Hallo!
Ich wollte euch an meinem Horrorabend teilhaben lassen. Mein Sohn ist vorhin komplett ausgetickt.
Das Theater fing dann damit an, dass er nicht ins Bett wollte. (Es war aber schon relativ spät und er am Gähnen). Er schmiss sein Kopfkissen aus dem Bett und befahl ich solle es aufheben. Dann schrie er wie am Spieß los, als ich sagte, dass er das selbst tun könne. Und dann hat er sich total in Rage geschrien...Meine Schwester kam rüber und wir standen beide fassungslos da...war einfach zu krass.
Ich bin noch zur Nachbarin runtergegangen um ihr zu sagen, dass ich meinem Kind nichts antue...wenn ich das als Nachbar gehört hätte, hätt ich nämlich geglaubt da findet schlimmste Kindesmisshandlung statt.
Als ich wieder hochkam, hatte er sämtliche Sachen aus seinem Bett geworfen und wollte, dass ich sie wieder aufhebe..und brüllte nochmal um einige Dezibel lauter als ich sagte, dass er das selbst tun könne.
Dann zertrümmerte er sein Playmobilhaus und warf einige andere Spielsachen rum. Hab ich alles auf den Schrank geräumt, bekommt er jetzt erstmal nicht wieder. Dann fing er an zu hauen und zu spucken.
Daraufhin hab ich ihn ins Bad gebracht, da man dort die Spucke besser wegwischen kann und sagte da könne er soviel in die Badewanne spucken wie er wolle. Da tobte er dann weiter und warf alles in die Badewanne was er finden konnte...(ich bin rausgegangen, weil es mir einfach zu laut war mit ihm in einem Raum, man hielt es echt nicht aus). Und meine Schwester und ich standen da wieder und wussten weder ein noch aus....dabei haben wir beide Erfahrung mit Kindern und studieren beide Erziehungswissenschaften..
Nach 2 Stunden ist er dann auf meinem Schoß eingeschlafen, ich hab ihn in sein leeres Bett gelegt und ihn mit einer Sofadecke zugedeckt (seine hatte er ja hingeschmissen und ich wollt sie ihm auch nicht aufheben). Wenn er heute Nacht aufwacht und merkt, dass sein Bettzeug auf dem Boden liegt, tickt er sicher wieder aus....
Mein Gott...das kann doch nicht normal sein. Würdet ihr damit zum Kinderarzt oder Kinderpsychologen gehen? Er ist während solch eines "Anfalles" auch gar nicht mehr zugänglich. Will auch nicht auf den Arm (erst wenn er vollkommen heiser und erschöpft ist vom Brüllen). Und ihm alles geben was er will kann ja auch nicht die Lösung sein. Morgen kann er erstmal alles aufräumen was er hingeschmissen hat...
Ich überlege aber echt, ob ich irgendwas falsch gemacht habe mit ihm, dass er so drauf ist. So krass kenne ich das von anderen Kindern (meinen 3 kleinen Brüdern und Freunden von ihm nicht).
LG
Horrorabend : noch "normal"?
Hallo,
wie alt ist Dein Sohn denn?
Nach Deiner Beschreibung und seiner Reaktion würde ich auf etwa 2 Jahre tippen. Zumindest aber klingt es sehr nach dem Lebensabschnitt, in dem Kinder ihre Autonomie entdecken. Deshalb gleich zum Kinderpsychologen oder /-arzt zu gehen, würde ich persönlich aber für übertrieben halten.
Ich frage mich einfach, warum er ins Bett "muss", bloß weil er gähnt. Im Grunde genommen, hast Du euch selbst in diese Situation gebracht, weil Du nicht beachtet hast, dass Kinder zum Einschlafen neben Müdigkeit und Entspannung auch Mitbestimmung brauchen.
http://kinderverstehen.de/images/KV_Kap_4_fuer_Webseite_incl.pdf
Du wolltest ihn gegen seinen Willen ins Bett stecken und das kann nur schief gehen.
LG
Danke für den Link. Werd ich mir nachher mal durchlesen.
Darf ich fragen wie du es machen würdest, wenn einfach nie der Zeitpunkt kommt, an dem er freiwillig ins Bett geht? Ihn vor Erschöpfung sehr spät Abends auf dem Arm einschlafen lassen?
