Fieberkrampf - bekomme die Bilder nicht aus dem Kopf

Hallo

Ich bin ganz neu hier, habe mich hier angemeldet, weil mich momentan etwas sehr beschäftigt. Ich bin Mama von 2 Kinder (Tochter von 5 und mein Sohn der jetzt 20 Monate als ist).

Nun zu unserer Geschichte. Unser kleiner Sohn geht seit September in die Krippe. Ich wusste schon von meiner großen dass das erste Jahr dort viel mit ganz vielen kleinen oder auch großen Infekten daher geht. Doch unser kleiner sollte echt alles mitnehmen. Es fing an mit 2 mal hintereinander Magen-Darm, dann kam ein übler Virus, danach hatte er sich den Hand-Fuß-Mund Virus eingefangen, dann kam Bindehautentzündung und dann wieder eine Erkältung die aber nicht so heftig war. Dann kam Weihnachten es war Kitafrei. Er erholte sich echt super.
Dann am 2. Weihnachtsfeiertag, war er schon den ganzen Tag ziemlich ko. Abends hatte er dann so 38,9 Fieber und wir haben ihm ein Zäpfchen gegeben und legten ihn ins Bett wie immer...so gegen 23 Uhr hört ich seltsames aus dem Babyfon ich meinte zu meinem Mann da stimmt was nicht, bin in sein Zimmer rein, da lag er völlig zusammen gekauert und nur noch röchelnd in seinem Bett, ich holte ihn raus er war völlig weg getreten absolut teilnahmslos... ich rief sofort meinem Mann zu er solle den Notarzt rufen, der kam dann auch recht schnell, bis dahin war unser Sohn wieder bei Bewusstsein und schrie, ich faste ihn an und er war wieder heiß... der Notarzt nahm uns dann mit, und wir verbrachten dann 2 Nächte im Klinikum, es wurde auch ein EEG gemacht was zum Glück völlig unauffällig war. Wir sind dann nach Hause und waren dann erst mal glücklich dass alles okay war, bekamen eine Rektole mit Diazepam mit für den Notfall. Aber wir hofften dass es nie wieder passiert.

Zurück in der Kita ging es wieder los ein Infekt nach dem anderen, zum Glück jedes mal ohne Fieber bis Anfang Febr. da hatte er wieder Fieber ich hatte so schiss dass ich jede Nacht neben seinem Bett auf dem Boden geschlafen habe. Aber es passierte nichts. Wir waren glücklich und dachten, dass es vielleicht wirklich ein einmaliges Erlebnis war.

Dann am 22.02. war es soweit. Ich war alleine mit meinem Sohn er war top fit, wie spielten noch zuvor Fussball im Garten, aßen gemeinsam den Obstsnack und ich drehte mich um um die Wasserflasche zu holen, als ich wieder nach ihm schaute war sein Kopf im Nacken er zuckte am ganzen Körper hielt den Atem an und ich bekam ihn nicht aus seinem Hochstuhl.
Ich schmiss den ganzen stuhl damt Kind um weil ich nicht wusste ob er noch essen im Mund hatte, er krampfte nicht lange max. 1 Minute , danach erschlaffte er wieder und war völlig weg, ich rief wieder sofort den Notarzt, dieser kam doch diesmal war er nicht wieder wach zu bekommen, der Notarzt meinte dass manche Kinder in einen Tiefschlaf fallen es wäre alles okay.
Sie untersuchten ihn im Klinkum und dann durften wir wieder nach Hause. Er hatte dann auch tatsächlich fast 39 Grad Fieber, als er den Krampfanfall hatte, das hielt sich dann auch die nächsten 4 Tage allerdings ohne erneuten Krampf. Waren auch nochmal beim Kinderarzt und auch er meinte es wäre alles okay.
Aber diese Bilder, ich bekomme sie nicht aus dem Kopf. Ich weiß er ist harmlos. Aber man denkt in dem Moment einfach das Kind stirbt, ich kannte das von meiner großen gar nicht, daher war ich beim ersten mal völlig überfordert. Jetzt weiß ich zwar was das ist aber die ständige Angst dass es immer wieder passieren kann, spielt immer mit. Ich versuche den Alltag so normal wie möglich zu halten, er geht auch weiter in die Kita.

