Ist Einschlafstillen ein Fehler? - etwas lang

Als unsere Tochter (18 Monate) noch jünger so ca. 9 Monate war, ging es ohne Probleme, dass ich sie ins Bettchen gelegt habe, ohne dass ich sie vorher beim stillen eingeschlafen ist. Sie hat sich dann oft noch hin und her gedreht und ist dann eingeschlafen.

Plötzlich hatte sie eine Phase, dass sie beim Stillen schon eingeschlafen ist und somit sind wir irgendwie auf das Einschlafstillen gekommen, ohne dass ich das irgendwie absichtlich vorgehabt hatte.
Tja, jetzt kann sie halt nicht mehr ohne einschlafen und das natürlich auch in der Nacht. Letzte Nacht konnte sie auch trotz Stillen nicht mehr einschlafen. (Wir haben über eine Stunde "gekämpft") Sie wird dann plötzlich total panisch, weil sie nicht mehr einschlafen kann und sie auch durchs stillen nicht mehr in den Schlaf findet. Das ist der Punkt an dem ich keinerlei Zugang mehr zu ihr finde. Es hilft nichts mehr, es prallt alles an ihr ab. Sie ist dann regelrecht hysterisch. So nach ca. 10 Minuten, wenn sie vom vielen weinen schon ganz schwitzig ist, geht sie wieder an die Brust, dort ist sie noch ganz fahrig, Milch kommt da eh schon keine mehr. Dann schafft sie es komischerweise sich wieder in den Schlaf zu nuckeln. Es kann sich aber jeder vorstellen, wie weh die Brustwarzen dann schon tun.
Deshalb stelle ich oft, so auch heute das Einschlafstillen sehr in Frage. Ist es wirklich so gut, sicherlich sie schläft am für sie schönsten Ort der Welt ein. Aber bringt es ihr wirklich was? Sie kann ja schließlich nicht mehr einschlafen, wenn sie die Brust nicht hat.
Kann ich bitte auch einfach ein Stillkind haben, dass einfach so durchschläft, wenn sie reif dafür ist? Ich will ihr kein Schlafverhalten antrainieren, das widerstrebt mir einfach. Es fällt mir ja schon schwer, wenn ich bei ihr bin und versuche sie zu trösten, aber nichts kommt an. Ich finde das so schlimm und ich komm mir da schon als absolut schlechte Mutter vor, auch wenn ich weiß, dass ich in dem Moment einfach nichts weiter tun kann, als ruhig auf sie einreden und zu streicheln.
Tja, dass sind alles so Gedanken aus meinem übermüdeten Gehirn, dass heute noch dazu den ganzen Tag in der Arbeit sitzen soll.

Danke fürs Zulesen, vielleicht hat ja jemand eine ähnliche Situation erlebt.

viele Grüße

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Das ganze Thema Schlafverhalten ist etwas, wo jede Familie seinen eigenen Weg finden muß. Nur weil bestimmte Tricks oder Tipps bei einem Kind funktionieren, heißt das nicht, dass sie auch bei anderen Kindern funktionieren. Und nur weil ich persönlich das Einschlafstillen ablehne und nie praktiziert habe und auch immer darauf geachtet habe, dass sich meine Tochter das nicht angewöhnt (sobald sie als Baby beim stillen begann, einzuschlafen, habe ich sie eben wieder geweckt), heißt das doch nicht, das andere Frauen mit diesem Weg gut zurecht kommen. Das mußt Du ganz für Dich allein entscheiden. Fühlst Du und Dein Kind Dich gut dabei? Kommt ihr damit zurecht? Na, dann ist es doch gut!
Das hat doch gar nichts mit "schlechter Mutter" oder sonst irgendetwas zu tun.
Wenn Du es abgewöhnen möchtest, geht das sicherlich, auch wenn Du Dir darüber klar sein solltest, dass es in den ersten Nächten Protest geben wird von seiten Deiner Tochter. Aber wenn Du davor zurück scheust, dann laß es doch lieber so, wie es jetzt ist.

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Ist es falsch, Eltern zu haben und mit ihnen aufzuwachsen ? ist es falsch, wenn ein 40-jähriger sich noch von der Mutti bedienen läßt ?
Ist es falsch, wenn ein Baby NUR aus der Flasche trinken kann ? Wie sieht es bei einem 18-jährigen, dass NUR aus der Flasche trinken kann ?
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Ist Einschlafstillen ein FEHLER ????

Existiert bei dir nur die Vorstellung von einem Schlaftraining ODEr von einer perfekt funktionierenden Einschlafwelt ??? Das ist für mich ein schwarz-weißes Denken.

Wenn du siehst, dass etwas nicht mehr funktioniert, dann unterlasse es. Ich finde Einschlafstillen total toll. Kann man sich mit 18 Monaten nicht was anderes überlegen und dem Kind von der Brust helfen. Für mich ist es kein Training aber eine HILFE. Ich helfe dem Kind und mir in die nächste Stufe - die Stufe eben ohne Einschlafstillen. Mit einem 18-monatigen Kind kann man auch schon schön kommunizieren. und wenn es am Anfang Probleme gibt - na und ?