Leider ist es auch so, dass er, wenn er müde ist abends und eigentlich ins Bett gehört, dann nicht friedlich spielt, sodass ich mal dazu komme meinen Kram zu erledigen, sondern rund um die Uhr Beschäftigung und Unterhaltung braucht.
Er darf sich auch immer aussuchen wo er schläft (ob in seinem Bett oder in meinem). Es ist nicht so, als ob er keinerlei Mitbestimmungsrecht hätte. Und wenn er sagt, er möchte gerne noch die Playmobilmännchen ins Bett bringen oder sonstwas tun vorher, lasse ich ihn auch. Ich halte selbst nichts davon autoritär alles zu bestimmen. Aber beim Thema Schlafen geht es nicht ganz ohne Ansagen bei ihm. Aber ich weiß, dass es durchaus Kinder gibt, bei denen das funktioniert.
Ja, grundsätzlich spricht nichts dagegen, ein Kind spät abends auf dem Arm einschlafen zu lassen. Dass es aber erst zur Übermüdung kommen muss und bei ihm nie der Zeitpunkt kommt, zu dem er freiwillig ins Bett geht - daran würde ich arbeiten.
Arbeiten in dem Sinne, dass er ein gutes Verhältnis zum Einschlafen bzw. Bettgehen bekommt. Unser 2-Jähriger ist abends öfters länger wach, wenn er tagsüber geschlafen hat. Er ist dann einfach bei uns im Wohnzimmer und wenn er müde ist, dann sagt er entweder, dass er ins Bett möchte oder er macht es sich irgendwo auf dem Sofa oder dem Teppich gemütlich und schläft ein.
An eurer Stelle würde ich schauen, woher das kommt, dass er nicht selbst auf sein Müdigkeitsgefühl achten kann und dann daran "arbeiten".
Vielleicht war er einfach schon übermüdet... Viele Kinder drehen dann frei!!! Ich finde das nicht ungewöhnlich!!! Die Tochter unserer Nachbarin (5jahre alt) hat so Tobsuchtsanfälle regelmäßig und auch der Sohn einer Freundin (3 1/2J.) ist nicht wieder zu erkennen, wenn er mittags nicht geschlafen hat.
Ich würde da nicht gleich ne große Welle draus machen... Kann ja ne einmalige Sache gewesen sein, bzw. auf extreme Müdigkeit zurück zu führen sein.
Liebe Grüße
Ja. So im Rückblick kann ich auch klarer sehen was da schiefgelaufen ist. Er war auf jeden Fall übermüdet. Bevor er aber losgelegt hat mit dem Brüllen, war das nicht so klar erkennbar. Hätte ich eher gewusst wie sensibel er grad ist und wie hochexplosiv, wäre ich sicher etwas vorsichtiger mit ihm umgegangen. Wobei ich nicht weiß, ob man das hätte vermeiden können. Heute Abend versuche ich ihn etwas eher ins Bett zu bekommen.
LG
Schlafenszeit war es, weil er keinen Mittagsschlaf gemacht hatte und wirklich müde war. Wir hatten 20:00 Uhr und er war morgens schon früh wach gewesen. Von alleine würde er NIE schlafen gehen. Das habe ich schon ausprobiert. Er fängt dann nur irgendwann an zu schreien oder will rumgetragen werden. Normalerweise klappt es ja auch, dass er dann rasch einschläft. Ich achte schon darauf, dass er nicht schlafen gehen muss, wenn er gar nicht müde ist...
Er ist zweieinhalb Jahre.
Das mit dem Gedanken an den Kinderpsychologen finde ich im Nachhinein auch übertrieben, aber heftig finde ich die Situation schon trotzdem. Es war kein "normaler Trotzanfall", sondern zog sich ja ganze 2 Stunden hin und ihm selbst ging es ja auch alles andere als gut dabei...
huhu,
ich denke auch das es mal passieren kann das so eine Situation aus dem Ruder läuft.
Bei uns geht immer gut zusammen machen. Also nicht alles allein einsammeln lassen sondern gemeinsam mit Mama. Das enspannt uns dann oft beide. Auch hilft manchmal nochmal runter gehen noch ein Buch anschauen und dann neu starten. Wenn so eine Situation ausartet dann müssen wir auch unterbrechen. Sonst kann das auch gerne 1 Stunde und länger dauern.