An Mamas die sowas auch schon hatten:
Wie macht ihr das? Wie geht ihr mit den Bildern im Kopf um? Ich nehme gern alle Tipps an.

Vielen dank.

Liebe Grüße
Steffi

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Meine Tochter hatte eine Zeit lang Affektkrämpfe, d.h. sie hat sich stark aufgeregt und wurde dann von jetzt auf gleich bewusstlos. Mir hat es geholfen zu wissen, dass es harmlos ist. Ich hatte zwar auch Angst, dass es wieder passiert, habe aber nicht versucht sie vor Aufregung zu beschützen, sie musste es lernen, dass schreien und weinen ihr nichts bringen. Und jedes mal, wenn es passiert wird man ruhiger. Mitlerweile ist sie seit 14 Monaten anfallsfrei.

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Hallo meine Liebe, ich weiß ebenso dass es sehr schwer zu ertragen ist. Der Fieberkranpf meines Bruders ist 25 Jahre her aber ich kann dir noch genau ein Bild davon malen. Ich war damals 11 Jahre alt. Es ist nie wieder passiert. Wir hatten damals die Notfallzäpfchen zu Hause, das beruhigte ungemein. Achtet einfach bei jedem Schnupfen auf seine Temperatur. Häufig beginnen Krämpfe ja erst ab 38,6 und höher. Ich würde ihm bei steigender tempi umgehend ein Fieberhäpfchen verpassen.

Ihr schafft das und es wird vielleicht schon das letzte mal gewesen sein, dass er so krampft. Ja und am Ende kannst du dir doch auch immer wieder sagen. Es sieht furchtbar aus, aber es passiert nichts. Die Kita würde ich noch informieren, dass sie eine Erlaubnis erhalten ihm das fiebersenkende Mittel zu verabreichen. Bis sie dich angerufen und du ihn abholen und es selbst geben kannst, vergehen sicherlich auch mal eine halb bis eine Stunde.

Alles Gute für euch 🌸

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Das Problem ist meines Wissens nach nicht die Temperatur selbst sondern der schnelle Anstieg. Wenn es noch nicht auf dem Hochpunkt ist und man denkt schnellt es nach der Wirkung der Medizin sprunghaft nach oben und das Risiko steigt sogar noch 🙈

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Ja. Beim 1. Krampf hab ich bei knapp 40 nach dem Krampf was gegeben. 3 h später über 40 und nochmal Krampf.

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Hallo,

ich habe mich in deinem Text absolut wiedergefunden, als hätte ich ihn selbst geschrieben. Meine Tochter hatte ihren ersten Krampf mit 6 Monaten. Allerdings kein Fieber. Es folgten wie bei dir KH Aufenthalte, EEG usw. Alles ohne Befund und trotzdem krampfte sie weiter. Teils bis zu 3x am Tag. Bei ihr wurde dann Epilepsie diagnostiziert und sie wurde medikamentös eingestellt. Heute wissen wir dass die Epilepsie Folge eines Gendefekts ist.

Ihr letzter Krampf ist über ein Jahr her aber die Angst bleibt und die Bilder im Kopf auch. Man lernt damit umzugehen aber das braucht Zeit. Meine kleine hatte innerhalb von 2 Monaten ca. 15 Krämpfe.

Wenn du noch Fragen hast kannst du mir auch gerne eine PN schreiben.

lg Luna

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Ich fühle mit dir. Bei uns war es kein Fieberkrampf, sondern das RS-Virus, weswegen unsere damals 2 Wochen alte Tochter auf Intensiv landete. Sie wurde intubiert, weil sie keine Uft mehr bekam, ich habe alles mitbekommen.
Diese Bilder gehen nicht mehr weg, die trägt man mit sich. Aber sie verblassen mit der Zeit, wenn man sie verarbeitet.
Mir hat geholfen, alles minutiös aufzuschreiben, auch meine Emotionen etc.
Und, so doof sich das anhört, Selbstgespräche. Ich hab mir die Ereignisse immer wieder selbst erzählt. Total bescheuert, aber es hat geholfen.
Ich drücke dir die Daumen, dass es euer letzter Fieberkrampf war und ihr die Geschehnisse gut verarbeiten könnt!

