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Ammenmärchen

Bekommt man vom Stillen einen Hängebusen?

Wenn Monate lang ein Baby an den Brüsten einer Frau saugt, klingt es fast logisch, dass die Brüste nach dem Stillen schlaffer sind. Aber ist das Stillen wirklich Schuld? Und hat überhaupt jede Frau nach dem Stillen einen Hängebusen? Oder ist es nur ein Ammenmärchen? Sieh hier die Antwort.

Autor: Kathrin Wittwer
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Alles "steht und fällt" mit dem Bindegewebe

Das Video hat es gezeigt: Form, Größe und Beschaffenheit einer Brust (Elastizität, Anteil von Fett und Drüsen im Gewebe) hängen im Wesentlichen von den Genen ab. Daran lässt sich auch mit Sport, Massagen und Ähnlichem leider nicht wirklich etwas ändern.

Und warum hält sich das Gerücht?

Der Busen einer Frau wird während der Schwangerschaft größer und praller. Das ändert sich erst mit dem Abstillen – und dann sehen Brüste plötzlich vergleichsweise schlaff aus. Die Erfahrung, dass dies ohne Stillen direkt nach der Schwangerschaft auch so gewesen wäre, machen stillende Mütter aber nicht. So liegt der Trugschluss nahe, dass das monatelange Saugen an der Brust dieser sehr zugesetzt hat.

Die vier größten Feinde einer wohlgeformten Brust

1. Das Alter

Mit zunehmendem Alter gibt die Brust der Schwerkraft nach (und zwar tendenziell umso stärker, je voluminöser sie ist). Älteres Drüsengewebe ist eben nicht mehr so stabil und fest, also wird auch die Brust weicher - und sinkt in die Tiefe.

2. Schwangerschaft(en)

In der Schwangerschaft verändert sich der Körper einer Frau permanent. Unter anderem bereitet sich die Brust auf das Stillen vor. Prolaktin lässt dann das Drüsengewebe der Brüste wachsen, Milchgänge und Milchbläschen reifen. Allein die Ausbildung dieser Pracht, unabhängig vom Stillen, dehnt die Brust ordentlich aus (um bis zu zwei Körbchengrößen) – und lässt sie, wenn das Stillen vorbei ist oder gar nicht erst gestillt wird, nach der Schwangerschaft ein wenig hängen. Wer nicht über besonders festes Bindegewebe verfügt, muss sich wohl damit abfinden, dass die Brust etwas leidet. Das gilt vor allem für Frauen, die schon vor der Schwangerschaft große Körbchen hatten – und wird umso deutlicher, je häufiger eine Frau schwanger war und ihre Brüste den Wachstums- und Schrumpfprozess mitgemacht haben (und natürlich, je älter frau in dieser Zeit wird). Geraten wird, in Schwangerschaft und Stillzeit einen stützenden BH zu tragen, um es dem Gewebe nicht unnötig schwer zu machen. Angeblich soll sich das Gewebe nach ein bis zwei Jahren wieder erholen, stabilisierendes Fett einlagern und sich die Brust ihrer früheren Form wieder mehr annähern. Aber auch das ist eine Frage des Alters. Und natürlich des ererbten Bindegewebes.

3. Rauchen 

Nikotin macht das Eiweiß Elastin kaputt, das junger Haut ihre Elastizität verleiht.

4. Starke Gewichtszu- und abnahme

Korpulente Frauen, die sehr stark abnehmen (z.B. durch viel Sport), können Veränderungen an der Brust bemerken, wenn auch dort das Fett schmilzt. (Text: Kathrin Wittwer)