Viel Kraft für die Trotzphase uns allen.
LG luna und die 2
Es bringt nichts, überdrehten und übermüdeten Kindern etwas zu befehlen. Ein kleines Kind ohne Kissen und Bettdecke ins Bett zu stecken, nur weil es rumbockt, finde ich merkwürdig. Du warst mindestens genauso stur wie dein Sohn.
Wenn meine Kinder total übermüdet sind, lege ich mich mit ihnen ins Bett und halte sie im Arm, da wird dann anfangs auch ein bisschen gebrüllt, aber nach ein paar Minuten kuscheln sie sich an und schlafen tief und fest.
lg
Hm...
Es war ja aber nicht so, dass ich ihm Kissen und Decke weggenommen habe, nur weil er rumbockte. Er selbst warf seine Sachen ja aus dem Bett. Das man da sagt, dass er das selbst auch wieder aufheben kann ist doch klar..oder? Ansonsten wäre das ein Spiel geworden: Kopfkissen wieder raus, Mama hebt es wieder auf usw. Oder meintest du, ihm die Sachen spätestens dann wieder ins Bett zu legen, wenn er dann eingeschlafen ist? Ich weiß nicht...hätte ich vielleicht tun können, aber ich er hat ja nicht gefroren oder lag ungemütlich im Bett (er hatte dann ja eine andere Decke) und heute morgen konnte er dann das Chaos sehen, was er abends angerichtet hatte. Er hat dann auch alles mit mir zusammen wieder aufgeräumt und aufgehoben. Darum ging es mir vor allem. Nicht darum, ihn zu bestrafen.
Ich wollte ihn in den Arm nehmen, ihn trösten, ihn zu mir ins Bett holen ect. aber er wollte das alles nicht. Wie gesagt, er war überhaupt nicht mehr zugänglich irgendwann. Erst nachdem er total am Ende war, ist er bei mir auf dem Arm eingeschlafen.
Ja, spätestens, wenn er schläft, hätte ich ihm den ganzen Kram wieder ins Bett gelegt.
Ich will auch NIE dass meine Kinder während eines Streites einschlafen müssen. Gestern war mein Sohn auch mehr als nur unausstehlich, hatte nur Quatsch im Kopf, aber vor dem Einschlafen wird vertragen. (Und wir haben uns beide entschuldigt.).
Wenn mein Kleiner so bockt (und das kann er wirklich gut), setze ich mich neben sein Bett und warte, irgendwann guckt er mich dann ganz verzweifelt an, und wirft sich in meine Arme. Dann kuschelt er sich an und wenn er müde war, schläft er dann auch total schnell ein.
Die Kleinen meinen es in solchen Situationen nicht böse, sie sind nur total überfordert.
lg
Für mich klingt das nach einem völlig überdrehten und übermüdeten Kind.
Wenn meine Tochter so übermüdet ist, ist sie auch nichtmehr zugänglich. Da hilft es gar nicht, irgendetwas zu erklären oder sie zu trösten. Da hilft nur "Augen zu und durch" und ich versuche, sie so schnell wie möglich hinzulegen. Meiner Erfahrung nach funktionieren solche Situationen noch am besten, je weniger man redet. Meine Tochter will in solch einer Situation auch nicht angefaßt werden und trösten kommt auch überhaupt nicht an.
Wenn Du in solch einer Situation anfängst, irgendetwas von ihm zu verlangen (er soll das Bettzeug aufheben, etc.), dann ist er damit einfach überfordert und es macht die Situation nur noch schlimmer. Ich hätte alles einfach eingesammelt und ihn hingelegt und fertig.
Versuch einfach in solchen Situationen die Nerven z behalten und wirklich ganz ruhig zu bleiben. Und je weniger Aktion Du machst, um so besser. Nicht groß reden und erklären oder was auch immer. Und ich würde auch keinesfalls zur Nachbarin runter laufen und mich für irgendetwas erklären....
Vielen Dank für die Antwort! Genauso wie du es beschreibst, war es bei uns auch.