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Das kenn ich von meinem Großen. Er hatte bisweil 2x einen Fieberkrampf allerdings war ich beim 2. nicht dabei. Das 1. mal war auch bei uns, er war schon wie bei schüttelfrost so leicht zittrig und sehr sehr blass als wir beschlossen ins Krankenhaus zu fahren (weil abends). Im Auto dann der Anfall. Atypisch, bei ihm hielt es gut 10-15 Minuten an. Der Alltag lässt diese Bilder schnell verblassen. Aber auch heute noch, wenn ich aktiv daran zurück denke, wie es mir ging beim 1. Anfall... diese Bilder und die Emotionen vergisst man nie. Noch heut fang ich an zu heulen aus Todesangst um mein Kind was ich einst hatte obwohl ich WEIS das es harmlos ist. Heute würde ich entspannt reagieren bei einem weiteren Vorfall, weil ich weis was es ist und wie man vorgeht. Aber sowas prägt ungemein und ja es fühlt sich an als stirbt das Kind!

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Ich kann das total verstehen.
Meine Tochter hatte zwar keine Fieberkrämpfe, aber Epilepsie.
Mittlerweile ist sie seit 1 1/2 Jahren Anfallsfrei.
Aber die Bilder sind trotzdem noch immer im Kopf.
Obwohl ich selber Kinderkrankenschwester bin und auch unter anderem in der Neurologischen Ambulanz gearbeitet habe. Ich wusste also genau was das gerade ist und habe das automatisch so gemacht, wie ich es auch auf der Arbeit gemacht hätte. Aber obwohl ich Beruflich ja viel Erfahrung damit habe. Sein eigenes Kind so zu sehen, ist und bleibt trotzdem nicht leicht. Ich glaube nicht, das du die Bilder aus dem Kopf bekommst. Aber man lernt damit um zu gehen.

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Hallo

Ich habe das alles hinter mir und zum Teil immer noch . Hatte den 1 Fieberkrampf Dezember. Mein Sohn war 14 Monate. Schock. Ich dachte er stirbt. Mein Mann war da Gott sei Dank. Dann den 2 Fieberkrampf in Januar dann nochmal im Februar. Jetzt ist er in Kita uns 17 Monate alt. Mal krank mal gesund. Infekt magen darm. Arzt sagt dass kinder in diesen alter anfälliger sind. EEG bei uns war auch unauffällig. Ruhe bewahren und Kopf hoch . Fieberkrampf verwächst sich aber trotzdem ist das ein Schock. Mein Sohn hustet auch und rasselgeräusche im Atemwege. Ich hoffe das es mit Frühling besser wird. Meine anderen beiden Kindern hatten das garnicht. Dir alles gute und gute Besserung für den kleinen ....

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Alles Gute!

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Ich kann das gut nachfühlen, meine Tochter (auch 20 Monate) hatte auch schon zwei Fieberkrämpfe.
Ich bin so halb vom Fach und konnte es daher besser einordnen, aber es bleibt trotzdem ein riesiger Schreck. Besonders den Anblick, wie sie komplett blau angelaufen ist während des ersten Krampfes werde ich auch nie vergessen.

Aber weißt du, dass uns das so mitnimmt zeugt ja einfach nur davon, dass wir liebevolle und mitfühlende Mütter sind, die sich große Sorgen um ihre Kinder machen. Ein Stück weit ist es glaube ich also normal und braucht einfach Zeit, bis man das verarbeitet hat.

Ein paar gute Tipps hast du auch schon bekommen: Das Erlebte aufschreiben, (mit sich) drüber reden. Gib dem ganzen Worte, das hilft beim Einordnen und nimmt den Schrecken!
Hab ich auch ganz viel gemacht und mir hat das gut getan. Mir hat es ebenfalls geholfen, mich eingehend über das Thema zu informieren und diese Infos auch an andere Beteiligte (Erzieherinnen in der Kita) weiterzugeben. Das gibt zumindest ein Stück weit Sicherheit.
Und zu guter Letzt: Akzeptieren, dass wir nicht alles unter Kontrolle haben. Ist nun mal so und mit dieser Unsicherheit müssen wir lernen zu leben. Diese Akzeptanz nimmt mir ein ganzes Stück den Druck, potentiell etwas falsch machen zu können. Hoffe, das war verständlich ausgedrückt 🤔

Ich wünsche euch alles Gute!