Komme mit dem Verlust meines Hundes nicht klar

Hallo, vielleicht kann mir jemand weiterhelfen.

Mein Ein und Alles, ein fünfzehnjähriger Zwergpudel, hatte seit Jahren einen Herzfehler, war sonst aber sehr fit, dann vor zwei Jahren fing es an mit Taubheit und am Schluss auch Blindheit, war aber relativ gut zufrieden dabei. Herztabletten bekam er ja schon seit Jahren.

Er hat dann in den letzten Monaten sehr viel im Haus hingemacht, aber das hätte ich natürlich noch ewig mitgemacht.

Ich hätte mir eher mein rechtes Bein abgehackt, als ihn freiwillig gehen zu lassen.

Dann bin ich am 05.08.2008 mit ihm rausgegangen, er ist so über Kopf gegangen und ist ab da nur noch zur Seite oder nach hinten gefallen. Fressen konnte er dadurch auch nicht mehr richtig.

Ich bin dann mit ihm zum Tierarzt (der beste Tierarzt der Welt). Er hat mir erklärt, dass es eigentlich keinen Sinn mehr macht. Ich hatte mich vor diesem Thema aber schon seit Jahren verschlossen. Ich muss dazu sagen, ich habe mein Leben völlig nach ihm gerichtet, nachdem meine Eltern damals gestorben sind und ich ihn behalten habe. Er sagte, er könnte ihm Schmerztabletten geben, mehr könne er nicht machen. Ich habe das dann dankend angenommen, hauptsache nicht einschläfern.

Wir sind dann nach Hause und als wir zu Hause ankamen, war ich so unruhig, wie ferngesteuert, dass mein Mann und ich nach einer halben Stunde Beratung und keinerlei Besserung bei Dani, wieder zum Tierarzt gefahren sind und ich das schlimmste hinter mich gebracht habe, was ich mir vorstellen konnte.

Ich bin jetzt noch, fast vier Monate später, sehr oft am Weinen, weil ich auch einfach mit meinem schlechten Gewissen nicht klar komme. Ich habe immer das Gefühl, dass er denken könnte, ich hätte ihn jetzt abgegeben wegen dem bald auf die Welt kommenden Baby. Aber das hätte ich doch alles auf mich genommen. Irgendwie hätte ich das unter einen Hut bekommen.

Ich habe ständig eine Grableuchte im Garten an und hoffe einfach, dass das Erlösen auch das war, was er gewollt hätte.

Sorry, für den langen Text, aber er war mein Ein und Alles und wird es immer bleiben. Ich habe ihn mit 15 bekommen und mit 30 verabschieden müssen. Ich weíß, dass es ein gutes Alter war und hoffe, dass er mir nicht böse ist.

Gruß Sandra 37. SSW

1

Liebe Sandra,
du hast Post............."!

Liebe Grüße

2

Liebe Sandra,

du hast sicher die richtige Entscheidung getroffen und solltest dir wirklich keine Vorwürfe machen. Du hast immer nur das beste für ihn gewollt und gekämpft bis zum Schluss.

Natürlich dauert so ein Trauervorgang längere Zeit. Dazu kommt, dass man ja in der SChwangerschaft sowieso etwas weinerlich ist (ich kenn das grad selbst von mir)

Ich musste vor 2 Jahren auch die Entscheidung treffen, ein junges Pferd wegen einer irreparablen Verletzung einzuschläfern. Es war ein ewiges hin und her und auch ich mach mir heute immer wieder Gedanken, ob es der richtige Weg war.

Aber das wichtige ist doch, dass man einfach nur das beste für das Tier wollte und das spüren die Tiere doch auch.

Versuch dich jetzt, auf dein Baby zu konzentrieren. Es bekommt ja auch mit, wenn du ständig traurig bist und dir Gedanken machst.

Jetzt fängt ein neuer Abschnitt an, auf den du dich freuen kannst und deinen Hund wirst du immer in deinem Herzen tragen!

lg #liebdrueck

3

Hallo Sandra,


meine Hochachtung dafür das du deinen Hund hast erlösen lassen von seinem Leid.

Ja richtig..Hochachtung! Denn das was du getan hast war der allerletzte und zugleich größte Beweis deiner Liebe und Freundschaft zu ihm. Du hast ihn davor bewahrt zu leiden!

Jetzt...geht er über die berühmte Regenbogenbrücke, begleitet von anderen Tieren.

Lass ihn gehen...lasse ihn los!
Ihm wird es dort gut gehen, es fehlt ihm an nichts mehr, keine Schmerzen, keine Taubheit, keine Blindheit. Tollen, toben...sich freuen, jeden Tag aufs neue.
Du mußt ihn dorthin gehen lassen...nicht nur seinen Körper, sondern ihn insgesamt.
Du brauchst keine Angst zu haben, denn dort hinter der Regenbogenbrücke wartet er auf dich und egal wieviel Zeit vergehen wird, wenn ihr euch wiederseht wird es euch vorgekommen als seid ihr nie getrennt gewesen.