Vielleicht denkst du darüber nach.

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Hallo,

helfen kann ich dir leider nicht, denn du mußt Euren Weg finden. Aber ich kann dir von uns berichten.

Im gleichen Alter habe ich nur noch einmal gestillt, ich wollte sofort abstillen. Ende vom Lied war eine MD-Grippe mit anschließendem 6 Wochen-Vollstillen. Dann waren aufeinmal die 4 Eckzähne da. Ich habe gemerkt, dass je mehr ich abstillen wollte, sie immer hysterischer wurde, und war durch nichts zu beruhigen, bis sie irgendwann wieder stillen konnte. Eben genau wie deine. Sobald ich innerlich für mich entschieden habe, mach doch was du willst, wurde das Stillen wieder viel angenehmer.

Mit 2 war ich wieder kurz vorm abstillen. Und wieder, diesmal Mundfäule ist sie krank geworden. Viele kommen wg. austrocknung deshalb ins KH, wir nicht, sie hat gestillt.

Du schreibst, du möchtest auch ein Stillkind, welches durchschläft wenn es soweit ist. Anscheinend ist sie noch nicht soweit. Meine hat mit 2 J 5 Monaten ohne Vorwahrung plötzlich 12 Std am Stück geschlafen. Da war sie dann soweit. Sie ist jetzt 4 J 6 Monate und schon sehr lange abgestillt.

Woher weißt du denn, dass keine Milch mehr kommt?

Zum wieder wegnuckeln kann ich auch was sagen; Nachts hat die Mumi beruhigende Inhaltstoffe, deshalb schlafen die Kleinen davon ein, ausserdem hat sie schmerzstillende Wirkung. EVtl. sind da auch wieder Zähnchen im Anmarsch. Sie ist verdauungsfördernd. Meine Kleine hat nachts oft Blähungen, sie trinkt, ich massier ihr den Bauch, sie pupst und schläft ein.

Egal welchen Weg du wählst, ich wünsche Euch, dass es klappt und ihr beide zufrieden damit seid.

Lg
Theresa

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Hi Theresa,
ich hoffe ich darf Dich so direkt fragen: sag mal hat sich Deine Kleine von allein abgestillt und wie alt war sie da? Mein Kleiner wird im Juni 2 (von durchschlafen noch keine Spur) und stillt noch abends zum Einschlafen und nachts je nach Bedarf (das ist auch für mich i.O.) nur frag ich mich so langsam ob er sich jemals von allein abstillt oder ob ich und ggf wann ich da wie nachhelfen kann.
Wäre schön wenn Du (als erfahrende Stillmama) antworten würdest.

Danke
Jean

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Hallo Jean,

es war von beidem ein wenig. Ich war wieder schwanger und die BW haben mir beim Stillen weh getan.

Als ich dann in der 7.ten Woche war, hab ich sie gebeten mit dem Stillen entgültig aufzuhören, mit der Begründung Geschwisterchen ist unterwegs und die BW sind wund. Nach 2 Wochen hat sie dann aufgehört, ich mußte ihr versprechen,dass wenn das Baby da ist, sie auch wieder probieren darf. Als die Kleine dann da war, hat sie 3 mal getrunken und dann war endgültig Schluß. Beim Abstillen war sie 2 J 10 Monate.

Nachhelfen kannst und musst du dann wenn es EUCH nicht mehr passt. Was andere sagen ist egal.

LG
Theresa

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Hallo!
Ich habe 9 Monate in den Schlaf gestillt. Es war schön, einfach und die Kleine ist zufrieden ohne Theater eingeschlafen. nach dem Einschlafen habe ich sie in ihr Bett gelegt und fertig. Als ich dann mit etwa 9 Monaten angefangen den Abendbrei zu geben und sie eine ganze Portion vedrückt hat und nur noch kurz genuckelt hat, da haben wir gesagt, dass mit dem Einschlafstillen schluss ist. Die ersten 2 Tage war ein harter Kampf. Wir haben das Still-Einschlaf-Ritual durch ein anderes erstetzt. Am ersten Abend hat sie getobt, aber wir sind standhaft geblieben. Wir sind immer bei ihr geblieben, bis sie geschlafen hat. Jeden Tag wurde es besser. nach einer Woche war es kein problem mehr. Als sie dann das erste Mal durchgeschlafen hat, da haben wir gesagt, ok sie braucht nachts eigentlich nichts mehr. Also wurde Papa mit Wasser nachts reingeschickt, wenn sie aufwachte. Resultat: Sie schläft idR durch.

Ehrlich gesagt: Ich würde das mit dem Einschlafstillen beenden. Haltet durch auch wenn sie mosert und tobt. Es ist ja anscheinend kein trinken, sondern nur nuckeln.