Kind, Frühchen Entwicklung

Hallo,
Meine Tochter ist jetzt 14,5 Monate alt, da sie aber zwei Monate eher geholt werden musste, ist sie im Prinzip 12,5 Monate alt. Ich habe einfach schreckliche Angst, dass sie etwas von der Frühgeburt und ihrem schweren Start zurückbehalten hat. Sie zieht sich hoch, steht aber noch frei und läuft natürlich auch nicht, sie krabbelt und habe das Gefühl das sie einiges versteht was man ihr sagt. Sie spricht nicht, brabbelt nur wenig. Sie hat mal Mama gesagt und mehr erzählt, momentan sagt sie aber sehr wenig. Sie wirkt momentan sehr unzufrieden, ist sehr viel am meckern. Ich weiß man soll Kinder nicht vergleichen, aber vllt versteht jemand die Angst die ich habe. Denkt ihr es ist soweit "normal", sollte ich mir iwie Sorgen machen? Mich nervt es selbst das ich so denke, aber ich kann es gerade einfach nicht ändern.

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Ich denke, dass es viel zu früh ist, um das abschließend zu beurteilen. Wenn ich den medizinischen Richtlinien glaube ist es normal. Wobei viele Einschränkungen (ADHS z.B.) erst sehr viel später diagnostiziert werden kann. Und auch unabhängig von elner Frühgeburtlichkeit, gibt es noch eine Menge anderer Sachen, die entweder passieren können oder schon passiert sind, die aber eben jetzt noch nicht auffällig geworden sind.

Bearbeitet von KeineAhnung3
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Hallo du Liebe,
Unser großes Kind kam auch 8 Wochen zu früh. Die ersten 18 Monate wurden alle Emtwicklungsschritte mindestens 2 Monate nach den Altersgenossen absolviert. Drehen mit 7 Monaten, krabbeln mit 11, laufen mit 17 Monaten.
Mittlerweile ist unser Kind 3 und motorisch völlig altersentsprechend und sprachlich sogar weiter.
Ich finde, dass das bei euch alles völlig normal klingt! Dass man sich, vor allem mit einem Frühchen ständig mit anderen vergleicht, finde ich ganz naturlich, wenn auch ungesund. Bei mir hat es erst aufgehört, als ich keine „Defizite“ mehr gesehen habe.
Ich bin ganz sicher, dass eure Maus euch in ein paar Monaten davonrennen und in einem Jahr eine Frikadelle an die Backe quasseln wird!
Alles Gute!!

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Danke für deine Worte, tatsächlich konnte ich sie auch erst "spät" krabbeln, etc. Es freut mich, dass sich bei euch alles so toll findet entwickelt hat 😊 bestimmt muss ich mich einfach nur gedulden 😊

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Mein Kind kam auch 2 Monate früher und ich rate dir dringend das abzulegen. Du tust dem Kind damit keinen Gefallen. Ich spreche aus Erfahrung, wollte ihn auch immer vor allem und jenem beschützen, ständig verglichen obwohl ich wusste es ist falsch. Irgendwann fiel auf dass er sich weniger traute und als mir das mal jemand sagte hab ich mein Verhalten geändert und zack blühte er auf.
Wie wärs wenn du das Frühgeburt Thema mal komplett ignorierst?
Auch normal geborene entwickeln sich unterschiedlich 🙂
Mit 1 machen sie sowieso einen Schub und sind unzufriedener 🙃
LG

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Hallo und danke für deine Worte. Du hast absolut recht, ich finde es selbst nicht gut so zu denken und sie zu vergleichen oder sie zu beglucken. Ich werde versuchen an mir zu arbeiten 😊 tatsächlich habe ich manchmal auch das Gefühl das ich sie "stoppe" in ihrer Entwicklung durch meine ständigen Sorgen. Ich hoffe ich kann ihren ganzen Start bald einfach hinter mir lassen 😊


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Moin,

also ich muss sagen, ich stimme mit den Antworten nur zum Teil überein.

Ein Frühchen ist ein Frühchen, es hatte einen Grund warum sie zu früh geholt wurde, und auch die extrauterine Zeit hat Auswirkungen auf die Entwicklung. Bei manchen merkt man es stark, bei anderen quasi gar nicht. Von der Woche her ist sie in einem Bereich wo man selten mit wirklich schweren Problemen rechnen muss.
Frühchen haben zb, zumindest die Level 1 Frühchen, ein hohes Risiko für zb ADHS, auch motorische und Sprach-Entwicklungsstörungen kommen bei Frühchen überdurchschnittlich oft vor, eben weil sie Zeit nicht in der Leichtigkeit in der Fruchtblase verbracht haben, und weil sie kein Fruchtwasser mehr schmecken konnten. (Geschmacks- und Sprachzentrum liegen im selben Gehirnbereich, und es wird vermutet, dass durch die fehlenden Geschmacksreize dieses Areal noch nicht so entwickelt ist wie bei Reifgeborenen, und daher Frühchen oft später sprechen lernen, weil sie das eben erst noch aufholen müssen). Viele dieser möglichen Folgen (also bis auf ADHS in der Aufzählung) sind nur vorübergehende Hemmnisse, die in leichter Form durch das tägliche Leben, schwerere durch rechtzeitige Therapien ausgebügelt werden können.
Deswegen ist es falsch zu sagen "vergiss dass sie ein Frühchen ist". Vergessen ist falsch, aber Kummer haben ist auch nicht richtig. Eher ein sich dessen bewusst sein, aber auch sich dessen bewusst sein, dass man vieles durch eine bewusste Lebensweise ausgleichen kann. Wir haben zb bei der Beikost darauf geachtet, dass sie sehr abwechslungsreich ist. Alle möglichen Gemüse und Obstsorten kamen auf den Tisch, auch unser Speiseplan hat sich deutlich erweitert in der Zeit :)

