Verhütungsmittel

Das richtige Verhütungsmittel für jede Lebensphase

Mit den Themen Verhütung und Verhütungsmittel beschäftigen sich die meisten Menschen zum ersten Mal in der Pubertät. Verhütungsmittel schützen nicht nur vor ungewollter Schwangerschaft, sondern auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Das ideale Verhütungsmittel ist leider noch immer nicht erfunden. Jedes Paar muss die richtige Lösung für sich finden. urbia stellt die einzelnen Methoden vor und erläutert, welches Verhütungsmittel für welches Alter am besten geeignet ist.

Verhütungsmittel
Foto: © Sven Hoppe - Fotolia.com

Fast alle Verhütungsmittel fußen auf demselben Prinzip: Sie verhindern die Verschmelzung von Ei und Samenzelle, die zu einer Schwangerschaft führen würde. Die Möglichkeiten, die sich zu diesem Zweck eröffnen, sind zahlreich. Es gibt die hormonellen, die chemischen und die mechanischen Verhütungsmethoden. Sogar ein chirurgischer Eingriff kommt als Möglichkeit in Frage und auch die vollkommen natürliche Verhütung ist beliebt. Mit einem  Zyklus-Computer können Frauen zum Beispiel den Zeitpunkt ihres Eisprungs und somit die fruchtbaren Tage selbst ermitteln. In den durchschnittlich 35 fruchtbaren Jahren im Leben einer Frau taucht die Frage nach der richtigen Verhütungsart öfters auf, denn die Ansprüche ändern sich mit voranschreitendem Alter. urbia hilft dabei, die richtige Antwort auf die Frage „Wann greife ich auf welches Verhütungsmittel zurück?“ zu finden.

Die richtigen Verhütungsmittel für Teenager

Die erste Liebe bleibt unvergesslich: Alles ist neu und aufregend und die Schmetterlinge flattern im Bauch um die Wette. Nicht nur die Emotionen laufen auf Hochtouren, auch körperlich kommen sich die Liebenden näher – und plötzlich kann man sich mehr vorstellen als nur Küssen. Beim Thema Teenager und Verhütungsmittel gilt: Pille und Kondom ist die beste Kombination, denn die Anwendung sollte so einfach und sicher wie möglich sein.

Dabei garantiert nur das Kondom Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Außerdem lernen Jungs so, dass Verhütung auch Männersache ist. Da der Umgang mit Kondomen gerade am Anfang nicht ganz leicht von der Hand geht, sollten sie diesen ein wenig üben, bevor es ernst wird, denn nur bei richtiger Anwendung ist der Schutz garantiert. Das Verhütungsmittel Pille ist bei Teenagern unter anderem deshalb beliebt, weil die Einnahme so unkompliziert ist. Über die Jahre hinweg ist die Rezeptur immer verträglicher geworden, junge Mädchen müssen heutzutage kaum noch Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme oder unreine Haut befürchten. Ein großer Pluspunkt ist, dass die Krankenkassen die Kosten bis zum 20. Lebensjahr übernehmen. Da die Pille unbedingt pünktlich eingenommen werden muss, damit ihre Wirkung nicht versagt, sollten Eltern ihre Töchter dabei unterstützen, den zuverlässigen Umgang mit der Pille zu erlernen. Im Gegensatz zur Pille enthält die Minipille kein Östrogen, sondern Gestagen. Auch sie ist als Verhütungsmittel für eine junge Frau eine Möglichkeit. Die pünktliche Einnahme ist hier ebenfalls äußerst wichtig, da sonst der Empfängnisschutz deutlich abnimmt.

