Gewalt im Kindergarten....??? wie ist das bei euch?

Hallo,

wollte mal hören wie das bei euch so ist. Bei uns war es das Thema auf dem Elternabend. Es gibt wohl immer mehr zunehmende Gewalt, die Kinder können keine Konflikte lösen (ich denke das können sie in dem Alter auf noch nicht und müssen es erst noch lernen) und mangelnde soziale Kompetenz.

Ich finde es einerseits gut das das Thema angegangen wird und es scheint auch ein allgemeines Problem zu sein das hier in allen Kitas in der Gemeinde gerade Thema ist.

Andererseits sind wir auch alle ein bisschen aufgeschreckt.

Wir sind hin und hergerissen wie es nun weitergehen soll.

Wir haben schon verschiedene Vorschläge auch dem Kindergaten gegenüber gemacht. Bin mal gespannt was da die nächsten Wochen so passiert.

Danke für eure Beiträge zu diesem Thema.

LG luna

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Welches Alter und welche Gewalt?

Reden wir hier von 1- oder 2-jährigen, die an den Haaren ziehen oder von 5-jährigen, die anderen einen Stuhl auf den Kopf hauen?

Bei uns wird jede Form von körperlicher Gewalt rigoros untersagt. Verbale Gewalt kann man leider nicht ganz ausrotten, wenn man davon ausgeht, dass schon Anschreien Gewalt ist. Da gibt es zu viele Kinder, die das permanent zu Hause vorgelebt bekommen, dass man erst schreit und dann fragt.

Wenn die Erzieher am Thema dranbleiben, sollte sich das schnell bessern. Kinder sind unglaublich lernfähig.

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Ich verstehe gerade das konkrete Problem nicht....

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Hallo,

ich verstehe nicht, was genau du wissen/hören möchtest zu dem Thema #kratz

Wenn du wissen willst, ob Gewalt im Kindergarten meines Sohnes je ein Thema war:
nein, gar nicht.

In der Gruppe meines Sohnes (weder U3 noch Ü3) gab es keine Kinder, die wiederholt andere geschlagen oder gar gebissen haben.

Deswegen kann ich auch immer nur den Kopf schütteln, wenn ich bei Urbia lese "es ist normal, wenn ein 3jähriges Kind immer wieder haut oder beißt".

"ich denke das können sie in dem Alter auf noch nicht und müssen es erst noch lernen"

Natürlich sollten Kindergartenkinder mit spätestens 4 Jahren gelernt haben, dass man nicht haut oder beißt, sondern Konflikte anders lösen kann.

Oder redest du von U3-Kindern? Da müssen es einige Kinder sicher noch lernen, aber in der U3-Gruppe meines Sohnes war Gewalt wie gesagt kein Thema - bis auf einzelne Auseinandersetzungen.

"Wir sind hin und hergerissen wie es nun weitergehen soll."

Was für eine Frage - es soll natürlich gewaltfrei weitergehen.

Zum Thema "mangelnde soziale Kompetenz":
da ist das Elternhaus gefragt. Ein Kindergarten hat keine Chance, Kindern soziale Kompetenz beizubringen, wenn ein Kind außerhalb des Kindergartens machen darf, was es will.

Dasselbe gilt für Gewalt. Ein Kind, dessen Eltern darauf bestehen, dass Gewalt zwischen Kindern ja "normal" ist, wird sicher gewalttätiger sein als Kinder von Eltern, die Gewalt gegen andere von Anfang an (auch im Babyalter) nicht dulden.

"Wir haben schon verschiedene Vorschläge auch dem Kindergaten gegenüber gemacht. Bin mal gespannt was da die nächsten Wochen so passiert."

Da ich die Situation in eurem Kindergarten nicht kenne und nicht weiß, welche konkreten Lösungsvorschläge ihr zu welchem konkreten Problem gemacht habt, kann ich dazu nichts sagen.

LG,
J.

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Hallo!

"Zum Thema "mangelnde soziale Kompetenz":
da ist das Elternhaus gefragt. Ein Kindergarten hat keine Chance, Kindern soziale Kompetenz beizubringen, wenn ein Kind außerhalb des Kindergartens machen darf, was es will."

Da geb ich dir vollkommen recht, aber was kann der Kindergarten machen, wenn die Eltern nicht mitziehen?