Ich werde es beim nächsten Mal denke ich genauso machen wie du. Auch wenn ich noch nicht weiß was genau ich mache, wenn er nicht im Bett bleibt und sich so verhält wie oben beschrieben. Ihn im Bett festhalten kommt mir nicht so ganz richtig vor. Einmal hat es geholfen, dass ich ihn trotz Protest und Geschrei zu mir auf den Schoß geholt habe. Da hat er sich dann relativ schnell beruhigt. Genauso hatten wir aber schon eine Situation wo das gar nicht half.. aber was Kinder angeht gibt es (leider?) auch keine Gebrauchsanleitung (wenn...dann....).
Danke auf jeden Fall!
Ich würde das auch situationsbedingt entscheiden.
Im Bett festhalten auf keinen Fall.
Manchmal hilft bei uns auch einfach Kind ins Bett legen und rausgehen - Tochter schreit sich ein paar Minuten aus und ist dann zugänglich fürs Trösten, streicheln etc. Einmal hat auch geholfen, dass ich sie fest im Arm gehalten habe - da hat sie sich erst kurz dagegen gewehrt und es dann aber doch zugelassen und sich beruhigt.
Schau einfach, was gerade in der Situation Erfolg bringt. Wichig ist bei uns nur: wenig reden, gar nicht diskutieren, wenig Aktion (dann fällt auch das Zähneputzen oder waschen einfach mal aus) und einfach das Kind irgendwie ins Bett bekommen...
Ist zumindest was ganz normales, ihr braucht deswegen auf keinen Fall zum Kinderpsychologen!
Das klingt nach einem "klassischen" Wutanfall eines Kleinkindes. Unserem Sohn passierte das auch gelegentlich, wenn er sehr übermüdet oder hungrig war.
Es hilf keinesfalls, dann auf Konfrontation zu gehen, zum Nachbarn zu rennen oder mit der Schwester fassungslos dazustehen. Ich hätte versucht, ihn liebevoll aber konsequent zu beruhigen, und ihn nicht noch ins Bad zu schleppen...
Bleib bei ihm, tröste ihn und sei etwas verständiger, wenn er so müde ist.
Es wird besser, unser Sohn ist nun 3,5 und solche Anfälle kommen wirklich kaum noch vor.
LG
Klingt nach einem übermüdeten Kind, das einfach mal einen Anfall bekommt. Ich halte das für normal. Meine Tochter wird im Juli 6 und hatte genauso einen Anfall kurz vor Weihnachten. Sie war müde, sie hatte Weihnachtsstress und ist dann einfach mal ausgerastet. Na ja, war nicht schön, aber am nächsten Morgen war auch wieder alles OK.
Ich rate dir dazu, in solchen Situationen cool zu bleiben. Anstatt seinen Befehlen zu folgen, könntst Du einfach schneller sein, d.h. die Decke schon wieder aufgehoben haben, bevor er dir überhaupt irgendwas befiehlt. Außerdem solltest Du dafür sorgen, dass er sich in solchen Situationen nicht verletzt bzw. Dinge zerstört. Versuch ihn einfach davon abzuhalten.
Ihm als Alternative anzubieten, dass er in die Badewanne spucken kann, finde ich gar nicht so schlecht. Nur alleine lassen würde ich ihn nicht. Die Gefahr ist einfach zu groß, dass er sich ernsthaft weh tut, wenn er so austickt, gerade im Bad.
Vielen Dank für eure Antworten und Ratschläge!
Mittlerweile sehe ich auch, dass einiges nicht so klug war was ich in der Situation gemacht habe. Fürs nächste Mal (ich hoffe das kommt nicht so bald) werde ich besser gewappnet sein, bzw mich kindgerechter verhalten und hoffen, dass es nicht so ausartet wie dieses Mal. Deswegen: danke für die Anregungen und Tips. Auch wenn man manches natürlich erst einmal nicht so gerne liest, zumal wenn es das eigene Erziehungsverhalten in Frage stellt.
LG und
hey,
uns hat sehr das buch "das glücklichste kleinkind der welt" geholfen. oder auch die dvd, die ist etwas oberflächlicher gehalten, aber speziell für solche wutanfälle perfekt.
es bringt meiner meinung nach überhaupt nichts, einem müden, tobenden kleinkind noch konsequenzen angedeihen zu lassen. jede "lektion" ist da eh für den anus und verpufft.
vg, a.