeit für deine Tochter hast, sei mal dahin gestellt. Im Moment hast du die freien Vormittage, um zb den Haushalt zu erledigen. In den meisten anderen Jobs müsstest du das nachmittags/abends nachder Arbeit machen, was dann wieder von deiner Zeit mit deiner Tochter ab geht.
Sein Kind zweimal pro Woche eineinhalb Tage nicht zu sehen, finde ich aber komisch. Das ist ja länger als bei einem normalen Vollzeitjob, bei dem man montags bis freitags 10 Stunden außer Haus ist.
Dazwischen schläft das Kind aber, anders als bei einem normalen Vollzeitjob.
Hallo,
Ich kann das alles nachvollziehen. Ich habe mir nach der Elternzeit einen neuen Job suchen müssen. Es gab nur Vollzeitangebote. Ich war dann froh endlich eine Zusage bekommen zu haben und nahm sogar 1h Anfahrtsweg in Kauf. War abends erst 17.30 frühestens da. Ich war immer unter Druck, dann noch Probezeit und das schlechte Gewissen meinem Kind gegenüber. Ich bin nach 9 Monaten direkt ins Burnout gerannt. Nix war mehr mit Schlafen, psychisch fertig. Jetzt muss ich mir vermutlich was neues suchen. Jetzt such ich so lang bis ich was Passendes in Teilzeit finde. Und wenn man einmal psychisch erkrankt ist heilt das auch nicht mal eben schnell. Ich bin nun viel anfälliger als noch vor einigen Monaten. Ich bereue es sehr. Finanziell geh ich zumindest noch nicht am Krückstock. Ich wollte perfekt im Job und als Mutter sein und habe mich dabei vergessen. Also wenn du da ebenfalls sehr sensibel bist, versuch etwas an der Situation zu ändern. Entschleunige dein Leben. Nur wenn es dir gut geht hat deine Familie und dein Arbeitgeber was von dir. Ich habe nun übrigens Teilzeit beantragt werd aber vermutlich gekündigt. Ich kann und will aber so nicht weitermachen.