Meine Tochter geht seit einem Jahr in eine integrative KiTa, die Kinder ab 2 Jahren aufnimmt. In ihrer Gruppe sind eine Reihe Kinder, bei denen das Jugendamt den frühen Kita-Besuch (ab 2) zur Auflage gemacht hat, die Familien bekommen Erziehungshilfe durch das Jugendamt (sind also offensichtlich alleine mit der Erziehung überfordert). Unter diesen Kindern ist ein Junge, der kurz nach meiner Tochter mit 2 Jahren in die Gruppe kam (meine Tochter war schon 3). Dieser Junge hat von anfang an relativ häufig ohne jeden Anlass die anderen Kinder gehauen und geschupst (er war zwar einer der kleinsten, dabei aber sehr kräftig gebaut und damit einer der schwereren Kinder). Er kennt keinerlei Regeln, beim Bringen unserer Tochter erleben wir mit schöner Regelmäßigkeit, dass der Kleine aus der Gruppe läuft und mindestens 2 Leute hinter ihm herlaufen um ihn einzufangen.
Neulich rief mich morgens um 9:15 mein Mann an, die Kita hätte angerufen, unsere Tochter hatte einen Unfall. Besagter Junge war beim Morgenkreis trotz wiederholter Ermahnungen umhergelaufen, gestolpert und so unglücklich auf unsere Tochter gefallen, dass das rechte Auge blutunterlaufen und geschwollen war. Mein Mann ist dann hin, und Gott sei Dank war nichts schlimmeres passiert, die Kleine hatte ein Veilchen, dank Kühlen, Rescue-Creme und Arnika hatte sie abends nur noch einen blauen Streifen unter dem Auge, gebrochen war nichts.

Nun meine Frage: Was macht man mit so einem Jungen? Nach einem Jahr KiTa sollte sich dieses Kind doch soweit eingelebt haben, dass es weiß, dass es 1. nicht schlagen darf, 2. nicht weglaufen darf und 3. beim Morgenkreis sitzenbleiben muss.
Ein Elterngespräch wird hier sicher keinen Erfolg zeigen, die Eltern sind total überfordert mit der Erziehung ihrer Kinder (der Kleine hat noch 2 ältere Geschwister, ob noch jüngere Geschwister da sind, ist mir nicht bekannt), das Jugendamt unterstützt die Familie zwar, ist aber auch nicht immer da. Und der Kleine geht schließlich in die Kita, damit die Defizite in der elterlichen Erziehung ausgebügelt werden...

LG

P.S.: Ich wage zu behaupten, dass mein 1 3/4jähriger Sohn mehr soziale Kompetenzen besitzt als dieser nun 3jährige Junge nach einem Jahr Kindergarten!

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Hallo,

"Da geb ich dir vollkommen recht, aber was kann der Kindergarten machen, wenn die Eltern nicht mitziehen?"

der Kindergarten kann in so einem Fall nur Schadensbegrenzung leisten. Und mit den Behörden (Jugendamt) zusammenarbeiten. Vielleicht auch eine 1:1-Betreuung für ein bestimmtes Kind anfordern (keine Ahnung). Vielleicht auch dafür sorgen, dass dieses Kind aus seiner Familie raus genommen wird, da die Eltern einen so schlechten Einfluss auf das Kind haben (keine Ahnung).

Was den Unfall deiner Tochter betrifft (ihr gute Besserung):
dieser hätte auch mit gut erzogenen Kindern passieren können. Ich behaupte mal, ich habe mein Kind von Anfang an gut erzogen, aber auch er hat nicht immer gehorcht, wenn es hieß "bleib sitzen".

Da dieses Kind in eurem Fall bekannt dafür war, dass er nicht auf verbale Ansagen hört, hätte eine Erzieherin ihn sich sehr zeitnah schnappen müssen, ihn auf seinen Platz setzen und dort festhalten müssen. Hier sehe ich schon eine Mitschuld der Erzieherinnen.

"Nun meine Frage: Was macht man mit so einem Jungen? Nach einem Jahr KiTa sollte sich dieses Kind doch soweit eingelebt haben, dass es weiß, dass es 1. nicht schlagen darf, 2. nicht weglaufen darf und 3. beim Morgenkreis sitzenbleiben muss."

Ich wage mal zu behaupten, dass dieses Kind von seinen Eltern so verkorkst worden ist, dass es NICHT zu den von dir geforderten Dingen in der Lage ist. Von möglichen Krankheiten wie AD(H)S, Autimus, etc. mal ganz abgesehen.

Eine integrative Kita, wie von dir beschrieben, kann nur funktionieren, wenn der Betreuungsschlüssel an die Schwere der Defizite der betroffenen Kinder angepasst ist.