Ich finde, gerade weil angesprochen wurde, dass man einem Frühchen leicht mal zu wenig zutraut, eine an Montessori angelehnte Förderung / Erziehung (klingt beides irgendwie blöd) empfehlen. Hilf mir, es selbst zu tun. Unser Frühchen hatte sobald es sicher stehen konnte einen Lernturm in der Küche, hat Salat kleinrupfen dürfen, recht bald mit einem Sparschäler umgehen gelernt und dann auch mit einem kleinen Kindermesser und dann mit einem Gemüsemesser mitgeschnippelt (da kann ich Dir jetzt aber kein Alter mehr sagen, ich war damals Fan vom Blog "Eltern vom Mars", da findest du bestimmt was. Sobald er sicher gelaufen ist hat er die Spülmaschine mit ausgeräumt, wir haben wirklich alles auf seine Höhe umgeräumt, damit er das kann. Hatte auch den Vorteil, dass dann auch oben Platz für die Putzmittel und so entstand ;-) Socken sortieren, Einkaufen helfen, am besten richtig mitleben lassen.

Wenn Du Dich unsicher fühlst, lasst Euch vom SPZ begleiten. Wir haben in der Zeit auch teilweise privat bezahlte Einzelstunden bei Logo und Ergotherapeuten genommen, einfach damit die ne Stunde mit ihm spielten und uns dann Tipps zur Förderung im Alltag gaben. und sobald sie soweit sind, Kinderspiele zu spielen, stehen einem da auch alle Möglichkeiten offen.

Alles Gute Euch

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Danke für deine Antwort 😊 Ich hatte das Hellp-Syndrom und darum musste sie geholt werden, da wir sonst nicht überlebt hätten. An so einen Lernturm für die Küche habe ich tatsächlich auch schon gedacht ich finde das auch toll wenn sie sich mit einbringen oder zuschauen kann. Beim Wäsche aufhängen reicht sie mir zumindest auch gerne die runtergefallenen Socken hoch 🤭 wir hatten jetzt auch ein Jahr Physio und ich hoffe sie wird einfach nach und nach alles aufholen 😊

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Auch Frühchen gehen ihren Weg, keine Angst :) unser Kleiner ist inzwischen 9, kam in der 25. SSW zur Welt. Wir mussten quasi dauerhaft fördern, mindestens 1 Therapieart lief immer, teilweise 2, zeitweise sogar 3 parallel. Immer eine Gradwanderung was muss sein, was darf sein, wann wirds zuviel. Wir konnten ihn zum Glück ein Jahr zurückstellen, er ist jetzt in der 3. Klasse, zwar der Älteste, aber immer noch kleiner und verspielter als viele Klassenkameraden, aber er macht sein Ding. Hat zwar ADHS, nimmt dafür Medikamente und wird dementsprechend auch gefördert, aber er ist ein aufgewecktes Kind, liebt seinen kleinen Zoo, geht zur Kinderfeuerwehr, kommt in der Schule ganz gut mit. Aber er ist ein extrem lebensbejahendes Kind - also gerade nicht, er steckt gerade in ner Art Wackelzahnpubertät, aber normalerweise schon. Für ihn ist das Glas immer halb voll, und wenn wir was zusammen machen nervt er fast schon manchmal mit seinem dauernden "Mama, bist du gerade auch so glücklich wie ich? Ich finde es soooo super dass wir gerade dies und das machen" :)
Wichtig ist doch, dass ihr glücklich seid und die Jahre genießt.
Ich weiß noch, als ich mal vom SPZ heimfuhr, etwas niedergeschlagen, weil die Tests mal wieder so naja waren, er hörte Rabe Socke und schmieß sich die halbe Heimfahrt weg vor lauter Lachen. Da wurde mir klar, dass es im Leben wirklich nicht nur darum geht ob Kinder "alles aufholen" sondern was sie aus dem machen was sie sind und haben. Und Glücklichsein ist da unser größtes Kapital. Ich kenne einige Kinder die keine Vorgeschichte haben, die nicht gefördert werden müssen, denen in der Schule der Stoff zufliegt, die aber irgendwie nicht glücklich sein zu können scheinen. - der Satz ist jetzt total quer?
Egal, Gute Nacht und alles Gute!

Bearbeitet von Inaktiv
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