Was du von ihm behalten darfst sind die Erinnerungen...die Erinnerungen an die schönen Momente, an den Glanz in seinen Augen,an ein Schwanzwedeln..an seinen Geruch...vielleicht auch an die kleinen, jetzt so unwichtig erscheinenden Momente in denen man sich geärgert hat!

15 Jahre sind eine lange Zeit, vor allem passiert in dem Alter zwischen 15 und 30 sovieles...ja da wächst man eng mit seinem besten Freund zusammen! Sei stolz darauf so einen besonderen Hund gehabt zu haben und schäme dich nicht für deine Tränen, aber weine um ihn...nicht um dich! Nicht "nur" weil du dir leid tust und nicht weißt wie du ohne ihn leben sollst! Die Trauer steht dir zu und sie dauert lange...lass dich da nicht verunsichern, aber dann....ist es an der Zeit weiter nach vorn zu sehen und sich auf die zu konzentrieren die noch da sind!

Er IST dir nicht böse, nein...er ist dankbar für 15 wundervolle Jahre und vor allem dafür das du das schwerste auf dich geladen hast um ihm ein unnötiges Leiden zu ersparen.!

Liebe Grüße

Andrea

4

Ich musste meinen absoluten Seelenhund am 21.6.07 gehen lassen. Das war der schlimmste Tag in meinem Leben.
Obwohl ich zZ 3 Hunde habe, vermisse ich ihn jeden Tag, ich liebe zwar alle, aber die Beziehung zu ihm war einfach etwas ganz ganz besonderes. Ausser meinem Mann habe ich niemanden sooo geliebt wie meinen Hanni.
Und ich heule auch fast 1,5Jahre später immer noch und würde sonst was dafür tun, wenn ich ihn wieder haben könnte.
Er hatte übrigens Krebs. Von der Diagnose bis zu seinem Tod blieben mir nur knapp 6 Wochen.... Ich konnte mich garnicht darauf einstellen.
Ich kann dir also sehr gut nachempfinden, wie es dir geht und wie sehr du leidest!
LG
#sonne

5

Liebe sandra,

ich kann dich nur zu gut verstehen und ja, du hast richtig gehandelt, auch wenn es schwer ist die trennung von einem geliebten tier zu akzeptieren.

vor gerade mal einem guten monat musste ich mich auch von meinem über alles geliebten schäferhundmsichling trennen. er war 11 1/2 und ist ganz plötzlich an einem herzinfarkt oder schlaganfall gestorben, also ohne dass ich mich irgendwie darauf vorbereiten konnte. tagelang habe ich geheult und bin verdrücke bei dem gedanken an ihn immer noch of t ein paar tränchen. hatte meinen hund bekommen, nachdem er die ersten 3 jahre seines lebens mißhandelt wurde. er war die treuste seele, die man sich vorstellen kann und mein bester freund.

leider gehört es zu hunden dazu, dass man sie irgendwann verabschieden muss und auch wenn die trauer noch so schwer zu ertragen ist, versuch an die schönen stunden mit deinem hund zu denken und daran, dass du ihm ein glückliches hundeleben gegeben und ihn geliebt hast...

mit hat eine bekannte folgenden text geschrieben, denn ich sehr rührend fand. vielleicht tröstet er dich auch ein wenig, denn auch den hund ist jetzt an einem schönen ort...

"Die Regenbogenbrücke

Es gibt eine Brücke, die verbindet Himmel und Erde. Wegen der vielen Farben nennt man sie die “Regenbogenbrücke”.

Auf dieser Seite des Regenbogens liegt ein Land mit Wiesen, Hügeln und saftigem, grünen Gras.
Wenn ein geliebtes Tier auf Erden für immer eingeschlafen ist, geht es zu diesem schönen Ort. Dort gibt es immer zu fressen, zu trinken und es ist warm - es ist schönes Frühlingswetter.

Die alten und kranken Tiere sind hier wieder jung und gesund. Sie spielen den ganzen Tag zusammen. Es gibt nur eins, was sie vermissen:
Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen, die sie auf Erden so geliebt haben.

So rennen und spielen sie jeden Tag zusammen, bis eines Tages plötzlich eines innehält und aufsieht:
die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf und die Augen werden ganz groß!!!

Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus und fliegt förmlich über die grüne Wiese. Die Pfoten tragen es schneller und immer schneller. Es hat Dich gesehen!!!

Und wenn Du und Dein spezieller Freund einander treffen, nimmst Du ihn in Deine Arme und hältst ihn fest.
Dein Gesicht wird wieder und wieder geküsst und Du schaust in die Augen Deines geliebten Tieres, das solange aus Deinem Leben verschwunden war, aber nie aus Deinem Herzen.

Dann überschreitet Ihr gemeinsam die Brücke des Regenbogens, um nie wieder getrennt zu sein."

so, jetzt kommen mir auch mal wieder die tränen, aber du bist nicht allein mit deinen gefühlen und irgendwann wird die trauer weichen und wir werden uns an den vielen schönen erinnerungen mit unseren hunden freuen.

also sei lieb gedrückt #liebdrueck

honeybee78

6

Ich danke Euch für Eure aufbauenden Worte. Lieben Gruß Sandra