Der heutige Unfall deiner Tochter hätte aber auch mit gesunden, gut erzogenen Kindern passieren können.

LG,
J.

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Der Sohn (Nr. 1) einer Freundin hat im Kindergarten dem anderen Sohn (Nr. 2) unserer gemeinsamen Freundin die Schaufel auf den Kopf gehauen, weil Sohn 1 den Bagger von Sohn 2 weggenommen hat.
Ist das nun Gewalt oder einfach eine kindliche Reaktion? Die Jungs sind beide noch nicht ganz 4 Jahre alt.

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Es geht um Hauen Kneifen Kratzen Schreien Treten und Nachtreten.........

Ganz genaues mit Namen oder so wurde da auch nicht gesagt. Meine Tochter ist ganz neu in der Gruppe (macht ja nen tollen Eindruck!) und es geht um Kinder zw. 3 und 5 (6).

LG luna

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Also Gewalt gibt es bei uns keinem im Kindergarten und das obwohl viele "Auffällige" Kinder dort sind...

Klar, wird mal geschubst oder gehauen oder gebissen... Aber das ist soweit ja völlig normal. Und sprengt nicht den Rahmen.

Was verstehst du denn unter Gewalt im Kindergarten? Wie häufig sind denn die Vorfälle?
Sind es immer die selben Kinder? Was machen die Erzieher in diesen Situationen?

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Naja, es sind wohl fast alle Kinder die rangeln und raufen, schubsen und auch treten, neulich flog ein Stein.... Die Fälle sind wohl fast täglich und die Erzieher reden mit den Kindern (ich bin mir nicht sicher ob einfach reden bei 3-4 Jährigen ankommt)

Es hat wohl in den letzten Jahren zugenommen, daher ist es jetzt ein Thema.

LG luna

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Was sollen sie denn sonst machen als mit den Kindern und Eltern zu reden?

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Hallo!

Ich darf dir hier mal aus Erziehersicht anworten. Ich arbeite in einem Kindergarten in dem Gewaltprävention großgeschrieben wird. Wir tun aber auch etwas dafür. Wir sind ein ev. Kindergarten in Bayern und unser Träger bietet super Fortbildungen für Erzieher an. Dabei Geht es um gewaltfreie Kommunikation, Achtsamkeit. Einen Teil der Ausbildung zur Friedenspädagogin habe ich schon gemacht (dann man mein Sohn dazwischen). Es gibt bereits auch für Kindergartenkinder ganz tolle Programme so etwas zu erarbeiten. Wir praktizieren das seit Jahren und bekommen sowohl von Eltern als auch von der Schule nur positive Rückmeldung. Das, was du beschreibst von andere auf den Boden werfen und nachtreten, so etwas gibt es bei uns gar nicht.
Das ist die eine Sache. Allerdings fängt Gewalt schon ganz wo anders an. Aus welchem Umfeld kommen die Kinder? Es gibt leider Familien, in denen Gewalt an der Tagesordnung ist. Die Kinder lernen es nicht anders, wissen es nicht besser. Ich will hier absolut NICHTS gegen Ausländer sagen und es gibt durchaus deutsche "Gruppierungen" und Kulturkreise in denen Gewalt von den Erwachsenen vorgelebt wird. Bei einem solchen Umfeld, ist es als Erzieher natürlich äußerst schwierig da etwas auszurichten, weil die Eltern einfach Hauptbezugsperson sind und bleiben.
Und einen letzten nicht ganz unerheblichen Gesichtspunkt möchte ich noch ansprechen. Wie leben die Erzieher Gewalt vor? Ich rede hier nicht von hauen, sondern eher von psychischer und verbaler Gewalt. Wie geht das Team, die Kollegen untereinander mit sich um? Wie gehen sie auf die Eltern zu? Ich kann Kindern nicht beibringen, dass jeder Mensch wertvoll ist, wenn ich über Kollegen oder Eltern herziehe. Diese "Unechtheit" bemerken Kinder. Und nach wie vor ist der Erwachsene immer noch das Lernmodell Nr. 1.

Keine Ahnung, ob dir der Beitrag jetzt wirklich weiter hilft, aber das sind so ganz grob zusammengefasst meine Erfahrungen mit Gewalt.

lg mondlicht

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Danke für deinen Beitrag, ja er hilft mir. Das Umfeld: Kleinststadt (Vorstadt) Neubausiedlung (ca. 10 Jahre alt, fast alle Eltern arbeiten, Gut gemischter deutscher/Ausländer Anteil wie ich finde)

Ich denke auch das ich den Ansatz der Gewaltfreien Kommunikation mal noch Vorschlagen werde .