Geeignete Verhütungsmittel für Teenager:

  • Kondom
  • Pille
  • Minipille

Verhütungsmittel für die Zeit nach der Schwangerschaft

Die Anfangszeit mit einem Baby ist immer sehr aufregend und turbulent. Bis man sich Gedanken über ein Geschwisterchen für den Nachwuchs macht, dauert es meist eine Weile. Oft hat man anfangs noch nicht im selben Umfang Lust auf Sex wie vor der Schwangerschaft, zumal das Baby die frisch gebackenen Eltern auf Trab hält. Wann sich die Lust auf  Sex nach der Geburt wieder einstellt, unterscheidet sich von Frau zu Frau. Dennoch sollte das Thema  Verhütung nach der Geburt in jedem Fall rechtzeitig geklärt werden, denn selbst in der Stillzeit kann es zu einer erneuten Schwangerschaft kommen. Auch Frauen, bei denen seit der Schwangerschaft die  Menstruation noch nicht eingesetzt hat, sollten die Verhütung nicht vernachlässigen, schließlich erfolgt der erste Eisprung vor der ersten Regelblutung. Als Verhütungsmittel während des Stillens und nach der Geburt eignen sich besonders gut gestagenhaltige Hormonpräparate wie die Minipille. Die reinen Gestagene beeinflussen nicht den Milchfluss und haben keine schädigenden Auswirkungen auf den Säugling.

Auch die Dreimonatsspritze oder das Verhütungsstäbchen sind gute Alternativen. Sie beruhen auf demselben Prinzip, geben die Hormone jedoch über einen bestimmten Zeitraum konstant ab, wodurch nicht immer die pünktliche Einnahme eingehalten werden muss. Auch die Spirale kommt nach der Geburt als Verhütungsmittel in Frage. Zur Verfügung stehen die Kupfer- und die Hormonspirale, wobei die Hormonspirale wie die Minipille Gestagene absondert. Im Gegensatz zur Kupferspirale hat sie den Vorteil, dass das die Blutungsdauer und -stärke während der Periode verringern kann. Um sicherzugehen, sollte in jedem Fall ein Kondom verwendet werden.

Geeignete Verhütungsmittel nach der Schwangerschaft:

  • Minipille: Der Beginn der Einnahme sollte frühestens sechs Wochen nach der Geburt erfolgen, damit die noch nicht vollständig ausgereifte Leber des Säuglings beim Stillen nicht belastet wird.
  • Dreimonatsspritze: Beginn der Behandlung ebenfalls ab der sechsten Woche nach der Geburt.
  • Spirale: Die Spirale sollte erst nach sechs bis acht Wochen eingelegt werden. Dann hat sich die Gebärmutter vollständig zurückgebildet und es besteht keine Gefahr, dass sie wieder ausgestoßen wird.
  • Verhütungsstäbchen: Streichholzgroßes Kunststoffröhrchen, das der Arzt für drei Jahre an der Innenseite des Oberarms unter die Haut einsetzt. Hier gibt es kontinuierlich Gestagen ab.

Verhütungsmittel in der Mitte des Lebens

Mit Mitte 40 ist die Familienplanung für die meisten Frauen abgeschlossen. Während für junge Mädchen der Schwangerschaftsschutz die größte Rolle bei der Wahl des Verhütungsmittels spielt, ist einer Frau im mittleren Alter die Gesundheit besonders wichtig. Deshalb will sie auf eine Verhütungsmethode, die in ihren Hormonhaushalt eingreift, weitestgehend verzichten. Obwohl die Möglichkeit, schwanger zu werden, sich mit zunehmendem Alter verringert, sollte bis ins Alter von etwa 51 Jahren verhütet werden. Trotz Phasen, in denen die Menstruation ausbleibt, kann es doch auch immer wieder zu Eisprüngen kommen. Im Alter von über 40 Jahren sollte als Verhütungsmittel die Pille nicht mehr in Frage kommen, da sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Barrieremethoden wie das Diaphragma oder das Kondom eignen sich in diesem Lebenszyklus am besten. Auch die Möglichkeit der Sterilisation kann in Betracht gezogen werden – allerdings nur dann, wenn mit Sicherheit kein Kinderwunsch mehr besteht.

Geeignete Verhütungsmittel für Frauen in der Lebensmitte:

  • Barrieremethoden: Frauen im fortgeschrittenen Alter fällt die Anwendung des Diaphragmas durch ihre sexuelle Erfahrung und die Vertrautheit mit ihrem Körper leichter als jungen Mädchen. Auch das Kondom ist als nicht-hormonelles Verhütungsmittel gut geeignet.
  • Sterilisation: Der Eingriff beim Mann ist aus medizinischer Sicht unkomplizierter und kann für Paare eine Alternative sein.

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