Das mit der Team und der Team/Eltern Kommunikation ist glaube ich tatsächlich ein Problem.

Danke dir.

LG luna

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Toller Beitrag #pro

Ist in unserer Einrichtung auch Schwerpunkt und in unserer Konzeption verankert, da wir denken, daß man selbst im Kleinsten sehr viel positiv verändern kann...

Hatten auch schon Referenten und sehr gute Vorträge...Nach anfänglicher Skepsis ziehen jetzt alle Eltern mit und daran sehen wir, daß es ein sehr aktuelles Thema ist ( Elterabend wurde von 96 % unserer Eltern besucht )

Hatte aber auch die Auswirkung, daß 2 Kollegen, die keine Notwendigkeit sahen auch ihr Verhalten zu hinterfragen bzw zu verändern mittlerweile die Einrichtung verlassen haben..

LG #winke

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Hallo,

i.d.R. haben Erzieher eine Ausbildung genossen, in der es auch um Gewaltprävention geht. Kinder müssen in dem Alter (und auch jüngere Kinder) kindgerecht lernen, wie sie mit Gewalt oder Auseinandersetzungen umzugehen haben / umgehen können. Hier sind, bei Gewalt in der KiTa, als erstes die Erzieher dran, eine Regelung zu finden. Das Thema in die Elternversammlung zu tragen und zu sagen: "Liebe Eltern, wie sollen wir vorgehen" finde ich sehr eigenartig - oder wie ist das gelaufen?

Sicherlich sollten ab einem bestimmten Grad der Gewalt auch die Eltern der Kinder mit ins Boot geholt werden - aber das macht man doch in einem 4-Augen-Gespräch und nicht in der Elternversammlung. Denn was hat es für einen Sinn, wenn das Kind sich in der KiTa daneben benimmt, die Erzieher nichts unternehmen und sich am Nachmittag bei den Eltern beschweren und von den Eltern Konsequenzen erwarten? In der KiTa auftretende Probleme sollten auch in der KiTa gelöst, thematisiert etc. werden und nicht nachhause getragen werden, in der Hoffnung, dass die Eltern "mal ein ernstes Wörtchen mit dem Schlawiener reden und Sandmannverbot erteilen" oder ähnliches.
Tragen die Erzieher dieses Thema in die Elternversammlung, ohne dass vorher mit den entsprechenden Eltern der Kinder geredet und eine Lösung vorgeschlagen wird, spricht dies nicht unbedingt für die Kompetenz der Erzieher.

I.d.R. wird anhand eines bestimmten geschilderten Vorfalls eines Kindes mit den Eltern des Kindes ein gemeinsames Vorgehen besprochen, sodass das Kind mitbekommt, dass Eltern und Erzieher hier an einem Strang ziehen und das Kind sich dem nicht entziehen kann. Es werden Regelungen vereinbart, wie die Erzieher in Gewaltfällen vorgehen sollen und es wird eng mit den Eltern des Kindes zusammengearbeitet, ggf. täglich Rückmeldung über Vorfälle und Vorgehen gegeben.

Bei uns in der KiTa lernen die Kinder spielerisch "Nein" und "Hör auf" zu sagen. In Konflikte gehen die Erzieher ab einem bestimmten Grad aktiv hinein und vermitteln zwischen den Kindern. Es gibt Regelungen, die Kinder und Erzieher gemeinsam erarbeitet haben, sodass die Kinder alle wissen, was für Folgen z.B. Treten, Hauen, Kratzen etc. hat und das wird konsequent umgesetzt.

Bei uns in der KiTa ist jedoch Gewalt kein Thema. Kleinere Kabbeleien und Meinungsverschiedenheiten kann man nicht ausschließen und die gibt es auch. Aber von Gewalt kann ich diesbezüglich nicht berichten. Auch haben wir keine Kinder in der KiTa, die verbal gewalttätig sind.

vG
ficus

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Naja Gewalt hört sich für mich wirklich unschön an, klar gibt es Streit oder man ärgert sich, aber das es Thema wird soweit war es als ich im Kiga gearbeitet habe sicher nicht

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Hallo,

Gewalt gab es im Kindergarten meiner Tochter nicht.

Irgendwelche Rangeleien wurden sofort unterbunden. Die Kinder sollten alles verbal klären, mit Unterstützung der Erzieherinnen.

Hat auch immer gut geklappt.

GLG